Eine frei erfundene Geschichte

(MARTIN VOTZI) Es war einmal in einer großen Stadt, die aus dem Blickwinkel von Touristen und anderen Besuchern mit gutem Einkommen recht manierlich und ordentlich geführt wirkte. Hinter den Kulissen ereignete sich aber Ungewöhnliches. Über alles zu berichten, würde den Rahmen dieser Geschichte sprengen, vielleicht schon einen Roman erfordern. Das Gesundheitssystem dieser Stadt mag daher als ein Beispiel dienen.

Es gab dort wunderschöne, wenngleich alte Spitäler mit riesigen Grünanlagen. Diese wurden aber wegen mangelnder Effizienz geschlossen, natürlich zum Wohle der Patienten. Nicht wenige dieser historischen Pavillons und Grünflächen wurden verkauft. Der Bürgermeister scheute keine Mühe, um die passenden Käufer zu finden und begab sich dafür sogar auf so manche Reise in ferne Kontinente. Es gab aber einige undankbare Bürger, die Raubersg’schichten dahinter vermuteten. Das irritierte den Bürgermeister und seine Räte nicht weiter, denn die Stadt war bekannt für so manchen Raunzer und Nörgler.

Leider hatten der Bürgermeister und seine Räte trotz ihrer sorgfältigen Planungen und ihrer immer wieder bewiesenen Weitsicht großes Pech, als das zum Ausgleich für die alten Spitäler zu erbauende supermoderne Groß-Spital  überraschend lange vor der Fertigstellung, erhebliche, so nicht geplante Summen verschlang. Das war zuvor noch nie vorgekommen. Also musste man an Einsparungen denken. Zum Ausgleich überlegte man, das medizinische Angebot zu zentralisieren. So sollten zum Beispiel alle Bewohner dieser Stadt – und die Stadt war wirklich groß – in eine einzige Augenambulanz pilgern, wenn sie ein Problem mit diesem wichtigen Sinnesorgan hatten. Eine grandiose Idee, denn viele Bürger hatten ohnehin immer weniger zu tun und konnten daher lange Anfahrtswege und Wartezeiten gut im Tagesablauf unterbringen.

Andere Einsparungen wurden von den Bürgern ebenfalls mit großer Gelassenheit ertragen. Wenn man ins Spital musste oder jemanden dort besuchte, dann erwartete man geradezu, dass kaum Ärzte zur Verfügung standen, besonders in der Nacht oder am Wochenende. Kam dann doch ein Arzt ans Krankenbett, erklärte dieser, dass dieses System nicht mehr lange funktionieren würde und er schon am Absprung in ein anderes Land sei. Das war fürwahr kein Einzelfall sondern eher schon die Regel. Zum Glück für diese abtrünnigen Ärzte wurden sie von den Bürgern nicht gemeldet, obwohl das ihre Pflicht gewesen wäre.

Der Mangel an Ärzten, vor allem an erfahrenen, war aber kein Hindernis, missliebige Ärzte zu entfernen, wenn sie sich nicht vorbehaltlos in das System einfügen wollten. Das war einfach notwendig, um die für ein so hervorragendes Gesundheitssystem erforderliche Disziplin aufrecht zu halten.

Kritische Stimmen würden das Gesundheitssystem unterhöhlen, insbesondere dann, wenn davon etwas zu den sonst gut abgeschirmten Bürgern drang. Diese nahmen das ohne Murren hin, denn für sie war es nichts Neues, wie der Bürgermeister und dessen Räte mit nicht zur Stadt passenden Meinungen umgingen. Viele fanden das sogar gut, denn eine strenge Hand war in dieser Stadt gerne gesehen.

Natürlich gab es eine unabhängige Kommission, die solche Entscheidungen traf. Verwandtschaftsverhältnisse, die ein schiefes Licht auf die Unabhängigkeit werfen konnten, waren rein zufällig. Die Frau des Bürgermeisters leitete ein Spital, das sich bei der Entfernung eines unbequemen Arztes besonders hervortat und der Mann der Gesundheitsministerin war Mitglied dieser unabhängigen Kommission.

Es muss ausdrücklich festgestellt werden, dass weder der Bürgermeister, noch die Gesundheitsministerin und schon gar nicht einer der Räte mit diesen Entscheidungen zu tun hatten. Das beteuerten sie glaubhaft, wenngleich schon etwas indigniert ob dieser haltlosen Verdächtigungen.

Damit ist diese Geschichte vorläufig zu Ende. Die Frage, wie es weitergehen wird, bleibt unbeantwortet. Wir können ja nicht in die Zukunft blicken. Werden die Bürger immer so duldsam und unterwürfig bleiben? Kann das tadellos funktionierende System sogar noch weiter optimiert werden, indem man eine neue Kommission gründet, die missliebige Patienten aus den Spitälern entfernt oder ihnen gleich den Zutritt verwehrt?

Um welche Stadt handelt es sich?

10 comments

  1. cmh

    Solchene Sachen lassen sich nicht erfinden, nichteinmal von unserem Etablissment .. . keine Fillialen !

  2. sokrates9

    Martin Vozi@ ..Kann das System sogar noch weiter optimiert werden, indem man eine neue Kommission gründet, die missliebige Patienten aus den Spitälern entfernt oder ihnen gleich den Zutritt verwehrt?
    Gar nicht notwendig: Wenn man weiterhin alle Asylanten die ja durch Wartezeit (auf Haus, Auto, 3600.-€ usw)schon erheblich traumatisiert sind und daher unbedingt gegenüber den einheimischen Patienten bevorzugt behandelt werden müssen werden die Patienten die noch im Produktionsprozess stehen und schließlich Geld verdienen ,müssen, sich entweder selber heilen oder krepieren, was auch egal ist..

  3. Markus Eckhart

    Also ich tippe da auf Kabul , ja sieht mir ganz nach Kabul aus , oder Bagdad , ja Bagdad könnte es auch sein ,also nach der Vorgehensweise nach ,irgendwas östliches , sehr östliches

  4. Julius Josef Mayer

    “Wien, Wien, nur du allein sollst die Stadt meiner (Alp) Träume sein!”
    “Es wird a WIEN sein und WEIN wird nimmer sein”, Ob das a Zufall is, des is net gwiss!
    “Der Tod muss ein Wiener sein”, der erntet net gern im Hain, den ziagts in die Stadt hinein!
    “Wie schön wäre Wien ohne Wiener”, aber die Stadt braucht den roten Schlawiener, mit nationalen, freiheitlichen Wurzeln, wohin die Gesinnungen purzeln, der Wendehals nutzt seine Macht, selbst wenn er im Grünen erwacht.

  5. Peter Schleifer

    Die Geschichte ist nie frei erfunden! Es ist die bittere Wahrheit! Auch die Medizintechnnischen Geräte überteuert, es wird zu viel operiert, Diagnostiger werden durch die Elektronik aussterben! Der Patient sucht eigene Wege, diese Wege kosten Geld! (warum zahlen wir in die Kassa) ? Bitte brecht dieses veraltete System auf, überlegt gesunde, menschliche und der Zeit angepasste Wege. Ich bin dabei!

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