Die teuren Fehler der Politik

Von | 2. November 2016

“……..Seit Monaten lese ich Artikel über die ökonomischen Ansichten der US-Präsidentschaftskandidaten, die deren völlige, ökonomische Inkompetenz widerspiegeln. Die Essenz ist, dass keiner der Kandidaten genug Wissen zum Bestehen einer Klausur im Fach „Volkswirtschaftslehre“ besitzt, geschweige denn Amerikas Wohlstand vermehren wird. Ich kann nicht widersprechen.

Beide Kandidaten haben manch sinnvolle Forderungen, beispielsweise erkennen sie die Probleme staatlicher Regulierung. Allerdings haben sie weder das Konzept von Opportunitätskosten (Forderung nach freier Universitätsbildung und bezahlten Urlaub), des komparativen Kostenvorteils (Forderung nach mehr Protektionismus), von Eigentumsrechten und der Rolle von Gewinnen (Vorschläge für eine obligatorische Gewinnbeteiligung), des Arbeitsmarktes (Erhöhung des Mindestlohns und Forderung nach mehr Arbeitnehmerrechten) und des Kapitals verstanden (auf der einen Seite fordern sie eine Reichensteuer, deklarieren dies aber als Investment), geschweige denn, dass in einem Markt stets beide Seiten profitieren (Forderungnach einer Reichensteuer)….” (weiter hier)

14 Gedanken zu „Die teuren Fehler der Politik

  1. Gerald

    Die Kenntnis der Wirtschaft des Autors scheint mindestens ebenso profund zu sein wie die vieler seiner möglicherweise Mitkommilitonen, denn über ein Teilstudium der Volkswirtschaftslehre scheint er noch nicht hinausgekommen zu sein. Volkswirtschaftslehre geht immer von idealen Bedingungen aus, genau so wie der Kommunismus und diese idealen Bedingungen findet man in der Wirtschaft genau nirgendwo!
    Trump hat zumindest ein Milliardenimperium aufgebaut, was ihm gewisse Kenntnisse von Wirtschaft bescheinigt, die Clintons haben sich auch ein beträchtliches Vermögen, sagen wir mal “erwirtschaftet”, was auch eine Form von Wirtschaft ist, allerdings nicht unbedingt legal.

    Wirtschaft ist Krieg und dieser wird angesichts der enormen Werte die im Spiel sind mit allen Waffen geführt. Mit legalen und mit weniger legalen, wobei die Grenze oft nicht zu erkennen ist und nur durch parteiische Betrachtung bestimmt wird.
    Volkswirtschaft ist hingegen wie Monopoly ohne listige Gegenspieler.

  2. Hanna

    Tja, der Autor hat wohl vergessen, dass die Artikel, die er liest, und die ihm erscheinen lassen, dass “keiner der Kandidaten genug Wissen zum Bestehen einer Klausur im Fach „Volkswirtschaftslehre“ besitzt”, ev. von Leuten verfasst wurden, die kein Interesse daran haben, die Kandidaten als kompetent dastehen zu lassen und die im Dienste von Medien stehen, die komplette Berichterstattung nicht zulassen. Was über Trump in den USA so verzapft wird, ist immer aus dem Zusammenhang gerissen und zu seinem Nachteil. Ich würde im übrigen alle ÖsterreicherInnen dazu auffordern, sich komplette Auftritte, Reden, Vorträge von unseren Politikern anzusehen (mit Körpersprache!), sowohl von den “Freunden” wie auch den “Feinden”. Es kann durchaus das Wahlverhalten ändern, sich einmal nicht nur die “Bröckerln” zu Gemüte zu führen, die uns von den Medien aufgedrängt werden. Ich bin kein Strache-Fan, aber seit ich ihn einmal komplett und aufmerksam bei einer Veranstaltung erlebt habe, bin ich auch keine Strache-Feindin mehr. Seit ich bei SPÖ-Veranstaltungen war – das Gegenteil.

  3. elfenzauberin

    Der Einschätzung des Autors obigen Artikels stimme ich im Großen und Ganzen zu. Allerdings sollte man einräumen, dass Trump immerhin in der Lage ist, einen Konzern erfolgreich zu führen, was sicher einiges an Organisationstalent erfordert. Derartige Qualifikationen kann Hillary beim besten Willen nicht vorweisen, weswegen, wäre ich Amerikaner, Trump meine Stimme geben würde.

    Wenn ich mir vorzustellen versuche, wie Trumps Firmenimperium aussähe, würden da Personen wie Wehsely, Frauenberger, Häupl und Co am Werke sein, da fällt mir in erster Linie die Konsumpleite ein. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass insbesondere die rote Liga in Wien nicht einmal ein Puff wirtschaftlich führen könnte. Es würde wohl so ausgehen wie beim Cafe Rosa.

  4. sokrates9

    Fundament jedes gesellschaftlichen Handelns bilden die “Werte”. Ist es erlaubt ungestraft zu lügen und zu betrügen, gibt es Sanktionen oder völlige Narrenfreiheit bedingt durch Korruption! Da haben beide Kandidaten sicherlich ihre Probleme! Wenn ich aber die Vorwürfe einer völlig einseitigen Presse sehe ist mir ein Sexunhold Trump der vor Jahren Frauen auf die Brust gegriffen hat und einer Pornodarstellerin Geld für eine Liebesnacht geboten hat, lieber als eine Clinton die nachweislich Betrügereien begangen hat, permanent lügt und trixt!

  5. mariuslupus

    Der Autor scheint vom CNN, Clinton News Network, nachhaltig beeinflusst zu sein.
    Beide Kandidaten, Trump und Clinton, in den gleichen Sack stecken und mit der Keule der ökonomischen Ignoranz draufdreschen, erscheint mir doch zu gewagt.
    Der Autor darf Hillary und Bill, ihr start-up, die Clinton Foundation, nicht schlecht reden. Vielleicht hat das Ex-Präsidenten und Möchtegern-Präsidentin Trio, Chelsea mitgerechnet, pro Jahr mehr Gewinn prozentuell gerechnet, erwirtschaftet, als Donald Trump. Die Clinton Foundation hat gezeigt wie man fundraising und crowdfunding nach dem non olet Prinzip, erfrolgreich betreibt.
    Dieses Geschäftsmodell wird Hillary Clinton nach ihrer Wahl auch auf die Staatsgeschäfte übertragen. Maximierung der Einnahmen, Auszahlung nach eigenen Gutdünken, an Günstlinge, Unterstützer, usw.
    Man sollte Trump im O. Ton zuhören, und sich auf die ökonomische Botschaft konzentrieren. Ist einiges was Substanz hat, drin.
    Mit Reagan ist man ähnlich umgegangen. Wer wird jetzt, oder in zehn Jahren es wagen, Reagan mit Obama, zu vergleichen

  6. Herzberg

    @Gerald

    Die Kenntnis der Wirtschaft des Autors scheint mindestens ebenso profund zu sein wie die vieler seiner möglicherweise Mitkommilitonen

    Welche Aussage des Autors soll obige Aussage stützen? Gary Galles’ Kritik an Trump ist in etwa jene, die Liberale hierzulande beispielsweise an der FPÖ üben und sich an der Übernahme typisch linkspopulistischer Forderungen festmacht.
    Wollte man tatsächlich einen Fehler erkennen, dann vermutlich in der Gewissheit, mit welcher der Autor aus Trumps Wahlkampfparolen auf dessen ökonomische Kenntnisse schließt, doch dann läuft es auf die Frage nach Unwissenheit versus strategisches Kalkül hinaus.

    Volkswirtschaftslehre geht immer von idealen Bedingungen aus, [sie] ist [..] wie Monopoly ohne listige Gegenspieler.

    Volkswirtschaftslehre kümmert mangels Moralbezugs nicht, ob ein Sachverhalt durch Spionage, Erpressung, Crony-ism oder Bestechung zustande kam, weshalb es diesbezüglich weder etwas zu idealisieren noch gegenteilig besonders herauszuarbeiten gilt. Stockholm, Caracas, Washington, Wien — wird ökonomisch das Falsche getan, stellen sich die entsprechenden Konsequenzen ein, die wiederum vorhersagbar sind, so man einem brauchbaren Verständnis über menschliches Handeln (pardon the pun) folgt.

    Gary Galles schreibt auf Mises.org; das und seine expliziten Ausführungen deuten hin, er neigte wirtschaftlich den Austrians zu. Diese Ökonomen haben sich mehr als andere damit befasst, wo und wie konsequent Marktkräfte ausgehebelt werden. Von Idealisierung kann also keine Rede sein.

  7. elfenzauberin

    @mariuslupus

    Es gibt und gab kaum Politiker, die wirtschaftliche Zusammenhänge effektiv verstehen. Kreisky, den ich als Bildungsbürger einschätzen würde, hatte beispielsweise keine Ahnung von Wirtschaft. Als einziger Politiker mit Wirtschaftskompetenz fiele mir Ludwig Erhart ein, mit Abstrichen vielleicht noch Hannes Androsch.

    Umso mehr kommt es auf die Berater der Politiker an, also auf die Leute, die in der 2. Reihe stehen. Hier habe ich zu den Republikanern mehr Vertrauen als zu den Demokraten, denn letztere geben ganz in sozialistischer Manier das Geld der Anderen sehr gerne aus.

  8. astuga

    Wissen hin, Wissen her…
    Einem Herrn Draghi von der EZB kann man formal Kompetenz und Wissen unterstellen, aber was macht er daraus?

    Die US-Präsidenten haben ja auch immer ihre Experten, aber wenn`s die falschen sind…

  9. Falke

    @astuga
    Das erinnert mich an die “Wirtschaftsexperten” Werner Faymanns: Stefan Schulmeister und Werner Muhm. Noch schlimmer sieht’s bei Christian Kern aus: Er betrachtet sich anscheinend selbst als Fachmann (offenbar aufgrund seiner Tätigkeit als ÖBB-Generaldirektor), der keinerlei Beratung braucht. Da kann man sich wirklich nur mehr fürchten.

  10. mariuslupus

    @Elfenzauberin
    Billy C. soll einmal gesagt haben, it`s the economy stupid, eigentlich wollte er sagen it`s the ideology, stupid.
    Politiker haben Ideologie, aber keine Ahnung von Wirtschaft. Könnte auch gut sein, würden Politiker der Versuchung widerstehen können, sich ständig in die Wirtschaft einzumischen. In den Zeiten des grössten wirtschaftlichen Aufschwungs in der Geschichte, England im 19. Jahrhundert, haben sich Gladstone und Disraeli, nicht in die Wirtschaft eingemischt. Der Staat und seine Repräsentanten, auch Politiker genannt, soll die innere und äussere Sicherheit garantieren, nicht zu viele Gesetze erlassen.
    Politiker erzählen immer den gleichen Unsinn. Sie werden neue Arbeitsplätze schaffen, die Wirtschaft ankurbeln.
    Kein Politiker hat einen produktiven Arbeitsplatz geschaffen. Die Fahrer ihrer Limousinen ausgenommen, die für das tragen der Einkaufstaschen der Politikerpartnerin/des Politikerpartner, zuständig sind.

  11. O. Villani

    Den Ansichten von Mr. Galles zum “Markt” könnte man – ein Auge zugedrückt – noch zustimmen. Seine praktische Marktkenntnis beschränkt sich bedauerlicherweise auf die Theorie, von unternehmerische Praxis ist er sehr weit entfernt. Im Kern verficht er das Argument, dass durch Preis und Nachfrage Qualität widergespiegelt wird. Im Gegensatz dazu sieht er den rein auf Argumentation und Information aufbauenden Wahlkampf.
    Nun, wer schon jemals seine Nase auch nur ein wenig in praktische Marktwirtschaft und Marketing – sprich als Unternehmer – gesteckt hat, weiß welch wichtige Rolle Information dabei spielt. Man kann auch den größten Schrott teuer verkaufen, wenn die Information stimmt. Denn viele Produkte sind kurzlebig – gerade für ein paar Jahre am Markt. Genau hier treffen sich Politik und Markt und der angebliche Unterschied ist obsolet.

  12. Lisa

    @Gerald:Wirtschaft ist nicht Krieg – wie kommen Sie zu so einem Schluss? Wirtschaft dient der Befriedigung von Bedürfnissen einer Gruppe (von Familienhaushalt bis Weltwirtschaft). Es wird also produziert, gejagt, gesammelt meinetwegen, aber Krieg entsteht erst durch Gier nach mehr als notwendig ist, wenn die Nachfrage das Angebot also übersteigt. (heute eher “Bedarfsweckungswirtschaft”!) Aber auch das ist noch kein Krieg,wenn man sich auf die Preise einigen kann, denn Handel gehört als “Nebeneffekt” für das nicht selbst Gebrauchte auch zur Wirtschaft. Das ist aber auch bloss Konkurrenz, noch kein Krieg. Krieg gibt es, wenn der eine den andern übervorteilen will, er Neid schürt, den Hals nicht voll genug bekommt und anderes Allzumenschliches. Wenn ein Volk berechnet, dass es mit Schafen mehr verdienen kann als mit Kornanbau und sich daraufhin wegen der abgefressenen Weiden die Bevölkerung mit importiertem Korn ernähren muss, werden sie abhängig. (statt Schafe kann auch Öl, Maschinen, Waffen, usw. stehen, statt Korn Nahrung generell) Abhängigkeiten schaffen ungleiche Machtverhältnisse – und das führt früher oder später immer zu Krieg, allenfalls, zumindest so lange als die Abhängigkeit nicht als belastend empfunden wird, zu dumpfer Resignation. Immer noch bedenkenswert die Kurzgeschichte “Dem Elchein eine Gasmaske verkaufen” von Franz Hohler.

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