Die verlogene Botschaft der deutschen Entwicklungshilfe

“…..Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hilfsorganisationen und Prominente haben eine Kampagne „Die deutsche Entwicklungsarbeit wirkt“ gestartet. Dass Minister Müller sich medienwirksam inszeniert, ist bekannt. Aber dass er Jan Josef Liefers, Til Schweiger, Peter Maffey und Eckart von Hirschhausen für eine solch verlogene Botschaft einspannen kann, ist schon bemerkenswert. / mehr

6 comments

  1. sokrates9

    ….600 Milliarden Dollar, die Afrika gegeben wurden, haben nicht einen einzigen Arbeitsplatz geschaffen!..
    Stimmt so nicht: müsste korrekt heißen: für Afrikaner! Es gibt eine blühende Entwicklungshelferindustrie!!

  2. Gerald Steinbach

    “Für die Lobbyfilme, die von Mitte Oktober bis Mitte Dezember (in der Advents- und Weihnachtszeit sind die Deutschen besonders”…”

    Na da werden wieder viele Frauen die eine oder andere Träne vergiessen und der ebenfalls urbane bunte weltoffene Ehemann/Freund wird aus Solidarität mitweinen
    und sich seiner Mitschuld schnell bewusst werden und wenn sie bis dahin nicht gestorben sind ,weinen sie sicher noch heute….

  3. Falke

    “Künstler” jeglicher Art gehören zu 90% zur jener Kategorie Personen, die sich leicht für die Zwecke linker Gutmenschen missbrauchen lassen, vor allem, wenn sie dafür auch noch bezahlt werden. Mir ist nur unverständlich, dass (und ob) irgend jemand für sich eine wirtschaftliche oder politische Entscheidung trifft, nur weil es ein – auf diesem Gebit völlig ahnungsloser – Prominenter angeblich auch tut.

  4. Volker Seitz

    @sokrates9
    Ja, die GIZ beschäftigt fast 21.000 Personen. Darunter sind auch Afrikaner, erheblich mehr als etwa Minister offiziell bekommen.
    Schockiert war ich in Kamerun, als ich erfuhr, dass eine einheimische Ortskraft der GTZ (heute GIZ, staatliche deutsche Entwicklungshilfe-Organisation) ein Monatsgehalt ohne die üblichen Extras von 6.750 Euro erhielt. Wegen der kargen Einkünfte durfte dieser Mitarbeiter noch als Consultant auf eigene Rechnung tätig sein. Aufgrund mangelnder Leistungen wurde er später mit einer üppigen Abfindung entlassen. Immerhin haben die Einkünfte zu zwei Villen gereicht, die er für einige Tausend Euro an Entwicklungshelfer vermietet.

    Das Gift der guten Gaben bewirkt das Gegenteil von Entwicklung, weil Konditionierung der Hilfe (Pflicht zur Einhaltung von Vereinbarungen; vielleicht kann man es auch kürzer sagen: Vertragstreue) noch nirgends konsequent umgesetzt wurde. Wir hoffen auch bei Regimen, die bereits seit zwei oder drei Jahrzehnten an der Macht sind, immer noch auf das Gute im Menschen. Politische Macht, der keine Gegenkontrolle gegenübersteht, entartet immer: Weder wirtschaftliche noch soziale Entwicklung kann importiert werden. Wer dies trotzdem, nach über fünf Jahrzehnten Entwicklungshilfe, weiter vertritt, ist bestenfalls naiv.

    Ein ehemaliger französischer Botschafter in Togo erzählte mir, dass zu der Zeit, als Geber die Hilfe für Togo eingestellt hatten, auch die Korruption erheblich zurückging. Grund: Es gab nichts Nennenswertes mehr zu verteilen, und das Regime musste plötzlich darauf achten, dass die wenigen Mittel nicht im großen Stil veruntreut wurden.

    Seit 2014 macht der Kampf gegen Korruption in Togo Fortschritte. Die Behörden mit dem größten Unterschleif, Zoll und Steuern, wurden zusammengelegt und ein Ausländer als Direktor berufen. Der Ruander mit kanadischem Pass Henry Gapéri gilt als unbestechlich. Die Einnahmen des Staates haben sich seither stetig erhöht.

  5. Johannes

    Ich denke es ist das schlechte Gewissen das solche Blüten treibt wie wir sie in Europa bewundern können.
    Wir leben in Westeuropa in einem gewissen Wohlstand der durch verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen erreicht wurde. Fortschritt in Wissenschaft und Technik haben dazu geführt das wir ein sehr geordnetes, sehr erfolgreiches und auch sozial ausgerichtetes Europa haben auf das wir eigentlich stolz sein könnten.
    Könnten, wenn da nicht diese blöde Dekadenz wäre die wohl ein untrügliches Zeichen jeder zu Ende gehenden Epoche zu sein scheint.

    Anstatt selbstbewusst unsere Leistungen als beispielgebend anzubieten, anstatt den Ländern in Afrika als Vorbild zu leuchten machen wir uns selber schlecht und wollen ewig in der Rolle der selbstlos spendenden, mit Asche aufs Haupt gestreuter Büßermine Herumlaufende die eigene Kultur als Hauptschuldige an der Armut Afrikas für immer in der Schuld Afrikas stehende, am liebsten in einer afrikanischen Migration aufgehende Gesellschaft dahinvegetieren. Während Russland, China und Indien durchaus clever in eine win-win Situation mit Afrika eine sehr moderne und wie ich glaube erfolgreiche Zusammenarbeit aufbauen.

  6. Volker Seitz

    BUCHTIPP: Psychologie-Professor Dietrich Dörner schrieb das orginelle Standardwerk des Querdenkens: “Die Logik des Misslingen” Rowohlt (15. Auflage 2018). Mit seinen Fragestellungen, Methoden bei den Planspielen kann der Leser die Entscheidungsprozesse der Probanden nachvollziehen. Auch wenn das Buch schon 1992 geschrieben wurde, ist es zeitlos aktuell. Das Buch beginnt mit einer Schilderung eines Computer-Simulationsspiels mit einem folgenschweren Fehlschlag von Entwicklungshilfe. Zu dem Ergebnis des Simulationsspiels in Afrika meint er, dass ohne die wohlgemeinten Eingriffe der Versuchsperson die Moros [ fiktive Ethnie] zwar mit einem niedrigeren Lebensstandard, aber doch ohne Hungersnöte lange in der Region hätten leben können.( S.123) Er schreibt: “Wenn wir unsere politische Umgebung betrachten, springt ins Auge, dass wir von ‘guten Absichten’ geradezu umstellt sind”. (S.15) Ferner: ” Meines Erachtens ist die Frage offen, ob ‘gute Absichten + Dummheit’ oder ‘schlechte Absichten + Intelligenz’ mehr Unheil in die Welt gebracht haben. Denn Leute mit guten Absichten haben gewöhnlich nur geringe Hemmungen, die Realisierung ihrer Ziele in Angriff zu nehmen. Auf diese Weise wird Unvermögen, welche sonst verborgen bliebe, gefährlich, und am Ende steht dann der erstaunt-verzweifelte Ausruf: ‘ Das haben wir nicht gewollt.” (S.16)… “Den meisten Versuchspersonen fehlt ein umfassendes Bild des Systems als Ganzes mit allen Wechselwirkungen. Von den meisten Versuchspersonen wird selbst das Brunnenbohren als eine Tätigkeit angesehen, die nur positive Ergebnisse bringt. Dass das Brunnenwasser von irgendwoher kommen muss und das entsprechende Reservoir leer laufen kann, ist den Versuchspersonen meist nicht klar, wenn sie den Auftrag geben, Brunnen zu bohren.” (S.128) und “Wir lieben die Hypothesen, die wir einmal aufgestellt haben, weil sie uns (vermeintlich) Gewalt über die Dinge geben. Deshalb vermeiden wir es möglichst, sie der rauen Luft der realen Erfahrung auszusetzen, und sammeln lieber nur Informationen, die mit den Hypothesenim Einklang ist.” (S.136)

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