Die USA wehren Terror doch besser ab als die Europäer

Die USA seien trotz ihrer robusten Sicherheitsmaßnahmen nach 9/11 – Stichwort NSA, Waterboarding et al – auch nicht sicherer geworden als Europa, wird in den letzten Tagen oft behauptet. Zuletzt etwa heute Abend im Ö1-Abendjournal von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder. Kurzer Faktencheck: Tote durch islamisch fundierten Terror in den USA seit 9/11: 2 (Boston). In Europa: mehr als 300 (Madrid, London, Moskau, Paris u.a.). Herr Snowdon ist vielleicht doch kein Held. Und nicht alles, was dauernd wiederholt wird, stimmt deswegen schon.

19 comments

  1. Thomas Holzer

    Mit Verlaub Herr Ortner, aber was soll das?!
    Ich bin kein Snowdon-fan, aber auch kein fan von waterboarding, Einschränkung der persönlichen Freiheit, internet-Überwachung ohne Einschränkung.
    Mir ist die -eh nur noch rudimentär verbliebende- persönliche Freiheit wichtiger als die von “unseren” Politikerdarstellern versprochene Sicherheit.
    Lieber Liberalisierung des “Waffenrechtes” als staatliche Pseudogarantie einer Pseudosicherheit………..

  2. Fragolin

    Statistische Zahlenspielereien.
    http://www.factfish.com/de/statistik/morde

    Morde pro 100.000 Einwohner:
    Deutschland: 0,8
    Spanien: 0,8
    Österreich: 0,9
    Frankreich: 1,0
    Großbritannien: 1,0

    USA: 4,7

    Was sagt uns das? Die USA brauchen keine Islamisten, weil sie sich auch untereinander gegenseitig abmurksen? Oder dass die Gesamtzahl der Opfer des Terrors in Europa in den letzten 10 Jahren Deutschlands Mörder in jedem Semester schaffen?
    Soll ich jetzt noch eine Statistik über Opfer ärztlicher Kunstfehler oder Grippetote ausgraben? Da packen wir solche Zahlen in Bruchteilen der Zeiträume. Wird der Marburger Bund deswegen auf die Terrorliste gesetzt, rechtlos in einem Hochsicherheitsgefängnis auf Elba interniert und dort gefoltert? Jeder E-Card-Besitzer überwacht, jeder Arztbesuch geheimdienstlich erfasst und Apothekenrechnungen der Polizei vorgelegt?

    Unter dem Deckmantel “Kampf gegen Terror” werden Bürgerrechte abgeschafft und ein Überwachungsstaat installiert, der einigen alten Stasi-Veteranen neue Jobs verschafft. Dabei ist es wahrscheinlicher, an der Nordseeküste von einer tollwütigen Zecke zu Tode gebissen zu werden, als am Marktplatz einer beliebigen europäischen Stadt einem Moslem mit Bombengürtel zu begegnen.
    Angst ist ein schlechter Ratgeber.
    Und ein feines Mittel zur Unterdrückung.
    Wir sollten mehr Vorsicht gegenüber Überwachung und Beweislastumkehr walten lassen als angstschlotternd nach Stacheldraht zu betteln.

  3. Thomas Holzer

    “Die USA brauchen keine Islamisten, weil sie sich auch untereinander gegenseitig abmurksen? ”

    Nur deswegen, weil in den USA die NRA eine zu einflußreiche Lobby ist 😉

  4. Syria Forever

    Die USA ist eine Insel und Europa Anhang Asiens deshalb hinkt der Vergleich.
    Lt. derzeitigen Zahlen aus Syrien haben in den letzten Monaten auf Grund der Misserfolge mindestens 12000 IS-Mörder den Weg wieder nach Europa gefunden. Davon sind ca. 8000 ausgebildete Soldaten, also die wissen wie mit einer Waffe zu hantieren. Die Türkei hat schon vor einiger Zeit eine Liste mit 7500 Namen der EU übergeben kommen doch alle IS-Mörder über die Türkei nach Syrien oder Iraq.
    In Syrien nimmt man an das sich Gesamt ca. 15000 ausgebildete Mitglieder der IS-Mörder Brigaden in Europa aufhalten. Und es werden täglich mehr.
    Shalom

  5. Rennziege

    Zur Orthographie der Schneemänner:
    (a) Lord Snowdon war der Ehemann von Prinzessin Margaret vom 6. Mai 1960 bis zum 24. Mai 1978.
    (b) Edward Joseph Snowden, hier vermutlich gemeint, ist ein weltweit (aus unerfindlichen Gründen) gerühmter “Whistleblower”, letzlich aber nur ein Verräter seiner Arbeitgeber, der durch den Bruch seines Diensteides zum Millionär werden wollte. Vergeblich.

  6. Rennziege

    14. Januar 2015 – 19:36 Riso
    14. Januar 2015 – 20:55 Thomas Holzer
    Wer die USA für einen “totalen Polizeistaat” hält, war noch nie dort; sollte sich gelegentlich zwei, drei dortige Wochen leisten.
    Die National Rifle Association verteidigt das in der US-Verfassung festgeschriebene Recht, Waffen zur Selbstverteidigung und zum Schutz des Eigentums zu besitzen und zu benützen.
    Dieses Recht wurde hierzulande und in diesem Blog doch sehnlich herbeigewünscht, sein Fehlen in den meisten europäischen Ländern tränenreich beklagt!
    Und die 4,7 Morde p.a. auf 100.000 Einwohner haben nichts mit der NRA zu tun, denn wie auch in Wien, Berlin oder Hamburg gibt es Waffen in jeder dunklen Gasse zu kaufen. Die höhere Mordrate liegt an den Bevölkerungsteilen, die 80% der Knast-Insassen stellen. (Dreimal raten: Welche Hautfarbe die wohl haben? Und Obamas Lieblinge, die illegal eingewanderten Latinos nicht vergessen. Auch nicht, womit sie primär handeln und weswegen sie einander abmurksen, pittäh.)

  7. heihowei

    Hätten wir (Deutschland) 1930-1945 “Verräter” (Snowden) in ausreichender Zahl gehabt wäre es einen Österreicher nicht gelungen uns für immer und ewig in ein Tätervolk zu verwandeln. Unrecht muss beim Namen genannt werden. Eid hin Eid her. Auch die Soldaten etc. beriefen sich auf den Eid (1930-1945).

  8. Leitwolf

    Snowdon(sic!) ist ein Held. Punkt. Nämlich schon allein deshalb, weil er die E*** besaß selbstständig zu denken und zu handeln – in einer Welt in der sonst nichts ohne Bürokratrie und Businesspläne geschieht. Vor allem aber deshalb, weil man Lügen nicht durch Gegenlügen bekämpfen kann. So konsequent wie Propaganda und Desinformation in den letzten Jahrzehnten umgesetzt wurden, ist der Anspruch auf Demokratie längst zu einem Treppenwitz der Geschichte verkommen. Es wird noch etliche Snowdens brauchen um uns aus dem neuen Mittelalter herauszuführen. Und geneigte Sympathisanten der Aufklärung täten gut daran, nicht nach ideologischer Treue zu fragen.

    In einer Welt in der die Türme des WTC kollabieren können, sollten wir zumindest lernen in größeren Dimensionen zu denken. Weil nach wie vor gilt: um so größer die Lüge, desto mehr Leute folgen ihr. Auch ich mag den Islam nicht. Ich könnte ihn mit zahlreichen Worten umschreiben und bezeichnen, die geeignet wären rechtliche Nebenwirkungen zu entfalten. Dennoch halte ich die Menschen die Islam haben nicht für das relevante Problem.

    Denn die Entscheidung Europa zu islamisieren ist eben in Europa, bzw. zumindest von Europäern gefällt worden, nicht aber in der islamischen Welt. Letztere war zu keiner Zeit in der Lage Europa eben dies aufzuzwingen. Allenfalls sind von dort verzückte Stimmen darüber zu hören, dass der Islam Europa bald übernommen haben werde. Aus deren Sicht vermutlich weil es Gottes Wille ist, selbstkritisch und reflektierend wie Muslime halt sind.

    Die die aber noch Verstand besitzen, müssen sich einer Frage stellen: cui bono? Warum kotzt eine Merkel “der Islam gehört zu Deutschland”? Welchen Nutzen kann man daraus ziehen Ängste, Unfrieden, Chaos und Terror zu schüren? Und, um ein konkretes Beispiel zu nennen, wie wurde denn die Vorratsdatenspeicherung genutzt? Zur Terrorbekämpfung, oder um die einfachen Bürger zu überwachen und etwa copy right Verstößen nachzugehen?

    Es ist so offensichtlich, dass es schon pathetisch wirkt es konkret zu nennen. Orwell hat es uns längst ins kollektive Bewusstsein gebrannt, auch wenn das wohl gern wieder verdrängt wird. Eine Bedrohung ebnet den Weg in den Totalitärismus. Konrekt: warum sind wohl jene die uns die brennenden Probleme aufs Aug drücken (Islamisierung, Klimawandel…) zugleich jene, die uns die Medizin dagegen äußerst teuer verkaufen wollen? Schilling gefallen???

  9. LePenseur

    @Leitwolf:
    Ein ausgezeichnetes Statement, das ich mir auf meinem Blog in extenso zu zitieren (und nur hinsichtlich einer Kleinigkeit aus meiner Sicht korrigiererend zu kommentieren) erlaube!

  10. Rennziege

    15. Januar 2015 – 09:11 LePenseur
    Ihr Blog wird dadurch nicht besser. Einzelne Leitwolf-Sätze sind zwar, obwohl schon x-mal georgelt, ganz brauchbar. Aber Snowden zum Helden zu stilisieren ist weit hergeholt. Der Mann hätte andere Möglichkeiten gehabt, dazu zu werden, wenn auch mit mehr Risiko und weniger gut entlohnt.
    John le Carré, auf diesem Gebiet reich erfahren, hatte eine andere Bezeichnung für risikolos operierende und charakterlich höchst fragwürdige Verräter à la Snowden. Muss ich sie Ihnen verraten, oder kennen Sie sie eh?

  11. LePenseur

    Chère Rennziege,

    kenne ich, muß aber gestehen, daß ich eigentlich kein Fan Ihres Autors bin. Spionageromane (wenn’s nicht z.B. Joseph Conrads »Geheimagent« ist — aber diese beiden C.s gemeinsam zu nennen grenzt an Blasphemie!) interessieren mich generell etwa so sehr wie die Krimis von Donna Leon, d.h.: höchst endenwollend …

    Ob Snowden »charakterlich höchst fragwürdig« ist oder nicht, möchte ich per Ferndiagnose nicht beantworten (außerdem bin ich nicht sein Beichtvater). Das hingegen, was durch ihn unumkehrbar manifest wurde, finde ich jedenfalls sehr wichtig: nämlich, daß all unsere Transatlantiker sich ihre Lobeshymnen auf die einzigartig edlen, gerechten, tollen U.S. of A., bitteschön, rektal applizieren können. Den Schmus von »Leuchtturm der Demokratie« usw. glaubt ihnen — außer der gekauften Lügenpresse und den durch US-Geheimdienstinformationen erpreßbaren Polit-Satrapen — spätestens seitdem kein Schwein.

    Ob es Ihnen nun gefällt oder nicht: ich machte aus meiner geringen Begeisterung für eine monopolare Weltordnung nie ein Hehl — das können Sie auf meinem Blog seit Jahren nachlesen. Demgemäß konnte ich mich auch für eine US-Hegemonie nie begeistern. Diese konnte nun sicherlich bloß durch einen Herrn Snowden nicht zum Einsturz gebracht werden — aber sie wurde für weite Teile der Öffentlichkeit endlich delegitimiert. Und ich kann dazu nur sagen: Zeit war’s!

  12. Moonkin

    Mal davon abgesehen welche Rückschlüsse diese Zahlen erlauben, Sie haben die 13 Toten in Fort Hood 2009 weggelassen.

  13. Thomas Holzer

    Und Sie “glauben” wirklich, die Europäer, Russen, Chinesen et al. wären so viel besser?!

  14. Syria Forever

    LePenseur, Shalom

    Sehr nett geschrieben jedoch am Ende vollkommen Irrelevant, nicht wahr?
    Relevant für Europa und deren Bürger, Österreich sitzt in der Mitte, im Sinne der Worte, ist, was tun?
    Sie können es wie die Türken machen, von James C. Ryan gut beschrieben;
    (…)Can you understand, you 53% of the Turks who are the equivalent of war criminals? You aiders and abettors of terrorism and murder! And you of the remainder, the 47% who think your ideas are the only important ideas and delay and discuss while the fascists prepare the end of Turkey as a nation. Talk! Talk! Talk! And then the back of your skull suddenly splinters like all the others.(…)
    http://www.brighteningglance.org/paris-is-seething-turkey-is-stinking-7-january-2015.html.
    Sitzen und reden…
    Oder etwas unternehmen, als Souverän.
    In der Türkei sprechen Jugendgruppen von einem neuen Befreiungskrieg, wie einst Atatürk. Der Türkei bleibt wohl kein anderer Weg. Wie ist es mit Europa?

  15. Thomas Holzer

    @Syria Forever
    Mit Verlaub, dann schwabulieren Sie nicht, sondern rufen frank und frei nach neuen Stahlgewittern (Ernst Jünger)
    Was wollen Sie eigentlich?! Verlange ich zu viel, nach einer zumindest peripheren Antwort zu ersuchen?!

  16. Rennziege

    15. Januar 2015 – 20:18 LePenseur
    Nur zur einschlägigen Literatur, der Rest sei uns beiden anheimgestellt:
    #1Joseph Conrad (fesselnd, egal, was er schreibt)
    #2 John le Carré (durch Praxis wissend, mit sicherem Gespür für den Verkauf von Filmrechten)
    P.S.: Wir hatten und haben keine monopolare Welt. Und fragen Sie einmal amerikanische Politiker, was hegemony ist. 9 von 10 werden Ihnen sagen, dass sie das Wort noch nie gehört haben.
    #113b Donna Leon (díe Marlitt des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, Schlaftablette auch im Paperback)

  17. Syria Forever

    Herr Holzer.

    Ich verlange keine Stahlgewitter, auch wenn welche kommen sollten, persönlich wünsche ich das niemanden. Was Sie im Mittleren Osten aber auch Afrika sehen sind Stammesfehden. Die gibt es seit vielen Jahrhunderten. Warum es zu keinen Einigungen kommt, da kommt Europa ins Spiel.
    Europa ist ein Spinnennetz an Verbindungen, Freundschaften und Familienkonstrukten. Wie im Mittleren Osten auch können diese Strukturen nur von Innen unterbrochen werden. Bürgerkriege sind die Folge.
    Glauben gegen Doktrin und Doktrin gegen Glauben. Alles hat Anhänger und am Ende gewinnen die mit den grösseren Kanonen.
    Shalom

  18. Selbstdenker

    Das war absehbar, dass die Vorratsdatenspeicherung (VDS) nach den Anschlägen in Paris wieder zum Thema gemacht wird. Sie hilft zwar nicht bei der Bekämpfung von Terrorismus, aber der Anlass kommt sehr gelegen.

    “In Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage (1292/J-NR/2014) berichtet Justizminister Brandstetter über 354 Anordnungen einer Auskunft über Vorratsdaten im Kalenderjahr 2013.

    Die den Anordnungen zugrunde liegenden Tatbestände reichen von Diebstahlsdelinquenz (113 Fälle) über Suchtgiftdelinquenz (59 Fälle), Raub (52 Fälle), beharrliche Verfolgung (43 Fälle), Betrugsdelinquenz (38 Fälle) bis zu gefährliche Drohung (16 Fälle).

    In der Mehrzahl der abgeschlossenen Fälle hatten die Vorratsdaten keinen Beitrag zur Aufklärung der Straftat geleistet. In KEINEM EINZIGEN Fall war Terrorismusverdacht der Grund der Abfrage. ”

    Und da liegt ein wesentlicher Unterschied der USA zur EU: die von der NSA gesammelten Daten werden ausschließlich zur Bekämpfung schwerster Kriminalität verwendet. Die VDS in Europa hat eine ganz andere Dimension als die NSA-Überwachung. In Österreich können sogar illegal beschaffte Beweismittel ohne Einschränkungen zivil- und strafrechtlich verwertet werden.

    Es ist ein geschmackloser “Witz”, dass ausgerechnet in Frankreich – ein Land in dem es die VDS ohne Richtervorbehalt gibt – ein Terroranschlag gegen die Meinungsfreiheit erfolgt und in Deutschland die Wiedereinführung der zur Terrorbekämpfung nutzlosen VDS gefordert wird.

    Die Einschränkung von Grundrechten als Antwort eines Terroranschlages gegen Grundrechte. Sind bei uns schon die Terroristen die eigentlichen Gesetzgeber?

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