Ein Albtraum aus Nationalismus und Orthodoxie

“….und Orthodoxie Wer glaubt, in Griechenland, der Ukraine oder auf dem Balkan würden blühende Bürgergesellschaften entstehen, verkennt die Realität. Dort prägen immer noch antiwestliche Traditionen die Mentalität….” (Gute Analyse der “Welt“)

8 comments

  1. Fragolin

    Der Generalirrtum des Westens ist, dass wir glauben, die ganze Welt würde nur auf unser Gesellschaftsmodell warten und es freudig übernehmen, wenn wir mit Dollar oder Drohnen kommen, um es zu etablieren.
    Viele Völker respektieren aber unsere Gesellschaftsform nicht, sie setzen auf Clan- oder Stammesstrukturen, Führungspersönlichkeiten und demonstrative Stärke. Wir können diese Völker nicht mit unserem System zwangsbeglücken – ein Putin hat in Russland die Mehrheit hinter sich und auch ein Assad ist mit einer demokratischen Mehrheit ausgestattet. Die Personen können wir austauschen, aber das System nicht. Sonst passiert Libyen oder Ägypten, das erst durch einen Militärputsch vor dem Schicksal eines fanatischen Kalifats gerettet wurde.
    Und wir können Menschen, die unsere Gesellschaftsform geringschätzen, nicht in diese Gesellschaft integrieren. Sie werden bei uns immer Parallelstrukturen schaffen.
    Nur leider begreift das keiner.

  2. waldsee

    der westen fühlt sich als arzt ,der glaubt überall beliebt zu sein und mit seinem medikament —demokratie—alles heilen zu können .

  3. Thomas Holzer

    Es gibt halt einfach kein einheitliches Gesellschaftsmodell für die so unterschiedlichen Völker, Gesellschaften auf dieser Welt.
    Je eher “der Westen” dies begreift, desto besser für ihn und die Welt.
    Schon vor Jahren hat dieses Faktum ein Herr Huntington mit bestechender Simplizität, dafür aber umso größere Wahrheit beinhaltend, beschrieben

  4. Marcel Elsener

    Wenn aber die Bürgergesellschaft in diesen Ländern und Regionen so unbeliebt ist, weshalb sollten wir sie deren Bürgern dann aufzwingen?

    Bei seiner Analyse vergisst Herr Seewald diese grundlegende Frage zu beantworten, denn die Antwort wäre ganz leicht: Man lässt die Griechen in Ruhe, damit sie selbst nach ihrem eigenen Ermessen weiterwursteln können. Das nennt man Freiheit und ist übrigens ein wesentliches Element der Bürgergesellschaft.

    Was die westliche Bürgergesellschaft anbelangt, sollten sich gerade die Westeuropäer nicht aufs hohe Ross setzen. Die erodiert nämlich zusehends und wird durch eine staatliche Funktionärs- und Umverteilungsdiktatur ersetzt, welche den Bürger immer stärker ausbeutet, gängelt und bis in privateste Bereiche hinein bevormundet. Der selbstbestimmte Bürger hat bald nicht mehr allzuviel zu sagen hierzulande; vielmehr werden Untertanen kräftig gefördert, die brav jede Einmischung von oben akzeptieren und von staatlichen Transferzahlungen abhängig sind. Dieser Untertan wird auch stets das Kreuzlein an der richtigen Stelle auf dem Wahlzettel anbringen, denn sonst verliert er alles im obrigkeitsgesteuerten Bevormundungs- und Umverteilungssystem.

    Aber solche Analysen übersteigen wohl den intellektuellen Horizont der heutigen Feuilletonisten, die lieber ihre eigenen nichtigen Befindlichkeiten ausbreiten, anstatt sich an der Realität zu orientieren.

  5. Fragolin

    @Marcel Elsener
    “Wenn aber die Bürgergesellschaft in diesen Ländern und Regionen so unbeliebt ist, weshalb sollten wir sie deren Bürgern dann aufzwingen?”
    Genau DAS ist die Frage!
    Der Verdacht bleibt, dass es sich nur um einen Vorwand handelt, hinter dem sich die wahren Interessen leicht verstecken lassen.

  6. sokrates9

    Halte es auch für dämlich, aus den Griechen “die besseren Deutschen” zu machen: 48 Wochen im Jahr wie dämlich buddeln, um dass 4 Wochen ” die Sau ” rauszulassen! Der Grieche: trinkt seinen Retsina, liegt unter dem Olivenbaum und kennt den Begriff ” burn out” nur vom Hörensagen..

  7. Thomas Holzer

    “Der Verdacht bleibt, dass es sich nur um einen Vorwand handelt, hinter dem sich die wahren Interessen leicht verstecken lassen.”

    Und Sie lassen uns sicherlich an Ihrem Wissen über die “wahren Interessen” teilhaben 😉

  8. wienerwerner

    “der Grieche” liegt im Schatten des Olivenbaums….gut
    Aber seit der “Waehrungsunion” zahlen arbeitende Europaerer den Retsina…

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