Ein Herz für Chlorhühner, aber keines für Aleppo

Von | 15. Dezember 2016

„Was ist von einer Gesellschaft zu halten, die sich über den Freihandel und Chlorhühner empört, in den vergangenen Jahren zu Hunderttausenden auf die Straßen ging, um gegen die Vereinigten Staaten, TTIP und den freien Weltmarkt zu protestieren, und nun nicht auf die Barrikaden gegen Syrien, den Iran und Russland geht? (…) weiter hier

20 Gedanken zu „Ein Herz für Chlorhühner, aber keines für Aleppo

  1. Thomas Holzer

    Die moralische Selbstüberhöhung und daraus resultierende Forderungen haben aber “unsere” Politikerdarsteller, sowohl auf nationaler als auch EU-Ebene selbst und alleinig zu verantworten.
    Ich habe keinem Politikerdarsteller z.B. ein Mandat dafür erteilt, dümmliche Resolutionen zu verabschieden, welche nur der Selbstbeweihräucherung und/oder der Fortschreibung der “deutschen Erbsünde” dienen, in realiter jedoch nur böses Blut hinterlassen und eben moralinsaure Forderungen erst ermöglichen.

  2. Sozialrat

    Die Spitze in der Vernatwortung für den Krieg und seine Folgen ist eher eine breite.

  3. Fragolin

    Wenn ich schon gegen Syrien auf die Straße gehen soll könnte mir vielleicht nochmal jemand helfen und genau erklären, wessen Staatsgebiet jetzt von den syrischen Truppen okkupiert wurde?!

  4. Selbstdenker

    Da hat der Friedensnobelpreisträger und seine Außenministerin “ganze” Arbeit geleistet:
    https://www.youtube.com/watch?v=6DXDU48RHLU

    Ich hätte mir nie gedacht, dass man das Chaos, das George W. Bush im Irak angerichtet hat, noch vergrößern könnte.

    Mit dem Anzetteln vom “Arabischen Frühling”, der Unterstützung vom IS, dem gewaltsamen Sturz von Ghaddafi, der angezettelten Flüchtlingskrise, der Grenzöffnung durch Merkel, der Aufkündigung der Dublin-Verordnung, dem Türkei-“Deal”, etc. hat man eine lokale Katastrophe sogar noch zu einem großflächigen Desaster gesteigert.

    Bei der Vertreibung / Ermordung / Vergewaltigung / Versklavung / Enteignung von Andersgläubigen hat man beide Augen zugemacht und gebetsmühlenartig wiederholt, das dies nichts mit dem Islam zu tun hätte.

    Nun heißt man zur “Kompensation” über eine Million wehrfähiger, nicht verfolgter Männer – häufig sind Glückritter, Sozialsystem-Migranten, Radikale, IS-Mitglieder, etc. dabei – zur Beruhigung vom eigenen verkrüppeltem “Gewissen” willkommen.

    Im Oberstübchen der Verantwortlichen – darunter zähle ich auch die Refugees Welcome-Aktivist_*Innen – sind offenbar sämtliche Sicherungen durchgeknallt.

  5. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Wenn EU-Politikerdarsteller unwidersprochen behaupten dürfen -und dementsprechend Soldaten aussenden- daß die “europäischen Werte” am Hindukusch, in Mali und wo sonst noch auf dieser Welt verteidigt werden, dann darf man sich nicht wundern, daß die “Außenpolitik” so aussieht, wie sie aussieht.
    Womit der Autor dieses Beitrages sicherlich recht hat ist seine Kritik an der “aktiven Passivität” der Muslime, welche schon seit Jahren in Europa leben.
    Aber Hauptsache, sie gehen dann auf die Straße, wenn es gegen Israel und für den Antisemitismus geht und sie “bekriegen” sich gegenseitig, wenn es um die Türkei und die Kurden geht 😉
    Andererseits sollten wir uns (noch) glücklich schätzen, daß all die Alt- und Neubürger -zu 90,00% muslimischen Glaubens- ihre Differenzen noch nicht en masse auf unseren Straßen “ausleben”

  6. Rosa Schmitz

    Schon wieder einer dieser Artikel der uns suggerieren will wie egoistisch wir doch sind. Hier moechte ich gern zwei Punkte anbringen: 1. Wo lese ich solche Artikel ueber die Teilnahmslosigkeit der reichen, regionalen Nachbarstaaten (Golfstaaten)??? Selbe Kultur, sehr reich, man muesste annehmen die wuerden etwas fuer ihre Nachbarn tun. Nein? Tun sie nicht?? Na ja, muessen sie auch nicht wenn sich die Europaeer dafuer verantwortlich fuehlen. 2. In diesen Regionen wird es noch lange Konflikte geben und es sind die Menschen selbst die lernen muessen sich zu befrieden, egal an welchen Gott sie glauben, egal welchen Lebensstil sie fuehren etc. Das kann man ihnen nicht von aussen heranbringen. Auch die europaeische Gesellschaft musste das selbst lernen. Leider auch durch grausame Kriege. All jene Journalisten die sich hier besonders ereifern uns zu sagen, dass wir uns nicht fuer das Leid anderer interessieren sollten daher bitteschoen den verfeindeten Gruppen in Syrien die Leviten lesen sowie deren reichen Nachbarn.

  7. Johannes

    Selten aber doch, ein vollkommen sinnloser Kommentar in diesem Forum. Wer soll gegen was demonstrieren?
    Gegen das töten in Syrien? Natürlich, jeder wünscht sich das es aufhört dieses sinnlose Sterben.

    Zu wissen welche Seite man in diesem Konflikt unterstützen sollte, wenn auch nur emotional, ist unmöglich.
    Für mich war Syrien vor diesem blutigen Schlachten ein Land in dem Christen, Juden, Jesiden und viele andere Religionen existieren konnten. Das allein zeigt das es ein Regime war in dem es möglich war unbehelligt zu leben wenn man nicht politisch engagiert war.

    In Ägypten wurde die Demokratie wieder rückgängig gemacht weil Muslim Brüder einen fundamentalistischen Islam, demokratisch legitimiert, installieren wollten.

    Arabische Staaten funktionieren anders als westliche Demokratien wir sollten es zu Kenntnis nehmen.

  8. Mona Rieboldt

    Dann müsste man ja in jeden Krieg eingreifen, im Jemen wird auch gestorben, in der Türkei, im Irak, in Afrika tötet Boko Haram etc.

    Und was Syrien angeht, da hat USA stets die Rebellen unterstützt mit Waffen und Knowhow und so auch den Krieg verlängert. Und es hätte noch länger gedauert, hätte nicht Russland den USA einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diese Rebellen waren nicht anders als der IS, sie folterten und köpften ebenfalls. Und was das Gejammer über Aleppo anging, da sollten nur die Rebellen geschont werden. Bomben auf Aleppo waren böse, Bomben auf Mossul aber gut. Auch in Mossul gibt es Zivilbevölkerung. Fakt ist, dass in jedem Krieg die Zivilbevölkerung betroffen ist. Das war im II. Weltkrieg nicht anders.

  9. astuga

    Grundsätzlich eine berechtigte Frage, da bei manchen Demos Heuchelei und Doppelmoral eine mehr oder weniger große Bedeutung haben.
    Allerdings fallen Demos ja üblicherweise nicht vom Himmel, sie werden von jemandem organisiert, bzw einer Interessengruppe – darin sind manche besser als andere.

    Man hat hier aber auch denkbar schlechte Beispiel gewählt.
    Für oder gegen wen sollte man bei Syrien demonstrieren?
    Und warum überhaupt wegen Syrien – etwa wegen der ebenfalls nur subjektiven medialen Beachtung?
    Was ist mit der Ostukraine, dem Jemen, dem Südsudan etc. pp.

    Und wenn so eine Demo stattfindet, delegitimiert sie dann alle anderen Anliegen?
    Quasi ein moralisches Demo-Verbot für alles außer Syrien?

  10. astuga

    Nachsatz, wir haben ohnehin schon mehr als genug Demos bei uns, von und für Personen die mit Österreich eigentlich nichts zu tun haben.

  11. Hanna

    Naja, die muslimischen Brüder und Schwestern, die der Autor anspricht, und die Mahnwachen halten sollten, haben eben nicht die humanitäre Einstellung wie die jungen, studentischen GutmenschInnen, die biersaufend und kiffend in Demos durch Wien ziehen, weil am Ende irgendeine Band gratis spielt und die ganze Busladungen von Gleichgesinnten aus dem Nachbarland einbringen, wenn es darum geht, die “pöhsen” (Begriff geklaut von denselben Online-KommentatorInnen diverser Medien, die auch das Wort “Gadse” super finden und jegliche Frage mit einer Gegenfrage beantworten). Die Leute, die wirklich auf die Straße gehen würden, sich aber längst schon nicht mehr trauen, überhaupt aufzufallen, die Leute, die sich wirklich Gedanken machen um Völker und darum, wie es den Menschen in Syrien geht, das sind “Rechte”. Angeblich. Aber auf Basis meiner persönlichen Gesprächserfahrung ist das so. Man rede mal mit einem linken Demo-Studenten darüber. Was da kommt ist dann sowas wie “Wir sollten eben mehr Flüchtlinge aufnehmen”. Ah.

  12. Hanna

    Oops, vergaß, den Satz fertigzuschreiben (in meinem vorigen Kommentar): “… wenn es darum geht, die „pöhsen“ (…) “Nationalisten” unter den eigenen Landsleuten zu bekämpfen, die ja gegen Gleichheit und Hilfe sind (obwohl genau diese Pöhsen die “Schutzsuchenden” indirekt versorgen.

  13. sokrates9

    Hätte gerne mal von einem seriösen Juristen gehört wo hier die Kriegsverbrecher sitzen! Was hat die USA in Syrien verloren? Ist das nicht der klassische Angriffskrieg gegen einen gewählten Präsidenten!? Was macht die Nato in Syrien? was die Türken? Warum gibt es EU – Sanktionen? Und dann soll wer auf die Straße gehen und gegen den bösen Assad demonstrieren? In Damaskus herrscht Frieden, die Religionen leben harmonisch zusammen! Die vermummten findet man in Ost – Aleppo!

  14. Fragolin

    Wenn Syrer in Wien für die radikalmuslimischen “Rebellen” auf die Straße gehen, gehören sie eingesammelt und dorthin gebracht , wo sie sich diesen “Rebellen” anschließen können. Wir reden hier eben nicht von demokratischen Freiheitskämpfern, diese Lüge glaubt auch nach hundertmaliger Widerholung kein Mensch mehr, sondern von fundamentalislamischen Mujahiddin, und deren Sympathisanten sind Leute, auf deren Gegenwart wir hier gerne verzichten.
    Syrische Truppen befreien syrische Städte von teilweise aus dem Ausland entsandte und von den Westmächten unterstützte Radikalmuslime und Terroristen. Dies ist nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht dieser Truppen. Hätten diese Fanatiker früher von ihrem tun abgelassen, wäre Aleppo schon längst wieder eine freie Stadt.
    Man sollte eines niemals vergessen: Alle, die vor dem Regime Assads geflohen sind, unter dem jede Religion und Weltanschauung mit anderen koexistieren konnte und fundamentalistische Angriffe auf Andersgläubige hart verfolgt wurden, sind fundamentalistische und radikale Muslime, Anhänger von AlQaida, AlNusra, IS und hunderter anderer kleiner Terrorgruppen, die nur ein Ziel eint, nämlich Syrien zu einem sunnitischen Gottesstaat und zum Zentrum des weltweiten Khalifats zu machen. Und wir nehmen die auf, bewerfen sie mit Teddybären, füttern sie, putzen ihren Popo und verteidigen sie gegen jede Beleidigung.
    Dagegen sollte man auf die Straße gehen!

  15. Lisa

    Bei dem ereignislosen Leben, das manche führen, ist jeder Anlass willkommen, wo man sich “engagieren” kann. So toll, sich mit einer Mass “Gleichgesinnter” für einen sog. guten, aber nicht duchdachten Zweck zusammentun. Zwar ohne Konsequenzen, billig (Kerzen, Fackeln, Teddybären kosten ja nciht die Welt) und man hat wieder mal was “erlebt”. Und “tätige Reue” für das nicht korrespondierende Verhalten in der dDemo-freien Zeit.

  16. Falke

    Und gegen wen sollten, nach Meinung des Herrn Schuster, die Demos gerichtet sein? Gegen den “Teufel” Assad? Damit also für den IS, die Al Nusra usw.? Oder umgekehrt? Für Assad? Das meint er wohl nicht wirklich, obwohl der sicherlich (auch zusammen mit Putin) das kleinere Übel wäre (und war).

  17. sokrates9

    Wenn man heute die Tagesnachrichten analysiert fragt man sich wie irre und irrational heute argumentiert wird!
    Ostaleppo wird evakuiert! Normalerweise kommt die Bevölkerung wieder in ihre Häuser! Warum werden die evakuiert? Weil es fanatische Sympatisanten der IS sind, die gemeldet haben wenn ein Bub heimlich im Ramadan ein Zuckerl isst, damit dieser dann zum allgemeinem Gaudium von den gemäßigten Rebellen entsprechend gefoltert und umgebracht werden konnte!!

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