Ein Etatist an der Spitze der ÖVP

(G. VETTER)  Eine signifikante Szene aus dem Sommergespräch mit dem neuen ÖVP-Chef Reinhard Mitterlehner : Der ORF brachte zunächst einen kurzen Bericht über eine hausbauende Familie (im traditionellen Sinne: Vatter, Mutter, zwei Kinder). Die Mutter beschwerte sich, dass die Familie zu wenig verdiene, dass sie gerne bei den Kindern bliebe und man sich nicht auf den Staat verlassen könne. Mitterlehner konterte in Verteidigung des Staates, dass die Kinderbetreuungsstellen ausgebaut würden und der Staat eine Menge an Leistungen erbringe. Ein Liberaler hätte geantwortet, dass die Familien möglichst viel Wahlfreiheit haben sollten und dass es nicht die Aufgabe der Allgemeinheit ist, durch Umverteilungsmaßnahmen jeder Familie den Bau eines Hauses zu ermöglichen. Spontane Antworten sind oft sehr verräterisch. Aus seiner etatistischen Haut kann Mitterlehner eben nicht heraus.

5 comments

  1. Mourawetz

    Die Antwort ging völlig am der Problemstellung vorbei. wozu braucht eine Mutter, die gerne bei den Kindern bliebe, Kindergärten und Tagesheime? Die Familie verdient zu wenig Geld. Der Staat könnte hier nur helfen, indem die Steuern gesenkt würden. Aber auf die Idee kommt ein Mitterlehner offenbar nicht.

  2. rubens

    Sehr entlarvend. Aber wie sagt er hin und wieder, der Mitterlehner: Wollen s mi pflanzn, ehrlich wollens mi pflanzn.

  3. Thomas Holzer

    Wer sagt, daß diese Antwort spontan war?! 😉
    Diese Politikerdarsteller haben doch für wirklich fast jede Frage eine einstudierte Antwort parat.

  4. Mourawetz

    “Vatter, Mutter, zwei Kinder”
    Vatter kommt wohl von Vetter? Oder werden sich Vater und Mutter nur immer ähnlicher, auch in der Schreibweise. 😉

  5. aneagle

    Wie viele seiner Vorgänger vertritt Herr Mitterlehner nur einen: sich selbst.
    Damit ist er ein würdiger Nachfolger seines direkten Vorgängers, ein hochspezialisiertes Produkt unserer zentralistischen Politikerkaste. Sicher ist er hochqualifiziert, den Weg , den die ÖVP bisher gegangen ist, konsequent weiter zu beschreiten, solange er noch jemanden findet der ihn wählt.

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