Die Ukraine, die Atombombe und die Mullahs in Teheran

Welche Auswirkungen hat die Ukraine-Krise auf den Iran? Eine sehr interessante Theorie dazu in der “Welt” : “Hätte Kiew seine Atomwaffen nicht abgegeben, würden die Russen nur hilflos in die Ukraine schauen. Ohne Atomraketen hingegen haben sie freien Eintritt. Teheran zieht daraus seine eigenen Schlüsse.” (hier)

7 comments

  1. Reinhard

    Die “Welt” und ihre Phantastereien, einfach putzig. Sie mutmaßen über die Gedanken anderer und stellen die eigenen Phantasien dann als journalistisch enthüllte Tatsachen dar.
    Warum hat Putin, in den letzten 15 Jahren direkt oder indirekt der Machthaber Russlands, eigentlich nicht schon alle anderen atomwaffenfreien sowjetischen Nachfolgestaaten annektiert?
    Und warum soll der Iran ausgerechnet diesen idiotischen Schluss ziehen; den gab es doch schon bei den französischen (übrigens völkerrechtlich sehr fragwürdigen) Angriffen auf Libyen oder (dem übrigens völkerrechtlich ebenso fragwürdigen) Eingriff der Nato in den jugoslawischen Bürgerkrieg (wo übrigens auch keiner die “territoriale Integrität” Jugoslawiens schützte sondern ganz im Gegenteil den Kosovo heraustrennte, um den Serben eine reinzuwürgen).
    In der Ukraine tut Putin nichts, was nicht in ähnlicher oder gar gleicher Form vom Westen und den USA bereits vorexerziert wurde. Für die Mullahs in Teheran ergibt sich genau gar keine neue Erkenntnis. Nicht einmal das selbstherrliche Messen mit zweierlei Maß und die selbstgefühlte moralische Überheblichkeit des Westens ist ihnen neu.
    Also, liebe “Welt”, eine Menge Worte ohne Inhalt.
    Wie so oft.

  2. Erich Bauer

    Ukraine und West-Journaille… möge weder die eine noch die andere jemals in den Besitz von Massenvernichtungswafffen kommen!

  3. ricbor

    Die einzigen Schlüsse die die Mullahs aus der aktuellen Situation ziehen könnten wären, dass sie sich beeilen müssen. Wenn die Lusche Obama nach 2016 durch einen Rep ersetzt wird, gibt es nämlich keine Möglichkeit mehr, den starken Mann im Nahen Osten zu spielen. Ähnliches gilt für Putin. Gönnen wir ihm zwei schöne Jahre als größter Imperator aller Zeiten.

  4. Aron Sperber

    ich glaube kaum, dass Kiew Atombomben gegen die Separatisten einsetzten würde, selbst wenn man welche hätte.

    ebenso hätten Gaddafi Atombomben kaum vor seiner Absetzung geschützt.

    das Regime in Teheran braucht die Bomben nicht für den Schutz des Irans, sondern um den Führungsanspruch in der islamischen Welt zu stellen, indem man Israel bedroht.

  5. gms

    Weswegen der in der “Welt” die Geschichte bemühende Erklärbär Hannes Stein in seiner Analyse des Seelenlebens diverser Mullahs die in Polen und Rumänien stationierten NATO-Raketen mit keiner Silbe thematisiert, kann man an den Fingern einer Hand abzählen, – selbst dann, wenn alle vier Subvarianten extra zählen.

    2010 hatte Obama, der mit dem Teleprompter, doch einzig und allein den Iranis mit hinkünftig robusten Gegenmaßnahmen mit Ausgangspunkt in Osteuropa gedroht. Oder etwa nicht?
    Den Restzweifel, den Hannes Stein bei Mosche Dajan, der mit dem Augendeckel, im Jom-Kippur-Krieg und allfälligen Drohungen noch gelten läßt, würde Stein, der mit den Scheuklappen, im Dreieck USA-Iran-Rußland selbst dann negieren, wenn Rasmussen morgen auf CNN das Wirken der NATO in den ehemaligen Comecon-Staaten rückblickend als genialsten Schachzug wider Rußland seit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag darstellt.

    Auf der “Achse des Guten” zitiert Stein 2013 den begnadeten Aphorismenschmied Davila, zu den aktuellen Problemen gäbe es weniger eine Lösung, denn viel mehr eine Geschichte. Voltaire hätte nicht minder zutreffend geantwortet: “Geschichte ist die Lüge, auf die Historiker sich geeinigt haben.”

  6. gms

    Reinhard,

    [ESC 2014: Überschattet Ukraine-Krise das Finale mit Conchita Wurst?]

    Wie soeben von meinem privaten Geheimdienst mir in Dossierform berichtet, titelte die gedruckte und hernach wieder eingestampfte Sonderausgabe der “BamS” von morgen mit der Headline: “Putin erzwingt Umbenennung des Schwarzen Meeres durch illegale Anbringung eines Namensschildes außerhalb der Drei-Meilen-Zone! Nach den Farben der russischen Flagge muß es ab sofort Weiß-Blau-Rotes-Meer heißen. Finnland in großer Sorge um seinen Meerbusen, NATO entsendet Kampftaucherinnen nach Helsinki.”

    Verworfen wurde diese Schlagzeile nach der Intervention Mathias Döpfners, dem oben genannter Umstand zur Verschärfung der Sanktionen wider Rußland noch nicht gut genug war. Nach kurzer Beratung ward eine durchschlagendere Aufmachung gefunden:
    “Putins grausamer Anschlag auf die musikalische Identität Europas von langer Hand geplant! Wie Mitglieder des Don Kosaken Chors, denen die Teilnahme am Europäischen Songcontest völkerrechtskonform verwehrt wurde, auf der Kim als grüne Männchen eingesetzt wurden – 4seitiger Sonderbericht”

    Zum D’rüberstreuen, nachdem vorhersagbar wie die Rotationsgeschwindigkeit einer artgerecht abgespielten Vinyl-LP demnächst wieder Hitler-Putin-Allegorien durch die Medien schwappen werden: “Hitler finds out the results of the Eurovision song contest” – Man beachte die Untertitel
    youtube.com/watch?v=7OtylDF2abM

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