“Ein neuer Tiefpunkt europäischer Politik”

“….Mit der Einbeziehung illegaler und europaweit verfolgter Straftaten in die wirtschaftliche Wertschöpfung erreicht die europäische Politik einen neuen Tiefpunkt. Künftig wird es also volkswirtschaftlich sinnvoll sein, Drogendealer in ihrem Treiben gewähren zu lassen, rechtliche Barrieren für die Mafia abzubauen und möglichst viele Kriege anzuzetteln. Da steht der Rechtsstaat wieder einmal im Weg. Der Wahnsinn des Treibens wird nur noch von der Tatsache übertroffen, dass die nicht messbare Schattenwirtschaft illegaler Aktivitäten als Schätzung in die Statistik einfließt. Der politisch gewollten Manipulation wird also Tür und Tor geöffnet….” (hier)

8 comments

  1. Thomas Holzer

    Warum gibt es dann eigentlich noch z.B. Tatbestände wie Korruption, Bestechung, warum wird “OLAF” nicht ersatzlos gestrichen?! 😉

  2. Reinhard

    Liebe Obertanen, bitte vergesst nicht die unbezahlte Hausarbeit mit einzurechnen! Denn jedes geputzte Fenster und jede gewischte Stufe steigern unseren Wohlstand!
    Und die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht sich mit jeder Pfütze, die ein Hund an die Laternen pinkelt! Das macht Wertsteigerungen am Volksvermögen, die man nicht vergessen darf!
    Und wie ist das mit dem Wein, der in tausenden Privatkellern gebunkert wertsteigernd vor sich hin verjährt? Das muss man doch auch mit einberechnen können!
    Na, kommen nicht noch ein paar Ideen? Oder ist euch der Koks ausgegangen?

  3. gms

    Analysiert man die Fakten emotionslos, so bleibt Folgendes zu raten: Die österreichische Regierung sollte im Eigeninteresse Himmel und Hölle in Bewegung setzen, die angedachte Änderung der Berechnung einer gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung zu torpedieren!

    Die Schattenwirtschaft läßt sich mit unterschiedlichen Methoden erheben, wobei bei diesem Thema unterschiedliche Herangehensweisen verblüffend deckungsgleiche Bilder liefern. Put simply: Der Schwarzmarkt ist der Höhe nach gut einschätzbar, selbiger wiederum ist in Österreich, verglichen mit andere europäischen Landern, sehr klein. Wenn ich die Daten richtig im Kopf haben, hat bestenfalls ein Land in Europa eine kleinere Schattenwirtschaft, als wir.

    Nachdem Österreich steuer- und abgabentechnisch bereits den Zenith bildet, würde sich mit einer Neuberechnung diese Spitzenstellung noch weiter ausbauen. In anderen Ländern ginge die Staatsschuldenquote weitaus stärker zurück, bei uns stünde an anderer Stelle die Staatsquote noch notorischer hervor. Wollte man dieses austriachische Dilemma zum gemeinsamen Vorteil der Regierung und deren Untertanen lösen, bliebe nur eine Begünstigung der Schattenwirtschaft durch den Gesetzgeber. Aus liberaler Sicht wäre dagegen wenig einzuwenden, sofern nicht (wie erwartbar) Systemgünstlinge von dieser Pro-Schattenwirtschaft-Initiative stärker gefördert werden.
    Das nennt man dann “interessante Zeiten”, und wir baden unsere Finger d’rin.

  4. Leitwolf

    Peymani irrt und die Leser hier wissen es offenbar nicht besser. Ich weiß nicht woher die Idee kommt, die neuen ESVG Vorschriften hätten sich in Sachen Schattenwirtschaft wesentlich geändert. Haben sie sich nicht! Die Schattenwirtschaft wird schon seit langem voll ins BIP eingerechnet.

  5. Christian Peter

    @leitwolf

    ‘die Schattenwirtschaft wird schon seit langem ins BIP eingerechnet’

    und das zurecht – unvorstellbar es nicht zu tun, denn in manchen (Süd-) Ländern beträgt der Anteil der Schattenwirtschaft bis zu 40 %.

  6. gms

    Leitwolf,

    “Ich weiß nicht woher die Idee kommt, die neuen ESVG Vorschriften hätten sich in Sachen Schattenwirtschaft wesentlich geändert.”

    Die Verwirrung läßt sich leicht aufklären. Wie Sie zutreffend anführen, wurde die Schattenwirtschaft seit Langem schon erfaßt (ESVG 1995). Im Juli 2013 trat die ESVG 2010 in Kraft, in dieser wurde u.a. die Definition der Schattenwirtschaft auf kriminelle Aktivitäten ausgeweitet (“Illegal and underground activities”, SNA 33). Zahlen basierend auf dieser neuen Berechnungsgrundlage werden aber erst im September 2014 erstmalig veröffentlicht.

    Die Statistik-Austria rechnet mit einem retrospektiven BIP-Plus für 2011 von drei Prozent allein durch diese Umstellung, ähnlich sieht es für Deutschland aus. Daß diese rein buchhaltärischen Zuwächse nicht allein der Ausweitung des Begriffes der Schattenwirtschaft geschuldet sind, sondern noch viele weitere Sonderheiten zum gezielten Aufbrezeln der Staatsbraut hineinspielen, sei der Vollständigkeit halber angemerkt.

    statistik.at/web_de/statistiken/volkswirtschaftliche_gesamtrechnungen/esvg_2010/index.html
    destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/VGR/RevidierteKonzepteVGR_82013.pdf;jsessionid=8BDDCB60D2417A2B38A59DDB41A945C2.cae3?__blob=publicationFile

  7. gms

    OT

    Sehr geehrter Herr Ortner,

    3. April 2014 – 13:58 – “Ihr Kommentar muss noch freigegeben werden.”

    So anerkennens- und respektierenswert eine automatische Forenmoderation ist, so nervig ist diese in jenen Fällen, wo nicht nur beim besten Willen kein inhaltlicher Fisch im Posting zu finden ist, sondern darüber hinaus eben dieser Beitrag ein Mißverständnis aufklärt und deshalb erst recht zeitnahe für andere Leser hier einsehbar sein sollte, bevor die Konfusion noch weiter umsich greift.

    Mitterdings beschleicht mich der Verdacht, die Blogsoftware würde nach Zufallsprinzipien Beiträge aus der Flut rausfischen und einem menschlichen Moderator zur Begutachtung vorlegen.
    Falls dies nicht der Fall sein sollte, nach Außen hin aber dennoch dieser ungewollte Effekt eintritt, sind die tatsächlichen Ursachen irrelvant. Gegen all die guten Gründe, sich hier im Blog einzubringen, stehen mehrere andere, wobei eine erratisch operierende Automoderation ganz oben auf der Liste steht.

  8. Leitwolf

    @gms

    Nur, dass halt schon bisher es nie eine Rolle spielte, ob Schattenwirtschaft an sich legal oder kriminell war. Man konnte und wollte das auch nie differenzieren.

    Abgesehen davon gibt es auch keine “Berechnungsmethode” hierfür, sondern nur höchst fragwürdige Schätzungen. Forschungsergebnisse in diesem Bereich variieren extrem und liegen quantitativ gerne um den Faktor 4 auseinander. Die hohen Schätzwerte sind einerseits besonders schwer argumentierbar, zugleich aber die offizielle Version die zur Zuschätzung herangezogen wird. Von daher ist der Spielraum sowieso längst mehr als ausgereizt.

    Aber vielleicht kann man ja für gewisse kriminelle Handlungen, die nicht bezahlt werden, einen “ideellen” Wert ansetzen. Etwa bei Vergewaltigung..?

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