Ein Demokratie-Experiment in der Luft

Von | 1. April 2016

“….Die amerikanische Fluggesellschaft JetBlue hat neulich ein Video eines gesellschaftlichen Experimentes veröffentlicht, das während eines Fluges mit 150 Passagieren durchgeführt wurde. Ein Sprecher von JetBlue kündigte über Bordfunk an, dass jeder Passagier einen kostenlosen Flug gewonnen habe, unter einer Bedingung: Die Passagiere müssten sich einstimmig auf das Reiseziel einigen. Der Werbespot war gewissermaßen eine inszenierte Reportage über den heute herrschenden politischen Diskurs. Eine willkürlich ausgewählte Hälfte der Passagiere erhielt rote, die andere Hälfte erhielt blaue Fähnchen. Sie wurden dazu aufgefordert, durch Hochheben der Fähnchen Einigkeit bezüglich des Flugzieles zu erreichen. Das Video beginnt mit den Sätzen des JetBlue-Sprechers: „Es scheint so, als ob die Welt es in letzter Zeit nicht mehr schafft, Einigung zu erzielen. Die Menschen ziehen sich zurück. Sie beharren auf ihrer Position und lehnen Kompromisse ab.“ Während er das sagt, zeigt das Video Aufnahmen vom US-amerikanischen Kapitol, einer im Wind wehenden amerikanischen Flagge, einen auf ein Rednerpult einhämmernden Politiker, und von Widdern, die mit ihren Hörnern aufeinander losgehen…. (weiter hier)

5 Gedanken zu „Ein Demokratie-Experiment in der Luft

  1. Fragolin

    Der Klügere gibt nach? Ja, wenn man es als klug bezeichnet, von den Dummen nicht aus dem Flieger geworfen werden zu wollen.
    Man sollte eines niemlas vergessen: Demokratie ist wie jede andere Gesellschaftsform auch eine Herrschaftsform. Im Gegensatz zur Diktatur, wo die Minderheit über die Mehrheit herrscht, herrscht in der Demokratie die Mehrheit über die Minderheit. Und entweder die Minderheit passt sich an oder geht unter.
    Pech für die Minderheit.

  2. Der leiwaunde Johnny

    Immerhin können in einem US-Flieger solche Spiele noch gemacht werden, da alle sprachlich in der Lage sind zu verstehen, worum es geht. Man stelle sich sowas auf einem AUA-Flug vor.

  3. astuga

    @Fragolin
    Wobei die eigentliche Gefahr für die moderne Demokratie weniger in einer Herrschaft des Pöbels liegt, sondern in der Herrschaft kleiner Machteliten.
    Und ganz besonders überall dort wo man das Hohelied der repräsentativen Demokratie singt (im Ggs zur Direkten Demokratie).

    Ich habe Demokratie immer so verstanden, dass es zu allererst immer um Machtkontrolle und Machtbeschränkung geht.
    Und erst dann um selbstverständliche Dinge wie Wahlen oder Meinungsfreiheit.
    Aber hier hat sich ganz eindeutig eine Schieflage entwickelt.
    Die politischen Parteien (und andere) haben viel zu viel Handlungsspielraum.

  4. Fragolin

    @astuga

    Daher auch meine Überzeugung, dass die “moderne” repräsentative Demokratie diese Spur schon lange verlassen hat und auf dem Weg zur Diktatur bereits weit fortgeschritten ist. Kleine

    Führungsriegen großer Machtkartelle mit Namen “Partei” haben die absolute feudale Macht, sich über jeden hinwegzusetzen (siehe das Merkel-Regime, eine hinter Demokratie versteckte Diktatur

    nach Ulbricht’schem Muster) und lassen den Grundsatz der Demokratie, nämlich die Entscheidungsfreiheit des Volkes, sichtbar zur Farce verkommen.

    Nicht umsonst werden Forderer nach direkter Demokratie als Demokratiefeinde und Faschisten verhetzt. Und die nützlichen Geiferer merken nicht einmal, dass sie mit ihrem sinnfreien Gerotze

    die Schweiz dadurch mit einem faschistischen System gleichsetzen. Egal, wer der Machtelite in den Karren fährt wird mit der Moralkeule massiert, dabei immer der Agenda treu bleibend, Begriffe

    in ihrem Sinn zu verdrehen. Die Antidemokraten nennen sich Hüter der Demokratie und beschimpfen die Verfechter der Demokratie als Demokratiefeinde. Sie schwören auf die Verfassung und

    brechen sie dann täglich, während sie jeden, der die Einhaltung der Verfassung fordert, als Verfassungsfeind bezeichnen. So werden jene, die das Recht hochhalten, zu Verbrechern abgestempelt

    und die Verbrecher nehmen sich das Recht, selbiges zu beugen bis es zu ohren kriminellen Machenschaften passt. Das nennt sich dann “Rechtsstaat”.

    Und die Mächtigen finden mit ihren unlogischen, sinnfreien, offensichtlich auf plumpen Lügen basierenden Parolen immer wieder dumpfe Anhänger, die glauben, sich durch den Kampf für hohle

    Phrasen moralisch zu erhöhen und im Windschatten der großen Herren als kleiner Herrenmensch mitzusegeln – bedeutungslos, aber sich wichtig fühlend, kläffen sie jeden an, der es wagt, sein

    Herrchen nicht untertänigst zu umschmeicheln. Jede Diktatur lebt von nützlichen Idioten, und wenn diese in der Mehrheit sind, kann sie sogar so tun, als wäre sie eine Demokratie.

  5. Fragolin

    Entschuldigung, die Formatierung hat es mir irgendwie zerbügelt…

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