Ein Kandidat geht in die falsche Richtung

Von | 12. April 2016

(von JÜRGEN POCK) Mit Intellektualität und professoralen Gebärden getarnt, artikuliert der grüne Präsidentschaftskandidat Van der Bellen mit Hilfe moralisierender Phraseologie seinen Traum von einem gesamteuropäischen Konstrukt – nationalstaatliche Auflösung inklusive. Seine Anschauung geht Hand in Hand mit dem Irrsinn von Angela Merkel, welche auf europäischer Ebene, fern von realpolitischer Kompetenz, unbeirrt an einer multikulturellen Gesamtlösung arbeitet und dabei sämtliche westliche Werte auf dem Altar der Unvernunft opfert. Wohlgemerkt: Wie das planlose Abkommen mit der Türkei bereits diese Tage ad absurdum geführt wird, zeigt der von den Zuwanderern auf Lesbos und Chios spielerisch leicht erzwungene Rückführungsstopp.
Van der Bellens Wunschkurs führt direkt ins gelobte linke Land, einen durch Normopathie definierten betulichen Autoritarismus, der Reglementierung und Umverteilung forciert. Der grüne Bewerber um die Hofburg fantasiert  einen europäischen Superstaat herbei, in dem die Mitgliedsstaaten entmachtet sind und bestenfalls nach sozialistischer Schablone funktionieren. Diese linke Logik basiert auf widersinnigen Trugbildern: Erstens attestiert man dem Nationalstaat die Unfähigkeit, globalen Herausforderungen standhalten zu können und zweitens postuliert man mehr supranationale Machtkonzentration auf Kosten eigener Mitbestimmung. Diese Deutungsformel entstammt den politischen Milieus, welche den folgenschweren Ausbau der EU trotz unüberwindbarer ökonomischer und kultureller Differenzen zwischen den verschiedenen Volkswirtschaften immer weiter vorantreiben.
Tatsächlich beweist die politische Handlungsunfähigkeit und das kopflose Agieren der Europäischen Union in Zeiten der Völkerwanderung genau das Gegenteil dieser missratenen Maximen. Die popularisierten Parolen des linken Mantra verhallen im selbst verschuldeten Asylchaos, autonomes Handeln der EU-Staaten hinsichtlich der Folgen des Willkommenswahnsinns ist unumgänglich, während der Pseudo-Pakt mit der Türkei einzig dem politischen Überleben bestimmter EU-Granden dient. Eine Lösung ohne handfeste Grenzen wird es nicht geben. Schon gar nicht mit einer vormodernen, repressiven Türkei, welche Europa vor sich hertreibt und Unterwerfung fordert.
Die europäischen Staaten müssen sich als Festung erweisen, um ihre Prinzipien nachhaltig zu verteidigen. Sozialistisch-marxistische Seifenblasen, welche die Souveränität des Staates demontieren, basieren auf unverantwortlicher Denkfaulheit und verhöhnen die Pflicht einer Nation, über ihre Grenzen zu wachen und ihr Gebiet im Sinne der Bevölkerung zu schützen. Es bedarf keiner linken Alleinheitsvision, welche darauf abzielt, das Nationalbewusstsein aufzulösen, sondern der Erkenntnis, dass praktische Vernunft und Verantwortung an jenen räumlichen Orten gedeihen, wo Menschen sich ihrer Heimat verpflichtet fühlen.

25 Gedanken zu „Ein Kandidat geht in die falsche Richtung

  1. astuga

    Erinnert mich an den ehemaligen deutschen Außenminister Fischer der Grünen.
    Seit 2010 arbeitet er für die Spinelli Gruppe (siehe Wikipedia) in der hochrangige EU-Politiker sitzen.
    Offiziell dient sie der Förderung des Föderalismus in der EU, sieht man es sich aber genauer an, dann ist ihr Programm das exakte Gegenteil.
    Fraktionsübergreifende (linksliberale) Politik zu betreiben (also abseits der Interessen der Mitgliedsländer und deren Parlamenten), mehr Integration, den Nationalstaat zurückdrängen und Förderung des EU-Zentralismus (also gegen sog. “Intergouvernementalismus”).

    2008 begann Fischer übrigens als Berater für die Albright-Stonebridge Group zu arbeiten (Consultingfirma der ehemaligen US-Außenministerin).
    In 2007, he joined the Arab Democracy Foundation (NGO der Wahabiten in Qatar) as a founding member of its Board of Trustees.

    Und das könnte auch von öst. Grünen stammen.
    Claudia Roth: Die Türken haben Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut. „Münchner Runde“ am 5.10.2004
    Zum Tag der Deutschen Einheit Ihre Vision: Am Nationalfeiertag der Deutschen ertrinken die Straßen in einem Meer aus roten Türken-flaggen und ein paar schwarzrotgoldenen Fahnen. Artikel erschienen am 6. Februar 2005

    „Ich wollte, daß Frankreich bis zur Elbe reicht und Polen direkt an Frankreich grenzt.“ Sieglinde Frieß, Grüne MdB, vor dem Parlament. Quelle: FAZ vom 6.9.1989

    „Die Frage ob die Deutschen aussterben das ist für mich eine, die ich an allerletzter Stelle stelle, weil dieses ist mir, also so wie sie hier gestellt wird, verhältnismäßig wurscht.“ (Renate Schmidt, SPD, Bundesfamilienministerin, am 14.3. 1987 im Bayerischen Rundfunk

  2. Fragolin

    Die Österreicher entscheiden frei. Wenn sie sich für das höchste Amt im Staat einen Menschen wählen, dessen Herz ganz offen für die Abschaffung dieses Staates und seine Assimilation in einem undemokratischen Zentralstaat mit diktatorischen Zügen schlägt, dann wollen das die meisten Österreicher scheinbar.
    Wenn das Ziel einer Stichwahl sein wird, den Kandidaten, der für eine Stärkung des Nationalstaates und ein Zurückdrängen der Fremdherrschaft einsteht, zu “verhindern”, um lieber einen Präsidenten zu haben, der das Land, das er repräsentieren soll, schwächen und auflösen will, dann soll es so sein.
    Aber ich will dann von keinem mehr ein Jammern hören, wenn das Land vor die Hunde geht. Die Österreicher haben seit Jahren und Jahrzehnten immer wieder die Chance, diejenigen, von denen sie verraten und verkauft werden, aus dem Amt zu jagen. Tun sie aber nicht. SSKM.

  3. mariuslupus

    Die Richtung ist immer subjektiv. vdB als möchtegern UGBP geht entsprechend seiner subjektiven Zielsetzungen in die richtige Richtung.. Wird dabei von Heerscharen von Gleichgesinnten frenetisch unterstützt. Wer gement hat dass nach dem jetzigen Darsteller in diesen Amt es noch aufwärts gehen könnte, war ein illusionistischer Optimist.

  4. Herbert Manninger

    Schimpfen und Maulen, aber Befürworter der Ursachen zu wählen, das hatten wir schon im vergangenen Herbst.
    Der Leidensdruck reicht zu vielen offensichtlich noch immer nicht.

  5. Erich Bauer

    @”… Van der Bellens Wunschkurs führt direkt ins gelobte linke (NEIN, ins EU)-Land…”

    Die EU gibt es in Wahrheit gar nicht… jedenfalls NOCH nicht. Sie ist lediglich Phantom, ein Objekt für EU-Gläubige, wie für EU-Ungläubige. Gläubige/Ungläubige sehen dann immer „Gespenster“. Und das sollen sie auch. Und das ist dem EU-Rat – die 28 „Regierungsvertreter“ (=Kanzler) – durchaus angenehm. Und man weiß das in diesem „Gremium“ auch sehr zu schätzen… Daher lässt man diese EU-Gespenster und Kobolde auch bisweilen sehr lautstark herumtoben. Das lenkt das – halt immer noch, notwendigerweise gelittene – Stimmvieh ab. Denn die „Die 28“ sind derzeit NOCH darauf angewiesen…

    Aber irgendwann ist „Schluss mit lustig“. Die Stimmviecher sollen gefälligst gebannt/ fuchsig den Fokus auf das EU-Spukschloss richten… und auf keinen Fall „Die 28“ mit den Geschehnissen innerhalb dieses „Irrenhauses “(?) behelligen, sondern einfach bloß „demokratisch legitimieren“.

    Tja, und dann ist es bald soweit, dass „Die 28(+)“ das EU-Spukschloss von den Gespenstern und Kobolden befreit, übernimmt, selbst dort – in trauter Einigkeit einzieht und unter „Vlad IV. Dracula (Tepes)“ Realität wird.

    Damit das alles wunderbar gelingt, benützt die „unsichtbare Hand“ wechselseitig dieses „EU-Phantom“ und die ihm „verpflichteten“ (oder einfach nur – sehr unwahrscheinlich – depperten) Vollstrecker der Agenda – deren Werkzeug „Die 28“ ist… „But what’s confusing you, is just the nature of my game…“ (aus…Sympathy for the Devil)

    Grünwähler brauchen GURUS. Bärtige sind da im Vorteil und gern als Führer akzeptiert. Wer nur irgendwie kann, sollte seine Koffer schon gepackt haben.

  6. Selbstdenker

    Halten wir fest:
    – Der “Professor” kann fix damit rechnen, dass er in die Stichwahl kommt
    – Im zweiten Wahlgang kann er fix mit den Unterstützern von SPÖ, GRÜNE, NEOS und teilw. der ÖVP rechnen
    – Es wird zu einem knappen Kopf-an-Kopf Rennen mit Hofer kommen
    – Ausschlaggebend ist die Frage, inwieweit man mit dem Migrationsthema bisherige Nichtwähler ansprechen kann

    Meines Erachtens ist der Ausgang der sich abzeichnenden Stichwahl zwischen Van der Bellen und Hofer alles andere als fix. Der “Professor” ist sich dennoch seiner Sache sehr sicher, deshalb versucht er die Wahl zum Bundespräsidenten zu einer “Volksabstimmung” pro EU und pro Migration zu machen.

  7. sokrates9

    Fragolin@ Die neue Mittelschule wirkt! Ein ganzheitliches Denken mit Berücksichtigung von den Konsequenzen ist den meisten Österreichern und vor allem auch vielen Studenten völlig fremd!
    ( So gesehen findet schon eine intellektuelle Nivellierung zu unseren Kulturbereichern statt.)
    Im Mittagsjournal kam wieder die Milchmädchenrechnung des 1% Flüchtlingsstroms auf ganz Europa verteilt, Ostblockstaaten muss man halt mit EU- Mitteln zu ihrem Glück zwingen! Die Frage ob die Asylanten dann in Niridschhaza bleiben werden oder wieder an die Futtertröge der 3 Idiotenstaaten drängen wird von den Journalisten nicht gestellt! ( Denken in logischen Ketten wurde abgeschafft!)

  8. Reini

    @Fragolin
    “Einige” in “unserem” Volk stehen eben sadomasochistisch politische Entscheidungen, sie betteln regelrecht um den geistigen Schmerz, sie wollen verraten und verkauft werden, und sie brauchen das Jammern weil sie nicht selbst entscheiden können, und diese Politiker geben ihnen was sie brauchen! Wird das jammern zu groß gibt’s einfach ein finanzielles “Zuckerl” zur Beruhigung. Mal sehen wie lange diese Zuckerl ausgeteilt werden???
    … und sie werden sich auch dann nicht ändern wenn sie bis über die Ohren in der Scheiße stehen!
    … wir halten die Amis für “crazy”, aber wie würde sich ein patriotischer Donald Trump in Österreich machen??

  9. Erich Bauer

    @Selbstdenker: “…„Volksabstimmung“ pro EU und pro Migration…”

    Ja. Und es ist zu erwarten, dass diese “gemischte Option” den Ausschlag geben wird. Sehr schlau. Zu schlau für potentielle Nichtwähler. Da ich mir ziemlich sicher bin, dass die Mehrheit der potentiellen Nichtwähler “pro EU” ist, könnte bei einer Stichwahl VdB/Hofer, das “grüne Argument” voll ziehen. Die vom Ofen hervorgelockten Nichtwähler, die in der Mehrheit eher “gegen Migration” sind, wissen es einfach nicht einzuschätzen, dass “pro EU” auch “pro Migration” ist. Danach wird der Sack schon wieder ein bisschen fester zugeschnürt…

  10. Gerald Steinbach

    fragolin@ SSKM ist für mich kein Problem, wenn ich nicht selber drinhängen würde, bis auf die schwarz/blaue Koalition, wo Österreich das wirtschaftlich “bessere Deutschland war”, waren wir immer mit Gedeih und Verderb den roten und schwarzen ausgeliefert.
    Mittlerweile sind wir unter den Taxidriver in ALLEN Wirtschaftsrankings weit zurückgefallen und komischerweise keinen störts(auch den Faymann nicht), weil auch ein 16 Jähriger Wien Wähler dies auch gar nicht weiß und auch nicht weiß das dies für seine Zukunft eine große Bedeutung haben könnte

  11. Erich Bauer

    Ich fürchte, eine dergestalt aufgebaute EU will man nicht…

    Die Länge des Artikels erlaubt es mir nicht, ihn in seiner Gesamtheit hier reinzustellen. Könnte ihn mir aber durchaus als „Gastkommentar“ vorstellen. Daher kopiere ich nur die Schlussfolgerungen des Autors (Gérard Bökenkamp, ef-magazin). Die vorangehende Entwicklungen und Entwicklungsstadien dahin – seit 1975 – spare ich aus.

    Der Ordnung halber, liefere ich den Link zu diesem Artikel. Allerdings, Normalsterbliche (=„Nicht-Abonnenten“) haben keinen ausreichenden Zugriff. Trotzdem, es könnte ja sein, dass der eine oder die andere “Eingeweihte” (=Abonnent) auch hier sich findet…

    DIE BRITISCHE VISION VON EUROPA
    Staatenbund statt Bundesstaat

    (Auszug):

    KOOPERATIVE SOUVERÄNITÄT

    Diese Herangehensweise könnte vielleicht am besten als das „Konzept kooperativer Souveränität“ bezeichnet werden. Das im Gegensatz zur konfrontativen Souveränität, die für das Staatensystem Europa im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kennzeichnend war. Es geht nach wie vor um die Suche nach einem angemessenen politischen Rahmen für den europäischen Kontinent. Die Konfrontation zwischen den Nationalstaaten hat im 20. Jahrhundert in die Katastrophe geführt. Der europäische Bundesstaat hingegen erscheint als ein zu enges und der Vielgestaltigkeit Europas unangemessenes Korsett, in das sich die europäischen Staaten nicht hineinzwängen lassen und auch nicht hineingezwängt werden sollten. Die britische Konzeption eines nach innen und außen flexiblen Staatenbundes erscheint demgegenüber realistischer und angemessener als die Idee vom europäischen Bundesstaat.

    http://ef-magazin.de/2016/04/08/8733-eu-politik-die-britische-vision-von-europa

  12. Gerald Steinbach

    Heute ist Vdb im Presse Chat zu Gast, meine Frage ob er die nicht Angelobung der FPÖ nicht demokratiemerkwürdig findet, wurde schon moderiert!

  13. Wanderer

    @Selbstdenker
    Ich fürchte die Stichwahl VdB gegen Hofer bleibt Wunschdenken. Ich habe in den letzten Tagen mit vielen politisch eher wenig interessierten, aber migrationskritischen Menschen gesprochen. Die wählen VdB, weil das Amt ja nichts mit der Völkerwanderung zu tun hat ! Es gibt viele nette Leute, die die Zusammenhänge einfach nicht sehen. Man kann nicht im Umkehrschluss behaupten, dass alle Klugen Hofer wählen, doch dass diese Leute nur den netten alten Professor sehen, ist schade.

  14. Rennziege

    Van der Bellen ist das Antlitz Österreichs: freundlicher Kettenraucher (Obacht, Christian Peter!), einwanderungsfreundlich, bis der Arzt kommt, alle Menschen liebend, die auf ihre Wurzeln pfeifen, angehender Wärter im EU-Knast. Wohl bekomm’s!
    Heute trafen unsere österreichischen Wahlkarten ein, Luftpost und eingeschrieben, und wir müssen uns beeilen, sie rechtzeitig zu kreuzerln und zurückzusenden. Wir neigen zu Herrn Hofer, den einzigen Kandidaten, der seine Kandidatur unbefleckt empfangen hat. 🙂

  15. Rennziege

    P.S.: Muss heißen: “dem einzigen Kandidaten”, etc.

  16. Thomas Holzer

    Wohin ein Kandidat geht, ist prinzipiell mal egal!
    Tragisch wird es erst, wenn ihm die Mehrheit oder auch nur ein große Gruppe die Unterstützung für diesen Weg gewährt.

  17. Falke

    Die ganze Diskussion ist ja rein akademisch; egal, was der (künftige) BP will oder sich wünscht – er kann es ohnehin nie und nimmer gegen die Regierung durchsetzen. Ich selbst will ja auch keinesfalls einen Präsidenten Van der Bellen; wenn er es aber tasächlich wird (was ja zu befürchten ist), werde ich aber auch nicht mehr Angst haben als vor dem Lugner.

  18. Rennziege

    12. April 2016 – 16:29 Thomas Holzer
    Servus, Herr Holzer! Die Richtung, in die ein BP-Kandidat (verbatim oder spin-gedoktort) geht, kann doch nicht “prinzipiell mal egal” sein. Woran soll ein eh schon vom EU-weit angestrebten Ende der Demokratie abgetörnter Wähler sich denn orientieren?
    Klar, dass alle Kandidaten lügen, bis sich die Balken (nicht aber die Pfründen) biegen — um sich nach erfolgter Inauguration partout an nichts mehr erinnern zu können.
    Leider betrifft diese Amnesie stats auch die Wähler, was Ihr Posting verständlich macht.

  19. Rennziege

    12. April 2016 – 17:00 Falke
    “… werde ich aber auch nicht mehr Angst haben als vor dem Lugner.”
    Das trifft’s. Wäre er etwas chancenreicher, der Lugner, müsste man ihn glatt wählen. Das würde der Bussibär-Wahrnehmung Österreichs in der Welt fugenlos entsprechen. Und seine Sager sind auch nicht schlechter als die der etablierten Lemuren, sondern ebenso wetterwendisch und austauschbar.
    Na, vielleicht überlegen wir uns no’ a wengerl, welches Kasterl auf der Wahlkarte wir ankreuzen? 🙂

  20. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Als deklarierter Antidemokrat leide ich definitiv nicht an Amnesie.
    Außerdem werde ich diesmal ausnahmsweise zur Wahl gehen, auch wenn es schmerzt

  21. Rennziege

    12. April 2016 – 17:13 Thomas Holzer
    Ich habe Ihnen keine Amnesie unterstellt; wie käme ich auch dazu?
    Je länger ich diese an Händen und Füßen auf Krücken wandelnden Demokratien Europas betrachte, um so mehr werde ich zur Monarchistin. Nichts, was sich unter Franz Joseph I. und seinen Vorfahren zutrug, war ähnlich korrupt, moralisch und ethisch so hinfällig wie der Müll, der uns heute als Politik verkauft wird.
    Diese Monarchie kostete ihre Bürger einen winzigen Bruchteil dessen, was ihnen heutzutag’ aus dem Börsel g’fladert wird, von der EU-Bonzokratie ganz zu schweigen. Und sie vermochte ihre Grenzen und ihre Identität zu schützen.
    Schlecht?

  22. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Sie rennen bei mir offene Türen ein! 🙂
    Ein Monarch wusste, wo die Grenze ist, weil er sich immer bewusst war, daß er mit seinem Hals für seine Entscheidungen haftet.
    FJ I sagte zu Wilson sinngemäß, ich muß meine Völker vor den Politikern schützen; recht hat er gehabt, auch wenn er -leider- schlußendlich (auch durch persönliches Zutun) gescheitert ist

  23. Thomas Holzer

    Nachtrag: interessanten Artikel in der “Wiener Zeitung” gelesen; interessanter Weise ein Loblied auf die k.k. Bürokratie im Zuge des Ausbaus der Ringstraße. Da haben sich Beamte ganz im Sinne des Kaisers und des Prinzips der Obrigkeitlichkeit gegen Korruption gestellt. Die haben sich anscheinend noch verpflichtet gefühlt und Anstand gelebt

  24. astuga

    Naja, dieses Loblied kann man auch bloß singen, weil mittlerweile rund einhundert Jahre Weltgeschichte gnädig die Sünden der Monarchie überlagern.

    In den Jahren vor dem 1. Weltkrieg gab es Hungerrevolten, auch in Wien.
    Korruption und Willkür der Obrigkeit waren die Regel.
    Und so gut wie allen Herrscherhäusern Europas lagen ihre dynastischen Interessen immer näher als das Wohl “ihrer” Völker.
    Die Habsburger haben ihr Liebe zu (Deutsch-)Österreich ja auch erst entdeckt, nachdem sie alles verloren hatten.
    Ein etwas anderer Verlauf der Geschichte und die Habsburger wären Könige von Ungarn geworden und hätten auf Österreich gesch***.

  25. astuga

    Nachtrag. Was nicht heißen soll, dass ich mir der historischen Bedeutung für Land, Leute, Identitätsbildung und Kultur nicht bewusst bin.
    Aber das war eben auch niemals nur Selbstzweck.

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