Ein echter Sozialdemokrat halt

(LUKE LAMETTA) Pünktlich zum 120. Geburtstag der Sozialistischen Jugend Österreichs bedauert der ehemalige SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina im Kurier, dass “in der außerordentlich verengten SPÖ keine guten Leute aufkommen” (http://kurier.at/politik/inland/lacina-spoe-wird-bald-geschlossen-sein/98.433.927). Frech! Wie kommt er da bloß drauf?
Nur weil Megatalent Julia Herr mal eben die sich erfreulich entwickelnde “Ende der Cannabis-Prohibition”-Bewegung um ein paar Jahre zurückwirft, indem sie eingraucht sechs Justizminister verschlafen hat? Und dann wäre da ja noch Sektion 8-Superstar Nikolaus Kowall. Allein gemessen an Aussehen, Auftritt und Habitus schon ungefähr der Feuchttraum einschlägiger Insassen und -Innen des derStandard-Forums, welche sich so ungefähr “echte Sozialdemokraten” vorstellen. Die Echtheit kann man ihm auch wirklich nich abstreiten: Folgt er doch jetzt aus, O-Ton, “ökonomischen Gründen” dem Ruf seiner deutschen Parteigenossen ins rotgrüne NRW und wird dort auf einem steuerfinanzierten Posten in der genauso geräumigen wie geschützten Werkstatt verrentet.

Bei Facebook erklärt er freimütig: So richtig nachgefragte Dienste am freien Markt? Eeek, ohnehin alles “unnötige Jobs” für Menschen, deren “Nicht-Existenz keinem auffallen würde”. Nicht so bei ihm, dem “Wissenschafts-Manager”, einem der “Top-Leute” in der öffentlichen Verwaltung.

Privater Sektor: Etwas, in dem bei Steuernettonutzmenschen gefälligst weiter einfach nur Rekordeinnahmen (plus neue “Substanzsteuern”) eingetrieben werden sollen, damit so wichtige Posten wie der eines wissenschaftlichen Wissenschafts-Managers auch weiter ausreichend dotiert werden können. Was so einer macht? Nun, fest “forschen” und Studien liefern, um damit “einen Beitrag zu leisten, den Neoliberalismus auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen”.
Gut also, dass im staatlichen Sektor “manche Dinge” angeboten werden. Ausbeutung, Enteignung, Herren&Knechte-Dichotomie – das sind halt seine “Interessen”. Sonst müsste er sich ja in der Privatwirtschaft “langweilen” und, nun ja, “schähmen”.

 

18 comments

  1. Herbert Manninger

    Dieser Kowall – ist der ernst gemeint?
    Oder will man bloß ausloten, was noch so alles auf die Wählerschaft losgelassen werden kann?

  2. Leitwolf

    So spricht ein Ex-Finanzminister

    “Im öffentlichen Bereich gibt es die Investitionslücke, weil die Defizite zurückgefahren werden; im privaten, weil Investitionen in Finanzkapital immer noch rentabler sind als in Sachkapital”

    Super! In 10 Jahren als Finanzminister nicht den Unterschied zwischen Investition und Handel gelernt. Vielleicht wollte er damit ja aber auch nur die geistige “Enge” der seinen persiflieren..

  3. Thomas Holzer

    An der deutschen Sprache sollte Herr Kowall noch feilen; und Selbstbescheidenheit steht einem gestandenen Sozialisten sowieso nicht an 😉

  4. menschmaschine

    Respekt, da haben Sie den Herrn Kowall schön aus der Reserve gelockt.
    Im Standard-Interview meinte er, die SPÖ sei mit Faymann am Ende, er habe ihn beim Parteitag aber trotzdem gewählt. (?) Und obwohl er natürlich weiß, wie es besser ginge, vertschüßt er sich nach Deutschland.
    Und hier haben wir die gute Nachricht: Ein Sozialismus, der über so einen Nachwuchs verfügt, ist echt am Ende.
    Schampus für alle!

  5. menschmaschine

    @ Luke Lametta

    Sollen sie ruhig wiederkommen. Es werden dann ja für die Beerdigung Pompfüneberer sowie am Grab herzzerreissend schluchzende Witwen gebraucht.

  6. Luke Lametta

    Abwarten. Vielleicht auch so:

    [APA] Berlin, 2018: Kanzler Gabriel und Finanzminister Gysi empfangen den Antrittsbesuch von Kanzler Kern und Außenminister Strache.

  7. Thomas Holzer

    Wenn dem nur so wäre!
    Ich befürchte eher, daß derlei Verfechter des wahren Sozialismus (des wievielten eigentlich?!) wieder einmal Zulauf von allen möglich Ungebildeten erhalten werden, welche, notabene, die Mehrheit darstellen

  8. heartofstone

    Ich warte ja nur noch darauf, dass die Laura Rudas wieder ins Rennen geschickt wird … 😉

  9. Thomas Holzer

    @Luke Lametta
    Erst 2018?!
    now well, dann haben wir ja noch jede Menge Zeit 😉

  10. Luke Lametta

    Die Unterschiede sind ohnehin marginal. Ob jetzt Schwarzblau oder Rotgrün mit “Top-Leuten” wie Orthographie- und Kommasetzungs-Experte Niki Krawall herumfuhrwerkt. Waren Schüssel/Königskobra besser als Failman/Kammerlehner? Waren Schröder/Fischer mieser als Mutti/Siechmar? Jacke, Hose. Der Matrix entkommt man nicht per Wahlurne (treffend).

  11. Thomas Holzer

    “Der Matrix entkommt man nicht per Wahlurne (treffend)”

    Schreibe ich schon seit bald Jahrzehnten 😉

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