Ein Triumph der Planwirtschaftler

Der Rücktritt des IHS-Chefs Christian Keuschnigg lässt die letzte liberal-marktwirtschaftliche Stimme in Österreich verstummen. In einem Land, wo die „sozialpartnerschaftliche“ Planwirtschaft nach der vollen Macht greift, werden künftig wohl nur noch die von der Arbeiterkammer finanzierten Wirtschafts-„Forscher“ zu hören sein. Auch im Kuratorium des IHS haben sich die Exponenten einer staatsgelenkten „Forschung“ durchgesetzt. Und die – von niemandem benötigten – Soziologen und Politologen haben gleichzeitig erreicht, dass sie trotz der gewaltigen Finanzprobleme des unter Keuschnigg wenig kompromiss- und anpassungswilligen IHS weiter in ihrer bequemen Hängematte schlummern können. Wetten: Am Schluss wird die steuergeldvernichtende Gemeinde Wien und die ebenfalls von Zwangsbeiträgen gut lebende Arbeiterkammer nun auch das IHS auf Parteilinie (=neue Steuern, mehr Schulden) gebracht haben. Dafür gibt’s dann Geld. Ein bürgerliches Trauerspiel. (TB)

4 comments

  1. Mourawetz

    die “letzte liberal-marktwirtschaftliche Stimme in Österreich”?
    Da fällt mir doch sofort die AgendaAustria des wunderbaren Franz Schellhorn ein. Hat Unterberger von dem noch nichts gehört? Erst letzten Donnerstag kam es zu einem denkwürdigen Schlagabtausch mit dem Vermögensumverteiler AK-Chef Muhm.

    Aus Sicht der Agenda Austria wird die Verteilungsdebatte an der falschen Stelle geführt. Viele Menschen werden in diesem Land vom öffentlichen Schulsystem im Stich gelassen, ein Fünftel der 15-Jährigen kann nicht sinnerfassend lesen, ein ebenso hoher Anteil der Pflichtschüler gehört in Mathematik zur Risikogruppe. Ihr Aufstieg endet, bevor er begonnen hat. Hinzu kommt, dass der Ruf nach höheren Steuern auch dazu dient, den wahren Bremser des allgemeinen Wohlstands zu verheimlichen: Das ist der Staat.

    und außerdem:

    Jede neue Steuer ist eine Reformvermeidungssteuer, die es der Regierung leichter macht, dringend nötige Veränderungen aufzuschieben.”

    Hätte Unterberger den Newsletter der AgendaAustria abonniert, wäre er auch aktuellst informiert.

    Wer braucht das IHS, wenn es eine AgendaAustria gibt.

  2. Thomas Holzer

    Wenigstens hat Herr Keuschnigg – ganz untypisch für Österreich- nicht lange herumpalavert und ist auch keine Kompromisse eingegangen, sondern einfach zurückgetreten.

    Die “AgendaAustria” in Ehren, aber die wird (noch) von den Medien größten Teils totgeschwiegen. Da dient ecoAustria mit dem Herrn Dr. schuh (u.A. WK-finanziert) eher als pseudomarktwirtschaftliches Feigenblatt in der Öffentlichkeit

  3. Selbstdenker

    Ich habe mich damals, als Christian Keuschnigg zum Leiter vom IHS bestellt wurde, sehr gewundert, was ihn von der hochangesehenen Universität St. Gallen zu den Bazis nach Wien zieht. Warum tut er sich das an?

    Sein Rücktritt ist für mich keine große Überraschung, wenn man sich vor Augen hält, wie die Stadt Wien z.B. über den Weg von Gebäudemieten auf Ausrichtung und Inhalte unabhängiger Forschungseinrichtungen Einfluss zu nehmen versucht. Ich bewundere Christian Keuschnigg für seine Geradlinigkeit und Direktheit – Eigenschaften, die im offiziellen Leben “unserer” Bundeshauptstadt eher rar sind.

    So wie jeder redliche Wissenschafter spricht er Klartext was von dem Lieblingsprojekt der SPÖ-Vorfeldorganisation namens AK – das ist jener zwangsgebührenfinanzierte Verein, der mit Unterstützung der ÖVP in den Verfassungsrang gehievt wurde -, der Vermögenssteuer, zu halten ist: ungerecht, standortschädlich, ineffizient und teuer.

    Mehr als das offene Aussprechen von Fakten und Zusammenhängen, die jeder einigermaßen informierte und mit ökonomischer Vernunft ausgestattete Zeitgenosse bereits intuititv einzuschätzen vermag, braucht es in einem Land wie Österreich nicht, um ins Fadenkreuz heimischer Polit-Primaten zu geraten.

    Warum wurde wohl die Vermögenssteuer – wenn sie so “toll” und “gerecht” ist – in beinahe ganz Europa abgeschafft? Ein Blick rüber zur wirtschaftlich nunmehr ganz kleinen “Grande Nation” dürfte durchaus sehr aufschlussreich sein:
    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/france/11187602/The-wealth-tax-a-tax-on-the-rich-that-cripples-the-poor.html

    Ziemlich sicher werden öffentliche Debatten nun noch(!) mehr von AK-Auftragsstudien gelenkt; “Studien”, mit denen politisch vorgegebene und bereits vor Auftragserteilung festgelegte “Ergebnisse” pseudowissenschaftlich verpackt werden.

    Ihr Informationswert bewegt sich irgendwo zwischen den von Werbeeinschaltungen in Medien mit auftraggeberfreundlicher Berichterstattung und der Homepage von KHG. Nur die Kosten dürften noch höher sein.

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