Eine kleine Sonntagspredigt

Von | 18. Oktober 2015

The spirit of resistance to government is so valuable on certain occasions, that I wish it always to be kept alive. It will often be exercised when wrong, but better so than not to be exercised at all. I like a little rebellion now and then. (Thomas Jefferson)

8 Gedanken zu „Eine kleine Sonntagspredigt

  1. Leitwolf

    Die Sonntagspredigt am Fussballplatz

    Es ist schon einige Jahre her, da wohnte ich einer mäßig spannenden Partei bei und Schoko Schachner war noch aktiver Trainer. Nach dem Spiel wurde dann ein schwarzer Spieler der gegnerischen Mannschaft von ein paar betrunkenen Vollidioten rassistisch beschimpft, und wir stimmten einen Chor dagegen an. Der Trainer bedankte sich hernach noch persönlich bei uns. Von daher: ja, Rassismus war und ist wohl ein Thema am Platz.

    Aber wenn man schon mal dabei ist, warum sich auf dieses Thema reduzieren? Die Bundesliga setzt sich neuerdings gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung ein. Wobei sich “die Bundesliga” an sich eher vornehm zurück hält, und stattdessen die lohnabhängigen Kicker vorschickt. Dem einzelnen Spieler bleibt da sicher eine große Wahlfreiheit.

    Da darf man gespannt sein, wozu die Kicker in der nächsten Ausbaustufe dieses Aktionismus verdonnert werden. Kommt dann vielleicht noch “gegen rechts” dazu, die gesamte Liste linker Feindbilder, oder müssen sie gleich eine Wahlempfehlung abgeben?

    http://www.vienna.at/fare-aktionswochen-oesterreichs-fussball-positioniert-sich-gegen-rassismus/4486702

  2. Rennziege

    Nur a bissl O.T., weil zum Jefferson-Zitat passend wie die F. aufs A.:
    Die Schweizer haben wieder einmal ihren klaren, eigenständigen Verstand bewiesen und für liberal-konservative Mehrheiten in Ständerat und Nationalrat (FDP und SVP) gesorgt, allen Brunnenvergiftungen durch ausländische Politiker und Journalisten zum Trotz.
    http://www.blick.ch/
    (Boulevard, aber erfrischend)
    Und Seiteneinsteiger Roger Koeppel — die unablässigen Sozialstaatvermehrer hassen ihn wie der Teufel das Weihwasser — hat’s schon beim ersten Mal geschafft. Spiegel-Millionärssohn Jakob Augstein wird sich in den Allerwertesten beißen wollen, kann ihn aber mit beiden Händen nicht finden.

    Zumal Roger Koeppel Herausgeber und Chefredaktor (so heißt das in der Schweiz) der “Weltwoche” ist, der einzigen Abo-Liebe meines Lebens, der ich auch in Kanada treubleibe, freut mich das um so mehr. Allerdings stimmt es mich auch traurig, wenn ich an die einstige Insel der Seligen denke, in deren nordöstlicher Nähe ich mich gerade herumtreibe …
    Man stelle sich einmal vor, unser Hausherr, dem Koeppel nicht unähnlich, würde in die Politik gehen wollen, was für dieselbe recht heilsam wäre — er fände keine Partei, die seinem Denken, Tun und Lassen einen adäquaten Boden anzubieten hat. Und selbst wenn ja, tät’ ihn niemand wählen; denn das Adjektiv “liberal”, ob mit “neo-” oder nicht, wurde EU-weit zum Schimpfwort erklärt.
    Dabei könnten wir Ösis von den Schweizern nur lernen. Aber vielleicht brauchen wir dazu einen Wilhelm Tell bei uns dahaam, haben wir doch schon bald mehr Landvogte denn Unternehmer und Steuerzahler. Die Gesslers sind überall, die Koeppels und Ortners eine bedrohte Art auf der roten Liste (das Wörtchen “rot” hier bitte doppeldeutig interpretieren.)

  3. FDominicus

    “er fände keine Partei, die seinem Denken, Tun und Lassen einen adäquaten Boden anzubieten hat. “”

    Das stimmt so nicht.

    “Und selbst wenn ja, tät‘ ihn niemand wählen; denn das Adjektiv „liberal“, ob mit „neo-“ oder nicht, wurde EU-weit zum Schimpfwort erklärt.”

    Das aber um so mehr. Das neoliberal ein Schimpfwort wurde, finde ich allerdings angemessen den neoliberal hat mit liberal nicht mehr viel zu tun. Und man kann etwa Optimales nicht mehr verbessern und das Optimum ist global gesehen liberal sein. Mit klaren Ideen über meins und Deins.

    Ich weiß ist völlig altmodisch aber alle Wirtschaftsysteme die diese Grenze verwischen gehen unter. Was dann bleibt ist, das wissen das man nur durch Handel etwas erreichen kann. Das klappt auch ganz gut bis die Etatisten wieder die Oberhand gewinnen.

    Wer will bezweifeln das derzeit gerade diese Etatisten ganz oben sind?

  4. Rennziege

    Ich füge hinzu:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wahlen-in-der-schweiz-der-rechtsrutsch-der-eidgenossen-13863422.html
    Wer’s lieber aus deutscher Sicht mag. Interessant dabei, dass die bundesdeutsche mediale Sprachregelung für (igitt!) unlinke Parteien nun von “rechtpopulistisch” zu “rechtsnational” gemildert wird, auch zu “rechtsbürgerlich”. Aber freilich wird auch noch von “nationalkonservativ” gestammelt, weil “national” halt einen unauslöschlichen Geruch hat.
    Und dann wird noch das Kunstwort “rechtskonservativ” vergönnt, als gäbe es auch “linkskonservative” Parteien und Menschen; als wäre “konservativ” nicht seit Jahrhunderten klar und ohne jede Anrüchigkeit definiert. Das Präfix “rechts” hilft halt immer, demokratische Andersdenkende ins medial verordnete Abseits zu bugsieren.
    Unsereine fragt naiv: Wann werden Wörter wie “Rechtsstaat”, “Rechtsanwalt” und “Rechtsfahrgebot” als Relikte unseliger Zeiten gebrandmarkt?

  5. cmh

    Die Präfixe mit rechts- sind erforderlich wegen der geringen Merkfähigkeit der linxen Parteigänger. Die können sich schwierige Dinge nicht so lange merken.

  6. Rennziege

    18. Oktober 2015 – 18:11 FDominicus
    Danke für Ihre Replik. Für mich bedeutet das Wort “neoliberal” nichts anderes als die Wiederbelebung des klassischen Liberalismus à la Hayek et al., der Austrians, die in ihrer Heimat, sie auf sie stolz sein sollte, mit Füßen getreten werden. Die Vorsilbe “neo”, von den Feinden des Liberalismus zielstrebig ventiliert, dient nur der Täuschung und Verunglimpfung, aber es gibt sie halt.
    Mir ist das conchita, wenn Sie gestatten: Ich bin, lebe und denke liberal, ob mit Vorsilbe oider nicht.
    Denn es gibt nur einen Liberalismus, oder keinen.

  7. Hanna

    “Der Geist des Widerstands gegen die Regierung”? Okay. Schön und gut. Den gibt’s ja bei uns nicht nur, er ist kurz vorm Explodieren. Allerdings stellt sich die bange Frage: Welche Art von Rebellion könnten wir den beginnen? Was sollen wir tun? Ich wiederhole: Was sollen wir tun – um “unsere” Regierungen und dabei allen voran die Geistesgestörten Merkel und Faymann daran zu hindern, unsere Länder und Leben zu ruinieren? Was, konkret? Wir dürfen ja nicht einmal demonstrieren, dann sind wir gleich “Nazi” und “Rassisten”. Ergo?

  8. FDominicus

    @Rennziege, nein das Neo ist eine Art Wieselwort so wie sozial.
    Schauen Sie mal Gerechtigkeit – soziale Gerechtigkeit
    Staat – Sozialstaat

    Neo steht für eine ganz bestimmte Denkschule die mit liberal nichts zu tun hat, denn der Staat hat das Recht “Regeln” festzulegen. Eingriffe gegen den Markt sind völlig in Ordnung (Kartellamt u.ä.) das gibt es bei den Liberalen nicht.

    Wenn man mal nachschlägt findet man:
    “eine Wirtschaftstheorie, die die Ideen des Liberalismus aufgreift und in moderne Verhältnisse einbindet.”

    D.h auf der anderen Seite der Liberalismus paßt nicht auf moderne Verhältnisse. Damit werden jede Menge Eingriffe sanktioniert, das Ergebnis können wir derzeit bewundern. Sie können gerne neo und liberal verbinden aber diese Begriffe gehören nicht zusammen.

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