Ein wackerer Kämpfer gegen die Gier

“Dem sozialistischen französischen Haushaltsminister Jerome Cahuza wird Steuerbetrug vorgeworfen. Er soll jahrelang ein heimliches Konto in der Schweiz geführt haben.” (“Presse“)

19 comments

  1. G.K.

    Was ist eigentlich mit Papandreou bzw. seiner Mutter? Was ist in Bezug auf die 550 Millionen rausgekommen?

    Offenbar nichts. Weder pro noch kontra. Google (habe nach Papandreou 550 gesucht) gibt nichts her ausser, dass im Zeitraum 2 – 4. Dezember 2012 von praktisch allen Medien gemeldet wurde, dass seine Mutter ein Konto in Genf mit 550 Mio EUR (oder $ ?) hätte, z.B.:

    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1319843/PapandreouClan-soll-550-Mio-Euro-in-der-Schweiz-horten

    Seither absolute Funkstille. Mir scheint das schon sehr nach linken Mainstream-Medien zu riehen, dass sie die Meldung zwar gebracht haben, das macht Auflage, worauf man doch lieber nicht verzichtet, aber nachher totschweigen, auf jeden Fall nicht recherchieren, nachhaken, etc. Interessiert die Sache nicht mal die Griechen? Dass dort manche Sozialisten, ja gar PASOK-Mitgründer nicht immer geschont werden, zeigt etwa der Bericht der Süddeutschen (!):

    http://www.sueddeutsche.de/politik/wegen-steuerhinterziehung-griechischer-ex-minister-muss-acht-jahre-in-haft-1.1615604

  2. Reinhard

    Wir haben doch Grasser, dessen größtes Verbrechen bis heute darin besteht, dass man ihm nichts nachweisen kann, was beweist. was für ein böser neoliberaler Zocker er sein muss; das reicht den heimischen linken Tintenstrolchen.

  3. Jennerwein

    @Reinhard
    Das Einzige was Grasser von den linken Gaunern unterscheidet, ist dass er einfach wesentlich schlauer ist und überdies zuviel von anderen weiß.

  4. Mourawetz

    @Jennerwein
    Die richtige Komplettierung des Reinhardschen Satzes lautet also Ihrer Meinung:

    Wir haben doch Grasser, dessen größtes Verbrechen bis heute darin besteht, dass man ihm nichts nachweisen kann, was beweist, dass er einfach wesentlich schlauer ist und überdies zuviel von anderen weiß. Ergo ist er justament ein neoliberaler Zocker, der von den heimischen Medien vorgeführt gehört.

  5. Rennziege

    @Jennerwein
    Ich füge hinzu: Der fesche Karl-Heinz bringt die linke Reichshälfte auf die Rotbuche, weil er die Grundrechenarten der Arithmetik beherrscht und anwendet, die von rotgrünen Schulsaboteuren und Verblödern als Teufelswerk abgeschafft werden. Zudem spricht er unsere Muttersprache in klaren, knappen, verständlichen Sätzen — was das langatmige, bewusst nichtssagende Geschwurbel der amtierenden Hausbesorger vollends als heiße Luft entlarvt.
    Und, notabene: Österreich hatte und hat weit üblere Finanzminister, als Grasser einer war. Er hat nicht alles, aber vieles richtig gemacht. Eines Tages werden ihm sogar die Sozen nachweinen; denn ein Grasser hätte den Brüsseler Euro-Fetischisten niemals die Füße geküsst.

  6. Jennerwein

    @Rennziege
    Ob er fesch ist, darüber kann man geteilter Meinung sein; wäre er ein Linker, würden Sie ihn taxfrei als schmierig bezeichnen. Ich finde, dass Grasser trotz seiner größeren Schlauheit als jene der Sozen heute weitgehend überschätzt wird. Durch Budgetkosmetik, Auslagerung von Staatsverbindlichkeiten und Privatisierung hat er optisch gesehen einiges zuwege gebracht. In bezug auf die Eu überschätzen Sie Grasser ebenfalls, er hat immer die richtigen Verbindungen zu knüpfen gewusst, auch vor der EU hat niemals eine ganz große Lippe riskiert, wollte er doch immer als der Musterknabe dastehen. Warum diese Budgetkosmetik 2000f, doch nicht wegen echten Sparens, nein, sondern um die EU-Kriterien zu erfüllen und den Strafzahlungen zu entgehen.

  7. Rennziege

    @Jennerwein
    Gestatten Sie bitte: Auch als Linken würde ich Grasser nicht als schmierig bezeichnen, denn er wäre in jeder Couleur ein bagabter Politiker. Und Realität wie Ansehen der EU zu seiner Amtszeit befanden sich auf höherem Niveau, mit dem heutigen nicht zu vergleichen. Grasser würde heute entscheidend anders agieren und reagieren als damals; denn zu seiner Amtszeit hatte die EU-Landschaft noch ein paar Blüten (im Sinn von Blumen) vorzuweisen. Heute sind diese Blüten nur noch im Sinn von Falschgeld zu verstehen.

  8. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Verzeihung, aber ich glaube, da überschätzen Sie diesen Herren doch etwas. Herr Grasser ist ein begnadeter Netzwerker, ich erlaube mir aber, ihm absolute Skrupellosigkeit zu unterstellen.

  9. Samtpfote

    @Rennziege
    Und, notabene: Österreich hatte und hat weit üblere Finanzminister, als Grasser einer war
    z.B. Edlinger = wenns’S bei dem anstreifen, bleibt so viel Dreck hängen, dass selbst die Habsburgwäscherei die Segel streichen muss…
    Von unserem “eh nicht Eigentümer von der Consultatio” ganz zu schweigen. Aber der hatte ja einen Onkel. heute hätte er eine Quotentante. Wetten?

  10. Rennziege

    @Thomas Holzer
    @Samtpfote

    Nux für ungut, Gentlemen, ich gehöre ja nicht zum Grasser-Fanclub. Ich hab’ nur versucht, sein Tun und Lassen als Finanzminister mit dem seiner Vorgänger und Nachfolger im Amt zu vergleichen. Und da schneidet er (für mich, die ich vieles erst nachlesen muss) keineswegs übel ab.
    Ihm “absolute Skrupellosigkeit zu unterstellen” (Thomas Holzer) ist vermutlich nicht unfair, da ein Mangel an althergebrachtem Charakter ja heutzutag’ eine Voraussetzung ist, in der Politik was zu werden.
    Dennoch: Ob und inwieweit Grasser strafwürdig gehandelt hat, sollten wir nicht roten Geiferern, Stammtischen und Tintenstrolchen, sondern ordentlichen Gerichten überlassen — in der Resthoffnung, dass diese das Adjektiv “ordentlich” noch rechtfertigen.

  11. Thomas Holzer

    @Rennziege
    “Dennoch: Ob und inwieweit Grasser strafwürdig gehandelt hat, sollten wir nicht roten Geiferern, Stammtischen und Tintenstrolchen, sondern ordentlichen Gerichten überlassen — in der Resthoffnung, dass diese das Adjektiv “ordentlich” noch rechtfertigen.”

    Absolute Übereinstimmung mit obiger Aussage Ihrerseits.

    Aber: sorry 😉 nur weil die anderen Ar…löcher sind, muß ich nicht selbst auch eines sein 🙂

    Erinnert mich an die “Ansage” des Herrn Dörfler, der vor der Landtagswahl verschiedene Aktivitäten “seiner” Mitarbeiter damit rechtfertigte, daß die Anderen es ja auch machen

  12. Rennziege

    @Thomas Holzer
    Schäm! Ich geb’ ja zu, dass ich mich (“A Karntna Bluat is’ ka Nudlsuppn”) dem Herrn Grasser heimatlich zugetan fühle 🙂 — was für Dörfler et mult. al. FP-Lemuren nicht gilt.

  13. Thomas Holzer

    @Rennziege
    no worries, ich war lange genug politischer Flüchtling im roten Wien 😉
    wurde aber nie anerkannt 🙁 soviel zur roten Solidarität 🙂
    Habe auf diese aber sowieso keinen Wert gelegt

  14. Prinz Eugen von Savoyen

    @Rennziege

    So ungern ich gnädiger Frau widerspreche, aber der Grasser ist überschätzt. Er ist einfach rücksichtslos, das ist sein Rezept. Genommen hat er es von den kleinen, die nicht organsiert sind. Alle anderen hat er wohlweislich in Ruhe gelassen. So saniere ich jedes Budget.

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