Eine kleine Sonntagspredigt

Freiheit, die nur gewährt wird, wenn im voraus bekannt ist, dass ihre Folgen günstig sein werden, ist nicht Freiheit. Wenn wir wüssten, wie Freiheit gebraucht werden wird, würde sie in weitem Masse ihre Rechtfertigung verlieren. Wir werden die Vorteile der Freiheit nie geniessen, nie jene unvorhersehbaren Entwicklungen erreichen, für die sie die Gelegenheit bietet, wenn sie nicht auch dort gewährt ist, wo der Gebrauch, den manche von ihr machen, nicht wünschenswert erscheint. Es ist daher kein Argument gegen individuelle Freiheit, dass sie oft missbraucht wird. (Friedrich von Hayek)

10 comments

  1. Fragolin

    Um es mal mit Roland Baader zu sagen:
    “Freiheit lebt und überlebt nur dort, wo sie in den Herzen der Menschen fest, tief und kompromißlos verankert ist. Man vergleiche diese Haltung, diesen Stolz des freien Mannes, mit der Einstellung jener erbärmlichen Kreatur, die heute an der Hundeleine des Wohlfahrtsstaates geht: Dieses Hausschwein der sozial- sozialistischen Massentierhaltung rackert sein halbes Leben fürs Finanzamt und für die Sozialversicherungs-Maschinerie (das heißt für einen sinnlosen Verschwendungsapparat und dessen Funktionäre), dokumentiert tagein tagaus jede seiner Regungen mit Steuerbelegen, baut sein Haus nach den Konstruktionsmerkmalen eines Karnickelstalls, um nicht aus den skalischen Vergünstigungen zu fallen, zahlt ein Drittel seines Lebenseinkommens in die Kassen von (als «Versicherungen» getarnten) Manipulationsorganisationen, läßt sich seine Tages-, Wochen- und Lebensarbeitszeit samt seinem Lohnbetrag von Syndikaten vorschreiben, läßt sich seinen Arbeitsplatz von einer Monopolbehörde vermitteln und seine Kinder in Gesamtschulen mit der Strategie «Gleichschaltung des Verdummungsgrades» versauen, ja richtet gar noch die Zahl seiner Nachkommen nach Mutterschafts- und Kindergeld, nach Steuerklasse und Bausparprämien-Zuschuß ein, hetzt seine Ehefrau in irgendein stumpfsinniges Beschäftigungsverhältnis, um mit der sozialisierten Doppelrente seine eigenen Kinder auszubeuten, steht um Almosen an, wie Wohngeld- und Heizkostenzuschuß, Weihnachtsfreibetrag und Kantinenessen-Zulage, um Kilometerpauschale, Sparprämie und Umschulungshilfe, kurz: läßt sich einen Bruchteil dessen, was man ihm genommen und was er selbst erarbeitet hat, als gnädigen Bettel zuweisen – und fühlt sich dabei auch noch als freier Mann mit aufrechter demokratischer Gesinnung.”

  2. Gerald

    @fragolin
    Hervorragender Kommentar, aber nicht zu vergessen ist auch die teuer bezahlte, zwang- und dauerhafte Indoktrinierung mittels der Medien mit geistigem Müll und pseudowissenschaftlichen Thesen wie CO2 Wahn, Genderismus, etc, um sich letztendlich seiner Männlichkeit beraubt als Lohn für die Wahl zwischen Pest und Cholera (rotgrünlinks oder schwarzlinks) dann besser und als wertvoller Teil der Weltrettungsmaschinerie zu fühlen. Die neue Überrasse lächelt milde auf die Gruppe der Andersdenkenden herab und sollte sie aufbegehren wird sie medial und sozial hingerichtet, in harten Fällen gar durch die von Politik und Medien alimentierten Horden der linken Armee auch physisch angegriffen.

  3. Falke

    @Fragolin
    Kleine, dazu passende Ergänzung (natürlich ebenfalls von Baader): Sozialismus ist mit Freiheit nicht vereinbar, er verstößt gegen die meisten Gesetze der “Verfassung der Freiheit”.

  4. Thomas Holzer

    “Freiheit, die nur gewährt wird…………..”

    Da liegt Herr von Hayek leider falsch!
    Freiheit ist nicht zu gewähren, schon gar nicht von unbedarften Politikerdarstellern!
    Freiheit ist -normaler Weise- per se existent, sie wird nur leider von den meisten Menschen/Untertanen äußerst selten in Anspruch genommen, gelebt, was dann eben Politikerdarsteller auf den Plan ruft, sich -leider unter Beifall eben dieser Untertanen- zu erdreisten, Freiheit immer mehr einzuschränken und dann eben nur mehr vereinzelt, selektiv zu “gewähren”

  5. gms

    Thomas Holzer,

    “Da liegt Herr von Hayek leider falsch!”

    Hayek liegt oft falsch, aber hierbei nicht, nimmt er doch die von Ihnen thematisierte Einschränkung nicht vor. Anerkennt man Zwang als Einschränkung der Freiheit und Gewährenlassen als dessen Gegenteil, trifft Hayeks Diktum in allen Kontexten uneingeschränkt zu.

    Jedes Individuum kann gegenüber seinem Umfeld in oben skizzierter Manier agieren und sich nach eigener Riskobereitschaft situativ zwischen den beiden Extremen positionieren. Der Verzicht auf Zwang birgt die Gefahr, das dabei gezeigte Vertrauen würde mißbraucht. Der Starke respektive derjenige, der sich so wahrnimmt, kann nach Selbsteinschätzung entweder einen möglichen Schaden verkraften, oder er sieht als Kluger in einer Abwendung des möglichen Unheils durch vorherigen Zwang das noch größere Übel als im Eingehen des Risikos.

    Toleranz, Mut, Freiheit, Vertrauen, Selbstbewußtsein — sie alle liegen semantisch in derselben Kiste, das eine läßt sich ohne die anderen schwerlich argumentieren. Es sind daher auch die Feigen, die vermeintlichen oder tatsächlich Schwachen, die Intoleranten und Kurzsichtigen die begeistersten Fürsprecher des Zwangs, der nur jenes gewährt, was der Legende nach niemals Probleme hervorruft.

    Folgedessen ist es auch ein machtgeiler Obertan, der den Schutzbefohlenen versuchsweise mit allen Mitteln der Propaganda deren Schwäche und Verwundbarkeit eintrichtert zwecks Akzeptanz von Freiheitseinschränkungen. Wie praktisch hierfür Krisen sind, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung mehr.

  6. Thomas Holzer

    @gms
    Scheint mir eher im Auge des Betrachters zu liegen.
    Ich schreibe nicht von Freiheit zwischen, unter den einzelnen Individuen, sondern eben davon, daß seit Jahrzehnten Politikerdarsteller -leider erfolgreich- dekretieren, wieviel Freiheit dem Untertan zumutbar ist.

  7. gms

    Thomas Holzer,

    “Scheint mir eher im Auge des Betrachters zu liegen.”

    Mag sein, bloß in meinen Augen liegt die Wahrnehmung, Sie hätten Hayek im Anlaßfall ein Falschliegen attestiert.

    “Ich schreibe nicht von Freiheit zwischen, unter den einzelnen Individuen, sondern eben davon, daß seit Jahrzehnten Politikerdarsteller -leider erfolgreich- dekretieren, wieviel Freiheit dem Untertan zumutbar ist.”

    Obacht, teurer Kollege, wollen Sie doch mutmaßlich weder kollektivistisch argumentieren (‘systemische Gewalt’), noch Protagonisten der Politik absprechen, sie seien ebenfalls Individuen.

  8. Geheimrat

    Für wie dumm haltet ihr uns + Jetzt reicht´s! (Rede eines klugen Mannes)

  9. Thomas Holzer

    @gms
    Jeder ist ein Individuum, sogar ein Sozialist 😉 leider “paaren” sich nur allzu viele Individuen zu Kollektiven, interessanter Weise freiwillig, um dann den Untertanen diesen Kollektivismus per Zwang zu verordnen.
    Ich habe von Hayek ein Falschliegen attestiert, weil ich eben das, meiner Meinung nach von ihm vertretene “Gewähren” von Freiheit nicht goutiere 😉

  10. Lisa

    @Thomas Holzer: Frei ist (mal von natürlichen Beschränkungen abgesehen) in einer Gesellschaft niemand, weil jede Freiheit dort aufhört, wo die eines andern beginnt. Wer sich mehr Freiehiten herausnimmt, kann unter Umständen mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Gesetze beschränken die Freiheit: Wer mehr Macht hat, z.B. Gesetze aufstellen darf, hat mehr Freiheit – und wenn er Gewalt anwenden muss. Reale Freiehit sit also beschränkt. Aber auch Gedanken-, Glaubens- und Gewissensfreiheit sind nur möglich, wenn daraus nicht “ungesetzliche” Taten erfolgen.Reale Freiheit gibt es nur, wenn sie für alle Seiten gleichermassen gilt, d.h. nur wenn beide einander in ihrem Freeiheitsanspruch tolerieren, Ein Breivik kann sich nach seinen frei beschlossenen Massenmorden nun nicht auf Menschenwürde und Menschenrechte berufen, wenn er diese bei andern schamlos missachtet. Ebenso wenig können sich sexuelle Übergriffe mit dem Argument der sexuellen Freiheit entschuldigen lassen. Keine Regeln zu akzeptieren mag nach Freiheit klingen – aber es hat Konsequenzen.

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