Droht uns ein 1914, Version 2.0?

(C.O.) “Sie sind auf hoher See in einem gewaltigen Sturm. Sie überleben, der Sturm flaut ab. Sie holen den Sonnenschirm heraus. Oder greifen zur Flasche. Ein paar Stunden später merken Sie, dass die Ruhe trügt. Der Sturm war nicht vorbei. Sie waren in seinem Auge.” – So pessimistisch sieht nicht nur der renommierte Ökonom, Autor und “Financial Times”-Kolumnist Wolfgang Münchau die Lage der Eurozone im fünften Jahr der Weltwirtschaftskrise, so oder jedenfalls so ähnlich dürfte auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die Situation einschätzen. Mit für sie ungewöhnlich hoch dosierter Emotionalität warnte sie französischen Medienberichten zufolge beim letzten EU-Gipfel des Jahres 2013 vor einem Untergang des Euro und stellte dabei sogar dunkle Vergleiche mit dem Jahr 1914 an, als ein kollektives Versagen der politischen Klasse Europas in einer Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes mündete.

Ihr Pessimismus fußt vor allem auf dem anhaltenden und ziemlich massiven Widerstand der meisten EU-Staaten gegenüber ihren Vorstellungen davon, wie die Krise endgültig beigelegt werden kann und soll. Eingehegt in ein Netz von Verträgen mit der EU würden sie demnach – vereinfacht dargestellt – dazu bewegt, ihre Volkswirtschaften wettbewerbsfähiger zu machen, was in vielen Fällen weitere höchst unbeliebte Reformen der Arbeitsmärkte, Liberalisierungen und Privatisierungen sowie harte Budgetdisziplin bedeutete. Also quasi “Gerhard-Schröder-Reformen” nach deutschem Vorbild für alle oder halt alle, die das brauchen – und wenn das nicht klappt, droht als Strafe eine “Troika für alle”. Vieles deutet darauf hin, dass das ökonomisch durchaus Sinn hätte, auch wenn viele Ökonomen das anders sehen.

Politisch verkauft sich Merkels Plan freilich außerhalb Deutschlands so gut wie vergammelter Hering auf dem Hamburger Fischmarkt. Eine demokratische Mehrheit dafür wird nicht zu organisieren sein.

Der Grund ist ganz einfach: Italiener, Franzosen oder Spanier haben außerordentlich wenig Lust, ihre jeweilige Heimat so zu organisieren, wie das Merkel, und sei es mit Recht, für nötig hält. Die meisten Europäer haben einfach null Bock, Deutsche zu werden, und verjagen, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, jeden Politiker mit nassen Fetzen, der sie dazu zwingen will.

Das ist natürlich ihr gutes Recht – aber nur so lange, als sie auch bereit sind, allfällige Kosten und Risiken dieser Form nationaler Selbstbestimmung selbst zu tragen. Was aber angesichts der innigen Verflechtungen der Volkswirtschaften der Eurozone im 21. Jahrhundert dem Versuch gleichkommt, aus einem Omelett sechs Eier zu machen.

Ergebnis dieses unentschiedenen fundamentalen Konfliktes ist natürlich erheblicher Tempoverlust. Die Sanierung der Eurozone und vor allem die Errichtung von ökonomischen Bollwerken gegen einen neuerlichen Krisenausbruch kommt viel zu langsam und nur höchst halbherzig voran. Sollte Münchau recht haben, könnte das im schlimmeren Falle ziemlich unerquickliche Folgen haben. Auch wenn 2014 deshalb nicht gleich eine Art “1914, Version 2.0” werden muss.

36 comments

  1. world-citizen

    Meine größte Hoffnung beruht darauf, dass nach der Wahl wieder ein Macher ans Europaruder kommt, so wie einst Jacques Delors. Die Parteizugehörigkeit dürfte dabei wohl nebensächlich sein, wenn nur ein klares Bekenntnis zu Europa im Vordergrund steht und der die Überzeugungskraft besitzt, den Menschen zu vermitteln, dass ihnen ein Nationalstaat weder Sicherheit noch Geborgenheit zu geben in der Lage ist:

    http://www.schwarzbuch-des-nationalismus.blogspot.com

  2. Christian Peter

    Erst wenn das wahnwitzige Programm einer Gemeinschaftswährung endlich fallen gelassen wird, hat Europa wieder Zukunft.

  3. Dr Pinter Rudolf

    Europa hat mindestens 2500 Jahre Kultur und individuelle Entwicklungen hinter sich! Kann mir nicht vorstellen, dass es gelingt einen kritiklosen europäischen Vollidioten heranzuziehen, der dankbar ist jedes Detail von der Glühbirne über den Staubsauger bis was er essen darf geregelt zu bekommen, und der als Sklave alles abnickt, was eine US – Dominierte Elite von Bankstern für ( Sie ) gut und richtig hält!

  4. Der Unternehmer

    Eine typische Analyse nach dem Motto: Europa = EU.

    Wenn der alte Kontinent eine zivilisatorische und ökonomische Zukunft haben soll, muss die totalitäre EU
    verschwinden.

    Wie auf einer ungedeckten Zwangswährung ein friedliches Zusammenleben der Völker erreicht werden soll
    bleibt mir ein Rätsel.

    Die großen alten Sozialphilosophen und Ökonomen des 19. und 20. Jahrhunderts wussten das noch:
    Wirtschaft verbindet, aber Politik trennt. Deshalb hat man ja auch die EWG gegründet und keine EU.

    Ludwig Erhard hat sich stets für ein funktionelles, aber gegen ein institutionelles “Europa” ausgesprochen.
    Wenn die europäische Integration überhaupt einen Sinn macht, dann ist es die vollständige Verwirklichung Freiheit der Menschen.

    Davon sind wir heute Lichtjahre entfernt.

  5. Ehrenmitglied der ÖBB

    Showdown an einem Nebenkriegsschauplatz?
    Nicht dass wir nicht eh schon genug Probleme mit dem Euro hätten, legt die Brüssel-Bürokratie noch drauf:
    Die Auszeichnungpflicht betreffend Allergene in öffentlichen Gaststätten!
    Was das in der Praxis heisst?
    Vorbei ist es mit den regionalen Küche, mit den Haubenlokalen, mit den würzigen speisen in Wiener Beisln und überhaupt mit der originellen und kreativen Küche die das gastronomische Herzstück der Tourismusindustrie zumindest in ganz Süd- West- und Mitteleuropa ausmacht?
    Keine Wirt, kein Restaurantbesitzer oder Betreiber wird sich den Wahnsinn antun, jedes Rezept auf der Speisekarte à la Brüssel auszuschildern! Ganz abgesehen davon, dass auch Kellner zur Fachauskunft verpflichtet werden sollten.
    Die Bürokratie dieses Vorhabens sprengt alle Phantasie?
    Es wird der Bevölkerung gerade rechtzeitig zu den EU-Wahlen bewusst werden, welcher Anschlag auf Freiheit, Wettbewerbsfähigkeit und Verlust der Lebensqualität vorbereitet ist!
    Man wird sich sicher zeitgerecht bewusst, dass die Industrielobby wieder einmal in Brüssel zugeschlagen hat (siehe Energiesparlampen etc..)?
    Und man wird jene abstrafen (hoffentlich), die diesen Wahnsinn zugestimmt haben!?
    Aber Herr Karas wird uns sicher erklären, dass dies für die europäische Einigung notwendig ist, und Herr Leitl wird bereit sein “ernsthaft darüber zu verhandeln”?
    Alternativen:
    Die Gastronomie geht teilweise in den “Untergrund” (private Zirkeln) und alle jene politischen Kräfte, welche sich dieser Chuzpe entgegensetzen werden gewählt?
    Und der Rest der Bevölkerung “frisst den Einheitsbrei der Nahrungsmittelindustrie” mangels Alternativen?
    Fazit: und wenn sich schon in Österreich kein “gesundheitsbewusster Allergen-Beauftragter” findet, irgend eine grüne Emanze sorgt sich sicher um unser Wohlbefinden und bringt das zur Anzeige?
    Es gibt ja auch Deutsche, die das in und für Österreich erledigen! (siehe Klage Felbertauernmaut einer Deutschen; siehe Anzeige eines deutschen Touristen betreffend die “Römer” vor dem Kolosseum in Rom und dergleichen mehr…)

  6. gms

    WC,

    “.. dass ihnen ein Nationalstaat weder Sicherheit noch Geborgenheit zu geben in der Lage ist”

    Was meinen Sie, weshalb die braunen Sozialisten vom 3. Reich sprachen, statt vom 3. Nationalstaat? Nennen Sie die EU meinetwegen ‘Sozietät nach eigentümlicher Strickart” (Abk. SNES) — unterm Strich ist sie nichts anderes, als der von Ihnen verabscheute Nationalstaat mit erhöhter Insassenzahl, dessen Natio (lat. Geburt) nicht im 19.Jhd, sondern halt im zwanzigsten beurkundet wurde. Für hyperprogressive Tageskolumnisten mag ein entscheidender Unterschied sein, was historisch allenfalls Fußnote ist.

    Auch aus einem anderen Blickwinkel wird Ihre Argumentation nicht tragfähiger, ist Ihrer Interpretation nach der Staat sowieso bloß eine Verwaltungszone, der Supernationalstaat namens SNES somit ein Zusammenschluß dieser Zonen. Der behauptete Zuwachs an Sicherheit und Geborgenheit — so man diesen tatsächlich gegen verringerte Subsidiarität eintauschen mag — steht argumentativ etwas brustschwach im Raum und wird einzig von dessen mantraartiger Wiederholung getragen. Deshalb verkommt wenig überraschend laut Umfragen die Formulierung “Friedensprojekt EU” zur Hohlphrase, die den Leuten immer mehr zum Halse raushängt.

    Die einzige in Stein gemeiselte Sicherheit besteht in der Gewissheit, regelmäßig von neuem Wahnwitz aus Brüssel zu erfahren. Man ahnt, das Bisherige an anmaßender Bevormundung, Lächerlichkeit und Drangsalierung stelle nahezu den Gipfel der Unverschämtheit dar, und vorhersagbar wie das Umschlagen der Datumsanzeige zu Mitternacht kommt tatsächlich noch etwas Verrückteres, welches alles Vorherige an Perfidie noch übetrifft. In jeder sadomasochistischen Zweckgemeinschaft gibt es einen Part, der auf diese Art von Sicherheit und Geborgenheit abfährt.

  7. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Nennen Sie die EU meinetwegen ‘Sozietät nach eigentümlicher Strickart” (Abk. SNES) — unterm Strich ist sie nichts anderes, als der von Ihnen verabscheute Nationalstaat mit erhöhter Insassenzahl, <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Nein, ein Nationalstaat ist die EU nicht. Sie ist lediglich eine größere Verwaltungszone, die viele untere Verwaltungszonen obsolet machen kann. Und sie sorgt konsequent für die Beseitigung aller Mobilitätsbeschränkungen im Inneren. Und die oft gescholtene Vereinheitlichung vieler Lebensbereiche verfolgt nur den Zweck, komplizierte Bürokratien, die vor allem nur den Sinn haben, den Menschen den Umzug in ein anderes Land zu erschweren, zu beseitigen. Damit nicht mehr Akademiker als Kellner oder Taxifahrer arbeiten müssen, nur weil ihr Studienabschluss in dem Land wo die leben nicht anerkannt wird.
    So gesehen ist die EU nichts anderes als der Schutz des Menschen vor dessen Nation.

    http://www.der-umkreis.blogspot.co.at/2013/09/die-mauern-wurden-geschliffen.html

  8. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>> Und wer schützt den Menschen vor der EU? <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Das ist eben der weit verbreitete Trugschluss.
    Wenn sich jemand vor der EU fürchten muss, dann sind das vor allem nationale Politiker und Beamte, denn von diesen könnten wirklich viele überflüssig werden. Und eben diese versuchen immer wieder, den Menschen Angst vor der EU einzujagen.

    Das kommt mir vor, wie wenn die Delphine den Menschen am Land Angst vor den Haien einjagen. Die Delphine müssen auf der Hut sein, Menschen am Land aber sicher nicht.

  9. gms

    WC,

    “Du, Mamma, wozu brauchen wir die EU?” – “Weißt du, bevor es die EU gab, mußten in einem Land die Leute schon um 22 Uhr zu Hause sein, in einem andere Land erst um 23:00 oder gar erst um halb zwölf. Jetzt aber haben wir überall einheitliche Ausgangssperren, und der Bürger muß nun nicht mehr sein Navigationsgerät konsultieren um zu wissen, ab welcher Minute er sich wie verwelkter Salat benehmen muß.”

    “Ja Mamma, das kann doch nicht alles gewesen sein, oder?” – “Stimmt, mein Sohn. Früher war Vorschrift, wonach etwa Bäcker mit einer bloß dreijährigen Ausbildung in Verwaltungsstatistik keine Kipferl in Portugal herstellen durften, während etwa für Finnland eine 18-monatige reichte, wenn man amtlich nachweisen konnte, daß man Kipferl mit den Ohren rollen konnte während man fernsieht.”

    “Verstehe! Die EU regelt also zentral politische Belange, die niemals Gegenstand von Politik hätten sein dürfen.” – “Ja, aber sie macht das sehr effektiv, weißt du. Anno dazumal hatten es kleine Interessensgruppen schwer, ihre Interessen durchzusetzen. Heute finden diese Gruppen willfährige Helfer in der EU-Politik, die wiederum ohne diesen Handlangerjob keine Arbeit hätten.”

    “Hmmm, du meinst also, früher mußten sich anmaßende Nervensägen viel mehr anstrengen, um ihrer Umwelt bestimmte Ansichten und Vorgangsweisen aufzuzwingen, und wenn sie Erfolg hatten, so war dieses Unheil auf wenige Betroffene beschränkt?” – “Genau. Für Bestechung, Korruption, Marktverzerrung und Mißwirtschaft gelten die sog. Skalen-Effekte nicht minder. Wer wirklich großes Unheil anrichten will, hat nun mit der EU den entsprechend langen Hebel dazu.”

    Ganz unter uns, teurer WC, Ihre Ausführungen von wegen anerkanntem Schulabschluß usw. können vielleicht Bundeskanzler mit Taxlerhintergrund überzeugen oder jene, die zu keiner beliebigen Uhrzeit über den mentalen Zustand von welkem Salat hinauskommen. Warum? – Mist bleibt auch dann Mist, wenn er genormt und standardisiert wird. Einzig Sklaven jubeln über einheitliche Halsbänder. Wäre ja noch schöner, müßten sie sich Gedanken machen, welches sie jeneseits der Grenze anlegen sollen, nicht wahr?

  10. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Mist bleibt auch dann Mist, wenn er genormt und standardisiert wird. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja, man kann und soll darüber reden, welche Vorschriften sinnvoll und welche unnötig sind. Aber das soll ausschließliche Sache des Parlamentes sein.
    Und wenn die Parlamentarier nach Anhörung aller betroffenen Gruppen zur Überzeugung gelangen, dass eine Vorschrift wünschenswert ist, dann soll es eine einheitliche und nicht 28 verschiedene sein.
    Was nützt es mir, wenn ich schwer verletzt auf der Straße verbluten muss, nur weil ich zufälligerweise die in meinem Aufenthaltsland gültige Notrufnummer nicht weiß. Gerade im kleinräumigen Europa, wo man schnell mal 3 oder 4 Staaten durchqueren muss um ein Ziel zu erreichen ist es doch gut, zu wissen, dass ich im Notfall überall 112 rufen kann.

    Das ist ein Beispiel aus der alltäglichen Praxis und nicht bloß die in diesem Forum gerne gepflegte graue Theorie.

  11. Thomas Holzer

    @WC
    “Was nützt es mir, wenn ich schwer verletzt auf der Straße verbluten muss, nur weil ich zufälligerweise die in meinem Aufenthaltsland gültige Notrufnummer nicht weiß. Gerade im kleinräumigen Europa, wo man schnell mal 3 oder 4 Staaten durchqueren muss um ein Ziel zu erreichen ist es doch gut, zu wissen, dass ich im Notfall überall 112 rufen kann”

    Das “beste” Argument, welches ich bis dato für die EU gelesen habe;
    aber, mir erscheint die Frage zwingend: “Wie werden Sie, WC und Mitstreiter, nach eingehenden Beratungen der EU-Parlamentarier, unter vorheriger Konsultation der “zuständigen” Lobbies, schlußendlich demokratisch beschlossen, per Gesetz verhindern, daß der einzelne EU-Bürger die Notrufnummer vergisst?

  12. Der Unternehmer

    @ WC

    Können Sie mir bitte logisch begründen, warum Sie Nationalismus ablehnen aber gleichzeitig
    Supranationalismus in Form der EU einfordern?

    Das erschließt sich mir nicht und entbehrt jeglicher Logik.

  13. Thomas Holzer

    @WC
    Ich habe keine Angst vor der EU, Ich brauche einfach deren Regulierungswahn nicht!
    Und ich denke, mehr als 80% der sogenannten EU-Bürger ebensowenig.
    Kleingeister wie Sie, WC, unterstellen uns Angst! Das einzige jedoch, wonach wir dürsten, ist Freiheit!

  14. Thomas Holzer

    @Der Unternehmer
    Für WC ist die EU nur Vorstufe zur von Ihm erwünschten Weltregierung.
    1 Standard für alle Erdenbürger, ein Weltnationalismus, welcher nur noch gegen böse Marsmännchen im äußersten Falle verteidigt werden muß/darf, und dann wird alles gut!

  15. Thomas Holzer

    @WC
    Noch einfacher wäre es, wenn es zusätzlich zur von Ihnen erwähnten Notrufnummer endlich eine einheitliche Sprache in allen EU-Ländern geben würde; das wäre wirklich ein Fortschritt 😉

  16. gms

    WC,

    “Und wenn die Parlamentarier nach Anhörung aller betroffenen Gruppen zur Überzeugung gelangen, dass eine Vorschrift wünschenswert ist, dann soll es eine einheitliche und nicht 28 verschiedene sein.”

    Gerüchten zufolge schreibt sich die EU den Kampf gegen marktbeherrschende Monopole auf die Fahnen. Ein Kartell aus Regierungen aber wird die dabei ihr innewohnende lächerliche Widersprüchlichkeit niemals erkennen können.

    Ein Wettkampf der Ideen? Lernen aus den Fehlern und Erfolgen anderer? – Pustekuchen! All die Pappnasen, die zuhause ihren eigenen Hinterhof nicht gebacken kriegen, verabreden sich zur Ausschaltung des politischen Wettbewerbs, ist doch nichts dem eigenen Fortkommen abträglicher als eine beispielhafte Region, die dank alternativer beschrittener Pfade langsamer dem Niedergang entgegentorkelt oder gar prosperiert. Originell aber waren schon die maoistischen Einheitsanzüge nicht, unabhängig davon, wer diese für richtig hielt und wer dabei Gehör fand.

    “.. ist es doch gut, zu wissen, dass ich im Notfall überall 112 rufen kann.”

    Einverstanden. Einigen wir uns auf ein EU-Werkel, das einmal im Jahr diese Rufnummer verlängert, danach die Europa-Hymne absingt und ansonsten allenfalls ihren eigenen Nabel bespiegelt, anstatt als hybrisgetränktes Kollektiv entweder aus Langeweile oder nach Zuruf in den Bäuchen mehrer hundert Millionen Menschen zu wühlen, um damit einzig die eigene Unfähigkeit zu verbergen, die ein freier Wettbewerb der Ideen jeden Tag aufs Neue zum Vorschein gebracht hätte.

  17. Der Unternehmer

    @ Thomas Holzer

    Da könnten Sie richtig liegen.

    Das Schöne ist, dass diese EU ihre Halbwertszeit bereits überschritten hat.
    Nur werden die Menschen das Desaster ausbaden müssen mit wirtschaftlichem Niedergang und Gewaltexzessen.

  18. gms

    Unternehmer,

    Sehen Sie’s doch positiv, teurer Freund. Statt Hightech-Raketen, die wechseitig zum Ärgernis des von Politik und Journallie herbeiphantasierten ewigen Erbfeindes über Rhein und Neiße als Grenzflüsse fliegen würden, gibt es mangels Alternativen im grenzenlos heruntergewirtschafteten Völkerkerker bloß einen Lowtech-Bürgerkrieg mit genormten Mistgabeln und zertifizierten Steinschleudern, auf dessen Schlachtfeldern jeder Bürger kostenfrei 112 wählen kann, falls ihn zuvor nicht schon die hilfreichen Truppen der zentralen Polizeikräfte verarztet haben. Die Gefahr, daß uns allen der Himmel auf den Kopf fällt, ist unwiderruflich gebannt, und wer wollte eingedenk dessen über geworfene Steine und Mauerziegel klagen? Tu ne cede malis!

    Wenn dann das aktuelle knapp 4,5 Millionen Quadratkilometer umspannende Freiluftexperiment genauso im Elend geendet hat, wie alle anderen vergleichbaren zuvor, dann kennen kommende Generationen von Laborratten zumindest eine zusätzliche Spielart, wie sie verheizt werden könnten, bis in einigen Jahrhunderten die x-te Wiederholung der Tragödie tatsächlich zur Farce verkommt, zumal dann auch der Naivste verstanden haben wird, welches Preisschild an der Abgabe von Selbstverantwortung und Selbstbestimmung klebt.

  19. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>> Noch einfacher wäre es, wenn es zusätzlich zur von Ihnen erwähnten Notrufnummer endlich eine einheitliche Sprache in allen EU-Ländern geben würde; das wäre wirklich ein Fortschritt <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Die gibt es ohnehin; es ist Englisch, aber nur deswegen, weil die Nazis und die faschistischen Regimes in Italien, Spanien, Ungarn etc. das Esperanto-Projekt umgebracht haben. Es war damals politisch nicht erwünscht, wenn jeder gewöhnliche Bürger mit Menschen kommunizieren konnte, die von der staatlichen Propaganda zu Feinden erklärt wurden.

  20. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>> Für WC ist die EU nur Vorstufe zur von Ihm erwünschten Weltregierung.<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Der Nationalismus ist nun leider eine europäische Erfindung, die in die Welt exportiert wurde. Also liegt es auch an Europa, diesen Stumpfsinn, der so viel Leid über die Welt brachte, zu überwinden.
    Und die Erde ist ohnehin nichts anderes als ein winziges Sandkorn im Universum. Deshalb ist es keinesfalls abwegig, sie als einheitliches Ganzes zu betrachten – insbesondere in der heutigen Zeit der Globalisierung.

  21. gms

    WC,

    “Esperanto-Projekt umgebracht”

    Man muß die Menschen schon grob verkennen, wenn man glaubt, eine Kunstsprache ließe sich per Projekt einführen. Ebenso verhält es sich mit dem Englischen als Substitut. So brauchbar die Sprache ist und so effektiv sie von vielen Europäern im meist beruflichen Umfeld oder auf Reisen gesprochen wird oder auch nicht — zum permanenten Erörtern dessen, was einem selbst unter die Haut geht, taugt eine Fremdsprache nicht, ja mehr noch verfällt man dann sogar in den lokalen Dialekt. Politik ist Emotion, und Emotion führt zur Muttersprache.

    “Der Nationalismus ist nun leider eine europäische Erfindung, die in die Welt exportiert wurde.”

    Dasselbe gilt für den Kommunismus, den Parlamentarismus und einen Haufen anderer Belange, deren Aufzählung den Rahmen hier sprengen würde. Europa war nun mal in grauer Vorzeit Schrittmacher für den Rest der der Welt, im Guten wie im Schlechten. Dies war es deshalb, weil es Vielfalt gab, und allfällige Versuche des Planierens damals noch erfolglos im Sande verliefen. Zur gleichen Zeit exisitierte das seit jeher zentralistisch organisisierte China, das damals niemanden sonstwo zur Kopie einlud und erst heute hierzulande durch Sozialfeudalisten ein Revial erfährt.

    Auch wirkt Ihr permanentes sich Reiben am Begriff der Nation sonderbar instringent. Glauben Sie ernsthaft, die EU wäre nicht irgendwann “geboren” worden, glauben Sie nicht, die EU-Phoriker würden sich für ihre Propanda nicht der verbindenden Elemente bedienen, aus denen das Werkel hervorging und welche die EU von der Nicht-EU unterschieden? Wäre, um erneut an Ihrer oben zitierten Aussage anzuknüpfen, der EU-Phorismus keine europäische Erfindung? Was sagte es über dessen Qualität aus, würde er kein Export-Schlager?

    Für den Bestand einer Gesellschaft braucht es zwingend der verbindenden Elemente. Sprache als eine der vier Säulen menschlicher Kultur ist dabei besonders maßgeblich. Aus verbindenden Elementen erwächst Solidarität und aus dieser erst jene Toleranz, welche diese Bezeichnung auch verdient. Linke und Zentralisten sind Meister im Verkennen dessen, was Menschen bewegt. Begriffe werden ausgehöhlt und umgedreht, sei’s mit Absicht oder aus Dummheit, um den Menschen einzuhämmern, sie wären keine solchen. Afabla provo. Nice try. Netter Versuch.

  22. Mourawetz

    @World-Citizen:

    “Ja, man kann und soll darüber reden, welche Vorschriften sinnvoll und welche unnötig sind. […]Gerade im kleinräumigen Europa, wo man schnell mal 3 oder 4 Staaten durchqueren muss um ein Ziel zu erreichen ist es doch gut, zu wissen, dass ich im Notfall überall 112 rufen kann.

    Das ist ein Beispiel aus der alltäglichen Praxis und nicht bloß die in diesem Forum gerne gepflegte graue Theorie.”

    Die Euronotrufnummer mag ja eine ganz gute Einrichtung sein, bloß ist sie keine Vorschrift, man ist ja nicht gezwungen, dort anzurufen, die lokalen Notrufnummern tuns auch. Und um die Rechtfertigung der  vielen Vorschriften, die uns das Doppel Brüssel-Straßburg laufend beschert, ging es ja. Außerdem liegt die Einführung auch schon ein paar Jährchen zurück: 1991. Soweit muss man also zurückgehen, um ein gutes Haar an der EU zu finden. 

    Dafür finden sich genug Negativbeispiele für haarsträubende Vorschriften in der jüngsten Vergangenheit: die Ölkännchen-Geschichte (nicht wiederbefüllbare Flacons), oder die wahnwitzige Zimtschneckennummer (keine dänischen Zimtschnecken mehr nach einem alten, traditionellen Weihnachtsrezept) oder die Amazon-Strafvorschrift, die ab Juni 2014 in kraft treten soll: Pakete sollen nur mehr kostenpflichtig zurückgesendet werden dürfen.

  23. Rennziege

    @gms
    @WC
    Nur zum Thema Esperanto: An diese Sprachkrücke erinnert sich wohl nur unser geliebter WC, der vorletzte Fan einer totalitär gleichgeschalteten Erdkugel. Diese Schnapsidee musste von niemandem umgebracht werden, denn Esperanto war eine Totgeburt.
    Gerade bei meinem alten Herrn zu Gast, fragte ich ihn, ob er etwas über Esperanto wisse. Naa, sagte er, das Wort sei ihm einigermaßen bekannt — aus Erzählungen seines (also meines Groß-) Vaters. Der sei, anno 1955 ff. in der Klagenfurter Bahnhofstraße auf dem täglichen Schulweg an einer Tür vorbeigekommen, auf der stand: “Esperanto-Verein der Kärntner Eisenbahner” oder so ähnlich. Und zu keiner Tageszeit habe er dort irgendwen rein- oder rauskommen oder einen Lichtschein hinter der Scheibe gesehen. Neugierig, wie junge Kärntner damals (sic!) waren, hat der gaaanz alte Herr dann ab und zu die dortige Klingel betätigt.
    Doch niemals ward ihm das Tor zur neuen Weltsprache aufgetan; keine Seele war da, und ein Jahr später wurde daraus eine Trafik. — Worin eine unheilschwangere Frage dräut: Ist WC eventuell auch der vorletzte Raucher?

  24. gms

    Mourawetz,

    “Pakete sollen nur mehr kostenpflichtig zurückgesendet werden dürfen.”

    Dem ist nicht so. Der Händler kann auf Übernahme der Kosten für die Retoursendung durch den Kunden bestehen, muß dies aber nicht. Amazon teilt mit, angesichts der neuen Verordnung die bisherige Praxis beizubehalten, während kleinere Anbieter angaben, den Kunden hinkünftig eher zur Kasse zu bitten.

    Gravierender scheint mir jedoch die Neuregelung, wonach der Händler ausschließlich und immer für jedes Transportrisiko haftet. Sei’s d’rum — unterm Strich ist das Ganze einmal mehr eine großflächige Entmündigung der Konsumenten, sich mit ihren Händlern selbst Konditionen auszuschnapsen und je nach Anlaßfall das Risiko mal so oder eben anders zu teilen. Angesichts der hierfür in den Bestellmasken nötigen zwei, drei Checkboxes mit sofortiger Neuberechnung des Gesamtpreises und umgehender Bestellbestätigung per Mail, können nur die Verbohrtesten der Dressurelite redlich mit einer Überforderung der Konsumenten argumentieren.
    Hinz und Kunz brennen also brav und lustvoll für’s aufgepimpte Susi-Sorglos-Paket, das sie niemals abwählen können, während Inhaber von Gewerbescheinen zunehmend gezielt als Nicht-Konsumenten auftreten, um sich beim Einkauf die eingepreiste elendigliche Zwangsbeglückung zu ersparen, welche in die eine oder andere Flasche Rotwein allemal besser investiert ist.

    Wie sagte in den 80ern ein Prof von mir: “Das Konsumentenschutzgesetz – von Idioten für Idioten.”

  25. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>> Politik ist Emotion, und Emotion führt zur Muttersprache. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Na endlich spricht mal wer dieses Thema an.
    Emotion ist der Nährboden für skrupellose Populisten und Demagogen, die nichts mehr fürchten als sachorientierte Politk.

    Emotion darf in der Politik keinen Platz haben. Gerade deshalb wird man, wenn man sich mal die Debatten im Europaparlament anhört, unschwer feststellen, dass dort überwiegend Sachpolitik gemacht wird, weil die Simultandolmetscher die Reden der Mandatare sachgemäß übersetzen. Nationale Parlamente dagegen hören sich an wie Schmierenkomödien.
    Wenn man Übersetzungen von Reden hört oder liest, richtet ist das Hauptaugenmerk ausschließlich auf das Sachthema und nichts anderes gerichtet.
    In der Praxis ist es eher so, dass gerade eine gemeinsame Sprache viel mehr Missverständnisse produziert.
    Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen kommunizieren meist mit viel mehr Respekt und Wertschätzung voreinander als gleichsprachige.

  26. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Für den Bestand einer Gesellschaft braucht es zwingend der verbindenden Elemente. Sprache als eine der vier Säulen menschlicher Kultur ist dabei besonders maßgeblich. Aus verbindenden Elementen erwächst Solidarität und aus dieser erst jene Toleranz, welche diese Bezeichnung auch verdient. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Eine gemeinsame Sprache erzeugt weder Solidarität noch Toleranz, sondern viel eher Missgunst, Neid und Gehässigkeit.

  27. Mourawetz

    @gms:
    Sie haben recht. Bislang war es den Versandhäusern verboten, für Rücksendungen Gebühren zu verlangen. Das ist doch ziemlich einmalig in der Geschichte der europäischen Verbotskultur, dass eine Vorschrift abgeschafft wird, man glaubt es kaum! Dieses Beispiel kann sich die EU zum Vorbild nehmen und sich gleich selbst abschaffen. Denn nichts ist überflüssiger als eine Institution, die einsieht, wie überflüssig die von ihr generierten Vorschriften sind. Zu dieser Einsicht muss die EU noch kommen, den ersten Schritt dorthin hat sie schon geschafft.

  28. gms

    WC,

    “weil die Simultandolmetscher die Reden der Mandatare ..”

    Jetzt wird’s völlig absurd. Wen interessieren die Mandatare? Und wenn sie uns interessieren sollten, weshalb zum Henker loben Sie das Wirken der Dolmetscher, wenn Sie zugleich behaupten, Esperanto oder Englisch für alle, die jemals in Sachen Politik den Mund aufmachen wollen, erfüllten denselben Zweck?

    Begreift man Politik als mehr als das Abgeben seiner Stimme alle heiligen Zeiten, so inkludiert sie einen Meinungsbildungsprozeß bei den Bürgern, noch lange bevor im Parlament ein Mikrophon aktiviert wird. Keine Ahnung, wie Sie vorgehen, aber ich bilde mir meine Meinung nicht, indem ich Simultandolmetschern im EU-Parlament zuhöre. Auch kann ich mir das Lachen nicht verkneifen bei der Vorstellung, ein potentiell hohes Tier der EU würde sich wahlwerbend Bürgern in 28 Ländern stellen und dabei sowohl verstehen als auch verstanden werden, wenn es über den Austausch von Standardphrasen hinausgeht. Ohne Dialog gibt es keine Politik, und ist im Dialog der Wurm d’rin, ist er’s auch in der Politik.

    “Emotion darf in der Politik keinen Platz haben.”

    Menschen haben Emotionen, Menschen sind von Politik betroffen. Menschen artikulieren ihre Vorstellungen, Wünsche und Hoffnungen, und sie tun dies nicht, indem sie auf Esperanto nüchtern Zahlen von vorbereiteten Listen ablesen, die ein Technokrat am anderen Ende der Welt in eine Zauberformel speisen könnte, aufdaß mit dem ausgespuckten Ergebnis alle irgendwie einverstanden wären. Ich persönlich halte nichts von Protesten, Demonstrationen, Streiks oder vergleichbaren Aktionen zur Artikulation von Interessen, doch die Annahme, Menschen folgten dem Prinzip “Sine studio et ira”, oder könnten sich in absehbarer Zeit dorthin entwickeln, ist weltfremd.

    So mag man sich im fernen Brüssel total emotionslos darüber austauschen, ob 4.5 oder 4.8 Liter Spülvolumen im künftigen Normhäusl das Maximalmaß aller Dinge sein darf, doch dem betroffenen Bürger geht diese Art von Debatte aus völlig anderen Gründen am Arsch vorbei, weshalb er es auch nicht bei einem artigen “i’m not amused” belassen wird.

  29. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Ohne Dialog gibt es keine Politik, und ist im Dialog der Wurm d’rin, ist er’s auch in der Politik. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Dialog gibt's überall, sogar in der UNO. Nur dass diese über kein demokratisch gewähltes Parlament verfügt.

  30. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> doch dem betroffenen Bürger geht diese Art von Debatte aus völlig anderen Gründen am Arsch vorbei <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    …….. weil der Bürger politisch desinteressiert ist. Nur wenn er sich in irgendeiner Weise übervorteilt fühlt, bringt er seinen Unmut dadurch zum Ausdruck, indem er einen Demagogen wählt, von dem er sich eine Erlösung erträumt.
    Aber aktiv sich für eine Sache zu engagieren – das ist wohl des Bürgers Sache nicht. Da müsste man ja auch etwas tun.

  31. gms

    WC,

    [ doch dem betroffenen Bürger geht **diese Art** von Debatte aus völlig anderen Gründen am Arsch vorbei ]

    “weil der Bürger politisch desinteressiert ist.”

    Dem Bürger ist (ich wiederhole mich) **diese Art** von Debatte egal. Es interessiert ihn nicht, ob Gouvernanten nun 4.5 oder 4.8 Liter Wasser zum Klospülen ausreichend halten, 900 Watt zum Staubsaugen, 3 Cent als maximale Roaminggebühren, ob sie 10 oder 15 Arten von Getreide aus einer umfassenden Registrierungspflicht ausnehmen, etc. pp., weil sie nämlich die Bevormundung selbst ablehnen.

    Man mag mit Bauchweh vielleicht eine Regelung zur Gurkenkrümmung als Sachpolitik durchgehen lassen, die überwiegende Mehrheit der aus Brüssel kommenden Politik umfaßt aber Verbote und Zwänge zur Gestaltung von Verhältnissen zwischen Menschen.

    Die Bürger sind nicht desinteressiert, sie wollen in Ruhe gelassen werden! Sie bringen sich deswegen nicht in den politischen Prozess ein, weil sie keine Notwendigkeit für weitere Schlingen um ihre Hälse sehen. Erst die Einengung der Handlungsoptionen der Bürger durch anmaßende Volksbeglücker schafft Raum für Demagogen, die den mehr als berechtigten Unmut der Bürger für eigene Zwecke kanalisieren.

  32. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Einengung der Handlungsoptionen der Bürger durch anmaßende Volksbeglücker schafft Raum für Demagogen, die den mehr als berechtigten Unmut der Bürger für eigene Zwecke kanalisieren. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Die Einengung der Handlungsoptionen der Bürger war in den Jahren von 1939 – 45 am größten und auch in den 50er und 60er Jahren immer noch gewaltig, wurde aber im Laufe der Zeit Schritt für Schritt reduziert. Ich kann mich nicht an eine Zeit erinnern, in der der Bürger mehr Handlungsoptionen als heute hatte. Das Problem ist nur, dass es viele gibt, die davon keinen Gebrauch machen oder vielleicht auch gar nicht wissen, was sie damit anfangen sollten, weil sie niemals etwas anderes lernten als Befehle zu empfangen und auszuführen.

  33. gms

    WC,

    ” .. weil sie niemals etwas anderes lernten als Befehle zu empfangen und auszuführen.”

    Bei Ihrem Menschenbild ist völlig verständlich, weshalb Sie die Bürger lieber in Zwangsjacken und ferngesteuert sehen wollen, als frei und selbstbestimmt. Hier ein ernstgemeinter Rat ohne jede Polemik oder Ironie: Wenn Sie für die EU werben wollen, dann hören Sie auf, Ihre kruden Ansichten zu verbreiten.

    Daß EU-Phoriker so ähnlich ticken wie Sie, war schon vorher klar, aber Ihre Anhäufung aus Angst, Frust und Überkompensation ist schon eine eigene Gewichtsklasse für sich.

  34. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Bei Ihrem Menschenbild ist völlig verständlich, weshalb Sie die Bürger lieber in Zwangsjacken und ferngesteuert sehen wollen, als frei und selbstbestimmt <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Freie und selbstbestimmte Menschen werden wir nie bekommen, so lange sie nicht lernen, damit umzugehen. Und ganz besonders in Österreich geht der Trend leider in die Gegenrichtung, wie man ja am 20. Jänner deutlich feststellen zu können. Statt Selbstbestimmung, müssen die jungen Menschen weiterhin Gehorsam und Drill lernen. Freizügigkeit und Selbstbestimmung sind immer noch nicht mehrheitsfähig in diesem Land.

  35. Stefan Wehmeier

    “”Wohlstand für alle” und “Wohlstand durch Wettbewerb” gehören untrennbar zusammen; das erste Postulat kennzeichnet das Ziel, das zweite den Weg, der zu diesem Ziel führt.”

    “Der Markt ist besser als der Staat.”

    Ludwig Erhard

    Auch wenn der angebliche “Vater der sozialen Marktwirtschaft” (der echte war der Freiwirtschaftler Otto Lautenbach, der leider zu früh verstarb) nicht wusste, wie die echte Soziale Marktwirtschaft (nicht eine kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem “Sozialstaat”, sondern eine freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus, die den Sozialstaat zur Finanzierung kapitalismusbedingter Massenarbeitslosigkeit gar nicht nötig hat, weil sie prinzipbedingt und unabhängig vom jeweiligen Stand der Technologie für natürliche Vollbeschäftigung sorgt) zu verwirklichen ist, kannte er immerhin den Weg…

    Persönliche Freiheit und Sozialordnung

    …und das Ziel:

    Marktgerechtigkeit

    Dass die seitdem immer weiter auf dem Holzweg gewandelten “Spitzenpolitiker” das längst verlorene Ziel heute aus eigener Kraft finden, kann ausgeschlossen werden; denn je höher die “gesellschaftliche Position” in einer a priori fehlerhaften (kapitalistischen) Marktwirtschaft, desto geringer ist in der Regel das Begriffsvermögen des jeweiligen Patienten gegenüber dem eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation, der freien Marktwirtschaft (klassisch: Paradies) ohne Privatkapitalismus (klassisch: Erbsünde) – in der generell das negative Prinzip “Macht ausüben” durch das positive Prinzip “Kompetenz beweisen” ersetzt wird.

    Wir sehen also, dass sich Machtausübung (über andere Menschen, nicht über Dinge) und Kompetenz gegenseitig ausschließen; und die klassischen Bedeutungen in den Klammern entlarven die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) als eine Institution zum Machterhalt – und damit zum Erhalt längst unnötiger Inkompetenz, die aus den Bewohnern dieses kleinen blauen Planeten das gemacht hat, was wir heute sind:

    Wohlstand für alle

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