Eine kleine Sonntagspredigt

Die Menschen glauben, daß es in einer Marktwirtschaft […] die Industriekapitäne, die Geschäftsleute, die Unternehmer sind, die tatsächlich den Ton in der Wirtschaft angeben. Aber das ist ein Irrtum. Die wirklichen Herren im marktwirtschaftlichen System sind die Verbraucher. Und wenn die Verbraucher sich von einer Branche abwenden, verlieren die betroffenen Geschäftsleute ihre Bedeutung in der Gesamtwirtschaft, es sei denn, sie passen ihre Tätigkeit den Wünschen und den Aufträgen der Verbraucher an. (Ludwig von Mises)

12 comments

  1. cmh

    Mises hat natürlich recht und es wäre gut, wenn die Verbraucher eben nicht solche Vollkoffer wären und immer ein größeres Display zum Quasseln bräuchten und so vollgeil auf überflüssig große Autos wären.

  2. Thomas Holzer

    Ich denke eher, es ist ein Wechselspiel; manchmal mit “Vorteilen” auf der einen, dann wieder auf der anderen Seite.

    “Und wenn die Verbraucher sich von einer Branche abwenden…………”

    Um sich von einer Branche abwenden zu können, müß diese erst einmal existieren. Erfreulicherweise sind die Unwägbarkeiten des menschlichen Daseins, die Wege seiner Entscheidungsfindung noch nicht zu 100% erforscht.

  3. Marianne

    Das klingt ja sehr gut. Nur das mit dem Wettbewerb spielt es in Wirklichkeit nur selten. Meist sind die “Kriege” der Anbieter Schaukämpfe. Weitaus reeller ist die Kartellbildung, die sofort einsetzt wenn mehr als ein Anbieter die Nische besetzt. Die zweifellos vorkommenden ruinösen Wettbewerbe sind bestenfalls Ausrutscher psychopathischer Unternehmer.

  4. H.Trickler

    Ich würde Herrn Mises gerne fragen, wie ich mich als Konsument von der Kasino-, sprich Banken-Industrie abwenden kann? Und wie stellt er sich vor, dass in diesem Wirtschaftszweig aufgeräumt wird, wenn der Staat die unverantwortlichen Banken immer wieder mit meinem Geld raushaut?

  5. H.Trickler

    @Marianne: Auch wenn solches vorkommt, in dieser Allgemeinheit stimmt Ihre Aussage zum Glück nicht.

    @cmh: Diese Eigenschaften von Konsumenten sind zwar bedenklich, aber volkswirtschaftlich nicht zwingend schädlich.

    @Sven Lagler: So ist es, und Ihre Liste könnte beliebig verlängert werden. Interessanterweise ist aber die Liste der Finanzinstitute verhältnismässig kurz…

  6. Zaungast

    Die wirklichen Herren sind die kleinen Leute, sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik. Zwar ist ein Einzelner völlig unbedeutend, aber die Masse macht’s. Der Einzelne fühlt sich völlig ohnmächtig, aber eine große Gruppe von Ohnmächtigen entwickelt Macht.

    Viele der kleinen Leute sind sich ihrer individuellen und kollektiven Macht kaum bewusst. Und es ist auch bequemer, irgendeinem Häuptling oder System eine Schuld zu geben als sich selbst als verantwortlicher Entscheider zu sehen.

  7. Plan B

    Ich empfehle den Kommentatoren hier mal sich mit der “Subjektiven Wertlehre” von Carl Menger zu beschäftigen, auf die sich Mises mit diesem Zitat bezieht.

  8. gms

    H.Trickler,

    “Ich würde Herrn Mises gerne fragen, wie ich mich als Konsument von der Kasino-, sprich Banken-Industrie abwenden kann?”

    Herr Mises sprach von Marktwirtschaft.

    “Auch wenn solches [Kartellbildung, Anm.] vorkommt, in dieser Allgemeinheit stimmt Ihre Aussage zum Glück nicht.”

    Weshalb “zum Glück”? Entweder es herrscht tatsächlich Marktwirtschaft, die nun einmal untrennbar mit freien Entscheidungen deren Teilnehmer verknüpft ist, oder wir finden uns im das Individuum mittels Zwang bevormundenden Semi- oder Voll-Sozialismus wieder.

    Offenbar trägt die seit Jahrzehnten herrschende linke Propaganda Früchte, aufdaß selbst Liberale (resp. solche, die sich dafür halten) die Kartellbildung der Arbeitskräfte in Form tatsächlich legitimer Gewerkschaften mit den damit einhergehenden Preis- und Zeit-Absprachen bzw. sonstigen Nebenbedingungen tolerieren, Vergleichbares aber Unternehmen nicht zubilligen.

    Wollte man das zur Debatte stehende Faß noch weiter öffnen, sind es dieselben Pseudo-Liberalen, die mit der Parole “Netzfreiheit” Leitungsanbietern im weitesten Sinn vorschrieben wollen, zu welchen Konditionen sie ihr Eigentum anderen Markteilnehmern zur Verfügung stellen.

    Put simply: Dem Konsumenten wird verboten, eine Mehrleistung zu wünschen und dafür auch zu bezahlen, – und damit sich in diesem Kontext auch der größte Unsinn manifestieren kann, darf die EU-Kommissarin Vestager unlängst ohne nennenswerte Widerrede verzapfen, Bürger hätten ein Anrecht, bei der kostenlosen Googlesuche ein neutrales und vom Anbieter unbeeinflußtes Ergebnis zu erhalten.

    Das einzige Glück, auf das sich Pseudoliberale noch berufen können, ist der grassierende und immer mehr Menschen erfassende Irrsinn, worauf sich das nach Orientierung sehnende Individuum zumindest in einer sich vergrößernden Gruppe ebenfalls Fehlgeleiteter wiederfindet.
    Wozu also noch Marktwirtschaft und das Prinzip der freien Entscheidung hochhalten, wenn sowieso schon alle vom Sozialismus angekränkelt sind?

  9. cmh

    @ H.Trickler
    Nicht zwingend schädlich, aber auch nicht zwingend unschädlich.

    Der Punkt ist einfach, dass die Marktwirtschaft nur dann funktionieren kann, wenn der Prozentsatz an gierigen Idioten nicht zu hoch ist. Es muss jeder Konsument eine Entscheidung treffen und nicht warten, dass ihm diese der Nachbar oder die Sozialisten abnehmen = vorgeben.

  10. H.Trickler

    @cmh 16:46
    Wenn jeder gierige Idiot 2m-Super-Glotzen kauft und die Jugend auf völlig überteurte Markenprodukte wie iiihfones und iiihpads abfährt, so sehe ich zwar den Nachteil, dass sie evt. mehr ausgeben als sie sich leisten können, aber die Marktwirtschaft funktioniert trotzdem, indem sie auch solche Bedürfnisse befriedigt.

    Vielleicht habe ich aber auch nur Ihr Argument, welche Entscheidung ich selber treffen müsse nicht verstanden.

  11. FDominicus

    Es gibt schon einige Empfehlungen. So gibt es mindesten sein Buch austrian investing, was ich durchaus empfehlen kann. Aber auch das “permanente” Portfolia macht einen guten Eindruck. Für von Mises ware “nur” Gold Geld. Ergo muß man um Geld zu haben IMMER Gold haben. Das wird auch heute noch gelten. Man muß damit rechnen enteignet zu werden, daher wird es wohl notwendig sein sein Vermögen auf mehrere Länder zu verteilen speziell für Deutsche natürlich auch außerhalb der EU (Warnungen was passiert wenn man es nicht macht geben Zypern und seit kurzem auch Griechenland)

    Und was von Mises wohl auch befürworten würden. Bieten Sie etwas an was Leute haben wollen….

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