Eine Lanze für die Freiwilligkeit

Von | 5. September 2016

“….Voluntarismus kommt von dem englischen Wort „voluntary“, was auf Deutsch „freiwillig“ bedeutet. Der Voluntarismus beschreibt eine Gesellschaftsform, die auf dem Grundsatz basiert, dass jede zwischenmenschliche Interaktion auf Freiwilligkeit und Freiheit anstatt auf Zwang und Gewalt basieren sollte. Man könnte auch sagen, es ist die logische Konsequenz der Aussage „Leben und leben lassen“. Du machst, was Du willst und ich mache, was ich will. Solange wir uns dabei nicht schaden, hat keiner das Recht, Zwang gegen den anderen auszuüben. So sollte eine freie Gesellschaft aussehen: freiwillige Interaktion von Individuen, die einander nicht ihren Willen aufzwingen, sondern friedlich koexistieren und jeden bestrafen, der diesen Frieden bricht…..” (weiter hier)

7 Gedanken zu „Eine Lanze für die Freiwilligkeit

  1. Antonia Feretti

    ” Wenn Du etwas willst, mach es selber, oder bezahle andere, es zu machen. So kannst Du alles finanzieren”? Klingt gut? Voluntaristisch? Vielleicht! Mit Sicherheit funktioniert ganz genau nach diesem Prinzip die Mafia. Diesen recht amüsanten Überlegungen fehlt ein wesentliches Detail: Nämlich dass nicht alle Teilnehmer dieses Systems gleich stark oder gleich wirkmächtig sind, denn nur dann könnte es, vielleicht, so funktionieren.

  2. gms

    Antonia Feretti,

    “Diesen recht amüsanten Überlegungen fehlt ein wesentliches Detail: Nämlich dass nicht alle Teilnehmer dieses Systems gleich stark oder gleich wirkmächtig sind, denn nur dann könnte es, vielleicht, so funktionieren.”

    Diesem recht amüsanten Einwand fehlt ein wesentliches Detail, nämlich daß der Mensch prinzipiell ein soziales Wesen und deshalb zur Kooperation nicht nur fähig ist, sondern sogar dazu neigt. Dies schließt explizit Kooperation gegen übergriffige Zeitgenossen ein.
    Hätte die Mafia aktuell nicht einen Verbündeten in Gestalt des Gewaltmonopols, welches Bürger mit Besteuerung und Waffengesetzen in deren Fähigkeit zur Selbstverteidigung empfindlich beschneidet, sähe die Sachlage entschieden anders aus. Neben diesem impliziten Täterverbund existiert derselbe Verbund auch explizit, denn kaum etwas ist für Kriminelle profitabler, als das Gewaltmonopol respektive deren Vertreter zu bestechen.

  3. Thomas Holzer

    “Es sollte auch niemand eine andere Person zwingen können, für sie zu arbeiten, sie einzustellen, mit ihr zu handeln etc.”

    Sollte! Da sind wir aber schon viel, viel weiter, leider: durch allerlei Antidiskriminierungsgesetze werden ex lege Untertanen gezwungen, mit Personen zu kontrahieren, mit welchen sie freiwillig nie einen Vertrag abschließen würden.

    Die knapp 90% Freiwilligkeit, in diesem Beitrag angeführt, erachte ich leider als viel zu hoch und der Trend geht leider in die Richtung, die Freiwilligkeit immer weiter zu beschränken, egal durch o.a. Gesetze oder/und durch z.B. Steuergesetzgebung.
    Wir befinden uns auf dem abschüssigen Weg zu immer mehr Solidarität, welche deswegen so gerne von “unseren” Politikerdarstellern im Mund geführt wird, weil Solidarität -im Gegensatz zur Freiwilligkeit- ohne (staatlichen), ergo verordneten Zwang nicht auskommt, und da sind die Politikerdarsteller natürlich wieder ganz in ihrem Element, können sie doch den Untertanen vorschreiben, wie sie gefälligst die gewünschte! Solidarität zu leisten haben.

  4. sokrates9

    Wer finanziert eigentlich die gesamte Waffenindustrie, diesen immensen wirtschaftlichen Faktor??
    (… Ich will nicht gezwungen werden, für etwas zu bezahlen, dem ich nicht zugestimmt habe….)

  5. stiller Mitleser

    Vor ein paar Tagen hab ich in einem Kommentar auch von “Voluntarismus” gesprochen, dabei aber die von
    voluntas/Wille kommende Bedeutung gemeint.

  6. stiller Mitleser

    erfrischender Text. Was allerdings ist mit jenen Situationen, in denen jemand keine Alternativen hat, mit dem Rücken zur Wand steht und ein Angebot bekommt das er nicht ausschlagen kann? Ganze Marktsegmente funktionieren so und viele soziale Beziehungen ebenfalls.

  7. Falke

    Alle Aktionen des Leviathans erfolgen mit der Begründung bzw. unter dem Vorwand, sie dienen dem Allgemeinwohl und seien daher unerlässlich. Wer dem nicht zustimmt und sich vielleicht dagegen wehrt, ist ein Volksschädling und muss bestraft bzw. aus der Gemeinschaft – zumindest zeitweise, bis er sein Unrecht einsieht – ausgeschlossen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.