Die Türkei, der nächste “failed state”

Von | 9. November 2015

“…Dabei gleicht die ‚Stabilität‘, die Erdogan verspricht, aufs Haar der aus anderen Ländern des Nahen Osten nur zu bekannten. Nur eine Frage der Zeit dürfte es sein, bis Gesellschaft und Wirtschaft in der Türkei sich in einem Zustand befinden werden, der die nächste Migrationswelle auslöst. Schon warnt Burak Çopur, die Türkei wandele sich in rasanten Tempo in den nächsten „failed state“, und es scheint, Erdogan und die seinen bereiten sich auf die kommenden Zeiten entsprechend vor. Für den nächsten Staatshaushalt sind Religion und Repression die zwei Resorts, in die die türkische Regierung massiv zu investieren plant: „Turkey’s intelligence agency (MIT), and the Directorate of Religious Affairs will see dramatic rises in their shares of the 2016 budget. MIT’s budget will rise by 47% from 2015. And the budget of the Directorate of Religious Affairs for 2016 will be larger than those of 12 ministries combined. “
Die türkische Politikwissenschaftlerin Bilgin Ayata bringt es auf den Punkt: „Europa hat ganz offensichtlich keine Lehren aus dem Arabischen Frühling gezogen! Denn die eine Hauptlehre von damals hätte sein müssen: Es zahlt sich nicht aus, autoritäre Strukturen und autokratische politische Führungspersönlichkeiten zu unterstützen. Was vordergründig nach Stabilität aussah, war ein Pulverfass.“ (weiter hier)

6 Gedanken zu „Die Türkei, der nächste “failed state”

  1. waldsee

    das einstürzen des hauses türkei wird europa gänzlich zerstören.
    österreich sowieso. türkische ärzte,techniker,spezialisten für alles und jeden aus anatolien ,werden das land überschwemmen und alle sind dann glücklich,weil ein neues zeitalter anbricht .
    auch viele religionslehrer werden kommen,uns besuchen und diese dann einen neuen glauben dem volke
    nahebringen,sanft. man braucht ja lenkung und vorbilder in dieser schwierigen zeit.
    “keiner muß auf den kran.”
    wer freut sich da nicht.

  2. Rennziege

    9. November 2015 – 13:50 mannimmond
    Begeisterten Dank für diesen Link. Köstlich!
    In Süddeutschland gibt’s ein uraltes Windgebäck, das “Nonnenfürzlein” heißt und unverändert beliebt ist. Man sollte die Schwaben vor der steirischen Justiz warnen, denn die könnte ja via EU-Bürokratie und EUGH auch dort kassieren.
    Übrigens: Vor einigen Jahren in Istanbul a wengerl Ayran probiert, zum ersten und letzten Mal. Riecht heftiger als jedes steirische oder jungfräuliche Darmlüfterl und schmeckt im Abgang wie langjährig ungewaschen aufbewahrte Socken.
    Dieses Getränk kann man nicht beleidigen; es beleidigt sich selbst, wie auch in der Türkei jüngst publiziert.

    (Bevor man mich in Handschellen abführt: Dies ist keine rassistische, fremdenfeindliche oder gar rechtsradikale Meinung, sondern ein touristisch-kulinarischer Erlebnisbericht. Die 122 Kochsendungen in ÖR- und Privatsendern werden diese Marktlücke begierig füllen, sobald das Geruchs-TV endlich Wirklichkeit wird. Allerdings werden viele Seher die passenden olfaktorischen Zutaten nimmer brauchen, da diese im trauten Heim eh ständig vorhanden sind.)

  3. Hanna

    Ich glaube, die einzige Chance, die wir MitteleuropäerInnen in den kommenden Konflikten haben, ist, dass uns die “Flüchtlinge” selber zur Seite stehen. Und sie werden müssen. Wenn wir angegriffen werden – von der Euro-Gendarmerie-Force (man google), die ja zwecks Niederschlagung von Aufständen geschaffen wurde und auf Einsatz wartet, der Polizei und dem Militär übergeordnet – dann wird es sich zeigen, wie die Leute reagieren, die in unsere Länder gekommen sind, um “ein besseres Leben” zu beginnen. Ohne uns Einheimische nix besseres Leben. Denn wer zahlen? Wer sich auskennen? Wer Bildung und friedliche Einstellung haben? Wer Sozialsystem und Wirtschaft machen? Ja: Wir. Und die Vielzahl der Hunderttausenden wird sich hüten, zuzulassen, dass uns was passiert? Oder sehe ich das ganz falsch? Ich denke jedenfalls daran, privat einen Bodygard (am liebsten Ukrainer, ehrlich, nett, ruhig und verlässlich) für die Fälle anzuheuern, da ich spätabends raus muss. Oder dann überhaupt, wenn’s anfängt zu “kriseln” (hahaha, muss über mich selber lachen, “anfängt”!), wenn es quasi Ausgangssperren geben wird, weil die abertausenden jungen, perspektivenlosen Männern, die warten, nichts zu tun haben und überhaupt kein Verständnis für unsere Kultur und Werte aufbringen und zudem jederzeit gedankenlos gewaltbereit sind (und derer gibt es bekanntlich – man frage HelferInnen – viele in unserem Wien und in unserem Land und Europa) … weil eben diese Abertausenden nicht mehr brav in ihren Wartehallen bleiben werden. Sie werden alles überfluten, was es da an Öffentlichkeit gibt. Das klingt jetzt extrem … aber ich wohne im 15. Bezirk, ich weiß, was es heißt, sich “am Balkan” zu fühlen, und ich erahne langsam, was der unter der Hand gesprochene Witz “Fünfhaus darf nicht Kabul werden” bedeutet …

  4. astuga

    „Fünfhaus darf nicht Kabul werden“
    Das muss ich mir merken! rofl

    Leider hat das heute bereits einen bitteren Beigeschmack.

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