Ein Frauenmord in Teheran

(A. UNTERBERGER) In Iran ist eine Frau hingerichtet worden, weil sie vor sieben Jahren ihren Vergewaltiger mit einem Messer erstochen hat. Das ist beklemmend, und zwar gleich mehrfach.
Zum ersten zeigt dieses verbrecherische Urteil wieder einmal in aller Deutlichkeit, wie arg die iranische Realität noch immer ist. Die dortige „Justiz“ hätte die Frau nur dann begnadigt, wenn die Familie des Vergewaltigers das gewollt hätte: Perverser geht’s nimmer. Das bringt auch das grässliche Säure-Attentat auf vier iranische Frauen in Erinnerung, weil sich diese angeblich nicht genug islamisch verhüllt haben. Das macht zum zweiten klar, dass dieser schiitische Fundamentalismus wohl keine sehr positive Alternative im Kampf gegen den sunnitischen Islamismus sein kann (auch wenn es Hoffnungen macht, dass sich die iranische Bevölkerung immer mehr vom Fundamentalismus abwendet – soweit sie halt darf). Zum dritten aber ist  dieser Frauenmord auch extrem blamabel und demaskierend für die hiesigen feministischen Gruppen: Wo ist der laute Protestaktionismus der Frauenministerin geblieben? Wo jener der ÖVP-Frauen? Sind ihnen allen wirklich nur die eigenen gutbezahlten Pöstchen wichtig, die sie mit Abgeordneten-, Minister- und Aufsichtsratsquoten absichern wollen?

PS: Die iranische Justiz praktiziert genau das, was viele Jahre als “islamisches Strafrecht” auf dem – von einem SPÖ-Unterrichtsminister verordneten – österreichischen Lehrplan gestanden ist. Aber wenn man all das sagt, wird man von den Grünen und Teilen der österreichischen Justiz am liebsten als “islamophob” verfolgt. (TB)

2 comments

  1. aneagle

    erstaunlich alleine die Vorstellung, es gäbe unterschiede zwischen schiitischem und sunnitischem islamofaschismus. Gibt es den reale unterschiede zwischen gewaltbereiten rechtsextremen und linksextremen kriminellen? gewalt bleibt gewalt, kriminell bleibt kriminell und mord bleibt mord, egal welche religiöse oder politische strömung als vorwand für eine faschistische Ideologie verwendet wird. Besser, der iran und saudiarabien beschäftigen sich noch lange miteinander statt mit uns !

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