Diese Steuerreform ist eine Nullnummer

“In den ersten sieben Monaten seit Inkrafttreten der Steuerreform, die ja in Wahrheit lediglich eine nachträgliche Korrektur der kalten Progression war, sind die Lohnsteuereinnahmen um 1,36 Mrd. Euro gesunken, die Verbrauchs- und Verkehrssteuern haben aber 1,13 Mrd. Euro mehr in die Kassa gebracht. Verbrauchs- und Verkehrssteuern – das sind die Abgaben, die die Profiteure der Lohnsteuerkorrektur im Alltag abdrücken – von der Mehrwertsteuer über die Mineralölsteuer bis zur Biersteuer. Man kann also ruhig sagen, dass sich der Finanzminister 83 Prozent des „mehr Netto vom Brutto“ über Bundessteuern wieder zurückholt….” (hier)

18 comments

  1. Gerald Steinbach

    Eine rote/schwarze Meisterleistung diese Reform, die diesen Namen nicht verdient, man gebe den Bürger in seine linke Hand und nehme ihn von seiner rechten wieder alles weg und verkauft es als Reform
    Mal sehen welch weiteren Steuer Maßnahmen jetzt folgen werden, dazu noch die enormen Kosten für unsere “Schätzchen”

  2. Thomas Holzer

    @Gerald Steinbach
    Und schaffe nebstbei noch möglichst viel zusätzliche Bürokratie, um dann davon zu faseln, daß eine Entbürokratisierung dringend nötig sei.
    Wann wacht die Mehrheit dieses Wahlvolkes endlich auf?!

  3. wbeier

    “Mehr Netto vom Brutto” gilt aber nur bis 2017. Ab dann sprudelt das Schutzgeld durch die kalte Progression wieder.
    “Mach du sie dumm, ich mach sie arm” sprach Schelling zu Wrabetz.

  4. Falke

    Gerne unter den Tisch fallen gelassen wird ja auch eine weitere Verringerung des “Netto”: die Absetzung von Beträgen zur Beschaffung von Wohnraum und für (höhere) Kranken- und Unfallversicherung wurde ja abgeschafft. Da ergibt sich oft auch rechnerich sofort – bestenfalls! – ein Nullsummenspiel.

  5. Gerald Steinbach

    Thomas Holzer
    Hoffentlich bald,….mir kommt das so vor wie bei einen Ochsenkarren(Volk), wo auf der Ladefläche nach jeder Ausfahrt immer still und heimlich einer immer eine Schaufel mehr rauf gibt und zugleich die Ochsen immer weniger werden,….wo da die Reise hingeht…., irgendwann werden die geschundenen Ochsen einmal rechts zum Friedhof abbiegen, weil sie einfach nicht mehr können

  6. Selbstdenker

    Kern hat bereits eine originelle “Lösung” gefunden:

    Die “Maschinensteuer” wird von Google, Apple und verschiedenen Schweissrobotern bezahlt.

    OK … nicht ganz: die von den Medien präsentierte Maschinensteuer entpuppt sich als Wertschöpfungsabgabe, die von Freiberuflern, KMUs, Zimmervermietern und Bauern zu tragen ist.

    Also alles wahnsinnig große Firmen, die viel mit der Automatisierung zu tun haben…

  7. Reini

    … Steuerreformen sind wie Kurven in der Rodelbahn, aber im Grunde genommen geht’s bergab,…

  8. Selbstdenker

    Ich hätte auch ein paar Besteuerungsideen mit denen Budgetlöcher gestopft werden könnten:

    Die ohne gesetzliche Grundlage angehäuften Rücklagen der Kammern könnten zugunsten einer Senkung der SV- und Steuerbelastung für Niedrigverdiener aufgelöst werden.

    Erhöhung der Mehrwertsteuer für Bestechungsinserate.

    Eine Solidarabgabe für Politiker und Spitzenbeamte.

    ASVG-Pflicht für Politiker.

    Eine Vermögenssteuer für angehäufte Parteivermögen.

    Eine Maschinensteuer – pardon Wertschöpfungsabgabe – für die Partei- und Presseförderung sowie für Begünstigungen von Politikern; z.B. die Differenz zwischen unüblich niedrigen Mieten und dem tatsächlichen Marktpreis.

    Die Auflösung der ORF-Stiftung samt Überführung in eine GmbH mit voller Besteuerung.

    Sozusagen ein New Deal zwischen Obertanen und Untertanen.

  9. Selbstdenker

    Auch an eine – speziell auf den polit-medialen Hochfrequenzhandel ausgelegte – Tobin-Tax für politische Spekulationsgewinne wäre zu denken.

    Eine Heissluftabgabe für politische Parteien zur Rettung vom gesellschaftlichen Klima.

    Oder eine Hate-Tax, die sich nach Anzahl und Umfang öffentlicher Hetzparolen gegen andere Berufsgruppen richtet (das könnte insbesondere die AK schwer treffen).

  10. Fragolin

    Ich finde es erstaunlich, dass nach einem knappen Jahr auch offizielle Medien zu der überraschenden Schlussfolgerung kommen, die bei Veröffentlichung dieser Grauslichkeit jeder Kleinunternehmer mit mittelmäßigen Mathematikfähigkeiten an seinen Fingern vorrechnen konnte.
    Ich bin von der geradezu barocken Wirtschaftskompetenz unserer Regierigen und ihrer Medienknilche immer wieder sprachlos!
    Kommt jetzt noch eine Meldung aus der “Standard”-Chefetage, dass man ob des gigantischen Steuerreformsturmes so vom historischen Moment atemlos war, dass man im Glückstaumel ganz übersehen hatte, dass sich dabei nicht einmal ein Grashalm rührte? Oder nehmen wir die neurliche Abzocke schulterzuckend zur Kenntnis und werfen uns auf die nächste Sau, hat der Pudel Kern doch bereits sein revolutionäres Steuerkonzept aus 1968 vorgestellt, und jagen sie durchs mediale Dorf?

  11. Johannes

    Diese Steuerreform war eine Idee Faymann, auf der einen Seite war es der Versuch der Sozialisten Profil zu zeigen und den Menschen mehr Einkommen zu verschaffen. Es war auch so und wenn dadurch auch die Einnahmen des Finanzminister steigen so ist dagegen nichts zu sagen denn niemand zwingt die Menschen das Geld wieder auszugeben.
    Der große Wurf muß aber ganz woanders stattfinden die ächzende Last des Mittelstandes gehört erleichter, Bürokratieabbau bei Arbeitsplatzschaffung indem es einfacher und schneller möglich sein muß auf Veränderungen der Auftragslage zu reagieren. Über Jahre wurden Auflagen und Zusatzzahlungen entwickelt die bei jeder selbständigen Tätigkeit einen schier unüberwindlichen Dschungel von Vorschriften und Sozialleistungen verlangt der unternehmerische Dynamik im Keim zu ersticken droht. Heute stehen sie als Unternehmensgründer immer mit einem Bein im kriminal, nicht weil sie es absichtlich tun sondern weil sie bei der Masse an Vorschriften gar nicht alles wissen können.
    Wir haben eine Bürokratie entwickelt die den Unternehmer unter Generalverdacht stellt und jede Unternehmerische Freiheit erstickt.
    Der mächtige Staat möchte die absolute Kontrolle da ist ein kleiner selbständiger Unternehmer ein unbequemer weil unabhängiger und somit unbeugsamer Mensch im Weg.

  12. Fragolin

    @Johannes
    “…niemand zwingt die Menschen das Geld wieder auszugeben.”
    Nur die halbe Wahrheit. Der zweite Teil der Mehreinnahmen kommt nämlich erst noch, wenn alle Unternehmen und Selbständigen ihre Steuererklärungen abgegeben haben – alles, was durch die prozentuale Senkung des Einstiegsteuersatzes gut gemacht wurde, wird durch die abgeschafften Abschreibungsmöglichkeiten wieder weggefressen. Sprich: die reale Asuwirkung der “Reform” ist im günstigsten Falle eine Nullnummer, mit etwas Pech zahlt ein Unternehmer drauf. Das plus die jetzt schon wirksamen Mehreinnahmen macht jedem sozialistischen Finanzminister ein feuchtes Höschen, aber die Wirtschaft wird weiter geknebelt und abgezockt. Wenn dann der Ungewählte auch noch droht, eine erhöhte Gewinnsteuer in Verbindung mit Substanzsteuer durchdrücken zu wollen, ist das der Todesstoß für Kleinunternehmer und damit für die gesamte Wirtschaft.
    Wenn die Sozialisten hier noch 10 Jahre regieren ist Österreich komplett am Sand. Die Wirtschaft ausgeblutet, das Sozialsystem kollabiert und der Verteilungskampf mit einer aggressiven Forderergesellschaft mit Importbiographie erreicht Kriegsqualität. Danke, liebe Genossen, für die Zerstörung der Zukunft unserer Kinder.

  13. Selbstdenker

    Dieser Regierung gehört der Stecker gezogen, bevor sie noch mehr Schaden anrichtet. Dass die Sache nicht besser wird, wenn ein Lokführer einen Taxifahrer als Bundeskanzler ablöst, war absehbar.

  14. Lisa

    Noch ein paar Lenkungssteuern könnten helfen: Zuckersteuer, Sportmuffelsteuer, leistungsbezogene Besteuerung bzw. solche Entlohnung von politischen Verantwortungsträgern, Anpassungsverweigerungssteuer… weitere Vrschläge?

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