Eine etwas andere Sicht auf Nelson Mandela

“….In den Nachrufen und Betrachtungen zu Nelson Mandela wird weithin ausgeblendet, dass das südafrikanische Apartheid-­Regime vor allem deshalb so lange überlebte, weil Mandelas marxistischer African National Congress (ANC) mit der Sowjetunion im Bunde stand. Die weissen Südafrikaner und der Westen konnten sich nicht sicher sein, was passieren würde, wenn die Schwarzen an die Macht gelangten. Würde ein sowjetischer Satellitenstaat…” (Sehr interessante Analyse in der “Weltwoche“)

6 comments

  1. Thomas Holzer

    “Einen Block, der sowohl in Russland und in China wie auch in Kambodscha Massenmorde am Rande des Genozids begangen hatte.”

    Seit wann neigt der Herr Köppl zur Untertreibung?!

  2. Klaus Kastner

    Ich kann der Versuchung nicht widerstehen, mich auf ein Thema einzulasen, wo man rasch gekreuzigt wird. Nämlich: Chile (hier im Vergleich zu Südafrika unter Apartheid).

    Ja, Chile hatte nach 1973 eine Militärjunta, die durch einen Putsch an die Macht gekommen war (ich möchte mich hier gar nicht darauf einlassen, dass zwar kein Putsch, aber die Entfernung von Allende aus seinem Amt verfassungsrechtlich gedeckt war, weil Allende die Verfassung gebrochen hatte; vom Obersten Gerichtshof aufgefordert wurde, dies zurückzunehmen, dies jedoch bewußt nicht tat. Was laut Verfassung die Entfernung aus dem Amt erforderte).

    Glaubt man den Befürwortern von Pinochet (ich glaube ihnen, weil ich ein paar Jahr später in Chile gelebt habe und mir meine eigene Meinung bilden konnte), dann war Chile unter Allende auf dem Weg – mit Unterstützung von Castro – ein Kuba von Südamerika zu werden. De facto war es ein Bürgerkrieg.

    Trotz aller meiner Vorbehalte kann ich nicht ignorieren, dass unter Pinochet Chile einen wirtschaftlichen Weg eingeschlagen hat, der letztendlich dazu führte, dass Chile heute wahrscheinlich die solideste Volkswirtschaft und Gesellschaft in Südamerika ist. Nach Pinochet gab es rechte und linke Regierungen. Keine von diesen beiden ist von dem wirtschaftlichen Weg abgewichen.

    Kurz und gut, was immer damals in Chile unter einem ‚verachtungswürdigen‘ Regime eingeleitet wurde, hat letztendlich dem Wohl des ganzen Volkes gedient.

    Hätte man dies auch für das damalige Regime in Südafrika sagen können?

  3. Rennziege

    15. Dezember 2013 – 11:07 — Klaus Kastner
    Es ist gut, dass Sie der Versuchung nicht widerstanden haben, Chile in einer Rückblende zu beleuchten. Wer sollte Sie dafür kreuzigen, den mittlerweile geheiligten Salvador Allende nüchtern zu betrachten?
    Nebenbei bemerkt, zu Südafrika: Die Apartheid war zunehmend selbst unter Buren nicht mehr das Maß aller Dinge, und Pieter Willem Botha war deutlich kompromissbereit, ehe er abtrat — nicht Mandelas wegen, sondern auf internationalen Druck hin, der auch wirtschaftlich schmerzhaft wurde.)
    Roger Köppels “anderer Blick auf Nelson Mandela” wird durch dessen ANC-Erben bestätigt, deren Korruption, Nepotismus, Misswirtschaft und Vertreibung der letzten weißen Unternehmer dieses Land ernsthaft schädigen — noch nicht so verheerend wie in Mugabes Simbabwe, aber auf dem Weg dorthin.

  4. Weninger

    Und warum war es dann nochmal schlecht, dass der Fischer nicht runtergefahren ist, wenn der Mandela eh nur so ein Marxistenspezi von ihm wie der Kim-Il-Jung war? Man könnt dann ja mit Recht geradezu von einer Läuterung unseres HPB sprechen.

  5. Aron Sperber

    die Apartheid war ein Anachronismus, über den man sich zu Recht empören kann.

    allerdings sollte man sich dann auch über den diktatorischen Anachronismus in Kuba und Nord-Korea empören.

    das Apartheid-Regime ist immerhin freiwillig abgetreten und Mandela bekam seine Freiheit – in Kuba und Nordkorea sitzen immer noch Menschen dafür im Gefängnis, dass sie in Freiheit leben wollen

  6. Graf Berge von Grips

    Zum Begräbnis dieses Massenmörders und Faschisten wär’ ich auch nicht gefahren….

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