Die wichtigste aller Kulturleistungen

Dass es der Mensch als schwaches und in vielerlei Hinsicht unfertiges Geschöpf überhaupt geschafft hat, über Jahrmillionen in einer ungemütlichen Welt zu überleben, verdankt er dem Markt, dem intelligentesten Weg zur Überwindung von Knappheiten. Die Entdeckung der Vorzüge des mehr oder weniger weiträumigen unpersönlichen Austausches, war wohl die wichtigste Kulturleistung. Denn sie erfordert die Überwindung des angeborenen Gruppenegoismus und der natürlichen Fremdenfeindlichkeit. Vorbehalte gegenüber der Marktwirtschaft, gegenüber den Orientierungsleistungen des freien Wechselspiels von Angebot und Nachfrage zeugen meist von beschämenden Bildungslücken, wenn nicht von Sympathien für die Barbarei. (Edgar Gärtner)

6 comments

  1. mariuslupus

    “Sympathien für die Barbarei”. Trifft voll ins Schwarze. Offen ist nur, leben wir in präbarbarischen, oder bereits in barbarischen Zeiten.

  2. sokrates9

    Vorwärts.es geht zurück! Mittelalterliche Religionen werden immer wichtiger, auch der”Markt” wird gerne abgeschafft!..

  3. waldsee

    Die Techniken zur Käfighaltung werden immer besser.Wir leben in eindeutig barbarischer Zeit,weil die Wege zurück “alternativlos ” sind.Die Religionsschemata reichen bis in die
    Bronzezeit und erweisen sich in ihrer Gesamtheit als Verbrechen an der Menschheit.

  4. Thomas Holzer

    Ob dies die “wichtigste aller Kulturleistungen” ist, wage ich denn doch zu bezweifeln.
    Es ist -meinetwegen- eine notwendige Kulturleistung, aber dieser Notwendigkeit geht noch immer das Denken voraus – und dieses Denken, diese Nachdenken erachte ich eher als die “wichtigste Kulturleistung”, um eben diese “Entdeckung” erst zu ermöglichen

  5. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Das Denken macht aus dem Homo Sapiens die erste Kreatur dass zu Kulturleitungen fähig ist. Denken ist dem Homo Sapiens immanent, ist eine Voraussetzung, aber per se, keine Kulturleistung.

  6. namor

    Die weit verbreitete Meinung, der Mensch sei ein schwaches Tier ist ungeheuerlich und befriedigt wohl irgendein Bedürfnis. Der Mensch ist ein ausgezeichnetes Jagdtier. Der aufrechte Gang ist im Lauf kräfteschonend, dIe Masse schiebt sich nach vor, die Hände fungieren als Pendel. Der Mensch hat über das Schwitzen ein gute Kühlfunktion. Mit diesen zwei Eigenschaften ist er ideal geeignet zum zu Tode hetzen von Beutetieren. Dass er in der Gruppe jagen kann macht ihn noch besser. Dass er auch auf Bäume und ins Wasser kann macht ihn universell. Die Hände sind schon an so ein Wunderwerkzeug und der Gebrauch von einfachsten Werkzeugen hebt ihn vom Großteil der Tiere ab. In Indien gibt/gab es einen Brauch (leider bin ich mir bei der Quelle nicht mehr sicher), dort haben junge Männer mit blossen Händen und ihrem Gebiss einen jungen Stier getötet. Der Mensch hat entfernte Inseln erobert, Wüsten und das ewige Eis. Und trotzdem hält sich die Mär vom schwachen Tier. Unser Bewusstsein macht uns zur Krone. Aber auch ohne sind wir zum fürchten.

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