“Ein Schönwetterstaat zeigt die Grenzen einer Schönwetterorganisation auf”

Von | 10. Juni 2013

“….Die Entscheidung, die UNO-Mission auf den Golanhöhen durch Abzug der österreichischen Soldaten de facto zu beenden, hat, wenn man alles zusammen nimmt, etwas Schlüssiges: Der außenpolitische Schönwetterstaat Österreich zeigt die Grenzen der Schönwetterorganisation UNO auf.—” (Michael Fleischhacker in der “Presse“)

15 Gedanken zu „“Ein Schönwetterstaat zeigt die Grenzen einer Schönwetterorganisation auf”

  1. Rado

    Ahso, Schönwetterstaat?
    Österreich ist nicht der Weltpolizist, es reicht schon, dass wir das Welt-Sozialamt sind. Wie sagte einst ein gewisser italienischer Staatenlenker? “Ich brauche nur ein paar tausend Tote!” Wir brauchen keine toten Soldaten in Kriegen, die nicht die unseren sind, um uns aussenpolitisch in Szene zu setzen!

  2. Prinz Eugen von Savoyen

    Österreich war schon unter den Habsburgern ein Fähnchen im Wind, niemand konnte sich darauf verlassen.

    Man hätte nie auf den Golan gehen dürfen, jetzt abzuhauen ist kläglich. Es ist wie in dem bekannten Beispiel mit den Banken und dem Regenschirm, sobald es regnet, nehmen sie ihn weg.

  3. aaaaaaa

    Der einzige Erfolg der UNO war doch, dass sie damals USA, Westeuropa und den Ostblock an einen Tisch gebracht hat. Ansonsten hat die Organisation noch nie was auf die Reihe gekriegt, ihre Hilfsprogramme sind korrupt und machen mehr Schaden als Entwicklungshilfe.

    Selbst die allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist doch mehr eine Karikatur des damaligen Zeitgeistes als ein hilfreiches Dokument. Mit dem Recht auf bezahlten Urlaub klingt die Erklärung eher nach Parodie bzw. sowjetischer Propaganda, als nach einem philosophisch ernst zu nehmenden Konzept von Freiheitsrechten, wie sie in den französischen und amerikansichen Revolutionen aufkamen.

  4. Passant

    Natürlich ist unser Abzug zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ruhmreich, aber Ruhm war dort von vornherein nicht zu holen. Warum sendet man überhaupt Soldaten hin, wenn nur der Frieden bewacht werden soll, solange er eingehalten wird, und weder ein Kampfauftrag vorliegt noch Kampfmittel für den Konfliktfall vorhanden sind? Warum sollten aber wir, oder auch sonst wer, dort kämpfen, wo dafür nichts zu holen ist, ausser der Hass der einen oder womöglich beider Konfliktparteien?

    Wenn der Golan verteidigt werden muss, sollen das die Israeli tun. Es ist deren vitales Interesse und vor allem: sie können es besser!

  5. herbert manninger

    Wir Ösis glauben ja noch immer, die UNO-City sei unser effektivstes Landesverteidigungs-System, also sparen wir schlitzohrig am Verteidigungsbudget.

  6. Rennziege

    @herbert manninger
    Mit den wohlbestallten Sesselfurzern und Büroschläfern der UNO-City wäre der Frieden auf dem Golan sofort wiederhergestellt: unbewaffnet, allein durch deren Anblick.

  7. Graf Berge von Grips

    Die Entsendung der Blauhelme auf den Golan hatte symbolischen Wert.
    Wie auch der jetzige Abzug.
    Ich überlasse den geschätzten Leserinnen und Lesern die Wertigkeit….

  8. Rado

    Passant : Warum sollten aber wir, oder auch sonst wer, dort kämpfen, wo dafür nichts zu holen ist, ausser der Hass der einen oder womöglich beider Konfliktparteien?

    +1

  9. Rado

    Rennziege :@herbert manninger Mit den wohlbestallten Sesselfurzern und Büroschläfern der UNO-City wäre der Frieden auf dem Golan sofort wiederhergestellt: unbewaffnet, allein durch deren Anblick.

    +1
    Direktflug für UNO und deren Fans gibts ab Schwechat!
    Transparente und Friedensfahnen nicht vergessen!

  10. gms

    Passant :
    Warum sollten aber wir, oder auch sonst wer, dort kämpfen, wo dafür nichts zu holen ist, ausser der Hass der einen oder womöglich beider Konfliktparteien?

    Diese rhetorische Frage basiert auf einem groben Mißverständnis oder einer Unkenntnis der Fakten. Beide Konfliktparteien dort waren und sind glaubwürdig an einem neutralen Partner vor Ort interessiert, keine der beiden Parteien hat irgendein Abkommen verletzt.

    Wäre es tatsächlich so, daß Syrien oder Israel sich vor den Augen der Österreicher in die Wolle gekriegt und dabei ggfs. sogar Beobachter in Gefahr gebracht hätten, sähe es anders aus, bloß war eben dies definitiv nicht der Fall. Allein der Umstand, wonach syrische Truppen die Störenfriede umgehend aus der Bufferzone hinausbeförderten, zeigt die Bedeutung dieses kleinen Landstriches. Die expliziten Stellungnahmen Israel kann man als bekannt voraussetzen.

    Wenn Östereich sich von einer oder oder gar beiden Parteien Unmut zuziehen wollte, so ist dies durch den Abzug vortrefflich eingefädelt worden.

  11. Michael Haberler

    @Rennziege
    .. allein durch deren Anblick..

    Das würde die Genfer Konvention verletzen.

  12. aaaaaaa

    Ihr habt Probleme. Unsere deutschen Soldaten stehen jetzt an der türkischen Grenze zu Syrien, da Deutschland und die Türkei beide in der NATO sind.

  13. Realist

    “Österreich wird am Golan verteidigt!” – oder wie?

    Österreichs Soldaten sollte es per Gesetz verboten sein im Dienst außer Landes zu sein. Einmischung in religiösen Kriegen im Nahen Osten steht meines Wissens nach nicht in der Verfassung.

    Wer so stark mit einer der beiden Seiten sympathisiert, der möge doch sein eigenes Geld dafür opfern, aber meine Geldbörse bitte in Ruhe lassen.

    Und auf der Uniform dieser Söldnertruppen möge bitte nicht die österreichische Landesflagge sein. Ich habe kein Interesse daran Hisbollah oder gar Mossad hier her einzuladen, durch unsere Interventionen welcher Art auch immer, so wie es die USA geschafft hat sich durch Blowback jeden dritten Araber zum Feind zu machen.

  14. Rado

    aaaaaaa :Ihr habt Probleme. Unsere deutschen Soldaten stehen jetzt an der türkischen Grenze zu Syrien, da Deutschland und die Türkei beide in der NATO sind.

    Sind das die, die sich nicht aus dem Camp trauen, weil sie sonst von den Türken verprügelt werden?

  15. Rado

    @gms
    Israel hat bereits den Waffenstillstand verletzt, indem es Ziele in Syrien angegriffen hat und Syrien, warum auch inner, ist offenbar nicht mehr paktfähig, nachdem es seit einem Jahr immer wieder zu Übergriffen auf UN-Soldaten und die entmilitarisierte Zone kommt. Alle Zeichen stehen auf Eskalation, mit oder ohne Blauhelme.
    Das UNDOF Mandat hat sich ausserdem spätestens seit den Erfahrungen auf dem Balkan überlebt. Über 150 Blauhelme starben damals sinnlos als Komparsen eines perfiden und verlogenen Dienstherrn.

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