Die Torheit der Regierenden, wieder einmal

Von | 26. März 2016

(ANDREAS TÖGEL) In ihrem großartigen Buch „Die Torheit der Regierenden“ beschreibt die US-Historikerin Babara Tuchmann eine Reihe von Beispielen für katastrophales Politikversagen – „von Troja bis Vietnam“. Im Vorwort schreibt sie: „Die gesamte Geschichte, unabhängig von Zeit und Ort, durchzieht das Phänomen, daß Regierungen und Regierende eine Politik betreiben, die den eigenen Interessen zuwiderläuft.“ Das allerdings ist im Lichte der rezenten Ereignisse (vom Nahen und Mittleren Osten bis Euroland) eine eher zweifelhafte These. Tritt tatsächlich regelmäßig das Gegenteil des von den Führern Intendierten ein? In den von Tuchmann beschrieben Fällen war das so. Aber stimmt das auch für die Politik der Regierenden in unseren Tagen?

Sicher sollte man nicht unbedingt an eine Verschwörung glauben, wenn auch Hybris oder pure Dummheit als Ursachen von Fehlentscheidungen in Frage kommen. Am Beispiel der „Flüchtlingswelle“ und aller sich daran knüpfenden Konsequenzen, wird aber deutlich, dass die Nomenklatura hier ein sehr klares Ziel verfolgt, das sie mit der von ihr betriebenen Politik auch tatsächlich zu erreichen scheint.

Gemeint ist totale Entrechtung der Bürger zugunsten der in Mordor – Pardon –Brüssel – beheimateten Zentralbürokratie.

Der große konservative Denker Edmund Burke schreibt nicht ohne Grund, die Regierungsmacht per se bedeute schon den Missbrauch („A Vindication of Natural Society“: „The thing! The thing itsself is the abuse!“). Und der französische Philosoph Bertrand de Jouvenel schildert in seinem genialen Werk „On Power – The Natural History of Its Growth“, die sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte ziehende Tendenz der Macht zur Selbstverstärkung. Diese tritt umso dramatischer hervor, je größer die Entität ist, in der sie wirkt. Klartext zur Gegenwart: Je mehr EU, desto stärker die zum Zentrum hin wirkenden Kräfte und umso drastischer die Marginalisierung der Individualrechte. Außer den herrschenden Oligarchen nutzt das keinem.

Das alles kann als bekannt vorausgesetzt werden. Man darf den Herrschenden daher keinesfalls zubilligen, in die aktuelle Krise (schon wieder!) wie Schlafwandler hineingestolpert zu sein. Zu unterstellen, dass die politischen Eliten allen Erstes geglaubt hätten, Millionen von „Flüchtlingen“ aus vormodernen und Europa feindlich gesinnten Gewaltkulturen importieren zu können, ohne damit die Fundamente der Alten Welt zu untergraben – und daraufhin entsprechende Aktivitäten entfalten zu müssen (um nicht als von der autochthonen Bevölkerung montierte Laternenverzierung zu enden) ist rührend naiv. Die herrschende Klasse wusste und weiß sehr genau, was sie tut.

Jedermann, der seine fünf Sinne beisammen hat, war und ist klar, dass die Dosis (der Zuwanderung) das Gift macht. Die Regierenden haben dieser Tatsache zum Trotz die „toxische Dosis“ mutwillig weit überschritten.

Warum? Ganz einfach, weil damit, wie in einem Krieg (der dummerweise noch nicht vom Zaun gebrochen werden konnte – zumindest nicht innerhalb der Grenzen der EU) – die Einschränkung der Bürgerrechte in einem Ausmaß möglich wird, wie es ohne eine derart absichtsvoll herbeigeführte Krise undenkbar wäre. Außergewöhnliche Umstände erfordern schließlich außergewöhnliche Maßnahmen – das versteht jeder. Wenn schon sonst nichts – diese Lektion hat die politische Klasse tief verinnerlicht – und handelt dementsprechend.

Das soeben anlässlich mehrerer Terroranschläge in Brüssel vergossene Blut ist noch nicht getrocknet – da kriechen die erklärten Feinde der Freiheit – allen voran der Kommissionspräsident Sauron – Pardon – Juncker, auch schon hinter ihren Steinen hervor, um zu verkünden, was sie im (vorgeblichen) Kampf gegen sprenggläubige Surensöhne (die natürlich mit dem Islam nichts zu tun haben) vorzunehmen gedenken.

Und – wie könnte es anders sein – die Entwaffnung der durch den Einwanderungstsunami wie nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg gefährdeten Bürger, steht an erster Stelle der Agenda. Die weitere „Verschärfung des Waffenrechts“ (also die völlige Entwaffnung potentieller Gewaltopfer) ist Junckers vordringliches Anliegen. Dabei geht es einerseits darum, den Bürgern zusätzliche Erschwernisse beim legalen Zugang zu wirksamen Selbstverteidigungsmitteln zu bereiten. Andererseits geht es um das generelle Verbot eines bestimmten Waffentyps (halbautomatische, meist fälschlich als „Sturmgewehre“ oder „Assault rifles“ bezeichnete Gewehre).

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass derlei Waffen für den internationalen Terrorismus niemals eine Rolle spielten oder spielen, da – von der RAF bis zum IS – derlei Killer stets militärische – vollautomatische – Waffen einsetzen oder sich, wie gerade in Brüssel geschehen – einfach in die Luft sprengen, ohne vorher um sich zu schießen. Kein noch so sehr „verschärftes“ Waffengesetz hätte derartige Anschläge je verhindert oder wird es je können. Inwiefern also mit dem bürger- und eigentumsfeindlichen Vorhaben der Brüsseler Hochbürokratie eine Sicherheitssteigerung erreicht werden sollte, liegt, und zwar aus rein logischen Gründen, absolut im Dunkeln.

In Wahrheit geht es der Nomenklatura aber gar nicht primär um private Waffen, sondern um Kontrolle – wie auch bei der lückenlosen Erfassung des Eigentums der Bürger, der Überwachung all ihrer Flugbewegungen und bei der Bargeldverwendung. Man müsste schon völlig blind sein, um da keinen Zusammenhang zu erkennen. Der Leviathan wünscht sich ohnmächtige Untertanen und die totale Macht in seiner Hand.

Zurück zur Sicherheit. Es liegt auf Hand – und der rezente Terror in Brüssel hat das eindrucksvoll bestätigt – dass die Sicherheitsbeamten nicht überall rechtzeitig eingreifen können. Auch dann nicht, wenn man ihre Zahl verdreifachte. Es wäre daher langsam an der Zeit, den Bürgern reinen Wein einzuschenken und einzugestehen, dass die glücklichen Zeiten, in denen man in Europa gefahrlos und ohne an etwas Böses zu denken, öffentliche Plätze und Veranstaltungen aufsuchen konnte, endgültig vorbei sind. Der Dank dafür gebührt den Narren und Politdesperados, die als Geburtshelfer des islamistischen Terrors fungiert haben – etwa durch Militärinterventionen im Nahen Osten und in Nordafrika. Dass sich darunter auch dieselben Kreaturen finden, die als Reaktion auf den nach Europa eindringenden Terror die Bürger der eigenen Länder gängeln und (weiter) entrechten, könnte man, wäre es nicht so traurig, als zynischen Witz betrachten.

Was läge näher, als den Bürgern Eurolands klarzumachen, dass sie für ihre Sicherheit, zumindest zu einem gewissen Teil, selbst sorgen müssen, weil der Staat es nicht (mehr) kann? In Israel, wo man über die größte Expertise im Umgang mit dem Terror verfügt, ist genau das der Fall. Kein Zivilist muss dort eine Waffe tragen, aber jeder der möchte, ist selbstverständlich dazu berechtigt. Die große Zahl privater Waffenträger hat zur Folge, dass dort kaum ein terroristischer „Amoklauf“ eine größere Zahl von Opfern fordert. Einfach deshalb, weil dem Täter augenblicklich vom nächsten Passanten wirksam Einhalt geboten wird. Warum sollte das in Europa nicht ebenso gut funktionieren? Zwar würde durch viele private Waffenträger natürlich auch keine absolute Sicherheit eintreten, aber immerhin könnte das Risiko der potentiellen Opfer stark vermindert werden.

Anstatt aber die Waffengesetze zu liberalisieren, beschreitet man in Euroland den exakt entgegengesetzten Weg. Anstatt das Risiko für die Angreifer zu erhöhen, räumen Juncker & Genossen denen auch noch den letzten Widerstand aus dem Weg. Kein Terrorist braucht hierzulande zivile Gegenwehr zu fürchten. Ist das nun eine absichtsvoll herbeigeführte Entwicklung oder – siehe oben – das Gegenteil des Beabsichtigten?

Wie würde wohl Barbara Tuchmann diese haarsträubende Politik kommentiert haben, hätte sie das letzte Kapitel ihres Buches nicht Vietnam sondern der EU anno 2016 gewidmet?

Tagebuch

14 Gedanken zu „Die Torheit der Regierenden, wieder einmal

  1. aneagle

    Scheint so zu sein, auch wenn Verschwörungen immer einen etwas paranoiden Eindruck hinterlassen. Unser Politikstil ist vom denunziativen Blockwartdenken kaum noch entfernt. Ihre Idealvorstellung gipfelt in SCHUTZ, einer Art mafiöser Schariapolizei gegen verbotenes “selbstdenk” für Bürger. Immer wenn selbsternannte “Schützer” auftauchen, ist Aufmerksamkeit geboten. Beispielsweise ist der “Schutz” der Bürger vor Drogen-und Waffengeld, ja Geldwäsche überhaupt, durch immer öffentlicher angedachte Bargeldverbote von lebensfremden Politexperten, so glaubwürdig wie eine Caritaspredigt in einer Moschee. Das ist so unsinnig, dass jedem die wahren Beweggründe der machtbesessenen Politkamarilla vor Augen liegen müssten.
    Müssten-Konjunktiv ! Denn was vom Realitätsbezug der hysterischen -welcome- Plärrer zu erwarten ist, wurde schon anschaulich dargestellt. Damit ist klar: Der Versuch Bargeld zu verbieten, kann leicht zur Nagelprobe des europäischen Experimentes werden. Oder drastischer formuliert: G´tt schütze Europa vor den Schützern.
    (Im übrigen bin ich der Meinung, dass der dicht verwobene Brüsseler Polit-Interessens-Komplex den Bürgern offen gelegt werden muss 😉 )

  2. sokrates

    Mir ist das “Endziel” der Nomenklatura nicht klar:Vor 5 Jahren hat es ja noch geheissen Ziel sei es Europa zum wirtschaftlichund innovativ staerksten Kontinenf der Welt zu machen! Damithaette man sicherlich die Mehrheit der Europaer hinter sich gehabt! Und nun? Krieg und Terror in der friedensliebenden EU,Zerstoerung der Finanzsysteme , Zerstoerung der ueuropaeischen Intelligenz, dadurch forcierung eines neuen, berechtigten Nationalismus,!Ist es fuer die Herrschenden erstreenswert ueber ein Chaotensystem analog Afrika zu herrschen?.

  3. Der leiwaunde Johnny

    Zu viel Ehre! So schlau sind unsere Politiker EU-weit nicht, dass sie ganz gezielt und abgestimmt agierten, nur um den eigenen Machterhalt systematisch abzusichern. Es ist viel schlimmer. Merkel und Co glauben wirklich an das, was sie laufend verzapfen. Denn vor dem Machtverlust kommt immer der Realitätsverlust. Das kann man zur Zeit wunderbar beobachten.

  4. astuga

    Handelt es sich im aktuellen Fall um Torheit?
    Ich bin davon nicht wirklich überzeugt…

    Das trifft vielleicht auf die Politiker der 2. Reihe zu, und auf manche Oppositionsparteien.
    Aber ich fürchte, auf der Ebene der Regierungschefs und der EU-Kommission weiß man ganz genau was man anstellt.
    Vielleicht handelt man dort nicht klug, aber jedenfalls vorsätzlich und mit einer konkreten Agenda vor Augen (siehe Heranführung der Türkei an die EU auf biegen und brechen, Terrorismus als Vorwand für Abschaffung des Bargeldes, Flüchtlingskrise als Instrument einer lange geplanten Einwanderung aus dem Mena-Raum).

    Man verantwortet zwar nicht jede Krise, aber im Sinne dieser Agenda versteht man es, sich jede Krise zu Nutze zu machen.

  5. astuga

    @Sokrates
    Es ist die Hybris jeder herrschenden Elite oder Nomenklatura, dass sie glauben, alles planen oder vorhersehen zu können.
    Dafür gibt es ja vielfältige Beispiele.

    Wobei man aber auch einen Fehler nicht begehen darf.
    Was für die Mehrheit eine Krise darstellt ist aus Sicht anderer eine gute Gelegenheit.
    So reden wir etwa von einer globalen Wirtschaftskrise, wo doch viele ihre Vermögen vergrößert und sogar polit. Einfluss dazugewonnen haben.

  6. gms

    Der leiwaunde Johnny,

    “Denn vor dem Machtverlust kommt immer der Realitätsverlust. Das kann man zur Zeit wunderbar beobachten.”

    Das ist vollkommen richtig, nur eben komplett anders, als manche es glauben. Den Machtverlust erleidet einzig das Volk, vormals ‘Souverän’ genannt, zumal man es konstant in einer Scheinrealität hält.

    Oder glauben Sie beispielhaft, die Abstimmungen mit den Balkanländern über die Routenschließung, mit der Türkei über den Flüchtlingsswap und in der EU untereinander zu all diesen Themen hätten sich zeitlich und organisatorisch tatsächlich so zugetragen, wie es den Bürgern zur Legendenbildung medial vor den Latz geknallt wurde? Irgendwelche Alleingänge, sei’s von Österreich oder Deutschland, für die es ostentativen Theaterdonner hagelte, gab es zu keiner Zeit, siehe Aufstellung unten anbei.

    Dasselbe ‘Mini-Schengen’, das sich vor Jahren schon abzeichnetete angesichts der Eurokrise und dem Aufkommen nationalistischer Kräfte überall in Europa, wurde spätestens im September des Vorjahres wieder auf den Tisch gebracht, mit öffentlicher Propapaganda von wegen Scheitern ‘Schengen – Euro – Europa’ auf Schiene gebracht und vor wenigen Tagen von Schäuble der deutschen Öffentlichkeit wieder schmackhaft gemacht.

    Die ‘ever closer union’ war erkennbar mit 28 Ländern nicht umsetzbar, also bedurfte es eines Plans B, der aktuell eiskalt und wohl konzertiert durchgezogen wird.

    [0] carnegieeurope.eu/2016/02/04/how-refugee-crisis-will-reshape-eu/itj7
    A minisummit in September 2015 brought together the most concerned EU member states and the Western Balkan countries. A coalition of the willing including Austria, the Benelux countries, Finland, Germany, Greece, and Sweden began to meet regularly to prepare EU gatherings but also held separate meetings with Turkey. The Dutch government briefly floated the idea of replacing Schengen with a “mini-Schengen” consisting of a smaller number of countries ready to accept a higher level of solidarity on migration issues. On the other side of the divide, the Visegrad countries (the Czech Republic, Hungary, Poland, and Slovakia) adopted common positions hostile to the relocation of refugees.
    [1] euobserver.com/migration/132032
    28. Jan.: „The Netherlands is gathering support among a group of EU countries for a plan to accept “a couple hundred thousand refugees per year” from Turkey, in exchange for sending back all illegal migrants that arrive in Greece.“
    [2] theguardian.com/world/2016/jan/25/refugee-crisis-schengen-area-scheme-brink-amsterdam-talks
    (Tuesday 26 January) Following eight hours of talks in the Dutch capital, the Austrian interior minister, Johanna Mikl-Leitner, said: “Schengen is on the brink of collapse. [greece] temporally to be kicked out of schengen”
    [3] spiegel.de/international/europe/closing-balkan-route-means-migrant-crisis-for-greece-a-1076232.html
    (February 09) With EU officials considering border closures along the Balkan refugee route, Greece is worried that it will become overwhelmed by migrants.
    [4] euobserver.com/migration/132320
    Austria was due to host the meeting on Thursday (18 February) in Brussels, where about 10 EU leaders were going to try to convince Turkey to agree to a migrant swap deal whereby EU states would accept a limited number of refugees if Ankara would take back those rejected by Europe.
    [5] faz.net/aktuell/rhein-main/krisen-als-lebenselixier-schaeuble-wirbt-fuer-die-eu-14141060.html (23.03.2016)

  7. gms

    astuga,

    “Man verantwortet zwar nicht jede Krise, aber im Sinne dieser Agenda versteht man es, sich jede Krise zu Nutze zu machen.”

    Nicht grundlos trommeln alle politmedialen Frontfiguren permanent das Diktum von der Chance zur Veränderung in der Krise, die es bei Schönwetter nicht gäbe. Und so ist alles, worauf man sich beim xten Krisentreffen nach unzähligen Verhandlungsstunden des Nachtens vorgeblich in letzter Sekunde einigt, davor schon längst in trockenen Tüchern. Wer die Aganda kennt, kennt auch die Ergebnisse, weshalb die Entwicklung der EU seit Anbeginn wie auf einer schiefenen Ebene nur in eine einzige Richtung läuft, jene der zwangsweisen und immer dichteren Fusion.

    Meine Replik an den ‘leiwaunden Johnny’, der das anhand des jünsten Theaters mit Fakten verdeutlicht, hängt oben noch in der Moderation. Wollte man sich dieselbe Recherche für anderes Krisenmanagement antun, brächte es mit Sicherheit Identes zu Tage.

    ‘Und bis du nicht willig, so brauch ich Gewalt’ — So wird der Esel namens ‘Untertan’ geritten, der anno dazumals, ausgenommen natürlich in Deutschland, gefragt wurde, ob er freien Warenverkehr wollte.

    [1] faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/schaeuble-und-issing-im-streitgespraech-sollen-die-griechen-raus-aus-dem-euro-11486535-p6.html
    „Issing: Es entsteht etwas Neues. Diese Währungsunion sucht sich jetzt eine zu ihr passende Verfassung. [..]
    Schäuble: Wir stehen an einer Weichenstellung. Einerseits gibt es Zweifel an der Leistungsfähigkeit demokratischer Systeme in der ganzen Welt. Aber auf der anderen Seite erkennen wir auch jetzt, was uns Europa wert ist. Daran müssen wir weiter arbeiten. Europa muss besser demokratisch legitimiert werden. Wir brauchen langfristig gesehen ein Zweikammersystem in Europa: die Vertretung der Mitgliedstaaten und ein demokratisch gewähltes Parlament. Wenn wir die Grenze des Grundgesetzes von 1949 erreichen, gibt es den Weg einer Volksabstimmung nach Artikel 146. Doch davon sind wir noch weit entfernt. Denn im Augenblick sind wir mitten in einer schweren Krise. Und zur Lösung dieser Krise ist Artikel 146 nun wirklich nicht gedacht. Wir sind dabei, das Monopol des alten Nationalstaates aufzulösen. In Europa wird schrittweise die Souveränität zwischen den Ebenen verteilt. Das ist das moderne Organisationsprinzip in der globalen Welt des 21. Jahrhunderts. Der Weg ist mühsam, aber es lohnt sich, ihn zu gehen.“

  8. sokrates

    9astuga@Das operative Ziel ist fuer mich nachvollziehbar:Aufloesung der Nationalstaaten! Doch ist ein Europa islamisiert auf Bantunegerniveau tatsaechlich der Traumder Eliten ? Was wolle die dann aus der Masse von Sozialhilfeempfaengern und Areitslosen abzocken?

  9. astuga

    @Sokrates
    Ich begebe mich jetzt mal in sehr spekulative Gewässer.
    Das mit der Auflösung der Nationalstaaten ist noch nicht weit genug gedacht.
    Das begeistert ja vor allem die Linke, bzw sog. Neo-Progressive.

    Denken wir das doch weiter – Es gibt die EU, die Union für das Mittelmeer, die Arabische Liga, die OIC, und die Union der Turkstaaten.
    Das sind alles supranationale Organisationen (ökonomische, politische oder beides) die bereits existieren und die im wesentlichen auch untereinander durch gemeinsame Mitglieder oder Beobachterstatus verbunden sind.
    Lediglich die sog. Mittelmeerunion siecht wegen div. Konflikte vor sich hin, aber dennoch existiert sie grundsätzlich Gerüst bereits.

    Würde man all diese Organisationen langfristig (!) miteinander verbinden wollen (etwa um eine Art Mittelmeer-Eurasische Union zu gründen), dann bietet sich idealerweise der Islam als gemeinsames Gesellschaftsmodell dafür an.
    Übrigens auch als gemeinsame juristische, politische und wirtschaftliche Grundlage.
    Der Preis der dafür zu entrichten wäre ist, Europas Identität zur Disposition zu stellen.
    Wobei die kulturelle Vielfalt Europas ohnehin ein Hindernis in jedem Einigungsprozess darstellt.
    Wie praktisch, dass der Geburtenrückgang Europas und die kontinuierliche Massenzuwanderung, welche gerade etabliert wurde, dieses Problem mittelfristig lösen wird.
    Es findet also eine schleichender Bevölkerungsaustausch statt (sagen wir 40-80 Jahre?), mit Menschen aus all den Regionen mit denen Europa zukünftig untrennbar verbunden sein soll.
    Das ist auch kein neues Phänomen, die Etablierung neuer Religionen war immer schon eine Methode der Herrschenden sich die Macht zu sichern.
    Die Eliten ließen sich christianisieren, islamisieren oder nahmen den Buddhismus an, alles jeweils als Herrschaftsinstrument.

    Wäre ich ein zynischer Globalist a la George Soros, würde ich das genau so sehen.

  10. astuga

    @gms
    Na das passt ja zu Schäuble und dem ganzen Pack.
    Einerseits von fehlender demokratischer Legitimation der EU zu schwafeln, und andererseits alles zu hintertreiben, was eine demokratische Grundlage überhaupt erst ermöglicht.

    Diese Leute sind wirklich nur noch Abschaum.

  11. sokrates

    astuga@also der Islam als “Geschaeftsmodell”-1500 Jahre zurueck in die Steinzeit -Sorry, das kann ich mir nicht vorstellen Wer wuerde profitieren? EIN PAAR Mullahs, die dann mit ihrem Reichtum auch wenig anfangen koennen fuer mich nicht nachvollziehbar !

  12. astuga

    @Sokrates
    Nicht der Islam ist das Geschäftsmodell, der wäre in diesem Szenario bloß ein machtpolitisches Instrument (so wie der Kulturmarxismus und Multikulturalismus, da gebe ich gms ein Stück weit recht, so ich ihn richtig verstanden habe)

    Natürlich besitzt er darüberhinaus aber seine eigene Dynamik, und seine wahren Anhänger sind von ihrer Mission so überzeugt wie beispielsweise Faschisten oder Kommunisten es waren.
    Man macht sich eben zu Nutze was vorhanden ist, und der Islam ist vorhanden so wie der Youth Bulge im Mena-Raum und der Geburtenrückgang in Europa.
    Ich glaube ohnehin nicht, dass man von so einem Staatengebilde dann sehr viel anderes erwartet als Rohstofflieferant, und Absatzmarkt zu sein.

    Aber wie gesagt, das sind Spekulationen mit langfristiger Perspektive.
    Letztlich gibt es für derartiges immer nur Indizien, diese sind aber vorhanden.
    Siehe Brzezinski, die Tätigkeit eines George Soros (Orangene Revolution, Refugees Welcome…), das Council on Foreign Relations oder die Bilderberger etc. pp.
    Aber für derartiges ist eventuell gms der Experte.

  13. gms

    sokrates

    “Das operative Ziel ist fuer mich nachvollziehbar:Aufloesung der Nationalstaaten!”

    Das ist Mittel zum Zweck. Ziel ist Aneignung von Macht und danach dessen dauerhafter Erhalt.

    “Doch ist ein Europa islamisiert auf Bantunegerniveau tatsaechlich der Traumder Eliten?”

    Irrelevant. Entscheidend ist die dauerhafte Spaltung und Schwächung einer Gesellschaft, die sich der diktatorischen Herrschaft widersetzen könnte.

    “Was wolle die dann aus der Masse von Sozialhilfeempfaengern und Areitslosen abzocken?”

    Gegenfrage: Was läßt sich aus einer intelligenten, gebildeten, homogenen und deshalb insich halbwegs solidarischen Gesellschaft auf Dauer mit unredlichen Mitteln abgreifen, in der es noch genug Individuen gibt, die ausreichend fit sind für’s Organisieren einer Rebellion?

    Flächendeckende Armut wie in Entwicklungsländern oder niedriges Wohlstandsniveau des ehemaligen Ostblocks hatte die dortige Elite auch nicht davon abgehalten, einen exzessiven Lebenswandel zu führen, im Gegenteil. Zugleich ist es erkennbar lukrativer, ein riesiges Territorium abzuernten, als nur Diktator eines Kleinstaats zu sein.

    p.s. Meinen Sie, Sie könnten mehr Augenmerk in die technische Ausgestaltung Ihrer Postings legen? Verzeihen Sie den stark überzogenen Vergleich, aber in der Regel halte ich mich fern von Beiträgen, die syntaktisch wirken, als hätte jemand auf das Keyboard gekotzt.

  14. astuga

    Letztlich ginge es demnach um die Etablierung einer neuen Form von Feudalismus.
    Dafür bietet sich eigentlich zur Zeit nur der Islam an.

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