Die teuerste Pille der Welt und die Fogen

Die gute Nachricht: Hepatitis C ist heilbar. Die schlechte: Die Tablette ist so teuer, dass sie nicht jeder Kranke bekommt.Was tun? (hier)

7 comments

  1. Leitwolf

    Das Beispiel erzählt Bände über unser Gesundheitswesen.

    Wenn nutzlose und schädliche Medikamente viele Milliarden einbringen, wie viel Profit sollte man dann für ein wirklich sinnvolles Medikament verlangen? Genau diese Fragestellung liegt der Preisgestaltung von Gilead zu Grunde. Wohl gemerkt: das Unternehmen hat das Medikament nicht entwickelt, sondern das innovative Unternehmen welches das tat aufgekauft.

    14 Mrd. Dollar bringt aktuell der sich bestverkaufende Cholestierinsenker jedes Jahr ein. Dabei überwiegen die Schäden den angeblichen Nutzen bei weitem, medizinisch betrachtet. Finanziell ist das Medikament natürlich ein riesiger Gewinn. Wenn man auf der richtigen Seite sitzt.

    Das Problem hier ist nicht dieses eine Negativbeispiel namens Gilead. Die stellen sich dem shit storm gern, wenn sie nur möglichst viel Geld machen. Der Witz ist, dass es eine ganze Branche demaskiert in der schon Dreck für ein Vermögen verkauft wird, und etwas was wirklich nützt daher schon zu astronomischen Preisen beschildert werden muss.

  2. Herr Karl jun.

    @Leitwolf
    Ihre Anmerkungen sind nicht untypisch für viele Fast-Debatten in Grundsatzfragen in Österreich: Sie bekommen sofort einen “diebischen” Effet. Die unangenehme Grundsatzfrage wird einfach übergangen und es geht gleich mit einer Prise Neid und einem reflexartiger Antikapitalismus, gepaart mit einer generösen Unwissenheit über Forschungsökonomie und Innovation, los. Was sollte eine Firma sonst bewegen, das wirtschaftliche Risiko der Forschung auf sich zu nehmen, als zu hoffen damit Geld zu verdienen?
    Es ist eine Illusion zu glauben, dass Gesundheitssysteme eine strikte Gleichbehandlung von Menschen tatsächlich und auf Dauer sicherstellen können; nur Stimmenkauf-Politiker wollen das Glauben machen. Jede (fremd)finanzierte Behandlung geht unweigerlich zu Lasten Dritter, in dem Fall zu Lasten der (glücklicherweise oder verdientermaßen) Gesunden, soweit sie zur (Netto)-Systemfinanzierung gezwungen werden. Eine “Gleiche-Medizin-für Alle” – Politik endet außerhalb der Medizin immer in Ungleichbehandlung. Da der Besteller und Nutzniesser nicht kostenadäquat dafür bezahlt, kommt es zwangsläufig zu großflächiger Verschwendung und letztlich zu einer finanziellen und leistungswirtschaftlicher Überforderung des Systems.

  3. Christian Peter

    @Karl jun.

    ‘und es geht gleich mit einer Prise Neid und einem reflexartigen Antikapitalismus’

    mit ‘Kapitalismus’ hat das von der Pharmaindustrie gekaperte Gesundheitswesen absolut nichts zu tun. Die gesamte Schulmedizin wird mittlerweile von den wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie bestimmt. Forschung und Lehre werden von der Pharmaindustrie beherrscht, fast alle wissenschaftlichen Studien von der Pharmaindustrie finanziert, Dozenten an Unis mit einträglichen Nebenjobs bestochen, ganze Universitäten durch finanzielle Zuwendungen gefügig gemacht. Fast alle relevanten Medien im Gesundheitswesen werden von der Pharmaindustrie finanziert, ohne Kooperation mit der Industrie können Ärzte nichts veröffentlichen und somit keine Karriere machen. Von der im Grundgesetz verankerten Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre kann in der Medizin längst keine Rede mehr sein.

  4. Thomas Holzer

    Ja, und wieder ein zusätzlich abgrundtief Böser in der (bald) endlosen Aufzählung all derer, welche einem Christian Peter das Leben unendlich schwer und ungerecht machen;
    nach ÖVP, WK, röm. kath. Kirche, Rauchern, jetzt die böse Pharmaindustrie; in einigen Wochen kommt dann noch die Ostküste und das internationale Finanzjudentum hinzu…….

    Ein rotbraunes Trauerspiel, sich selbst durch tagtägliche Beiträge bemitleidend und vergeblich -erfreulicher Weise- um Beifall heischend……….

  5. Thomas Holzer

    Und die neue Gesundheitsministerin würde am liebsten den “zulässigen” Verkaufspreis staatlich verordnen………

  6. Mourawetz

    “Was tun?”

    Nun ja, wenn die Versicherten nicht bereit sind, den Betrag zu zahlen, darf man dieses Medikament nicht kaufen. Jene, die es sich leisten können, sollen die 90.000 Euro selbst aufbringen. 2-Klassenmedizin? Ja, gerne.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .