7 Gedanken zu „Eine berechtigte Frage

  1. Flo

    41% sind viel – gerade bei niedrigen Einkommen – keine Frage!

    Betreffend “Markteinkommen”

    Oft handelt es sich insbesondere in der Dienstleistungsbranche bei den bezahlten Honoraren, Gehältern nicht unbedingt um reine Marktpreise losgelöst von allen Randbedingungen wie das leider sehr oft und fälschlicherweise in Diskussionen lanciert wird!

    Vielmehr stellt ja das Wissen der Marktbeteiligten um die zu entrichtendn Sozialabgaben und Steuern einen wichtigen Bestandteil der Preisfindung (gibt es da evtl. Studien dazu?) dar.

    Beispiel:
    Wenn Sie zum Friseur gehen und 30 Euro für einen Haarschnitt zahlen – woran messen Sie die relative Höhe des Preises? Am Konkurrenzanegbot um 7 Euro? Oder beginnt dann nicht doch im Kopf ein Gedankengang zu laufen der in etwa so lautet: Also der Haarschnitt hat jetzt 20min gedauert, Miete muss er auch zahlen, Steuern! Und Abgaben auch und zwar richtig happige 41% –> also kann das Angebot um 7 Euro gar nicht rechtmäßig zustandekommen! Sie werden daher als anständiger Bürger bereit sein die 30 Euro bezahlen! Evtl. Handeln Sie auf 27,50 und geben 2,50 Trinkgeld….. Wie auch immer was ich damit klarmachen möchte!

    Wenn die Steuern von 41 auf sagen wir 20% sinken würden, gäbe es da nicht auf der anderen Seite einen Preisdruck, eine Anpassung nach unten?! Die Nettolöhne würden sicher nicht automatisch um grob 21% steigen!!!

    Ich wäre jedenfalls nicht mehr bereit 30 Euro für den Haarschnitt zu bezahlen wenn ich weiss, dass der Friseur KEINE Abgaben und keine Steuern abführt!

    Ich denke gerade in der Binnenwirtwchaft spielen eher die Lebenshaltungskosten der Arbeitnehmer sowie die Hierarchie dieser untereinander eine viel entscheidendere Rolle! Die Frage lautet doch eher: wie wenig muss ich der Kassiererin zahlen damit sie noch überleben kann, wie weit kann ich den Lohn drücken um nicht mit dem Gesetz oder der Gewerkschaft in Konflikt zu geraten?

    Der “Markt” regelt im Grunde alles oder nichts – entscheidend sind die Werte der Bürger! Gibt es noch das Bewußtsein, dass wir einer Gemeinschaft angehören oder denkt mittlerweile die mehrheit sie fliegt alleine auf der Erde durch die unendlichkeit der Galaxien?!

  2. PeterT

    Muss man jetzt Mitglied auf Facebook sein, damit man auf die Links in den Artikeln zugreifen kann?

  3. gms

    Flo,

    “Wenn Sie zum Friseur gehen und 30 Euro für einen Haarschnitt zahlen – woran messen Sie die relative Höhe des Preises?”

    An anderen erwerbbaren Gütern oder Dienstleistungen, siehe beispielhaft [1]

    Das von Ihnen skizzierte Kopfkino, was der Friseur denn nun alles an Schutzgeldern abliefern muß, mag den Kunden vielleicht Verständnis für den Endpreis aufbringen lassen, zugleich schmälert es es einmal mehr das Verständnis für den Inhaber des Erpressungsmonopols innerhalb der Staatsgrenzen.

    “Die Nettolöhne würden sicher nicht automatisch um grob 21% steigen!!!”

    Völlig richtig erkannt, wenngleich aus dem falschen Grund heraus.

    Dafür aber könnte der Friseur im Gegenzug Ihnen einige Rufzeichen abkaufen, womit Sie wiederum anderswo Waren einkaufen. [ apropos: 100 – 120/1,41 = 14,9, d.h. dieser Prozentsatz würde in Ihrem Beispiel vermehrt im Spiel bleiben ]

    [1] amazon.de/s/ref=sr_pg_1?rh=n%3A192416031%2Ck%3Ataschenrechner&sort=price

  4. Christian Peter

    Wer 1147 Euro netto verdient bekommt deutlichen mehr an Leistungen, als er bezahlt, zählt somit zu den Nettoempfängern. Beklagenswert wird es erst bei Nettozahlern, was ein sehr viel höheres Einkommen voraussetzt.

  5. Rennziege

    8. Januar 2014 – 11:34 — PeterT
    Gott soll abhüten! Facebook? So interessant kann kein Link sein, dass man freiwillig in diesen Exhibitionisten-Gulag einzieht. — Es sei denn, man ist eine Einbrecherin, die dort bequem nach Wohnungen späht, deren Inhaber ihre Urlaubsreisen frohgemut im Gfrießabiachl verlautbaren. 🙂

  6. nometa

    @flo: Klar, der Markt sind wir alle, und Preise sind Ausdrücke von unseren Bewertungen. Ob da immer etwas Gutes und Gerechtes rauskommt, kann man nicht sagen, das können nur Ideologen.

    @gmx: “Rufzeichen abkaufen” – Sie können gar nicht anders, Sie müssen immer untergriffig sein, oder? Gemeine Leute (wie Sie), denen es gut geht, wenn sie andere Menschen schlecht behandeln, sind für mich übrigens die wahren Parasiten; nicht Staatshilfeempfänger.

  7. gms

    nometa,

    > “Rufzeichen abkaufen” – Sie können gar nicht anders, Sie müssen immer untergriffig sein, oder?

    Ja, aber nur dann, wenn ich morgens weder ein Kleinkind gefrühstückt, noch danach einen alten Menschen auf die Fahrbahn geschubst habe. Ohne diese kleinen hedonistischen Freuden am Morgen bleiben tagsüber bloß Parasitologen Ihrer Gewichtsklasse, die man zur sozial verträglichen Erbauung an zwei Sätzen abtropfen läßt.

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