Eine etwas eigentümliche Frage

Warum muss die Republik ohne Beitrag der österreichischen Banken die Hypo-Lasten schultern? – Das fragt der “Standard” heute an prominenter Stelle. – Vielleicht deshalb, weil auch die “Strabag” nicht für die pleite gegangene Konkurrenz “Alpine” gezahlt hat, “Billa” nicht für den “Konsum” und der “Standard” nicht für irgend eine insolvent gewordene andere Zeitung?

8 comments

  1. Christian Peter

    Weil Österreichs Banken erheblich von der völlig unnötigen und skandalösen Zwansgsverstaatlichung der Hypo 2009 profitierten. Vermutlich wollte man die stark in Südosteuropa investierte schwarze Raiffeisen (und andere) vor Verlusten bewahren und wandelte daher eine lächerliche (weil uneinbringliche) Landeshaftung in eine Haftung des Bundes um. Dieser skandalöse Vorgang zu Lasten der Steuerzahler unter ÖVP – Regie sollte ehestmöglich durch einen Untersuchungsausschuss aufgeklärt werden.

  2. Manuel Leitgeb

    Die beste Antwort zum Artikel kommt von einem Forumbenutzer namens “Amadeus 13”:
    “Der größte Geldraub der österreichischen Geschichte hat stattgefunden und nimmt jeden Österreicher +/- 2000 Euro weg. Jetzt entbrennt ein kleingeistiger Streit, wer mehr Schuld daran hat. Das Land Kärnten? Jörg Haider? Die von Haider eingestellten Manager? Alle Kärntner Parteien (außer den Grünen, die zum fraglichen Zeitpunkt nicht regiert haben)? Pröll? Die unfähige GroKo? Die FMA? Die Nationalbank? Wir können uns auf eines einigen: Es sind alles staatliche Akteure, die alle fremdes Geld ausgeben und sich immer rechtzeitig davonschleichen. Es sind nicht die bösen Kapitalisten, die uns hier ausrauben – es ist unser eigener Staat. Staat – raus aus der Wirtschaft!”
    Denn das ist bei der ganzen Katastrophe der einzige Nenner, egal wer den größten Anteil an der Schuld hat: Es sind nur Politiker und/oder deren Günstlinge (eingestellte Manager).

  3. Mourawetz

    @Manuel Leitgeb
    Aber nein, der Staat schützt uns doch vor dem Raffzahn namens Kapitalismus.
    ts, ts

  4. Manuel Leitgeb

    @Mourawetz
    Sie haben natürlich Recht. Ich bitte um Verzeihung für meinen Ausrutscher, selbstverständlich werde ich nicht von der reinen Lehre abfallen.
    Zur Läuterung werde ich unverzüglich einige Stunden lang den Volksbildungssender sehen (z.B. Im Zentrum), und sollte dies nicht genügen, mich an die Universität begeben um einer Vorlesung der großen Ökonomen Schulmeister oder Felber beizuwohnen. 🙂

  5. sybille Stoa

    Die Banken oder besser gesagt ihre Kunden mit hohen Gebühren zahlen bereits über 1/2 Milliarden Bankenabgabe jährlich, die man dazu verwenden wollte, den Finanzsektor nach der Krise zu stabilisieren.
    Dabei wurden aber 1/3 der Bankenabgabe aus mir unbekannten Gründen von den Landeshauptleuten einkassiert.

    Die Banken hätten sich eh an der Hypo beteiligt, wollten aber dafür um 400 Millionen € weniger Bankenabgabe im Jahr dafür zahlen.
    Dazu war die Regierung aber nicht bereit.
    Raiffeisen, BAWAG und Erste zahlten oder zahlen bald die Bankenhilfsgelder vom Staat zurück.

  6. Christian Peter

    Es gäbe ein einfaches Instrument, um Österreichs Banken (-Sumpf) am Hypo – Debakel zu beteiligen : Man bräuchte bloß die Bankenabgabe erhöhen.

  7. Christian Peter

    ‘vielleicht deshalb, weil die Strabag nicht für Alpine zahlte und Billa nicht für Konsum etc.’

    sehr geistreich. Der Unterschied : Normale Unternehmen kann man in die Pleite entlassen, Banken (angeblich) nicht. Das ist auch der Grund der Bankenabgabe : Damit sollen die Kosten des ‘systemischen Risikos’ dem Verursacher (Finanzsektor) auferlegt werden. Gestern Kommunalkredit, ÖVAG, heute Hypo Alpe Adria und morgen eine andere Bank, für die der Steuerzahler wird bezahlen müssen.

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