“Die Zwangsbeschulung verblödet den Nachwuchs”

Von | 25. Mai 2013

(ANDREAS TÖGEL)   Kaum wird einem bei der Lektüre des Buches „Über die Erziehung“ – einmal mehr – klar, daß (totalitäre) Staaten dazu neigen, Kinder frühzeitig ihren Eltern zu entfremden, um sie zu fügsamen, unkritischen und leicht lenkbaren Untertanen zu formen, folgt – wie zur Bestätigung – auch schon die Meldung, daß der Chef der Arbeiterkammer „zwei Jahre Kindergartenpflicht“ einfordert. Besagter Rudolf Kaske ist jenen Zeitgenossen, die über ein gewisses Erinnerungsvermögen verfügen, allein schon dadurch in Erinnerung, daß er, anlässlich der Angelobung einer ihm nicht genehmen Bundesregierung (damals in seiner Eigenschaft als Chef der Dienstleistungsgewerkschaft), die als düstere Bürgerkriegsdrohung zu interpretierende Verwünschung ausstieß: „…dann brennt die Republik.“ Kaske, der keinen Tag seiner Karriere außerhalb geschützter Werkstätten absolviert hat, wird in dieser Sache sicher nicht locker lassen.

 

Der rote Berufsklassenkämpfer steht mit seiner Forderung nach einer möglichst frühzeitigen Kindesverstaatlichung indes nicht alleine da. Auch aus den Reihen der Grünen und Konservativen – gelegentlich sogar von „Liberalen“ – wird immer wieder robustes staatliches Engagement eingemahnt, wenn es um die (V)Erziehung des Nachwuchs´ geht. Was dabei herauskommt, ist – nach mehr als 40 Jahren realsozialistischer Schulpolitik im Land der Hämmer – nicht zu übersehen: Die Bildungsplanwirtschaft produziert – bei stetig zunehmendem (nahezu 100%ig gewerkschaftlich organisiertem) Personalstand und explosionsartig steigenden Kosten – immer katastrophalere Ergebnisse. Sind einerseits die Lehrherrn im Handwerk mit zunehmenden Zahlen 15jähriger Asozialer konfrontiert, klagen andererseits die Hochschulen über Studieneinsteiger, die kaum noch eine geraden Satz formulieren können – von der rechtschreibfehlerfreien Abfassung komplexer Texte ganz zu schweigen.

Nennen wir das Kind beim Namen: Die Zwangsbeschulung verblödet den Nachwuchs. Das (Bildungs-)Monopol tut eben, was für Monopole typisch ist: Es produziert Mist – zu maximalen Kosten. Die Folgen der Monopolbildung im Bereich der Bildung unterscheiden sich nicht von denen im Telekom- Transport- oder Sicherheitsbereich. „Was, Travnicek, haben Sie sich Ihnen denn erwartet?“

 

“Der Staat ist eine Maschine in den Händen der herrschenden Klasse zur Unterdrückung des Widerstands ihrer Klassengegner. (…) Der proletarische Staat ist eine Maschine zur Niederhaltung der Bourgeoisie.” Bemerkt ein gewisser Jossif Wissarionowitsch Dchugaschwili in den 1930er-Jaren ebenso hellsichtig wie zutreffend. Der Mann verfügte offenbar über eine seherische Gabe, die es ihm ermöglichte, den Sinn des österreichischen Bildungssystems am Beginn des neuen Millenniums zu beschreiben. Wer Kinder erfolgreich indoktriniert, dem gehört die Zukunft – wenn auch nur bis zum absehbaren Kollaps dieses unübersehbar autodestruktiven Systems.

 

“Der Staatsapparat ist ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat. Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.” Stellt der Ökonom Ludwig Mises 1938 in seinem Schweizer Exil fest. Eltern, die sich frei entscheiden könnten, würden ihre Kinder kaum den Bütteln des „kältsten aller kalten Ungeheuer“ ausliefern, sondern sich auf einem freien Bildungsmarkt das Angebot ihrer Wahl suchen. Sie hätten es dann nicht länger mit überwiegend autoritären, staatsverliebten, politisch korrekten, feminisierten Typen zu tun, die den – überaus anspruchsvollen – Beruf des Lehrers hauptsächlich deshalb ergreifen, weil sie ihn als pragmatisierten Halbtagsjob mit Dreifachurlaub und obligater Frühpensionsberechtigung betrachten, sondern mit Menschen, die sich in einem Wettbewerbssystem als die für diese Tätigkeit am besten Geeigneten erweisen.

 

Der seit Jahrzehnten tobende Reformirrsinn im Bildungsbereich kann bis in alle Ewigkeit fortgesetzt werden. Bessere Ergebnisse – nämlich bestmöglich für das Leben in Freiheit und Verantwortung gerüstete Jugendliche – sind allerdings erst dann zu erwarten, wenn dem Staat die Bildungskompetenz entrissen wird. Alle Probleme lösten sich im Handumdrehen in Wohlgefallen auf, könnte der Generator allen Fortschritts und jeder Wendung zum Besseren – der freie Wettbewerb unter Marktbedingungen – auch im Bildungsbereich wirken. Das bürokratische, planwirtschaftliche Kommandosystem zeigt ja gerade hier seine verheerende Wirkung überdeutlich. Nur eine markwirtschaftlich organisierte Durchlüftung des Schulsystems kann unsere Jugend erfolgreich auf die sie erwartenden Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Staatliche Tintenburgen voller beamteter linker SpießerInnen, können das offensichtlich nicht leisten.

 

“Regiert sein heißt, unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, durch Leute kommandiert zu werden, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Tugend dazu haben.“ Stellt der französische Anarchist Pierre-Joseph Proudhon fest. Können wir das unseren Kindern guten Gewissens zumuten?

(Tagebuch)

4 Gedanken zu „“Die Zwangsbeschulung verblödet den Nachwuchs”

  1. KClemens

    Nein, nicht die Zwangsbeschulung verblödet die Kinder, sondern eher die seit Jahrzehnten permanenten “Schulreformen” und das Vollpacken der Stundenpläne mit sachfremden, dafür aber “weichen” Themen wie Umweltschutz, Klimaerwärmung, Gendergedöns und allerlei anderen Projekten.

    Und, das werden sämtlich Schulreformer gar nicht gerne hören: Ein starkes Elternhaus ist das sicherste Bollwerk gegen die grassierende Bescheuertheit. Selbst dann, wenn Kinder ganztags in Kita oder Schule betreut werden.

    War bei meiner Tochter so, und ist jetzt bei meinem Enkel so. Die Stärke des Elternhauses hängt nicht so sehr an der verfügbaren Zeit, die man mit dem Kind (oder den Kindern) verbringt, sondern wie die gemeinsame Zeit generell gefüllt ist.

    Ist sie gefüllt von Desinteresse oder schlichtem Unvermögen der Eltern (auch das kommt oft genug vor) bleibt wenig Raum für gegenstabilisierende Maßnahmen zur Schule.

    Gerade jetzt mit dem Internet kann man hervorragend den Kindern aufzeigen, welch Blödsinn gerade in Sachen Umwelt und Klima so abgesondert wird. Und für das Gendergedöns braucht man die Kinder gar nicht zu “sensibilisieren”, die merken von ganz alleine was sie sind.

    Wenn man dann noch nach altbewährter Manier den Kindern beibringt, daß man nicht über andere (Kranke, Behinderte, etc.) lacht weil sie anders, oder mit gar mit dem Finger auf sie zeigt, hat man schon eine Menge erreicht.

    Und auch wenn viele Eltern das nicht gerne hören wollen, Erziehung fängt zu hause an. Da führt auch im 21. Jahrhundert kein Weg daran vorbei.

  2. Ehrenmitglied der ÖBB

    Das mit den “geschützten Werkstätten” ist zu hinterfragen?
    Weil der Herr Kaske hat ja Koch gelernt und jetzt stellt sich die Frage, war das in der Kantine der AK oder eines Gewerkschaftsheimes?
    Wenn es ein Privatbetrieb war, müsste man die Aussage von Herrn Tögel etwas relativieren? -:); -:)

  3. Mourawetz

    Ist ja schön, dass unsere Kinder über “gerechte” Bleistifte aufgeklärt werden. Und über die Ungerechtigkeit eines Gemeinwesens, das ihnen ungefragt einen gigantischen Schuldenberg überläßt, lernen sie nichts? Wenn schon über Gerechtigkeit lehren, dann aber wirklich!

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