Die Wiederentdeckung Mitteleuropas

(A. UNTERBERGER) Die österreichische Außenpolitik im vergangenen Jahr war kein sehr erfreulicher Anblick. Teilweise war sie gar nicht erkenntlich, teilweise ging sie in die völlig falsche Richtung, teilweise bestand sie aus wenig relevanten Luftblasen (siehe etwa den Koalitionspakt). Doch jetzt gibt es plötzlich sehr erfreuliche Akzente. Denkt da am Ende doch jemand darüber nach, dass ein kleines Land mehr internationale Freunde braucht, als es derzeit hat? Dass die EU-Mitgliedschaft keineswegs von dieser dringenden Pflicht enthebt? mehr hier

12 comments

  1. Rado

    Würde in die Prag Reise von Kurz nicht zuviel hineininterpretieren. Letztlich wird er spuren, wenn Brüssel pfeift, Orban widerlich finden und Erdogan appeasen.

  2. CE___

    @ Hr. Unterberger

    Ihr langer Artikel in Ehren, aber glauben Sie wirklich dass BK Kurz von den Visagrad-Staaten noch ernstgenommen wird ?

    Nach den ganzen politischen Pirouetten seit 2015 die der junge Bursch’ abgezogen hat ? Immer im Versuche wie das sprichwörtliche Fett in der Suppe ganz oben zu schwimmen.

    Wären die Visagrad-Staaten Menschen, müssten die sich doch auch noch ein Paar Augen hinten wünschen um jederzeit den eigenen Rücken schützen zu können, bei einem näheren Umgang mit Kurz.

    SO einen unsicheren Kantonisten lässt man doch nicht in eine Visagrad-Gruppe hinein.

  3. sokrates9

    Die Grünen werden ja on Deutschland voll unterstützt und werden schon aufpassen dass Kurz nicht fremdgeht!
    Braucht ja nur mal die Visegradländer zu fragen was sie von der Decarbonisierung Europas halten.

  4. Rennziege

    Seltsam: Ich bin anderer Meinung als die bisherigen Poster. Ich traue dem Sebastian Kurz durchaus zu, mittlerweile das weltpolitische Einmaleins kapiert zu haben, das sich schlicht auf den uralten Satz (Clausewitz?) reduzieren lässt: “Staaten haben keine Freunde; sie haben Interessen.”
    Allmählich, finde ich, wächst der “Basti”, den wir gewählt haben, in seine bislang zu großen Schuhe hinein. Und daran werden ihn die grünroten, frischg’fångten Naivlinge nicht zu hindern vermögen. Denn sie sind politische Greenhorns (pardon, Karl May!), die erst noch lernen müssen, wie man sich die Mokassins richtig zubindet. .💝

  5. sokrates9

    Rennziege! ( Mit Ehrenrufzeichen :-)).Staaten haben Interessen – einverstanden. Doch welche Interessen hat eigentlich Kurz? Liest heute noch wer Clausewitz oder Marchiavelli? Schon so gefestigt einen autonomen österreichischen Kurs zu fahren? Schön wärs wenn er neben der eleganten Eliminierung der Freiheitlichen und des Selbstzerstörungstriebes der SPÖ nun auch die Grünen brüderlich (mit dem Messer in der Hand wie es in mittelalterlichen Szenen geschildert wird)umarmen würde.

  6. Otto mosk

    kurz will Karriere machen. und er tut alles dafür. Doppel- Mühle auf: er wird EuropaPräsident. andere Mühle auf: er wird wirtschaftlich mit ettlichen Vorstandsposten belohnt.

  7. Johannes

    Der Besuch in Prag ist sicherlich ein Zeichen, wenn ein Bundeskanzler eine seiner ersten Reisen zu einer Gruppe von Staaten antritt die viel geschmäht wurden von einer hochnäsigen ehemaligen EU Führung, von nicht weniger hochnäsigen Medien in Deutschland und von einer geradezu von oben herabschauenden deutschen Politik, dann ist das ein sehr wichtiges Signal für diese Staaten das ein Land des ehemaligen Westen eine Partnerschaft auf Augenhöhe anstrebt.

    Wenn ich betrachte mit welch einem dummen Hass und schäumender Verachtung der linke Mainstream von Deutschland, Luxemburg und Österreich versuchte auf niedrigstem Niveau einen hässlichen Streit vom Zaun zu brechen und wenn ich dann schaue wie gelassen und ohne sich eine Blöße zu geben die Länder der Visegradstaaten unglaublich souverän und überlegen reagierten dann kann man ahnen welche intellektuellen Welten zwischen den politischen Eliten dieser Staaten liegen.

    Es ist zu hoffen das Kurz vor allem mit Ungarn endlich so ehrlich umgeht das man sich nicht schämen muss.
    Man kann nicht andauernd stolz sein die Balkanroute geschlossen zu haben und dann Ungarn von der EVP ausschließen.

    Es wird eine Zeit nach Merkel kommen und dann ist zu hoffen das auch mit Deutschland wieder vernünftig zu reden sein wird. Die Deutschen sind und bleiben unsere wichtigsten Partner daher abwarten und wenn der Merkel“sche Spuk vorbei ist die Rolle Österreichs als Vertrauensvermittler nützen.

    Ich denke wenn es gelingt die Österreichische Außenpolitik seriös und ohne Unüberlegtheiten anzulegen wird die Zeit nach Merkel viele Chancen bieten.

  8. astuga

    Und mit wem wird der Basti-Bombasti dann eine Koalition bilden?

    Bzw. wer will dann überhaupt noch mit ihm?

  9. Rennziege

    @GeBa: Da hab’ ich ja das Rufzeichen richtig in Mode gebracht vor ein paar Tagen … Mit “den wir gewählt haben” meinte ich nicht das ganze Land der Phäaken, sondern nur meine Familie: mit wunderhübschen Wahlkarten, die man sogar aus Kanada portofrei zurücksenden durfte.
    Was mich verwundert: Da hamma endlich wieder einmal einen halbwegs konservativen Kanzler (wenn auch mit den nagenden Greenhorns am Bein), und so ziemlich allen hier missfällt das. Has me puzzled, ladies & gentlemen. 🛐

  10. GeBa

    Kurz, liebe Rennziege, ist ein Wendehals, bei dem ich manchmal beim Betrachten seiner Augen das Gefühl hatte, er wird mittels eines implantiertem Chip ferngesteuert. In meinen Augen ist ER es, der eine funktionierende Regierung zu Fall brachte, denn nachdem Strache schon weg war aus der Regierung, übte er sich in Sippenhaft und wollte mit der kompletten FPÖ nichts mehr regieren. Die Blauen hatten sich nur insofern verrechnet, als sie nicht dachten, dass die Grünen sich so verbiegen würden, wie sie es taten um endlich an den Futtertrog zu kommen, ich denke sonst hätte Hofer nicht diese verhängnisvolle Aussage getätigt. Eine versprochenen Mitte-Rechts Regierung schaut jedenfalls anders aus und diese Konstellation ist nur den Jungen und Bobos zu “verdanken”, die noch keine Lebenserfahrung haben und denen das bald auf den Kopf fallen wird, leider nicht nur denen, sondern auch allen anderen.

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