Ein Blaues Auge für die Blockparteien

(WERNER REICHEL) Betroffene Politiker, besorgte Journalisten, hilflose Erklärungsversuche:  Aufregung in der geschützten politisch-korrekten Werkstatt Deutschland. Politiker und Journalisten sind gleichermaßen aufgeschreckt. Die fetten Jahre scheinen endgültig vorbei, die AfD hat wie erwartet in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zweistellige Ergebnisse eingefahren. Über viele Jahre war man ganz unter sich, nun haben sich trotz der vereinten medialen und politischen Hetzkampagnen die rechten Kellerkinder ins politische Rampenlicht und an die Futtertröge in den Landtagen gedrängt. Jetzt muss man die politische Komfortzone verlassen und sich tatsächlich mit andern politischen Ideen auseinandersetzen. Da hilft es auch nichts, wenn die etablierten Kräfte, so wie am Wahlabend, die AfD einfach zur undemokratischen Kraft erklären, mit der man nichts zu tun haben möchte. Ganz schlechte Idee. Die deutschen Parteien sollten sich mit dem Aufstieg der FPÖ unter Jörg Haider auseinandersetzten. Das könnte helfen.

Als Erklärung für den Wahlerfolg der AfD hört man an diesem Wahlabend aller Orten, dass die Rechtspopulisten eben die einfacheren Antworten zu Flüchtlings- und Finanzkrise anbieten, sprich viele Wähler Idioten sind. Solche Begründungen von Politikern zu hören, die entweder gar keine Lösungen haben, auf falsche und zumeist ebenfalls simple Strategien (Wir schaffen das) setzen oder sogar selbst für diese Krisen (mit)verantwortlich sind, ist einigermaßen absurd und anmaßend. Die politischen Versager zeigen auf die AfD und rufen: „Haltet den Dieb!“ Zudem sollten politische Konzepte nicht danach beurteilt werden, ob sie einfach oder komplex sind, sondern ob sie funktionieren oder nicht.

Diese Ignoranz der politisch-korrekten Elite ist nun abgestraft worden.  Angesichts des Versagens der etablierten Parteien in allen wichtigen Zukunftsfragen verwundert es, dass Mainstreammedien und etablierten Parteien über den Erfolg der AfD verwundert sind. Acht von zehn Wählern in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben sich trotz der desaströsen deutschen Flüchtlings-, Finanz- und Europapolitik für die Blockparteien entschieden. In Sachsen-Anhalt, wo die Bevölkerung den real existierenden Sozialismus noch selbst erleben musste, hat die AfD rund ein Viertel der Stimmen erzielt. Das sind, auch im Vergleich zu anderen europäische Staaten, keine besonders spektakulären Ergebnisse, zumal alle etablierten deutschen Parteien inkl. CDU politisch mehr oder weniger weit links von der Mitte stehen. Wer ein so großes politisches Feld völlig unbeackert lässt, sollte sich vor allem angesichts der aktuellen Probleme nicht wundern, dass es von einer Partei und zum Teil auch von der FDP erfolgreich besetzt wird. Der Spiegel wirft Merkel vor, „es zugelassen zu haben, dass sich die AfD endgültig rechts der Union etabliert hat.“ Was angesichts der linken Politik von Merkel keine Kunst ist. Deutschland ist ein Nachzügler. Fast überall in Europa erkennen immer mehr Bürger angesichts der multiplen Krisen, dass der Neosozialismus nicht die Lösung, sondern das Problem ist. Insofern sollten die linken Parteien in Deutschland froh sein, noch immer von so vielen Menschen gewählt worden zu sein.

 

 

 

41 comments

  1. aneagle

    Neoprogressive teilen mit Progressiven noch immer das gleiche Geschäftsmodell- sie rechnen damit weit intelligenter zu sein als ihre Wähler. Bisher rechnet sich das mit ca 70%iger Wahrscheinlichkeit, Tendenz fallend. Alle, die heute ein “gemäßigt” totalitäres (Wunsch)Denken an den Tag legen, sollten in Betracht ziehen, dass weder die Nationalsozialisten noch die DDR eine demokratische Erfolgsgeschichte wurden und sogar Amerika froh sein konnte, die McCarthy Ära relativ unbeschadet überstanden zu haben. Den Asylbewegten in den europaweit agierenden Staatskanzleien sollte in ihrem Selbstbild doch auffallen, dass auch starrsinnige (Wohl)Täter in jedem Fall Täter sind. Und Tätern sind die Opfer egal. Ihr Stimmvieh hat es jedenfalls zu 30% bereits begriffen.

    Und wer von sich meint, neben politstrategischen Machtspielen tatsächlich helfen zu wollen, kann sich hier ein vernünftiges effizientes unspektakuläres Beispiel nehmen:
    http://www.israeltoday.co.il/NewsItem/tabid/178/nid/26027/Default.aspx

  2. Selbstdenker

    Anbei ein sehr empfehlenswerter Film, der die Entstehung von Occupy Wallstreet beleuchtet:
    https://www.youtube.com/watch?v=KrwUVP_VgWo

    Interessamt ist die enge Verquickung von Politik, Medien und gesteuerten online- bzw. offline-Aktivismus. Die Vorgänge in Europa folgen einem sehr ähnlichen Drehbuch.

    Meiner Meinung nach haben wir es mit der Globalisierung des Neoprogressivismus zu tun. Es ist nicht eine Verschwörung einiger weniger, sondern das Ausrollen einer toxischen Ideologie mit verblüffend ähnlichen Hoax-Methoden.

    Die Leute werden bei ihren Emotionen und Reflexen abgeholt und instrumentalisiert. Gut zu wissen ist auch, dass die Social Media Giganten Twitter und Facebook eng mit neoprogressiven Bewegungen verbunden sind. Sie sind in der Lage
    a) Empörungswellen zu steuern
    b) Befindlichkeiten und dahinterliegende Gesetzmäßigkeiten der User zu analysieren
    c) Die Anonymität unliebsamer User preiszugeben (doxxing)
    d) Kritische Stimmen zu zensurieren (z.B. via Shadow-Banning)

    Den Begriff Lügenpresse sollte man auf Lügenmedien ausdehnen.

    In Deutschland hat es glücklicherweise zumindest ein Teil der Bevölkerung begriffen; viele andere müssen offenbar noch einschlägige persönliche Erfahrungen machen.

  3. Christian Peter

    Ein blaues Auge ? Dieses Ergebnis war ein Desaster für die Altparteien – alles andere als ein rascher Rücktritt Merkels samt Neuorientierung der Politik wäre ein Selbstmordkommando.

  4. Mona Rieboldt

    Die AfD ist erst ein Jahr alt, so wie sie jetzt ist nach dem Abgang von Lucke. Dafür hat sie großen Erfolg gehabt. Es ist auch gut, wenn sie in die Opposition geht, da kann sich die Partei intern stabilisieren, da es noch Richtungskämpfe innerhalb der Partei gibt.

    Grüne und SPD haben jeweils um 10% verloren gegenüber den letzten Wahlen. Ausnahme Kretschmann (Grüne) und Malu Dreyer (SPD)

  5. Falke

    Wenn man die Reaktionen der deutsche Spitzenpolitiker auf die Wahlergebnisse hört, muss man unseren heimischen Politikern Abbitte leisten: die Deutschen sind noch um eine Stufe dümmer. Zuerst einmal waren alle großartige “Wahlsieger”, weil ja jede der Verliererparteien einen Ministerpräsidenten gehalten hat. SPD-Vize Stegner nannte die katastrophalen Verluste seiner Partei “Unebenheiten”. Allgemein wurden die AfD und ihre Wähler weiterhin als Rechtspopulisten und Neonazis beschimpft, die man jedenfalls ignorieren und ausgrenzen müsse (wohl nach dem Beispiel Vranitzky-Haider, aber so weit denkt sicher niemand der gestrigen Dumpfbacken-Politclowns). Erschreckend dumm übrigens Ursula von der Leyen, ihre intellektuelle und rhetorische Unbedarftheit kam so richtig neben der geistig und rednerisch sehr regen Beatrix von Storch zur Geltung. Weitere absurde Spitzenmeldungen der Verliererparteien:
    – “Fast 25% AfD in Sachsen Anhalt? Das heißt ja, dreiviertel der Wähler wollen euch nicht!”
    – CDU-Haseloff: “Schuld sind die Medien durch ihre Berichterstattung über die Silvesternacht in Köln”
    – SPD-Stegner: “Schlechte Wahlergebnisse der SPD wegen des Streits CDU-CSU”
    – Grüne Göring-Eckart: “Visafreiheit für die Türken? Sehr gut! Dann können 70 Mio Türken zu uns kommen, um zu sehen, wie ein demokratischer Rechsstat funktioniert”
    – ARD-Kommentar: “Der völkisch-rassistische Populismus hat die politische Bühne betreten. Wenn alber alle demokratischen Parteien zusammenstehen, dann hält Deutschland auch die AfD aus”.

  6. Lisa

    Alles, was Tendenz hat sich zu verbünden, hats offensichtlich nötig: freiwillig den Individualsmus und das eigenständige Denken abzulegen, damit man im faschistoiden (fascio sit das Litotenbündel: gemeinsam sind wir stark) Verband mehr Macht bekommt, lässt auf eine grundsätzlich vorhanden Furcht schliessen. Ich wähle nie Parteien. Meines Erachtens könnte man die auch abschaffen, denn nicht eine einzige vertritt alle Interessen aller ihrer Wähler.zit: Es “sollten politische Konzepte nicht danach beurteilt werden, ob sie einfach oder komplex sind, sondern ob sie funktionieren oder nicht”. Ob sie funktionieren, sieht man leider erst nach einiger – und da muss man die restlichen Jahre mit ihnen zurechtkommen. Der Erfolg “populistischer” Propaganda hängt ja auch damit zusammen, dass sie “terribles simplificateurs” sind und damit den Wählern durch ihre Erklärungen Sicherheit versprechen, eine Sicherheit, die es heute weniger denn je geben kann angesichts der globalen Vernetzung, Bedrohung, Wirtschaft, Mobilität und Kontrolle. Alles weltweit. Die Zeiten von Stadtmauern und Dorfgemeinschaften, von klar strukturierten Ständegesellschaften sind in hochindustrialisierten Ländern vorbei: zu komplex und voneinander abhängig ist heute die ganze Weltbevölkerung. Und da gemeinsame Feinde schon immer den besten Zusammenhalt brachten, muss man schon auf Ausserirdische fokussieren, damit sich die Menschheit als Einheit solidarisiert…

  7. A.Felsberger

    Sehr witzig, Herr Reichel. Und die FPÖ ist was in Ihren Augen? Eine rechte Partei? Träumen Sie nur weiter…..

    PS: Für mich sind solche Kommentare einfach ein Beispiel dafür, wie jeder versucht, Ereignisse mit Gewalt in seine Weltsicht einzufügen. Die FPÖ hat mit einer rechten Partei rein gar nichts zu tun, ihre Töne werden immer sozialistischer und schriller. Offensichtlich hat Herr Reichel ein Problem damit, dass es Rechtsparteien weit und breit keine mehr gibt. Das alte Leiden der Natoinal-Liberalen: Sie wollen nicht begreifen, dass sie längst verloren haben….

  8. aneagle

    von den Neuankömmlingen in den Landtagen und später wohl auch im Bundestag viel zu erwarten ist naiv. Eine Antwort allerdings, erhoffe ich mir auf eine im Bundestag noch zu stellende öffentliche Frage:
    Für wen arbeitet die Frau, die wir mit unserem Wohl beauftragt haben und sie dafür monatlich bezahlen?

  9. Thomas Holzer

    “………….ihre Töne werden immer sozialistischer und schriller.”

    Sozialistisch waren die Töne der FPÖ schon immer, schriller werden sie, ja, das stimmt.

  10. Graf Berge von Grips

    Gestern in ARD, ZDF etc mathematische Beispiele für Koalitionen. Und nirgends kam die AfD vor. … Man wird dazulernen m ü s s e n ….

  11. waldsee

    @felsberger
    ich teile völlig ihre ansicht.hitler wurde 1945 besiegt.wem nützt nun der ständige nazihinweis
    wirklich.diejenigen ,die am häufigsten und am lautesten “nazi” schreien,sind auch die,die hunderttausendfach vernichtunsantisemiten ins land holen und stets sehr wohlwollend beurteilen.das gleiche. gilt auch für den begriff rassismus. verrät das tun das eigentliche denken und wollen?

  12. mariuslupus

    Die Kommentare der Exponenten der Blockparteien zeigten das bereits bekannte, nach unten nicht zu unterbietende Unvermögen in logischen Kategorien zu denken. Alle Äusserungen der Vertreter der Neuen-Merkel-SED waren ausnahmslos arrogant, überheblich, bestenfalls verunglimpfend. Der einzige Inhalt war die zombiehafte Drohung der Untoten, “wir werden die AfD verhindern”, bzw. mit der AfD alle die nicht der gleichen Meinung sind wie wir. Altes kommunistisches Axiom “wer nicht mit uns ist, ist gegen uns, aber er bringt uns vom rechten Wege nicht ab.” Auch diese Wahlen mit 75 bis 80% zufrieden Befürwortern des Vorgehens der Groskanzlerin wird an der politischen Grosswetterlage nichts ändern.
    Merkel kann einen grossen Erfolg feieren. Es ist ihr gelungen die ganze Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die sog. “Flüchtlingskrise” erfolgreich zu lenken. Alle ihre bisherigen Versagen konnte sie mit der Migrationsdebatte zudecken.
    Höchste Zeit einen gemeinsamen Parteitag aller Blockparteien, CDUCSUGrüneLinkeSPD, einzuberufen und eine Einheitspartei auszurufen. Selbstverständlich mit Vorsitzender Merkel, als erster sozialistischer Kanzlerin in der Geschichte Deutschlands. Von den Delegierten per Aklammation gewählt. Ziel und Pateiprogramm der neuen Einheitspartei – Kontinuität, keine Wahlen mehr, Entscheidungen trifft das Zentralkomitee.

  13. gms

    A.Felsberger,

    “Sehr witzig, Herr Reichel. Und die FPÖ ist was in Ihren Augen? Eine rechte Partei? Träumen Sie nur weiter…..”

    Ihr eigener billiger Scherz wird Ihnen alptraumhaft im Hals stecken bleiben, so Sie versuchsweise aufzeigen möchten, mit welchem Satz, Wort oder gar mit welcher Silbe Herr Reichel die FPÖ in seinem Artikel als rechte Partei bezeichnete.

  14. Fragolin

    @Graf Berge von Grips
    Die Systemparteien bezeichnen die AfD weiterhin als demokratiefeindlich, und das obwohl auch heute in der Pressekonferenz (übrigens sehr eloquent) die AfD zum x-ten Male als Kernforderung ihres Parteiprogrammes die Ausweitung der direkten Demokratie und das zwingende Abhalten von Referenden bei wichtigen Themen genannt hat. Die Herrscher wehren sich mit Händen und Füßen egegn ein Mitspracherecht des Stimmpöbels; dieser soll alle paar Jahre sein Kreuzerl schmieren und ansonsten die Klappe halten.
    Die PK der CDU, mit einer vor Selbstüberschätzung und Abgehobenheit fast platzenden Merkel, die sich (erwartungsgemäß) bestätigt fühlt und ohne Abstriche an ihrer Politik festhält, war dagegen ein Panoptikum der Peinlichkeit. Merkels Lehre: “Die Wähler haben uns nicht richtig zugehört!” Richtig, der Wähler ist Schuld, wenn er die Gloriosität ihres Handelns nicht begreift und nicht sie selbst, weil sie den Wähler weder zu Wort kommen lässt noch ihm zuhören will. Da muss man fragen, wer hier außerhalb der Demokratie steht.
    Sichtlich am Boden Seehofer, zerrissen zwischen der Zwangsehe mit der CDU, wohl wissend dass Merkle ihn mit in den Abrund reißt und einer Politik, die ihn eigentlich der zum Paria erklärten AfD näher bringt als der angeblichen “Schwesterpartei”. Die Frage ist, ob das Bündnis CDU/CSU den Starrsinn Merkels überlebt oder die CSU mit Merkel untergeht, weil die Bayern zur AfD überlaufen wenn sie das Gefühl haben, dass die CSU nur noch der zahnlose Steigbügelhalter der CDU ist.
    Es wird interessant die nächsten Tage. Allein der Schleuderkurs der Berichterstatter, die Stammelei der Erklärbären, die widersprüchlichen bis hilflosen Versuche, eine einfache Entwicklung zu erklären, ohne dabei die erklärenden Worte zu verwenden und die Realität anzuerkennen, dürfte lustig werden. Und von Maischberger bis Anne Willundkannnicht haufenweise Blabla; bis jetzt hört und sieht man noch nichts von den Grünen; Roth, Künast und Özdemir brüten im Hinterzimmer wohl noch über eine Strategie, wie sie den fulminanten Untergang in 2 Bundesländern erklären sollen und dass der Sieg im dritten nur möglich war, weil sich der dortige Spitzenkandidat seinen Bundesvorstand weit genug vom Hals gehalten hat…

  15. gms

    Selbstdenker,

    ” [/pictures-migrants-place-babies-on-train-tracks-demand-racist-europe-open-its-borders/ ]
    Passive-Agressive…”

    Absolut richtig festgestellt. Dasselbe noch druckfrisch aus anderen sattsam bekannten Werkstätten:

    Für Europa: twitter.com/CFR_org/status/708416011171721218
    Für die USA: twitter.com/CFR_org/status/708427387059478528

    So ist das mit der Macht der Bilder und artifiziellen Narrativen. Stewart M. Patrick, Senior Fellow and Director of Program on International Institutions and Global Governance bringt die Genese der heutigen Malaise im September sogar in einem einzigen Absatz auf den Punkt: ‘The migration crisis of 2015 makes for somber reading. Seven hundred migrants drowned crossing the Mediterranean from war-torn Libya. Last week, Austrian authorities made the grisly discovery of seventy-one corpses in a truck. Most recently, the body of a three-year-old Syrian boy washed up on a Turkish beach, sparking international outcry.’ [1]

    Zwei Sujets in Endlosschleife und ein einziges Bild mit gar dubiosen Hintergründen oben drauf , und schon dreht sich die Welt wieder linksrum. Propaganda wirkt. Sie tut dies aber insbesondere deshalb, weil die wenigsten akzeptieren wollen, es gäbe hierfür quellentechnich ein Zentrum, das sowohl Agenda wie auch zweckdienliche Beipackbilder beauftragt und ventilliert.

    [1] blogs.cfr.org/patrick/2015/09/03/world-on-the-move-understanding-europes-migration-crisis/

  16. Thomas Holzer

    jetzt fehlt nur noch der live-stream dieses “Ausbruchsversuches” aus Idomeni, oder gibt es den gar schon?!

  17. Selbstdenker

    @gms:
    “Most recently, the body of a three-year-old Syrian boy washed up on a Turkish beach, sparking international outcry.”

    Man spielt bewusst mit Emotionen: sei es durch das Aufgreifen / Produzieren entsprechender Bilder oder durch das Streuen entsprechender Gerüchte (siehe Occupy Unmasked weiter oben). Ob die Bilder stimmen oder überhaupt zum Kontext passen ist völlig nebensächlich: es geht ausschließlich um die Wirkung.

    À propos Bilder: ob hier die Migranten (in vielen Fällen Analphabeten) das gleiche verstehen als die Deutschen?
    http://www.breitbart.com/london/2016/03/11/government-funded-website-teaches-migrants-how-to-have-sex/

    Ihre Links sind durchwegs aufschlussreich. Ich bin jedoch der Meinung dass die USA nicht gleich die USA sind: dieses Land ist tief gespalten. Auch wenn aktuell die Globalisten am Ruder sind, heisst das nicht automatisch, dass es so bleiben müsste.

    B. Obama ist als ehemaliger(?) Community Organizer mit den Methoden von Saul Anlinsky bestens vertraut und H. Clinton hat sich in ihrer Bachelor Arbeit sogar mit dem Alinsky Model auseinandergesetzt:
    http://archive.frontpagemag.com/readArticle.aspx?ARTID=27822

    Woher der Wind bläst, lässt sich am methodischen Geruch unschwer erkennen. Ich behaupte aber, dass sich in den USA gerade eine enorme Opposition gegen den Globalismus zusammenbraut.

  18. Selbstdenker

    Erneuter Versuch, da mein Kommentar gerade in der Quarantäne hängt:

    @gms:
    „Most recently, the body of a three-year-old Syrian boy washed up on a Turkish beach, sparking international outcry.“

    Man spielt bewusst mit Emotionen: sei es durch das Aufgreifen / Produzieren entsprechender Bilder oder durch das Streuen entsprechender Gerüchte (siehe Occupy Unmasked weiter oben). Ob die Bilder stimmen oder überhaupt zum Kontext passen ist völlig nebensächlich: es geht ausschließlich um die Wirkung.

    À propos Bilder: ob hier die Migranten (in vielen Fällen Analphabeten) das gleiche verstehen als die Deutschen?
    breitbart.com/london/2016/03/11/government-funded-website-teaches-migrants-how-to-have-sex/

    Ihre Links sind durchwegs aufschlussreich. Ich bin jedoch der Meinung dass die USA nicht gleich die USA sind: dieses Land ist tief gespalten. Auch wenn aktuell die Globalisten am Ruder sind, heisst das nicht automatisch, dass es so bleiben müsste.

    B. Obama ist als ehemaliger(?) Community Organizer mit den Methoden von Saul Anlinsky bestens vertraut und H. Clinton hat sich in ihrer Bachelor Arbeit sogar mit dem Alinsky Model auseinandergesetzt: frontpagemag.com/readArticle.aspx?ARTID=27822

    Woher der Wind bläst, lässt sich am Geruch der verwendeten Methoden unschwer erkennen. Ich behaupte aber, dass sich in den USA gerade eine enorme Opposition gegen den Globalismus zusammenbraut.

  19. gms

    Selbstdenker,

    “Woher der Wind bläst, lässt sich am methodischen Geruch unschwer erkennen.”

    Welche unterschiedlichen Windrichtungen korrelieren nach Ihrer Einschätzung mit welchen Methoden?

    “Ich behaupte aber, dass sich in den USA gerade eine enorme Opposition gegen den Globalismus zusammenbraut.”

    Nachvollziehbar, zerbröselt dort doch sprichwörtlich der sogenannte Mittelstand. Außerdem: Die John-Birch-Society nimmt sich des Themas bereits seit den 60ern nahezu bundesweit an, Ron Paul und seine Söhne konnten ein Standing erlangen, die Tea-Party zeigt Wirkung und zugleich findet dort die Debatte mit potentiell hundert Millionen Zuhörern einheitlich in Englisch statt, dieselbe Sprache, in der auch alle relevanten Unterlagen verfaßt sind.

  20. Thomas Holzer

    Das, was landläufig von “unseren” Politikerdarstellern als “Globalisierung” verkauft wird, ist eben keine!, sondern genau das Gegenteil

  21. Selbstdenker

    @gms:
    Gerade am Beispiel von Deutschland kann man meiner Meinung nach die drei totalitären Grundströmungen gut erkennen:
    1) Westwind: kulturmarxistische Strömung aus dem anglo-amerikanischen Raum (Obama)
    2) Ostwind: militärisch-expansionistische Bestrebungen Russlands (Putin)
    3) Südostwind: expansionistische Bestrebungen der Türkei (Erdogan) sowie arabisch-islamistische Unterwanderung (Saudi Arabien, Katar, Iran, Türkei).

    In allen drei Fällen besteht eine mächtige Infrastruktur als Mittel zum Zweck:
    ad 1) der mächtige Medien-, Finanz- und Internetsektor der USA
    ad 2) der mächtige militärisch-industrielle Komplex Russlands und
    ad 3) die enorme demographische Dynamik aus dem arabischen Raum inkl. religiöse Prägung

    Soros bedient sich z.B. eindeutig 1) in Kombination mit 3), wobei er offenbar in Konflikt mit 2) steht. Merkel wiederum handelt nicht auf Anweisung, sondern basierend auf geschickter externer Beeinflussung – wenn man so will eine Art “Nudging” bei genauer Kenntnis ihrer Persönlichkeitsstruktur.

    Deutschland wird meiner Meinung nach von drei Seiten gleichzeitig destabilisiert (siehe z.B. auch die völlig unnötigen Streiks im vergangenen Sommer), wobei man sich gezielt die guten und weniger guten Wesenszüge der Deutschen zunutze macht.

  22. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Das sehe ich auch so. Es wird scheinbar der Handelsraum erweitert, jedoch gleichzeitig innerhalb dieses Raumes eine enorme Bürokratisierung und damit auch politische und ökonomische Zentralisierung bewirkt.

    Mit einem freien Markt hat das, was man unter verschiedensten Schönworten errichtet nichts kaum etwas zu tun.

  23. gms

    Selbstdenker,

    meine Frage war: “Welche unterschiedlichen Windrichtungen korrelieren nach Ihrer Einschätzung mit welchen Methoden?” — Das Aufzeigen der Methoden unterblieb, so ich nichts übersehen habe, was Sie oben bereits ausführten.

    “Gerade am Beispiel von Deutschland kann man meiner Meinung nach die drei totalitären Grundströmungen gut erkennen:
    1) Westwind: kulturmarxistische Strömung aus dem anglo-amerikanischen Raum (Obama)”

    Obama ist tatsächlich bloß das aktuelle Gesicht am Cover, die Gruppierungen hinter hinter ihm agieren aber seit Ewigkeiten schon [1]. Zugleich vermisse bei der Darstellung dieser Stömung die Nennung eines millitärisch-industriellen Unterfutters mit seinen Expansionsbestrebungen.

    Daß sich das Epizentrum der Plutokraten (Council on Foreign Relations) ebenso hinter Obama und Occupy Wallstreet stellt, ist leicht bewiesen, so man den CFR-Darstellungen folgt [2][3]. Die Kurzfassung: Man behauptet OWS (‘represent a genuine spark of grassroots political action’) als wichtigen globalen Faktor zur Adressierung globaler Probleme, die da wären Austerität, Ungleichheit, zu wenig Fiatmoney und so weiter und so fort. Und als wäre das nicht überzeugend genug, nennt das CFR jede Menge Fürsprecher für diese Bewegung aus seinen eigenen Kreisen.

    “2) Ostwind: militärisch-expansionistische Bestrebungen Russlands (Putin)”

    Ok, sofern man militärische Expansionsbestrebungen Russlands als These vorausschickt. Allein diese These steht recht schwach da. Anyway, wir könne sie gerne am Tisch lassen.

    “3) Südostwind: expansionistische Bestrebungen der Türkei (Erdogan) sowie arabisch-islamistische Unterwanderung (Saudi Arabien, Katar, Iran, Türkei).”

    Ok, sofern man die Vereinnahmung der Türkei durch die USA außer Acht läßt und deren sonstige Umtriebigkeiten im nahen und mittleren Osten negiert.

    “Soros bedient sich z.B. eindeutig 1) in Kombination mit 3)”

    Soros ist doch ebenfalls bloß das bekannteste Gesicht aus den Reihen der üblichen Verdächtigen, dieselben die sich wie Soros der Brechstange einer Migration bedienen, sei es nach Europa oder in die USA.

    “wobei er offenbar in Konflikt mit 2) steht.”

    Ja. Rußland ist der erklärte Feind der Globalisten.

    “Merkel wiederum handelt nicht auf Anweisung, sondern basierend auf geschickter externer Beeinflussung – wenn man so will eine Art „Nudging“ bei genauer Kenntnis ihrer Persönlichkeitsstruktur.”

    Ganz Deutschland wird durch US-Adminstrationen seit dem Ende von WWII genudged, ob es will oder nicht. Wieviele Beweise muß ich hier denn noch anführen?

    [1] globalresearch.ca/occupy-wall-street-change-will-not-come-until-we-understand-and-rewrite-the-entire-balance-of-power-in-america/27000?print=1
    [2] cfr.org/united-states/weighing-occupy-wall-streets-impact/p26576
    [3] cfr.org/united-states/occupy-wall-streets-global-echo/p26216

  24. Christian Weiss

    Die Dämonisierung der AfD als angeblich antidemokratische Kraft ist ja eine bemerkenswert groteske Angelegenheit. Wie oben in einem Kommentar schon dargelegt, will die AfD die Volksrechte ausbauen. Ein neuer Spieler auf dem Parkett, der eine offensichtlich massiv unterrepräsentierte Haltung aufs Spielfeld bringt, trägt zur in einer Demokratie unabdingbaren Meinungsvielfalt bei und ist gerade darum ein Gewinn für die Demokratie.

    Wenn Lügenbolde wie der unsägliche Ralf Stegner von “Demokratie” quatschen, dann sollte der Normalbürger auf der Hut sein. Stegner versteht unter Demokratie nicht Volksherrschaft, sondern einfach die Platzzuweisung etablierter Schmarotzer an die vom Steuerzahler gefüllten Futtertröge per Wahl. Da stören neue Figuren, die ebenfalls an den Futtertrögen Platz nehmen wollen, nur. Und so gesehen ist es ja dann wirklich so, dass die AfD in Stegners Demokratiedefinition tatsächlich undemokratisch ist, denn sie macht ihm ja seinen Platz am Fressnapf streitig.

  25. Christian Peter

    @Christian Weiss

    Das Diskriminieren politischer Minderheiten hat in Bananenrepubliken wie Deutschland und Österreich ebenso Methode wie das Diskriminieren religiöser Minderheiten : Kleine Glaubensgemeinschaften nennt man ‘Sekten’, große ‘Religionen.’

  26. gms

    Christian Weiss,

    “Die Dämonisierung der AfD als angeblich antidemokratische Kraft ist ja eine bemerkenswert groteske Angelegenheit.”

    Ja, das ist es definitiv, erbärmlich, infam, letztklassig, doch zugleich leicht erklärbar: Die AfD ist mit ihrer Haltung wider Bail-Outs und Migration die klassische Anti-EU-Partei, während dieselbe EU konsequent um das Label ringt, Innbegriff der Demokratie zu sein. Zugleich warnen notorische Thinktanks seit Jahren vor dem Aufkommen nationalistischer Kräfte als Gegenpol zum Euro-Projekt, mit Betonung auf ‘Projekt’.

    Für die Etablierten und Herrscher über den Mainstream sind Front-National, FPÖ, PiS, Fidesz, AfD und analoge politische Parteien anderswo offen deklarierte Spielverderber, die es mit allen Mitteln zu beseitigen gilt. Daß es medial verdammt ungustig werden würde, hatte ich vor Monaten hier schon prophezeit.

    Propaganda basiert auf zwei Prinzipien: Vereinfachung und ständige Wiederholung. Dem Lehrbuch folgend wird irgendwas hängen bleiben. Hinzu kommt ein soziologisches Phänomen, wonach insbesonders Bügerliche aus besseren Kreisen sich von Vereinigungen fernhalten, um die herum Krawall entsteht, völlig unabhängig davon, wer den Krawall verursacht.

    Derselben Propaganda folgen die perpetuierten erbärmlichen Sprüche über ‘Menschenwürde’, eine Phrase, die man nicht grundlos als ultimativen Joker ins deutsche Grundgesetz an oberste Stelle rückte. Daran anknüpfen wird permanent das große rhetorische Rad der ‘europäischen Lösung’ gedreht.

    Das aktuell zu schnitzende Narrativ: Die AfD hat 20% erreicht, was bedeutet, 80% wollten eine gesamteuropäische Lösung.

  27. Falke

    @Fragolion
    Ich habe bereits (viel) weiter oben mein Entsetzen über die unglaubliche Dummheit einer Ministerin (!) van der Leyen ausgedrückt. Sie diskutierte ja am Wahlabend u.a. mit Beatrix von Storch, die zufällig (?) neben ihr saß – da kam der Unterschied zu letzterer, die ja sehr redegewandt und intellektuell rege ist, ganz besonders krass zutage. Ich bin unterdessen auch überzeugt, dass sie sich ihren Doktortitel erschlichen hat – kein Wunder, dass sie nie als Ärztin praktiziert hat. Ein Horror, wenn ich mir vorstelle, dass sie ja dieses Recht hätte und auf unschuldige Patienten losgelassen würde. Als Verteidigungsministerin ist sie ja bekanntlich auch eine Totalversagerin. Wenn ich jetzt böswillig wäre, würde ich, in Abwandlung der Diagnose von Dr. Marcus Franz, der ja Merkels Psychose ihrer Kinderlosigkeit zugeordnett hat, den Umkehrschluss ziehen und von der Leyens Geisteszustand auf zu viele Kinder zurückführen. Aber ich will ja nicht böswillig sein 🙂

  28. sokrates9

    Argumentationshilfe für Von der Leyen:..: 80 Prozent der Wähler hätten ja für Parteien gestimmt, die den Kurs der Kanzlerin stützen…
    stimmt eigentlich nicht! Werden wahrscheinlich mehr als 90% ( klassisches DDR Ergebnis) sein: Schließlich haben ja nicht alle gewählt- und wer nicht gewählt hat, ist ja mit dem Merkelkurs einverstanden – somit sind mehr als 90% für Merkel!!

  29. Fragolin

    @Falke
    Merkel, die selbst intellektuell jetzt nicht die hellste Kerze in Gottes Kandelaber ist, aber über einen kaltschnäuzigen Machtinstinkt verfügt, dem sie ihre heutige Stellung verdankt, hat rechtzeitig jeden in ihrem Umfeld, der ihr auch nur annähernd geistig überlegen sein könnte, kaltgestellt. Was nach der Säuberungsaktion unter den Intellektuellen vom Schlage eines zu Guttenberg übrigblieb, kann man getrost in der Pfeife rauchen. Und wenn die AfD erstmal ihre Intelligenzwaffen wie Meuthen auspackt, haben die alle keine Meter mehr.
    Genau deswegen übertönt das “Nazi”-Geplärre der üblichen Verdächtigen auch jeden Versuch einer Diskussion, weil bei jeder direkten intellektuellen und offenen Auseinandersetzung mit der AfD die Apparatschiks der in parteienfeudalistischer Dekadenz dahinsiechenden und inzestuös verquickten “Altparteien” den eloquent vorgetragenen Argumenten der Neupolitiker inhaltlich nichts entgegenzusetzen haben und ihnen daher auf das Jämmerlichste unterlegen sind. In keiner Diskussion kann eine auf Lügen und Selbstbetrug aufgebaute Ideologie gegen frei denkende und realitätsbezogene Menschen bestehen. Deshalb begegnen die Schachspieler der AfD so vielen Tauben. Und deshalb wird es eine schwere Partie werden, denn egal, was läuft, die Tauben werden weiter auf das Brett kacken und herumstolzieren, als wären sie die Sieger.

  30. Fragolin

    @sokrates9
    Die Deckungsgleichheit der “Altparteienfront unter Führung der CDU” mit einer “Nationalen Front unter Führung der SED” führt ja besonders im Osten dazu, dass die Leute begreifen, womit sie es hier zu tun haben: DDR 2.0. Und Genossin Angela, die Große Staatsratsvorsitzende mit dem geradezu stalinistischen und sichtbar genossenen Personenkult besonders unter ihren Neubürgern, gibt den Kurs vor. Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Merkel in ihrem Lauf hält weder Ochs’ noch Esel auf!
    Im Westen kapieren es die Leute langsamer, die kennen das System des Parteienblocks noch nicht, aber das kommt gerade. Und wenn sie es geschnallt haben, werden sie feststellen, dass Seehofer (vor der Kamera momentan regelrecht gebrochen erscheinend) recht hat: der Union ist soeben der erste Todesstoß versetzt worden. In wenigen Jahren wird es sie pulverisieren, wenn sie aus dem Dilemma nicht lernen.

  31. Fragolin

    Und dieser Beitrag ist ein genussvoller Schlag ins Gesicht der inzwischen zum Wurmfortsatz der Schwarzroten GroKo mutierten grünen Moralapostel:

    http://www.gaystream.info/#!Warum-ich-mich-als-schwuler-Mann-%C3%BCber-die-Wahlergebnisse-von-gestern-Abend-freue/cjds/56e683120cf2bc133b9f76b9

    Ich habe heute mal ein bisschen Zeit zum Stöbern im Netz und ich genieße es. Es gibt schon so viele Stimmen aber so wenig Bündelung.
    Nach dem Umkrempeln der Parteienlandschaft sollte ein Nachdenken über die Möglichkeiten einer anderen oder geänderten Medienlandschaft stattfinden.

  32. Christian Peter

    @sokrates9

    ‘Schließlich haben nicht alle gewählt..’

    Das wird meist verschwiegen – in Hessen beteiligten sich nur 47 % der Wahlberechtigten an den Wahlen, die 28,9 % auf CDU entfallenen Stimmen entsprechen in Wirklichkeit bloß 13 % der Stimmen aller Wahlberechtigten.

  33. Christian Peter

    Nachtrag : Die Wahlbeteiligung ist in totalen Parteienstaaten wie Deutschland und Österreich nur deswegen relativ hoch, da keine nennenswerten Instrumente der direkten Demokratie existierten und sich die Beteiligung der Bürger an der politischen Willensbildung auf das Wählen einer Partei bei Wahlen reduziert. Würde man die Bürger stärker an der politische Willensbildung beteiligen, würden politisch Parteien an Bedeutung verlieren und sich auch die Wahlbeteiligung deutlich reduzieren (z.B. Schweiz).

  34. gms

    Christian Weiss,

    „Die Dämonisierung der AfD als angeblich antidemokratische Kraft ist ja eine bemerkenswert groteske Angelegenheit.“

    Als Nachtrag zur oben bereits angeführten Replik: Insbesondere die redlichen Linken in der BRD drängten nach dem Fall der Berliner Mauer darauf, die Wiedervereinigung Deutschlands nicht mittels des später beschlossenen Zwei-plus-Vier-Vertrags zu besiegeln, sondern mit einer echten deutschen Verfassung nach einer Volksabstimmung, basierend auf dem Artikel 146 des aktuellen Grundgesetzes. Dies wäre erwartbar erfolgreich und zugleich ein positiver Meilenstein für die BRD.

    Warum ist dieser historische Rückblick relevant? — Schäuble will auch die kommende Zentral-EU ohne Volksabstimmung durchpeitschen, was er am 08.10.2011 schon explizit ankündigte: ‘Europa muss besser demokratisch legitimiert werden. Wir brauchen langfristig gesehen ein Zweikammersystem in Europa: die Vertretung der Mitgliedstaaten und ein demokratisch gewähltes Parlament. Wenn wir die Grenze des Grundgesetzes von 1949 erreichen, gibt es den Weg einer Volksabstimmung nach Artikel 146. Doch davon sind wir noch weit entfernt. Denn im Augenblick sind wir mitten in einer schweren Krise. Und zur Lösung dieser Krise ist Artikel 146 nun wirklich nicht gedacht. Wir sind dabei, das Monopol des alten Nationalstaates aufzulösen. In Europa wird schrittweise die Souveränität zwischen den Ebenen verteilt. Das ist das moderne Organisationsprinzip in der globalen Welt des 21. Jahrhunderts. Der Weg ist mühsam, aber es lohnt sich, ihn zu gehen.’ [1]

    Der Witz dabei ist, wonach man selbst absolut antidemokratisch agiert und das auch weiterhin tun wird, doch damit das gelingt, muß zuerst propagandistisch das Spielfeld ‘Demokratie’ eingenommen und hierfür wiederum zuvor explizit dem politischen Gegner entzogen werden.

    Dann und nur dann, wenn der Opponent erfolgreich als antidemokratisch diskreditiert wurde, geht dessen späterer idente, wenngleich völlig berechtige Vorwurf and die Machthaber ins Leere.

    [1] faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/schaeuble-und-issing-im-streitgespraech-sollen-die-griechen-raus-aus-dem-euro-11486535-p6.html?printPagedArticle=true
    ‘Sollen die Griechen raus aus dem Euro?’

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