Ein Bundeskanzler als Bettvorleger

Von | 23. Dezember 2015

(CHRISTIAN ORTNER) Bundeskanzler Werner Faymann ist beim jüngsten EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise als Tiger gesprungen, hat aber erwartungsgemäß als Bettvorleger geendet. Denn seine Drohung, dass jene Länder im Osten Europas, die nicht an der „gerechten“ (Faymann) Ansiedlung von zehntausenden meist muslimischen Migranten aus Afghanistan, Pakistan, dem Irak, Syrien und Afrika auf ihren jeweiligen Territorium interessiert sind, künftig weniger Geld aus den Kassen der Europäischen Union bekommen würden, ist bei Lichte betrachtet ein lautes Gebell ohne jeden Biss.

Wenn 2016 die Überprüfung des EU-Budgets anstehe, dröhnte der SPÖ-Vorsitzende nassforsch, “werden wir uns ganz genau ansehen, welche Länder sich in der Flüchtlingsfrage besonders unsolidarisch verhalten“. Und denen, so seine unverhohlene Drohung, soll dann eben der Geldhahn zugedreht werden.Nun mag es vielleicht im Milieu Werner Faymanns üblich sein, dass Politiker über Steuergeld nach Belieben und Laune verfügen, in der Europäischen Union geht das nicht so leicht wie im Wiener Polit-Sumpf.

Wenn nämlich 2016 die Budgets der EU überprüft werden und Herr Faymann dabei fordern würde, beispielsweise die regionale Strukturförderung, von der vor allem die migrationskritischen östlichen EU-Mitglieder profitieren, zu kürzen, so wäre dazu ein einstimmiger Beschluß des „Europäischen Rates“ notwendig. Sprich: Polen, Ungarn oder die Tschechen müssten ihrer eigenen Bestrafung zustimmen.

Was Herrn Faymann dazu bringt, das für eine ernsthafte Option zu halten, werden wir wohl leider nie erfahren. Kurzfristig ist ein Streichen von Zuwendungen aus den EU-Kassen überhaupt unmöglich: denn bis dahin haben die Empfängerländer einen Rechtsanspruch auf die vereinbarten Zahlungen.

Aber vermutlich ist dem Herrn Bundeskanzler auch völlig wurscht, ob seine Drohungen Substanz haben oder bloß halbstark daherkommen. Hauptsache, in der intellektuell anspruchslosen Öffentlichkeit und am Fernsehschirm entsteht der Eindruck, Herr Faymann hätte das Gesetz des Handelns an sich gerissen – auch wenn er in der wirklichen Welt reichlich lendenlahm da steht.

Damit bleibt ihm wenigstens erspart, eine ganz einfache Frage zu beantworten. Denn selbst wenn seine Drohung dazu führte, dass die Osteuropäer vor ihm kapitulieren und einer „gerechten Verteilung“ der Flüchtlinge akzeptierten – wie bringt man dann bitte Migranten, die unbedingt nach Frankfurt, Berlin oder Wien wollen, dazu, sich in Bukarest, Debrecen oder Breslau niederzulassen? Die werden sich nämlich buchstäblich mit Händen und Füssen dagegen wehren, und was dann? Deportationszüge? Bewachte Lager im Osten? Einsatz von Gewalt gegen jene, die trotzdem von dort nach Deutschland gehen wollen?

Eine ganz einfache Frage, die leider bis heute nicht beantwortet worden ist von jenen, die von einer „gerechten Verteilung“ schwadronieren. (F&F)

19 Gedanken zu „Ein Bundeskanzler als Bettvorleger

  1. Ehrenmitglied der ÖBB

    Herr Ortner, eine mögliche Quelle des Verhaltens des sehr geehrten Herrn BK Faymann ist in den Redaktionsstuben der Kronenzeitung zu suchen! Daher lohnt es sich, nicht bei F nachzuforschen, sondern die heilige Allianz von KÖH (Krone, Österreich,Heute) zu beleuchten! 🙂

  2. MR.Dr.Peter Philipp

    Genau, auch nach Ansicht eiener rumänischen Pflegerin sind die Flüchtlinge nach einer Woche wieder in Berlin.

  3. Fragolin

    Der Clown Europas hat sich wieder die rote Nase aufgeklemmt und springt schreiend mit einer Torte in der Hand durch die mediale Manege.
    Monatelang denkt man sich bei all den Problemen: Wieso meldet sich die Regierungsspitze nicht kräftig zu Wort? Und wenn der Taxler dann den Mund aufmacht, denkt man sich nur: Warum hast du nicht einfach die Klappe gehalten?!
    Einfach nur peinlich, diese gelebte Inkompetenz der merkelschen Flüstertüte.

  4. Herr Superg'scheit

    Diese ganz einfache Frage wird leider nicht nur nicht beantwortet, sondern von den Journalisten der System-Medien, die den Vorwurf “Lügenpresse” voll unfair finden, nichteinmal gestellt.

  5. Christian Peter

    Was darf man sich von einem ehemaligen Taxifahrer als Bundeskanzler erwarten ?

  6. sokrates9

    Die Frage in EU – Dimensionen gesehen: wie sollen die als Rettung gepriesenen ” hotspots” funktionieren? wer entscheidet da ob ein Asylgrund vorliegt? Ungarn oder Schweden? Dann erfolgt eine Quotenzuteilung! – Da sind dann die Ostländer plötzlich dafür? Und dann bleiben die Migranten in Niridschhaza, weil`s da so schön ist??

  7. cmh

    Innerhalb gewisser Grenzen kann es schon gut sein, über die eigenen Heldentaten zu berichten. Diese werden ja sonst nicht gesehen.

    Wenn aber einer nur wie der – man verzeihe den antiken Begriff – miles gloriosus – herumhüpft, nur über sich quatscht und vor allem dabei das übernommene Amt vergisst und nur an der damit verbundenen Pfründe interessiert ist, dann ist es höchste Zeit zurückzutreten. So man noch als Demokrat gelten will.

    Tritt man nicht zurückt, dann haben alle anderen – immer so sie noch halbwegs Demokraten sein wollen – die Pflicht, den Pseudodemokraten zurücktretend zu machen. Die damit verbundenen Schmerzen rechtfertigen den sonst eintretenden Schaden an der Demokratie nie.

    (Und mit “nie” ist in erster Linie die SPÖ und dann die ÖVP gemeint.)

  8. Thomas Holzer

    @sokrates9
    Ich stelle mir die sogenannten hotspots schon bildlich vor: 20.000, 30.000 und/oder mehr “Asylwerber” in einem Lager (darf man ja öffentlich nicht sagen), welche Allah ergeben auf die Abarbeitung ihres Asylansuchens warten………
    Der Naivität “unserer” Politikerdarsteller ist anscheinend wirklich keine Grenze gesetzt, nicht mal von deren eigenen “Beratern”

  9. mariuslupus

    Man sollte den Mann nicht unterschätzen. Immerhin hatte er die Möglichkeit am letzten Sonntag um 11 Uhr in seinen eigenen Fernsehen, von seinen Gnaden bezahlten Gehaltsempfängern unterstützt, die sich als Journalisten verkleidet haben, sein Thesen auszubreiten. Entschuldigung, his mistress voice, amplifizieren. Drohte den Unwilligen mit Sanktionen, gab sich gute bis sehr gute Noten für sein entschlossenes Handeln. Beflügelt vom eigenen Sendungsbewustsein, und dem Siegeswillen. Zusammen mit Merkel haben sie bereits unumkehrbare Tatsachen geschaffen. Warum sollten die beiden vom bisherigen Kurs abweichen ?

  10. Mona Rieboldt

    Faymann sagt genau das, was Merkel will. Er ist nicht mehr als Merkels Schoßhündchen. Traurig für Österreich. Dafür sind wir geschlagen mit Merkel und ihren Asylanten aus arabischen und afrikanischen Ländern. Die Linken sehen in den Asylanten den Proletarier, den sie schon länger suchen. Die Grünen begeistern sich am “edlen Wilden”. Alle Politiker scheinen begeistert von der Masse an Asylanten, aber nur so lange, wie es sie selbst nicht betrifft im Umfeld von Wohnung oder Schule ihrer Kinder.

  11. Falke

    Ich habe es bereits gestern gepostet: es gibt tatsächlich Personen (die sich selbst als Spitzen-Journalisten sehen!), die von Faymanns Auftreten zutiefst beeindruckt sind, etwa den Herrn Christian Rainer vom Profil, der findet, dass hier Österreich endlich einmal eine großartige Außenpolitik betreibt. Nochmals der betreffende Link:
    http://www.profil.at/meinung/christian-rainer-faymann-aufgekanzelt-6161780
    Wer bisher dieser Zeitschrift immer noch eine gewisse kritische Seriosität zugestanden hat, muss wohl spätestens jetzt seinen grundlegenden Irrtum einsehen.

  12. frustrierter Bürger

    S. g. Hr. Ortner,
    das Werk von Cervantes könnte mit ein wenig Phantasie in die Gegenwart transferiert werden; Donna Angela und Sancho Werner spielen ihre Rollen bereits hervorragend!

  13. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    “Die Linken sehen in den Asylanten den Proletarier, den sie schon länger suchen. Die Grünen begeistern sich am „edlen Wilden“. Alle Politiker scheinen begeistert von der Masse an Asylanten” als zukünftiges Wählerpotential, da ihnen die “autochthone” Bevölkerung wegbricht.

    Treffend analysiert! Chapeau 🙂
    Nur, die Begeisterung der Grünen ist eine dezente Untertreibung, ich würde eher die Behauptung wagen, die Grünen geraten in geradezu neureligiöse Extase……..

  14. astuga

    Nimmt diesen inkompetenten Clown, der durch seine Besserwisserei und Pöbeleien dem Ansehen Österreichs bei unseren Nachbarn schadet, überhaupt noch jemand ernst?

    Also außer den Fellner-Medien, Heute und ORF…

  15. Rennziege

    Der Herr Faymann (vulgo ULHBK) als Bettvorleger?
    Gott soll abhüten! Also vor irgendein Bett in unserer Hütte leg’ ich diesen immer skurriler auftretenden Schwätzer gewiss nicht. Vor allem die Kinder könnten bleibend traumatisiert werden. Wir vermutlich auch. 🙂

  16. Mona Rieboldt

    @Thomas Holzer
    Wie die Grüne Politikerin Katrin Göring-E. sagte zu den Asylanten “Es wurden uns Menschen geschenkt”. Die Frau hatte immer ein warmes Heubett in der evangelischen Kirche.

    Die Kirchen sind Asylgewinner. Und froh darüber, dass sie endlich aus ihrer Impotenz raus sind und durch die Asylanten wieder in der Politik mitmischen können.

  17. Falke

    @astuga
    Auch die “News”-Gruppe nimmt ihn nicht nur ernst, sondern sie bewundert ihn sogar: siehe “profil”.

  18. KClemens

    @Fragolin
    Der Clown Europas hat sich wieder die rote Nase aufgeklemmt und springt schreiend mit einer Torte in der Hand durch die mediale Manege.
    __________________________________________

    Und da ist er nicht alleine. Steinmeier trötet ins gleiche Horn, der Schulz und Juncker auch.

  19. Der Realist

    ich würde den höchstens als Fußabstreifer benutzen

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