Eine Erpressung mit Stil

Sollten sich unsere institutionellen Partner bürokratisch und obsessiv verhalten, bin ich nicht in der Lage, die Reaktionen der griechischen Gesellschaft vorherzusagen“, warnt der griechische Finanzminister Venizelos. Dann würde in Athen eine “breite Front antieuropäischer Kräfte von ganz links bis ganz rechts” die Politik dominieren. – So höflich werden erpresserische Geld-Forderungen nur selten formuliert.

9 comments

  1. cmh

    Bitte darum!

    Etwas besseres kann uns doch gar nicht passieren. Wenn die Griechen schon meinen, nach dem Motto “Ister Ruf einmal ruiniert lebt sichs gänzlich ungeniert!” leben zu können, dann sollten wir zusehen, auch unseren Ruf möglichst rasch zu ruinieren.

  2. Der Realist

    da gehen die Lauwarmen in Brüssel und den nationalen Regierungen bestimmt gleich in die Knie, volkstümlich auch Arschkriechen genannt.

  3. Rennziege

    Das folgt dem uralten Rezept aufmüfiger Kinder im Winter: “Werd’s schon sehen, was ihr davon habt’s, wenn ich mir die Fäustlinge nicht anzieh’ und mir die Finger abg’frier.”

  4. Wettbewerber

    Tolle Kommentare, Leute. “Sozialstaat” heißt wirklich nichts anderes, als ein allgemeines Recht, auf ewig infantil zu bleiben, und von den Erwachsenen dennoch durchgefüttert und versorgt zu werden. Harte Worte,, geb ich schon zu, aber wahr.

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  6. Klaus Kastner

    Ja, es ist eine Erpressung mit Still, aber nein, solche Erpressungen sind absolut nicht unüblich bei schwierigen Finanzierungsverhandlungen. Im Gegenteil, jede harte Verhandlung in Finanzschwierigkeiten ist eine Form der gegenseitigen Erpressung (bzw. mehr oder weniger deutliche Andeutung von möglichen schlimmen Konsequenzen). Unterscheiden kann man nur, ob die Erpressung mit Stil ist oder nicht. Wie gesagt, diese Erpressung von Venizelos hat Stil. Was seinerzeit Merkozy mit George Papandreou in Nizza gemacht hatten (Erpressung, das geplante Referendum abzusagen), hatte absolut keinen Stil.

    Und hier noch ein Beispiel, wenn man gar nicht erpresst (was eine rühmliche oder dumme Ausnahme ist, je nachdem, wie man es sieht):

    Das wäre eine Situation, wo ein international anerkannter Berater vorschlägt, dass die Republik bei der HAA mit einer Insolvenz 5 Mrd.EUR sparen könnte und der oberste Verantwortliche für die HAA (Liebscher) prescht vor und sagt, dass eine Insolvenz nicht in Frage kommt (ohne den Beraterbericht gelesen zu haben). Wie gesagt, das ist eine rühmliche Ausnahme. Oder eine ganz dumme!

  7. Mourawetz

    @Klaus Kastner
    Worin nun der Umstand zu finden ist, eine Erpressung zu entdecken, die Hypo Alpe Adria nicht in die Insolvenz zu schicken, haben Sie unterschlagen, uns untertänigst mitzuteilen. Auf Anhieb kann ich keinen Frevel entdecken. Sie meinen offenbar, die Bayrische Landesbank wurde erpresst, damit die HAA nicht in die Insolvenz geschickt wird. Das wäre allerdings ein schwerwiegender Vorwurf mit fürwahr beträchtlichem Hautgout!

  8. Klaus Kastner

    @Mouravetz
    Sie haben missverstanden. Österreich macht derzeit die Ausnahme: sie will nicht einmal ‘hart verhandeln’, von erpressen – mit oder ohne Stil – ganz zu schweigen. Stattdessen will sie lieber zahlen. Dann werden alle uns lieb haben.

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