Eine kleine Sonntagspredigt

Von | 17. April 2016

In einer komplexen Gesellschaft hat der Mensch keine andere Wahl, als sich entweder an die für ihn blind erscheinenden Kräfte des sozialen Prozesses anzupassen, oder den Anordnungen eines Übergeordneten zu gehorchen. Solange er nur die harte Schule des Marktes kennt, wird er vielleicht denken, dass die Leitung durch einen anderen vernünftigen Kopf besser wäre; aber wenn es zum Versuch kommt, entdeckt er bald, dass ihm der erstere immer noch wenigstens einige Wahl lässt, während ihm der letztere gar keine lässt, und dass es besser ist, die Wahl zwischen verschiedenen unangenehmen Möglichkeiten zu haben, als zu einer von ihnen gezwungen zu werden. (Friedrich von Hayek)

8 Gedanken zu „Eine kleine Sonntagspredigt

  1. Alfred Klaar

    ……………….und nächsten Sonntag ist Bundespräsidenten Wahl und die Frage ist, wem wähle ich bei dieser Auswahl? Ungültig oder das für mich geringste Übel?

  2. Gerald Steinbach

    Bin selber noch unschlüssig, aber was eine ungültige “Stimmabgabe” bringt, erschließt sich mir nicht.
    Auch wenn dies viele machen würden, könnte es als Zeichen eines Protestes wahrgenommen werden, aber der Politik schert das einen feuchten Dreck

  3. Rennziege

    17. April 2016 – 06:00 Alfred Klaar
    Wer ungültig wählt, kann ebensogut zu Hause bleiben; es ist weder ein politisches noch ein Protestsignal, sondern dumpfer Verzicht auf die paar demokratischen Rechte, die wir noch haben. Ich erblicke darin keinen Sinn.
    Nebenbei: Als Auslandsösterreicher in Kanada haben wir unsere Wahlkarten bereits vor einer Woche nach Österreich geluftpostet, damit sie ja 🙂 rechtzeitig ankommen. (Airmail postage paid by the Rerpublic of Austria.)

  4. Rennziege

    P.S.: “Rerpublic” ist natürlich ein Typfäler, wie er nur auf den verdammten Smartphones passiert.

  5. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Würden z.B. 70% der abgegebenen Stimmen ungültig sein, wäre dies schon ein ziemlich eindrucksvolles Zeichen.
    Man lese: Jose Saramago; Die Stadt der Sehenden

  6. Rennziege

    17. April 2016 – 14:59 Thomas Holzer
    Mag ja sein, Herr Holzer. Aber ein Nicht- oder Ungültigwähler erscheint mir — wenn Sie gestatten — wie jemand, der eine Konzertkarte gekauft hat, aber dem Konzert trotzig fernbleibt. In diesem Fall wurde der Eintritt nicht an der Konzerthauskasse entrichtet, sondern durch seinen Tribut ans Finanzamt; was nichts daran ändert, dass den herrschenden Parteien die steuerbefreiten Empfänger aller möglichen Beihilfen und Sozialverwöhnungen lieber sind, da sie ihre Fütterer nicht vergrämen wollen, sosehr letztere auch fahrlässige Krida zulasten ihrer Kinder begehen.

  7. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Natürlich gestatte ich!
    Es würden aber schon ziemlich viele Fragen gestellt werden, noch dazu dann, wenn es eine hohe Wahlbeteiligung geben würde.
    Man stelle sich vor: z.B. 80% Wahlbeteiligung, davon 70% ungültig; das wäre schon ein Wink mit dem Zaunpfahl, eben für alle Parteien und deren “Vertreter” 😉

  8. Rennziege

    17. April 2016 – 15:39 Thomas Holzer
    Doch die Parteien und ihre Apparatschiks würden auch bei 70% ungültiger Stimmen ungeschoren bleiben; sie haben schon öfter Winke mit dem Zaunpfahl grinsend überlebt Freilich ist man versucht, alle angebotenen BP-Kandidaten zu streichen und Donald Duck oder Miss Piggy hinzuschreiben, aber dann landet der Wahlzettel halt im Altpapier. Und die Nomenklatura lacht sich eins.
    Deswegen haben wir drei (der älteste G’schrapp wurde gerade sechzehn) jeweils ein Kreuzerl auf den Zettel gemalt, seltsam übereinstimmend. Dreimal dürfen Sie raten, für wen.

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