Ein Versuch, Donald Trump zu verstehen

Von | 13. Juni 2016

(C.O.)Was noch vor einem Jahr wie ein mittelguter Witz geklungen hat, könnte 2017 Realität sein: dass Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika angelobt wird und das Weiße Haus zumindest für die nächsten vier Jahre zu einer weiteren Trump-Immobilie wird. Denn in den neuesten Umfragen liegen der eigenwillige Milliardär und seine wahrscheinliche Kontrahentin, Außenministerin Hillary Rodham Clinton, mehr oder weniger gleichauf. Angesichts des enormen politischen Momentums, mit dem sich Trump vom clownesken Außenseiter, den niemand ernst nahm, zum republikanischen Triumphator entwickelt hat, ist ein Sieg über die höchst unbeliebte Außenministerin durchaus realistisch.

Für die meisten Europäer ist Trumps Aufstieg ein Rätsel, das nur dadurch zu erklären ist, dass in den USA eine Art intellektueller Rinderwahn ausgebrochen ist, der die Bevölkerung dazu bringt, massenhaft einem halb verrückten politischen Gurkenhobel-Verkäufer ihre Stimme zu geben.

Und doch ist eines der zentralen Motive der Trump-Kampagne, nämlich die Forderung nach einem teilweisen Rückzug der USA aus ihrer Rolle als Nuklear-Sheriff der Weltpolitik, nicht eben irrational, sondern durchaus bis zu einem gewissen Grad begründbar. Amerika, argumentiert Trump, garantiere derzeit die Sicherheit von Staaten wie Frankreich, Deutschland und Japan, ohne für diese Dienstleistung finanziell kompensiert zu werden. Wer von den USA beschützt werden will, sagt der Kandidat, möge daher bitte künftig auch für die Kosten aufkommen – oder selbst für seine Sicherheit sorgen. „Wenn Japan militärisch angegriffen wird, dann sind wir vertraglich verpflichtet, mit unseren Soldaten an der Seite der Japaner in den Krieg zu ziehen. Wenn hingegen wir angegriffen werden, dann sind die Japaner zu gar nichts verpflichtet, die können sich einen Angriff auf unser Land in ihren Sony-Fernsehern anschauen, ohne einen Finger zu rühren. Und das ist nicht okay“, bellte er dieser Tage bei einer Wahlkampf-Kundgebung vor Militärveteranen in Kalifornien.

Das ist nicht ganz falsch gedacht. Denn tatsächlich konnte vor allem Westeuropa seinen üppig dotierten Sozialstaat seit dem Kriegsende nicht zuletzt so komfortabel ausbauen, weil die USA den allergrößten Teil der Kosten der Verteidigung des alten Kontinents gegen die Sowjetunion und den Warschauer Pakt getragen haben. (Was übrigens auf Österreich in einem besonders hohen Ausmaß zutrifft).

Salopp könnte man sagen: Europa hat sich, von den USA durchaus billigend geduldet, jahrzehntelang als sicherheitspolitischer Schwarzfahrer durchgeschummelt, und der Geschäftsmann Trump möchte nun wenigstens Fahrscheine verkaufen. Das ist für die Europäer naturgemäß keine erfreuliche, weil bestenfalls kostspielige Aussicht. Aber als Beleg für die Verrücktheit Trumps taugt diese Forderung nicht wirklich, zumindest für Amerikas Steuerzahler.

Aus der Sicht des amerikanischen Joe Normalverbraucher ist wohl immer weniger nachvollziehbar, warum mit seinem Steuergeld zu einem erheblichen Teil die Landesverteidigung der EU, Japans oder Südkoreas finanziert werden soll. Zur Zeit des Kalten Krieges und der großen Systemkonkurrenz mag das noch vermittelbar gewesen sein, heute immer weniger. Dazu kommt, dass nicht wenige Wähler in den USA wesentlich härter um die bürgerliche Existenz kämpfen müssen als ihre Kollegen in Europa – und deshalb immer weniger verstehen, warum sie da noch teure militärische Dienstleistungen gratis zur Verfügung stellen sollen.

Dass Donald Trump in Europa nicht nur, aber ganz besonders im linken politischen Milieu als Bösewicht der Extraklasse gesehen wird, entbehrt in diesem Kontext nicht einer delikaten Pointe. Denn Trump möchte ja, sollte er Präsident werden, im Grunde nur verwirklichen, was Europas politische Linke seit den Tagen des Vietnam-Kriegs zu ihrem zentralen außenpolitischen Mantra erhoben hat – die Forderung „Ami – go home!“.

Wäre eigentlich nur logisch, dass sich schon demnächst ein Unterstützungskomitee „Alt-68er für Trump“ bildet. (Presse)

21 Gedanken zu „Ein Versuch, Donald Trump zu verstehen

  1. astuga

    Naja, letztlich war das aber auch der Preis dafür, dass die USA die europäische Politik dominieren.
    Und so halten wir es heute für das Normalste der Welt, wenn ein US-Präsident mögliche EU-Erweiterungen kommentiert oder beeinflusst.
    Aber umgekehrt käme in der EU niemand auf die Idee den USA auszurichten, welche Abkommen sie mit Mexiko und Kanada abschließen sollen, oder wie sie mit Puerto Rico umzugehen haben.
    Personenfreizügigkeit für Mexikaner, wäre doch mal was…

    Sollte ein US-Präsident Trump also den Europäern mehr Eigenverantwortung überlassen – gerne, dann aber auch richtig.
    Wobei ich allerdings wenig Hoffnung habe, dass mit der korrupten Idiotentruppe in Brüssel viel Staat zu machen ist.
    So oder so.

  2. Selbstdenker

    Im Prinzip zwar richtig, aber in der konkreten Durchführung eine Katastrophe.

    Dem aktuellen Chaos wird man nur mit vielen kleinen, behutsamen Teilschritten Herr werden (was wiederum politisch total unsexy ist).

    “Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. – Dann kommt der Krieg zu dir.”
    (Carl Sandburg)

    “Jedes Land hat eine Armee. Entweder eine eigene oder eine fremde.”
    (Winston Churchill)

    “Wenn der Teufel den Geist der Menschen verwirren will, bedient er sich der Idealisten.”
    (Nicolo Machiavelli)

    Damit ist über die Lage in Europa schon viel gesagt.

    Für mich stellt sich folgende Frage: wenn ein ganzer Kontinent keine eigene (ernstzunehmende) Armee mehr hat, welche wird unsere künftige fremde Armee sein?
    a) EU-Armee
    b) Türkei
    c) Russland oder
    d) der IS (mit Brückenköpfe in Bonsien und Libyen und bereits mehr Kämpfern in Europa als in Syrien)

    Es ist der Idealismus, der die üble Situation zur völligen Katastrophe steigert:

    Zuerst der – übrigens von Trump Anfang 2003 richtig eingeschätzte – katastrophale Irak-Krieg…
    …dann die von Obama angezündelte “Twitter-Revolution” samt Unterstützung der Muslim-Brüder…
    …und nun das Fallenlassen von Europa.

  3. Selbstdenker

    @astuga:
    “Naja, letztlich war das aber auch der Preis dafür, dass die USA die europäische Politik dominieren.”

    If there is no price, then you are price…

  4. Dieter hausammann

    Leider reden die meisten Leute schlecht über Donald Trump obwohl sie keine blasse Ahnung haben wer das eigentlich ist. Natürlich ist der Umstand dass er sehr erfolgreich war und somit sehr reich geworden ist, im sozialistischen Österreich schon ein gravierender Mangel. Ihnen sind Politiker die sich schamlos an Steuergeldern vergreifen lieber, weil diese auch Geschenke verteilen obwohl diese mit Schulden bezahlt werden.
    Natürlich fehlt auch jeder Blick über den Suppentellerrand um zu hören und zu verstehen was der Donald in Amerika erreichen könnte. So wie in Österreich sind auch in den USA die Politiker weniger für herausragende Taten bekannt sondern ebenso für ihre Leidenschaft zuerst einmal sich selbst zu bereichern. Trump wird hier einiges bewegen weil es sehr viele gibt die auch von ihm Geld genommen haben für Dinge, für die man normalerweise nicht bezahlen müsste. Er wird als Business Mann dafür sorgen, dass man aufhört, Schulden für die nächste Generation anzuhäufen. Er wird eine Politik mit Russland einleiten die auf Frieden und Freundschaft ausgerichtet sein wird. Er wird dem Mittelstand, der auch in den USA die Säule der Prosperität ist, wieder zu seiner wichtigen Funktion verhelfen. Die NATO wird es etwas schwieriger haben, mit sinnlosen Manövern Milliarden zu verbrennen. Es wird freilich etwas dauern bis man das in Europa begriffen haben wird. Hier ist man ja gerade damit beschäftigt wahllos Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen und denen den sofortigen Zugang zu Sozialleistungen zu gewähren, für welche man dem Volk zuerst 50 % vom Einkommen wegnimmt und dann noch 20% Mehrwertsteuer einhebt.

  5. Fragolin

    @Selbstdenker
    a) Bekommen wir nicht gebacken, denn der Größenwahn des Brüsseler Hofes wird nur noch von seiner Inkompetenz übertroffen.
    b) Nur als Teilstreitkräfte von d)
    c) Putin ist nicht dumm. Das bestehende Europa ist ein renitenter Dreckshaufen, der ihm am linken Flügel hängt, und das Europa das sein wird ist ein muslimisches Khalifat voller Terrorfanatiker, gegen das er höchstens eine Grenzsperre bauen wird. Der Russe will Europa nicht haben und ist traditionell eher asiatisch orientiert. Asiens Stern ist im Steigen, Europas am Verglühen.
    d) Yep. Da sind wir daheim. Die Invasion im Windschatten sogenannter “Geflüchteter” läuft hervorragend, die zweite Invasionswelle baut sich gerade auf und die Brüsseler Burgfräulein öffnen den strammen Jungmännern gern alle Hinter- und Vordertürchen. Die wirklich Schutzsuchenden werden ihn hier nicht finden, denn ihre Peiniger sind schon da und sickern immer mehr nach. Eine ganze konspirative Armee (in D redet man inzwischen gar von einer halben Million!!! “untergetauchter” Unbekannter aus dem muslimischen Süden – da baut sich eine Armee uaf, dagegen waren die Sandkastenspiele in Syrien und Irak nur ein kleines Aufwärmspielchen, quasi das Paintballspielchen vor der richtigen Schlacht.

    Unsere Obertanen haben uns an die Religionsfanatiker verraten und verkauft, weil sie damit drei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
    1. Kassieren sie dafür Petrodollar. Auf welchen Wegen auch immer. Ein Urlaub hier, ein Häuschen da, ein Köfferchen im Rollstuhl…
    2. Halten sie mit den Petrodollars der Saudis und Qatari das Lügengebäude ihrer Schuldenunion am Laufen; wenn man sich ansieht, wo die Scheichs schon überall Dividenden abgreifen in Europa kann man ahnen, wer viele der Staatspapiere hält, deren gesammeltes Abstoßen innerhalb zweier Stunden den kompletten Kontinent barfrei machen würde.
    3. Ist ein von radikalmuslimischen Fanatikern unterjochtes Volk nicht mehr in der Lage, wirksam gegen seine Peiniger aufzustehen und damit leicht zu lenken; die fanatisierten Vollidioten muss man nur mit Gerüchten über heimliche Koranverbrennungen oder das Spucken auf die Fahne mit dem Glaubensbekenntnis füttern, und schon läuft der Laden in die gewünschte Richtung. Mit einer Meute blutrünstiger Schäferhunde wagen es die Schafe nicht, aufzublicken.

  6. mariuslupus

    Wer vor einen Jahr die mögliche Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA für einen Witz gehalten hat, hatte keine Ahnung von der politischen Situation in den USA gehabt. Die Indoktrinierung nicht nur durch die linke Presse, aber auch der sog. Qualitätsmedien, die Trump als bösartigen Narr abqualifiziert haben, hat die öffentliche Meinung zu tiefst geprägt. Auch aktuell ist es praktisch nicht möglich, mit Leuten, die sonst zu einer vernünftigen Diskussion fähig sind, über den Wahlkampf in den USA zu reden,ohne dass Trump herablassend als Schwachkopf bezeichnet wird.
    Die Menschheit hat ein selektives Gedächtnis. Manche Ereignisse die vor einigen Jahrzehnten stattgefunden haben, werden ausgeblendet. Die Kampagne die z.Z. gegen Trump stattfindet, erinnert an die Anti-Reagan Rhetorik, vor und auch nach seiner Wahl zu Präsidenten. Zu Erinnerung – “Schiesswütiger Cowboy, B-Movie

  7. gms

    C.O. “Salopp könnte man sagen: Europa hat sich, von den USA durchaus billigend geduldet, jahrzehntelang als sicherheitspolitischer Schwarzfahrer durchgeschummelt, ..”

    Eine in vielen Köpfen bohrende Frage lautet, ob der Schlitten von Santa Claus nun von zwei oder doch von vier Rentieren gezogen wird, anders als bei irdischen Themen aber ist eine Klärung durch die Offenlegung von Archiven oder aus dem Nähkästchen plaudernden Wissens- und Entscheidungsträgern unwahrscheinlich [0].

    Daß die Teilung Deutschlands nach dem Krieg nicht nur geduldet, sondern von den USA sogar gezielt herbeigeführt wurde, ist inzwischen ebenso bewiesen, wie alle darauf folgenden Ambitionen zur Ausweitung der Hegemonie über Europa, die sich inzwischen bis unmittelbar an die Grenze Rußlands erstreckt und in der demnächst zu verabschiedenden Sicherheitsdoktrin der EU ihren bisherigen Höhepunkt finden soll. Freilich mag man wider besseres Wissen Gegenteiliges behaupten, bloß wer es dabei mit seiner Willfährigkeit übertreibt, läuft Gefahr, seinen Namen irgendwann auf Listen wie beispielhaft dieser [1] zu finden.

    Staatsmänner und hochrangige Militärs werden gekauft, Parteien infiltriert, Gewerkschaften und Medien gekauft? Ja, liebe Kinder, das findet tatsächlich statt [2], weshalb dem Glauben an einen Altruismus bisheriger US-Administration mit ihren mit Geschenkschleifen verzierten Militärbasen auf unserem Boden dieselbe Bedeutung zukommt, wie der Vorstellung eines spendablen Weihnachtsmannes.

    Wer scherheitspolitische Schwarzfahrerei behauptet, findet sich postwendend im Erklärungsnotstand, wieso ausgerechnet mit geopolitisch breit angelegter Verarschung [0] blockfreie Staaten wie Schweden (‘unsinkable aircraft carrier’, ‘whiskey on the rocks’) auf das vorgeblich kostengünstige Trittbrett geboxt werden und weshalb seit 1952 die Deutschen fremde Truppen und Raketen auf ihrem Boden selbst dann nicht mehr mit einen “danke, aber nein danke” heimschicken dürften, wenn sie es ganz im Sinne der so vordergründig erwünschten Übernahme der Verteidigungskosten tun wollten.

    Die Provinzen des Hegemons sollen ab 2016 selbst für ihre Besatzung aufkommen, im Idealfall nicht bloß mit zwei Prozent aller Steuereinnnahmen, sondern gleich des ganzen Bruttonationalprodukts, damit der Wohlstand auch wie geplant konstant in die richtigen Taschen fließt, um von dort einmal mehr Deception, Kriegspropaganda und Waffen für Dritte zu finanzieren.
    Propaganda, Aufbau, Profit, Zerstörung, Profit, Propaganda … das läßt sich Jahrhunderte lang treiben, solange man Leuten erfolgreich das Märchen verklickern kann, es gäbe einen edlen und selbstlosen Weltpolizisten, der nur rein zufällig inzwischen ebensoviele PR-Agenten beschäftigt, wie im gesamten Außministerium Leute tätig sind [3].

    [0] youtube.com/watch?v=3WcohbEHts8
    [1] archives.gov/iwg/declassified-records/rg-263-cia-records/second-release-lexicon.pdf
    [2] diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/5012535/USA-unterstutzten-Willy-Brandt-im-SPDMachtkampf-finanziell
    [3] tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/27000-PRBerater-polieren-Image-der-USA/story/20404513

  8. Selbstdenker

    @Dieter hausammann:
    Sie haben in Ihrer Aufzählung die nicht ganz unerhebliche “Sozial” “Versicherung” vergessen.

  9. gms

    Selbstdenker,

    “@Dieter hausammann: Sie haben in Ihrer Aufzählung die nicht ganz unerhebliche „Sozial“ „Versicherung“ vergessen.”

    Es ist zwar nur ein OT-Nebenthema, aber bevor es noch weiter unkorrekt Fahrt aufnimmt: Die Steuer- und Abgabenquote hierzulande beträgt rund 44%, Mehrwertsteuer und Sozialversicherungen sind dabei schon inkludiert. Nachdem dies die Gesamtheit und damit zugleich den Durchschnitt darstellt, zahlen zwar verdammt viele Individuen aliquot mehr, dem Volk aber wird ziemlich genau dieses Kuchenstück abgenommen.

    Bevor Mißverständnisse aufkommen: Obige Zurechtrückerei ist definitiv keine Verteidigung des hier grassierenden Kommunismus, denn viel mehr der Versuch, Liberale vom Argumentieren mit falschen Größen abzuhalten.

  10. Leitwolf22

    @gms “Die Steuer- und Abgabenquote hierzulande beträgt rund 44%”

    Sagt wer? Die Statistik Austria? Na dann muss es ja stimmen ;))) Und andere Quellen haben wir ja nicht, oder?

    Die Arbeitnehmer kommen auf eine Quote von ca. 60%, was erheblich über 44% liegt. Arbeitseinkommen stellen einen Großteil des volkswirtschaftlich anrechenbaren Einkommens dar.
    Steuern und Abgaben werden aber auch dort erhoben, wo keine Einkommen im Sinne der VGR vorliegen; also auf Sozialtransfers wie Pensionen, oder aber innerhalb der Verwaltung. Auch wenn das belastungsmäßig eher Luftnummern sind, so erhöhen sie halt doch die Abgabenquote – um etwa 4%.

    Um von diesen 64% nun auf 44% runter zu kommen, müssen die Kapitaleinkommen auf der anderen Seite denkbar gering belastet sein. Das wären dann 22% für Kapital- und Selbstständigeneinkommen (netto), bzw. 12% inkl. Abschreibungen. Denn das sagt die Statistik halt auch. Wollen wir ihr das wirklich glauben?

  11. gms

    Leitw*lf22,

    > Die Arbeitnehmer kommen auf eine Quote von ca. 60%

    Das behaupten wohl nur Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund. Was also soll der Unfug?

    Freilich läßt sich anzweifeln, das durchschnittliche Jahresbrutto bei unselbständiger Arbeit läge bei rund 33.000.- im Jahr, wie sich auch aktuell gültige ASVG-Tarife, die Steuerprogressionsstufen und die Begünstigung fürs Jahressechstel negieren lassen, bloß hinführen wird das nirgends. Dasselbe gilt für ausgewiesene Einnahmen des Bundes, der Länder und Gemeinden oder jene Größen, welche Sozialsversicherungen als Zugänge vermelden und dabei Arbeitgeberbeiträge mitrechnen. Für grobe Verzerrungen gibt es in dem Gefüge keinen Spielraum.

    Betrügen kann die Statistik-Austria allenfalls mit den BIP-Zahlen der letzten Jahre (~45tausend pro Kopf vom Baby bis zum Greis), doch so geschönt können diese niemals sein, alsdaß sich berechtigt eine gesamte Abgabenquote von 50% behaupten ließe, die darüber hinaus nichtmal Mehrwertsteuer oder Kranken- und Pensionsbeiträge umfassen würde.

    Die Belastungen sind bereits jetzt schon pervers, auch und insbesondere angesichts einer *Staats*quote über 50%, doch wir Liberalen tun uns keinen Gefallen, ein Übel ohne Not noch großzurechnen, weil wir uns damit berechtigt unglaubwürdig machen würden. Das Lügen mit Phantasiewerten könnten wir getrost anderen überlassen. Einverstanden?

  12. Rennziege

    13. Juni 2016 – 12:42 – gms
    Es ist enttäuschend, Sie in den Reihen der tumben Amerikahasser zu erblicken.
    Ihr Satz “Daß die Teilung Deutschlands nach dem Krieg nicht nur geduldet, sondern von den USA sogar gezielt herbeigeführt wurde” ist nämlich Schmonzes. Und historisch kilometerweit daneben.
    Ich will hier nicht Ihrem Brauch folgen, Romane zu schreiben und gefühlte 20 Fußnoten anzufügen.
    Sie können sich ja selbst über die Potsdamer Konferenz (17. Juli bis 02. August 1945 im Schloss Cecilienhof) ins Bild setzen. Die verlief völlig anders, knüpfte an die alliierten Konferenzen von Teheran, Casablanca und Jalta (1943, 1945) und übernahm viele der dort skizzierten Beschlüsse.

    Allen USA-Beschimpfern ins Stammbuch geschrieben: Hätten die Amis nicht ~600.000 junge Männer geopfert, hunderte Milliarden Dollar an Waffen, Rohstoffen, Nahrungsmitteln, maritimem Geleitschutz etc.für Briten, Sowjets und die Résistance aufgewandt …
    … dann wäre ganz Eurasien zu einer Nazi- oder Sowjetdiktatur geworden, und wir alle würden unter dieser Knute dahinvegetieren, wahrscheinlich noch heute.
    Sucht’s euch aus, was euch besser gefallen tät’ — und dann beschimpft’s die Amis weiter. Viel Vergnügen, ihr Dumpfbacken!

  13. Leitwolf22

    @gms
    “Das behaupten wohl nur Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund. Was also soll der Unfug?”

    Aehm .. das behaupte ich, und was ich behaupte ich selten Unfug! Und zwar weil ich nunmal die Daten kenne. Übrigens gibt es nebst AK und GB auch noch einige andere Instiutionen, die das ebenso vorzurechnen vermögen. Etwa hier:
    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150820_OTS0085/21-august-tax-freedom-day-2015

    Mit einer Denkweise “es kann sich nicht sein, was nicht sein darf” fange ich aber wenig an. Das ist eine geistige Limitierung die leider Pate für viele Missstände im Lande steht.

  14. aneagle

    Die Amis sind wirklich nicht zu beneiden. Zuerst hatten sie George W. Bush einen ausgewiesenen Schwachkopf zum Präsidenten, danach den untalentierten Mister Obama, erwiesenermaßen einen Schwachkopf, und bekommen jetzt mit Trump einen grotesk- irren Schwachkopf, oder mit H. Clinton sogar eine unbeliebte Schwachköpfin.
    Und mit solchen Leuten treten die Amis optimistisch immer wieder gegen unsere europäischen Politikerelite an. Gegen eine strategisch weise Merkel, einen visionär mutigen Schulz, einem brilliant nüchternen Juncker. Wie machen die Amis das nur ? :- )

  15. aneagle

    sollte heißen: …..einen brillant nüchternen Juncker. Wie machen die Amis das nur? 🙂

  16. gms

    Leitw*lf22,

    “Und zwar weil ich nunmal die Daten kenne.”

    Dann bringen Sie diese doch hier im Forum.

    [ .. Etwa hier: august-tax-freedom-day-2015]

    Ihre Aussage: “Die Arbeitnehmer kommen auf eine Quote von ca. 60%”, wird damit nicht gedeckt.

    Ein möglicher Fehlerfaktor, wenngleich nicht monokausal für die große Differenz, auf den ich oben schon hinwies, liegt im Unterschied zwischen Staats- und Abgabenquote, wobei erste *alle* Einnahmen der Gebietskörperschaften begründet, sprich auch solche staatsnaher Unternehmen.

    Würden dementsprechend diese Einrichtrungen einen höheren Anteil im Budget ausmachen, wäre eine daraus abgeleitete höhere Abgabenquote erkennbar falsch. Ob und wie die Kollegen vom Austrian Economics Center das rausgerechnet haben, läßt sich mit dem dargebotenen Material nicht nachvollziehen.

    “Mit einer Denkweise „es kann sich nicht sein, was nicht sein darf“ fange ich aber wenig an. […]”

    Popanz.

    [1] austriancenter.com/tax-freedom-day-2015-graphs/

  17. gms

    Rennziege,

    “Es ist enttäuschend, Sie in den Reihen der tumben Amerikahasser zu erblicken.”

    Was meinen Sie, weshalb ich a) bei jeder denkbaren Gelegenheit zwischen ‘den Amerikanern’ und ‘den US-Administrationen’ unterscheide und b) nicht minder oft meine Sympatie für den american way of life artikuliere? Wollen Sie noch Urkunden meiner jüdischen Vorfahren, um gleich die nächste Idiotie auszuräumen, die mir unterscheidungsaverse Hyperpauschalierer bei solchen in der Regel Gelegenenheiten andichten wollen?

    So Sie auf sprichwörtlichen Hunderachtzig waren, als Ihnen ‘tumber Amerikahasser’ entglitt, dann raten Sie mal wie ich mich fühle, wenn das ausgerechnet mir nachgesagt wird?

    “Ihr Satz „Daß die Teilung Deutschlands nach dem Krieg nicht nur geduldet, sondern von den USA sogar gezielt herbeigeführt wurde“ ist nämlich Schmonzes. Und historisch kilometerweit daneben.”

    Quellen wie Unterrichtsmaterial für Studenten in den USA hatte ich bereits gebracht, daneben noch Zitate vom damaligen Secretary Fulbright und ergänzend Depechen aus der Botschaft in Bonn. Daß zusätzlich die Russen für ein vereintes Deutschland ohne Nato-Mitgliedschaft gewesen wären, ist zugleich historisch exakt auf den Punkt.

    Freilich läßt sich Gegenteiliges behaupten, bloß das geben keine Dokumente her.

    “Ich will hier nicht Ihrem Brauch folgen, Romane zu schreiben und gefühlte 20 Fußnoten anzufügen.”

    Tut mir leid, daß ich nicht den Anschein erwecken will, ich saugte mir alles bloß aus den Fingern, womit wir wieder beim Thema des Threads sind, nämlich was es mit dem Zulauf zu Trump aufsich hat: Auch den Amerikanern dämmert es schön langsam, daß in den Staaten nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Wie sehr müssen diese Tumben sich doch alle selbst hassen, nicht wahr?

  18. m

    Herr Ortner — please!

    Sie wollen uns Donald Trump erklären und sie kommen mit „Ratio“?

    Diese Wahl ist keine Wahl der Issues. Dieses Mal geht es um Identity. Hier hat die Ratio keinen Platz. Sie haben Donald Trump nicht verstanden. Hören Sie besser auf, andere Menschen mit gespielter oder echter Intellektualität beeindrucken zu wollen. Wir sind hier ja schliesslich nicht beim SPIEGEL oder der ZEIT. 😉

  19. Rennziege

    14. Juni 2016 – 05:52 — gms
    Sie saugen sich sehr wohl schreienden Unfug aus den Fingern — und folgen in IIhrer USA-Aversion dem Muster der Antisemiten: “Ich hab’ nix gegen die Juden, aber der Staat Israel handelt verbrecherisch.”
    Oisdann, Ihnen zufolge: Die Amis sind O.K., aber ihre Administration besteht aus Banditen. Bravo!
    Sie erlauben sich, eine der ältesten (und vitaleren) Demokratien der Welt so herabzusetzen, in der der Wähler weit mehr föderale und Bundesrechte hat als das Stimmvieh in der gesamten EU. Und auch noch eine Medienlandschaft, die nicht am Staatstropf und dessen Vorgaben hängt, sondern frei und unabhängig ein breites Spektrum aller Menschen abbildet.

  20. gms

    Rennziege,

    “Sie saugen sich sehr wohl schreienden Unfug aus den Fingern — und folgen in IIhrer USA-Aversion dem Muster der Antisemiten: „Ich hab‘ nix gegen die Juden, aber der Staat Israel handelt verbrecherisch.“

    Was wollen Sie als Replik lesen, abgesehen von der Feststelltung, wonach Menschen in Debatten ums Eingemachte mangels Argument oftmals zu persönlichen Anschüttungen greifen und Sie hierfür im Moment regelrecht paradetypisch sind?
    Weil aber selbst das dümmste Verhalten zwecks Imagebildung eine Erklärung fordert, flankieren Sie Ihre Vorwürfe mit der artikulierten Aversion (O-Ton) “Romane zu schreiben und gefühlte 20 Fußnoten anzufügen”.

    Wenn Sie nichtmal deklassifiziertes Material aus US-Archiven überzeugt, von dem Sie mutmaßlich nicht behaupten werden, man hätte es den Administrationen gleich einer Verschwörung nachträglich als Fälschungen untergeschoben, aufdaß es heute von jedermann von Regierungsservern abrufbar ist, dann habe ich nicht die geringste Vorstellung davon, worauf wir uns hier sonst einigen könnten, vorausschickend, Sie seien des Englischen nicht minder fähig als ich.

    Zwingen zum Lesen kann und ich will ich Sie nicht, ebenso wenig kann ich Sie davon abhalten, hier weiterhin wie ein Heiko Maas auf Drogen einen Rekord nach dem anderen im Aufreißen der untersten Schubladen und Hineinbuxieren des Gegenübers aufzustellen.

    Ich bin ein amerikahassendes und auf Art der Antisemiten agierendes Arschloch, das die Vorstellung bewegt, es hätten über die 600.000 gefallenen GI’s hinaus ruhig noch einige hunderdtausend mehr sein können? Geschenkt! Ganz unter uns im Privaten: Nichts wäre mir lieber gewesen, als eine Dominanz der roten USSR über ganz Europa und mein libertäres Gehabe hier dient einzig und allein der Show.

    Einigen wir uns darauf, daß selbst Ihre wiederholten infamen Vorwürfe wider mich bloß lachhafte Streifschüsse sind und die Wahrheit über meine Haltung tatsächlich noch viel erschreckender ist. In diesem Sinne herzlichen Dank für Ihre noble Zurückhaltung, die mir selbst Anlaß bot, meine kardiologische Mördergrube öffentlich auszuleuchten. Und damit niemand sagen kann, mein Outing wäre nicht allumfassend: Ich dusche auch konsequent im Regenmantel, das spart das Abtrocknen.

  21. Thomas F.

    Trump hat seine Motivation, ins Rennen zu steigen, formuliert als Reiz der Herausforderung “to fix something that is broken”. Natürlich wollen die Mainstream-Medien und das Establishment im Allgemeinen nicht gerne aufrichtig darüber diskutieren wie “broken” die USA mittlerweile sind. Schließlich sind sie selbst ein wesentlicher Teil des Problems. Und die einfachste Art einen unangenehmen Vorwurf abzuwehren ist, in der Diskussion ‘ad hominem’ zu gehen und somit vom Thema abzulenken. Putin macht es auch immer so.

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