21 comments

  1. dna1

    Eine nette Idee. Nur wenn ich dem Geschäft heute Geld für einen Gutschein gebe, dann verwende ich diesen in der Zukunft, um einzukaufen und folglich fehlt dem Geschäft das Geld dann.

  2. astuga

    @dna1
    Ein berechtigter Einwand.
    Wobei ohnehin vieles davon abhängt, wie lange dieses Theater andauert.
    Entsprechend wären dann auch hier die Effekte.
    Und man “kauft” vielleicht zwei, drei Bücher auf diesem Weg, aber wohl eher nicht zehn.

    Aber grundsätzlich halte ich die Idee von Herrn Ortner für ausgezeichnet, man müsste allerdings sicher stellen, dass man sein Geld zurück erhält, etwa wenn der betreffende Unternehmer zwischenzeitlich Insolvenz anmelden musste und auch nicht mehr aufsperrt.

    Der entscheidende Faktor ist jedenfalls auch hier, wie lange es dauert bis der Normalzustand wieder hergestellt ist, denn so ein System einzuführen bis genügend Personen daran teilhaben und ihm vertrauen dauert ebenfalls seine Zeit.
    Man könnte so etwas als digitalen Gutschein betrachten, oder als eine Art Kundenkonto beim jeweiligen Unternehmen.
    Gibt es ja bereits, aber es fehlt eine große Plattform dafür.
    Vergleichbar Ebay, amazon oä.

  3. Johannes

    Jeder Plan und jede Idee welche in dieser schweren Zeit hilft, muss ergriffen werden.
    Ich halte diesen Plan für sehr gut aber es müsste vielleicht so gehalten werden das ein Gutschein für einen zB. Friseurbesuch oder für eine Blumenhandlung allgemein gekauft werden kann, nicht geschäftsspezifisch, denn leider kann man nicht vorhersagen ob dieses oder jenes Geschäft die Krise übersteht und man stünde dann mit einem nicht mehr einlösbaren Gutschein da.

    Ich persönlich hätte auch einen Vorschlag, wie wäre es wenn jeder der seinen Gehalt aus öffentlichen Mitteln bezieht einen solidarischen 3% igen Gehaltverzicht für die Zeit bis die Krise überwunden ist leistet?
    Dieser Betrag müsste zweckgebunden für Menschen welche nun ihrer Arbeit im freien Wettbewerb nicht nachgehen können direkt verwendet werden.
    Wir alle brauchen nach der Krise die vielen kleinen und großen Unternehmen und ihre Bediensteten um unsere Bedürfnisse zu decken, die Gehälter der Bediensteten im öffentlichen Dienst werden in normalen Zeiten auch durch die Steuern dieser Menschen aufgebracht.
    Jetzt ist die Zeit echte Solidarität zu zeigen, ich wäre sofort dazu bereit.

  4. GeBa

    Ich hatte eine ähnliche Idee. Bereits im November buchte ich ein Hotel in Ostfriesland, dem Land dem meine heimliche Liebe gilt, wo ich schon einmal war und in dem ich mich durch das Lesen der Krimis von Klaus-Peter Wolf und einigen anderen Autoren aus der Region schon fast zuhause fühle. Lacht nicht, man kann durch Beschreibungen in Büchern, wenn man ein Grundwissen hat, vieles vor sich sehen und sich orientieren!
    Da doch noch viel Zeit bis zum geplanten Reiseantritt Mitte Mai war, das Hotel keine Anzahlung verlangte, gab ich aber trotzdem auch zu meiner Sicherheit eine solche. Jetzt ist es leider so, dass ich die Buchung doch stornieren musste, es wäre zwar bis 30 Tage vorher kostenlose Stornierung möglich, der jetztige Fall ist ohnehin anders zu bewerten, da würde wahrscheinlich sogar das Hotel stornieren müssen, aber alle Inseln sind geschlossen und wer weiß wie lange das Ganze noch dauert.
    Zu einem anderen Zeitpunkt werde ich trotzdem hinfahren, daher dachte ich auch, ich lasse die Anzahlung stehen, die brauchen das Geld jetzt dringender als ich – da das aber wahrscheinlich nicht mehr heuer sein wird, ersuchte ich im Zuge der Stornierung trotzdem um Rücküberweisung.
    Also, so absurd ist der Gedanke von Herrn Ortner nicht!

  5. dna1

    Heute wurde die Ausgangssperre, damit wohl auch die Geschäftsschließungen, bis 13.4. verlängert, i.e. insgesamt 4 Wochen. Damit ist es nicht getan, den Geschäften einen Kredit, sei es von der Bank (ich habe gelesen sogar mit 2,8% Zinsen, ob es stimmt weiß ich nicht) oder mittels Gutschein-Kaufen zu geben, die Geschäfte brauchen jetzt wohl einen nicht rückzahlbaren Zuschuss.

  6. astuga

    Eine Hilfe wäre bereits, wenn Finanz, Gemeinden und Kammern für diesen Zeitraum auf Steuern, Abgaben und Beiträge verzichten würden.

  7. Der Realist

    Diese Idee hat schon was, scheitert aber wahrscheinlich an der Bequemlichkeit der Kunden, außerdem ist man mit einem Gutschein an den Aussteller gebunden, das stört beim traditionellen Dorfgasthaus das regelmäßig besucht wird kaum, bei Bekleidung zum Beispiel schon.
    Dass jetzt ein Hilfsprogramm für Betriebe läuft, wird jeder für richtig halten, nur wie schaut das bei Unternehmen die schon vor dieser Krise schwer marod waren aus, die auch unter normalen Umständen nicht überlebt hätten? Tausende Startups hatten auch vorher schon keine Zukunft, ebenso traten viele “Künstler” aller Art auch bisher nur vor engsten Familienmitgliedern oder Freundeskreis auf, verlängert man deren Leben mit staatlicher Hilfe jetzt um einige Monate?

  8. Selbstdenker

    Es wäre schon eine große Hilfe, wenn Finanz, GKKs und Behörden auf die sonst üblichen Schickanen gegen EPUs und KMUs verzichten würden.

    Metaphorisch gesprochen sollten komplexbeladene Beamte aufhören Kleinunternehmer als private Reibefläche zu missbrauchen.

  9. Selbstdenker

    Die deutschen Medien haben gerade eine neue Hetzkampagne gegen Österreich und insbesondere Tirol gestartet: an der europaweiten Verbreitung vom Corona-Virus hätten demnach “wir” die Schuld, weil die Lifte nicht früher geschlossen wurden.

    Wer per Flugverkehr aus einem Hochrisikogebiet (China, Iran, etc.) kommend in Deutschland einreist, braucht aber nicht einmal einen Temperaturcheck passieren.

    Wenn ich im nunmehrigen Quarantäne-Gebiet Tirol meine wichtigsten Einkäufe tätige, stelle ich überrascht fest, dass sich weiterhin viele Touristen im Lande befinden und deren Zahl eher zu- als abnimmt.

    Auch gibt es Berichte, dass viele Touristen zwar aus Ischgl & Co. abgereist sind aber sich verteilt über das Land neu einquartiert haben.

    Ich glaube dieses Muster dürfte vielen von uns bekannt vorkommen: zuerst Warnungen ignorieren und wenn dann (mit großer Wahrscheinlichkeit) etwas passiert medial und im Klagswege auf diejenigen losgehen, deren Warnungen zuvor ignoriert wurden.

  10. LePenseur

    Cher Mag. Ortner,

    für Gutscheine (von ganz “ausgefransten” Sonderfällen mal abgesehen), da kann ich Sie und Ihre Leser beruhigen (denn es sagte mir mein Steuerberater), zahlt man in aller Regel keine Umsatzsteuer! Der Staat braucht da also überhaupt nichts zu tun …

  11. Menschmaschine

    Wer keine Umsätze mehr hat, der kann seine Rechnungen nicht mehr zahlen und muss den Weg zum Insolvenzrichter antreten (dafür wird es dann wohl eine Ausnahmeregelung von der Ausgangssperre geben).

    Feine Ironie, mag ich.

  12. LePenseur

    P.S.: Sie schreiben “Das Problem ist, dass ein Virus die Schließung jenes Marktes erzwungen hat.”

    Nein, hat es nicht! Die Regierung hat die Schließung erzwungen, weil sie dachte (oder wenigstens: zu denken vorgab), dadurch die beste Lösung, um das Virus am wirksamsten zu bekämpfen, gefunden zu haben. Was man angesichts des heraufdämmernden Total-Desasters für die Wirtschaft immerhin (noch!) bezweifeln darf.

    In einigen Wochen werden wir (wenn die Regierung nicht schnellstens von ihrer Position abrückt) vermutlich nicht mehr zweifeln müssen, sondern wissen (aber womöglich wegen verschärfter Maulkorb-Gesetze nicht mehr sagen dürfen), daß sie zwecks Vermeidung einiger zusätzlicher Toter ein ganzes Land, eine ganzes Volk wirtschaftlich an die Wand gefahren hat. Und zwar nachhaltig (was vermutlich die GrünInnen freuen wird) …

    Kleines Rechenexempel gefällig?

    Die 38 Mrd. Euro sind ja nur die geplanten Hilfs(?)maßnahmen des Staates — der Gesamtschaden ist aber noch höher. Aber bleiben wir halt bei den 38 Mrd. — wenn (was ich für ziemlich aberwitzig übertrieben halte) man annehmen möchte, daß durch die drakonischen Maßnahmen der Regierung 100.000 zusätzliche Todesfälle vermieden wurden, dann heißt das pro vermiedenem Todesfall: 380.000 Euro.
    (Was bekommt, zum Vergleich, ein Hinterbliebener eines grobfahrlässig getöteten, unschuldigen Unfallopfers vom Gericht zugesprochen? Lieber nicht nachschauen, es wird einem schlecht …)

    Und wenn man von 10.000 vermiedenen Toten ausgeht, wären es pro hypothetisch vermiedenem Fall schon 3,8 Mio. Euro.

    Für Bruchteile von derlei Summen hätte man, statt eine ganze Volkswirtschaft ins Chaos zu stürzen (und das auf dzt. noch gar nicht absehbare Zeit!), die Risikogruppen mit einem “golden plating”-Niveau schützen können! Wenn ich mal extrapoliere, daß man durch strenge Quarantänemaßnahmen (und damit nötige Versorgungsdienste etc. für die Betroffenen), sagen wir mal: 100.000 Persönen hätte intensiv schützen müssen: wer mir jetzt erklärt, das hätte 38 Mrd. Euro gekostet, den betrachte ich als geisteskrank!

    Auch extrem teure Alterpflegeheim mit Super-über-drüber-Service werden kaum mehr als 100.000 Euro pro Jahr kosten (was ja eh schon ein Wahnsinn ist!). Pro JAHR, wohlgemerkt! Aber die Epidemie würde ja nicht ein Jahr dauern, sondern maximal ein paar Monate (bis sie wegen der erreichten “Herdenimmunität” erlischt). Also sollte man auch mit einer super-düber-drüber-Versorgung der Risikogruppen mit einem Bruchteil von 100.00 Euro, und erst recht für allen mit einem Bruchteil von 38 Mrd. Euro auskommen!

    Ich frge mich: welche Pläne führt die Regierung im Schilde, wenn sie diese weit billigere und für die Gesamtbevölkerung weit “leb-barere” Lösung verworfen hat, und dafür ein Horror-Szenario auf uns hereinbrechen läßt, das uns für viele Jahre hinaus nachhängen wird?

    Und nein, das hat nichts mit pöhsen Verschwörungstheorien zu tun, sondern nur mit logischem Nachdenken. Und, natürlich, mit dem Einkalkulieren der immer denkbaren Alternativerklärung: es war nicht Absicht, sondern Blödheit.

    Was einen beim Basti-Fantasti & seiner Gurkentruppe freilich auch nicht ganz wundern täte …

  13. Kluftinger

    Le Penseur
    (welch anmaßender Titel), sie erwähnen nicht die Zeitachse und vor allem die Breitschaft der Bevölkerung ihr Rechenexempel auch mitzutragen.
    Vermute sie haben Volkswirtschaft studiert? Dort lehrt man solche Modelle?
    Aber mit der politischen Realität hat das sehr wenig zu tun!

  14. Ewald Eigl

    @LePenseur: Danke, dass sie die Unverhältnismäßigkeit der Regelungen dargestellt haben. Zur Abschätzung der Folgen könnte man auch einen Vergleich mit den Influenza-Fällen heranziehen. Angeblich gab es in der Grippesaison bisher rund 240.000 Betroffene, wovon derzeit noch immer an die 100.000 Leute laborieren. Dieser Epidemie werden etwa 1.600 Todesfälle zugerechnet. Angenommen, der Corona-Virus würde 500.000 Menschen befallen und die Sterblichkeit wäre mit 2% dreimal so hoch, müssten wir mit 10.000 vorzeitig Verstorbenen rechnen. Weiters angenommen, deren Lebenszeit würde dadurch um 10 Jahre verkürzt worden sein, ergäbe sich ein Einkommensminus von 2,5 Mrd Euro, ohne Einrechnung der verminderten Ausgaben für Pensionszahlungen. Volkswirtschaftlich betrachtet eindeutig. Trotzdem wünsche ich allen Betroffenen baldige Genesung!

  15. sokrates9

    Le Penseur@Wenn man die Zahlen nüchtern betrachtet ergeben sich schon einige Fragezeichen: in Österreich derzeit 2400 Fälle – 11 Tote. Heute sind gestorben- 6 Personen – Alter:96/81/93/76/73, die Fälle der letzten Tage sind ALLES Leute mit multiplen Grunderkrankungen und ebenfalls bis auf eine Fall älter als 70 Jahre.
    Da sind eigentlich Alternativüberlegungen wie kann man Risikogruppen mit viel Geld effizient schützen legitim.
    Derzeit befindet sich ganz Europa im Gleichschritt in der selben Bekämpfungsstrategie da würden Alternativansätze wahrscheinlich von den Medien derartig zerrissen werden, dass Regierungen sich nicht trauen hier eigene Wege zu gehen. Berechnungen wie sie Le Penseur anstellt sind vernünftig, doch dies ist kein Kriterium in der Politik. Habe in Erinnerung wenn man die Kosten des Vietnamkriegs ( reine Militär Kosten ohne Folgeschäden) den Vietnamesen bar auf die Hand ausbezahlt hätte, hätte jeder Vietnamese 10 Mio US bekommen , die Waffen weggeworfen und sofort angefangen sich Luxusvilla zu bauen…

  16. astuga

    @sokrates9
    Dann hätte der militärisch-industrielle Komplex (auf den sich selbst Trump schon mal kritisch bezogen hat) aber nichts an Vietnam verdient. 😉
    Auch bei der Corona-Krise gibt es einige Gewinner.

  17. ottomosk

    einfach nur verrückt was da stattfindet. Hirn wird ausgeschalten, Emotionen ein. wie bei der immigrationskrise 2015. wann begreift die Regierung, dass dieser weg in den Untergang führt ?

  18. LePenseur

    Cher Monsieur Kluftiger,

    sie erwähnen nicht die Zeitachse
    Doch. Ich denke, daß die Infektionen (wie bei jeder Epidemie) mit dem Erreichen der Herdenimmunität recht bald aufhören werden. Und das ist für die weitaus (!) überwiegende Zahl der Angehörigen von Nicht-Risikogruppen zwar lästig (wie eben ein gröberer grippaler Infekt lästig zu sein pflegt, vielleicht auch noch etwas mehr …), aber nicht wirklich gefährlich. Jedenfalls in aller Regel nicht lebensgefährlich. Und bei analogen Vorkommnissen in der Vergangenheit auch nicht mit einem totalen Wirtschaft-Stop beantwortet.

    und vor allem die Breitschaft der Bevölkerung ihr Rechenexempel auch mitzutragen.
    Na, warten wir ab, ob nach demnächst ein paar hunderttausend zusätzlichen Arbeitslosen und zigtausend pleitegegangenen Betrieben die Bereitschaft der Bevölkerung, dafür das Rechenexempel der Bundesregierung mitzutragen, auch noch so überschäumend begeistert ausfällt …

    Vermute sie haben Volkswirtschaft studiert?
    Unter anderem, ja.

    Dort lehrt man solche Modelle?
    Kaum. Dort lehrt man v.a. keynesianischen (oder auch “neoklassischen”) Unsinn. In raren Ausnahmen monetaristische Theorien. Praxeologie sicher nicht. Dafür mittlerweile alles garniert mit Genderideologie (Punkteabzug, wenn in der Dissertation nicht alles und jedes penibel gegendert wurde!), was den Unsinn auch nicht bessert …

    Aber mit der politischen Realität hat das sehr wenig zu tun!
    Da verraten Sie mir nichts neues. Die politische Realität ist, daß unter dem bedenkentragenden Kopfnicken eines von seinem Amt heillos überforderten Bundespräsidenten
    – ein ewiger Student, der noch keine Sekunde seines Lebens einer ernsthaften und seriösen Tätigkeit nachgegangen ist, täglich ein inhaltsleeres Parolen-Blabla im TV absondert,
    – sekundiert von einem Vize, dem eine fatale Neigung zu flüssiger Ernährung aus dem rot-gedunsenen Gesicht (und dem unartikulierten Wortschwall) spricht,
    – und einem ehemligen Burn-out-Patienten, der dank hochdosierter Medikation als “ultra-cool” in der Systempresse abgefeiert wird ,
    ein wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Aberwitz erster Güte abgezogen wird.

    Das ist die Realität! Leider.

  19. Johannes

    Sehr geehrter LePenseur!
    Realität ist auch, dass Sie selbst, so nehme ich an, nicht in die Politik gehen. Warum wohl? Vielleicht weil Sie Angst haben selbst derart verrissen und diskreditiert zu werden?

    Wissen Sie was in diesem Fall sehr interessant sein wird, es wird die Zeit nach dieser Krise mit Sicherheit kommen und dann wird man sehen wer Recht hatte und richtig fabulierte.

    Gibt es ein Land das ihre Theorie der Herdenimmunität praktisch umsetzt?
    Großbritannien die USA?
    Wenn ja werden alle die nicht ihrer Empfehlung folgten sehr dumm dastehen.
    Israel ist nach meiner Meinung ein Land das mit beiden Beinen fest am Boden der Realität steht, ein Land mit ausgezeichneten Analysten und Spezialisten.
    Würde mich sehr wundern wenn dort aus Jux und Tollerei oder aus Unwissenheit die annähernd gleiche Vorgangsweise wie in Österreich gewählt wurde.

    Wenn wir aus dieser Krise herausgekommen sind werden alle die den Untergang der Wirtschaft beschworen haben sich ihre Haare in der Suppe suchen um ihre Theorie zu bestätigen.
    Sie werden weiter behaupten die Herdentheorie wäre die bessere gewesen und in einer ganz komfortablen Situation sein.

  20. LePenseur

    Cher Monsieur Johannes,

    Realität ist auch, dass Sie selbst, so nehme ich an, nicht in die Politik gehen. Warum wohl?
    1. weil ich weiß, daß meine Ansichten weder von der breiten Masse der Wähler (und v.a.: -innen) goutiert werden, also keine Partei sich einen besonderen Vorteil erwarten würde, mich als Kandidaten aufzustellen, sowie
    2. weil ich anders als Frank Stronach keine paar Millionen für das Experiment übrig habe, selbst eine Partei zu gründen. Und
    3. weil ich in meiner Berufspraxis schon genug Magengeschwüre mit meinen Mandanten habe, als daß ich mir noch weitere mit “lieben Parteifreunden” anzüchten müßte. So macht- und publicitygeil bin ich einfach nicht.

    Vielleicht weil Sie Angst haben selbst derart verrissen und diskreditiert zu werden?
    Jo, mei … … ich werde auf meinem LP-Blog täglich von irgendwelchen Trollen begeifert — das geht bei einem Ohr rein und beim anderen raus. Ich bin aber Realist genug, zu wissen, daß der 08/15-Berufspolitiker in der Parteizentrale (egal welcher Partei) den Schlottermann kriegen würde, wenn ein Exponent “seiner” Partei öffentlich derartig angegriffen würde. Die würden mich in kürzester Zeit fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, und dem nächsten Medienpogrom in den Rachen werfen. Warum, verraten Sie mir, soll ich mir das antun?

    … dann wird man sehen wer Recht hatte und richtig fabulierte.
    Ihren Optimismus möcht’ ich haben! Da wird weiter getarnt und getäuscht, daß sich die Balken biegen, wetten wir?! In einer Medienlandschaft, die nicht einmal nach dem Fall Relotius mehr als ein paar Sätze Floskelbingo gespielt hat, sondern weiterlügt und -lückt wie bisher, sehe ich da wenig Chance.

    Gibt es ein Land das Ihre Theorie der Herdenimmunität praktisch umsetzt?
    1. ist es nicht “meine” Theorie (ich bin kein Epidemologe, sondern einfach ein Jurist, der aus mannigfachen Gründen in seiner jahrzehntelangen Beratungspraxis v.a. eines gelernt hat: Sachen auf ihre Plausibilität abzuklopfen und Folgen zu kalkulieren), sondern eine ziemlich unbestrittene statistische Erkenntnis in der Epidemologie, und
    2. kann ich das ebensowenig beeinflussen wie Sie. Wenn Regierungen unter dem Druck hysterisch-reißerischer Berichterstattung die Nerven wegschmeißen, hat man als Normalbürger auch mit den plausibelsten Argumenten wenig Chancen, dagegenzuhalten.

    Israel ist nach meiner Meinung ein Land das mit beiden Beinen fest am Boden der Realität steht …
    Ja, das sieht man ganz besonders beim Realismus, mit dem durchaus nicht unbedeutende Teile seiner poltischen Kaste vermeinen, ein “Groß-Israel” mit Grenzen bis an den Euphrat errichten zu müssen, weil das ja schon zu König Salomos Zeiten so war (das ist aber ein anderes Thema, über das ich mich hier nicht verbreitern möchte …).

    … ein Land mit ausgezeichneten Analysten und Spezialisten.
    Jedenfalls haben aber Israels “ausgezeichnete Analysten und Spezialisten” in der Vergangenheit auch schon geirrt, habe ich mir sagen lassen …

    Würde mich sehr wundern wenn dort aus Jux und Tollerei oder aus Unwissenheit die annähernd gleiche Vorgangsweise wie in Österreich gewählt wurde.
    Nicht aus Jux und Tollerei — aber vielleicht, weil Bibi unter großem Druck steht, jetzt den tollen Hecht zu markieren. Könnt’ ja sein … … um Image zu schinden machen Politiker noch ganz andere (bis hin zu verbrecherischen) Sachen.

    Sie werden weiter behaupten die Herdentheorie wäre die bessere gewesen …
    So what! die Shut-down-Apologeten werden es ebenso machen, darauf können wir wetten!

    … und in einer ganz komfortablen Situation sein.
    Das wage ich zu bezweifeln. Sie ebenso nicht — es sei denn, Sie wären rechtzeitig als Bär in den Markt gegangen und würden jetzt (na, und dann erst recht!) Geld scheffeln en masse. Aber für Normalverbraucher wie mich gilt bestenfalls: “Geteiltes Leid ist halbes Leid”. Mag ja sein — aber “komfortable Situationen” sind für mich dann halt doch was anderes.

    P.S.: mein Co-Autor Fragolin (der jahrelang auch hier kommentierte) hat auf seinem stets lesenswerten Blog frafuno.blogspot.com heute eine recht interessante Kommentarbeantwortung gepostet, die ich gerne zitieren möchte:

    Ein Vergleich der Corona-Todeszahlen in den Veröffentlichungen der Tagespresse mit der Zahl der gesamten Todesfälle in euromomo, dem “European monitoring of excess mortality for public health action” ergibt sehr bemerkenswerte Erkenntnisse.
    https://www.euromomo.eu/index.html
    Seit KW 8/2020 geht die Zahl der Toten in den 24 Länder konstant nach unten! Wenn es so viele Corona-Tote gibt, sind alle anderen Todesarten jetzt um so viel weniger geworden?

    Wenn man sich die Werte länderweise ansieht https://www.euromomo.eu/slices/map_2017_2020.html stellt sich heraus, dass die Todesfälle in den Kalenderwochen 1-10 in 2018 und 1-9 in 2019 in einzelnen Ländern wesentlich höher waren als 2020. In diesem Jahr liegt ab KW 8 alles im hellblauen Bereich. (=no excess).

    Da war von Quarantäne oder anderen Maßnahmen noch keine Rede. Wer bereitet denn die Daten und Todesursachen in passender Weise für die Presse auf? Welches Spiel wird hier mit uns und der gesamten Weltwirtschaft gespielt?

    Ja — darauf eine Antwort zu erhalten … … das wäre in der Tat interessant!

  21. Johannes

    Sehr geehrter LePenseur
    …dass die Todesfälle in den Kalenderwochen 1-10 in 2018 und 1-9 in 2019 in einzelnen Ländern wesentlich höher waren als 2020. In diesem Jahr liegt ab KW 8 alles im hellblauen Bereich. (=no excess).

    Einzelne Länder, Italien zB. kann wohl nicht dazugehören. Dort hat diese Pandemie voll eingeschlagen und zeigt Wirkung.
    Natürlich sterben Menschen mit schweren Vorerkrankungen am schnellsten und als Erste.

    Ich muss mich wiederholen aber es ist nicht üblich das ganze Miitärkonvois notwendig sind um Särge in die Krematorien und Friedhöfe zu transportieren.

    Jetzt könnte man sagen wenn nichts getan wird, in den Ländern Europas, könnte es auch in diesen Ländern zu ähnlichen Transportkonvois kommen.

    Die Zahlen der Sterbefälle aus den Vorjahren kann man meiner Meinung nach nicht mit dem Jahr 2020 vergleichen. Zum einen stehen wir erst am Beginn dieser Pandemie, Voraussagen können nach meiner Meinung daher nur am Beispiel Italiens evaluiert werden.

    Es wird immer wieder sehr gerne darauf hingewiesen, die Masse derjenigen welche eine Covid19 Infektion überstanden hätten wären somit wieder voll gesund und ohne Spätfolgen.
    Das ist nach meiner Meinung nicht in allen Fällen gesichert, es gibt Hinweise das es sehr wohl auch zu chronischen Lungenschädigungen kommen kann, auch bei vergleichsweise milden Verläufen der Krankheit.
    Man weiß im Moment viel zu wenig über den Virus und sein Potenzial die Lunge zu schädigen.
    Ich glaube bei vielen die im Moment von Herdenimmunität sprechen ist, verständlicher Weise, viel Zweckoptimismus im Spiel. Natürlich wäre diese Theorie wesentlich beruhigender aber sie ist für diesen Virus eben nur eine Theorie.

    Eine andere Gefahr sehe ich ebenfalls, die Medien haben entdeckt das sie hier ein Thema haben welches sich 24 Stunden am Tag bei großer Zuseher und Leserzahl breittreten lässt.
    Je größer dieser Hype wird umso schwieriger wird es werden politische Entscheidungen, welche der Rückkehr zur Normalität dienen, zu treffen.

    Schon jetzt ist Frau Clinton aus ihrer Versenkung getreten um ihren Kampf gegen Trump wieder aufzunehmen. Sie wird dabei tatkräftig von europäischen Medien unterstützt und so scheint diese Pandemie ein Politzirkus der Extraklasse zu werden.

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