“Eine Sternstunde des Verdachtsjournalismus”

Von | 6. April 2016

“…..Damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich soll derjenige, der vorsätzlich Steuern hinterzieht, bestraft werden. Aber in den meisten Fällen, in denen Geld außer Landes gebracht wird, geht es gar nicht darum. Das simple Studium der Wirtschaftsnachrichten liefert genug Argumente, versteuertes Geld in einem sicheren Hafen zu deponieren. Die Eurokrise ist keineswegs vorüber, Griechenland immer noch und Italien demnächst Pleite. Anschließend wird Frankreich akut. Und EZB-Chef Mario Draghi will am liebsten frisch gedrucktes “Helikoptergeld” vom Himmel regnen lassen. Und dabei – und so herum wird auch ein Schuh aus den Panama-Papers – stören natürlich Bürger, die sich Draghi & Co nicht ausliefern wollen und mit ihrem Vermögen das Weite suchen….” (hier)

9 Gedanken zu „“Eine Sternstunde des Verdachtsjournalismus”

  1. sokrates9

    Dass Panama an der 16. Stelle ! der Steueroasen liegt, wird nirgends erwähnt! Komischerweise gibt es auch keine US – deutschen-, französische Steuersünder! Da kennt einer wem der wem kennt der glaubt dass im Umfeld von Putin es Steuervermeider gibt und damit ist auch Putin persönlich belastet! Armselig wie sehr sich heute “kritische” Journalisten vor den Karren einer Mafiaorganisation spannen lassen! Diese Zeitungen müssten infolge unseriöser einseitiger Berichterstattung auf eine watchliste gesetzt werden!

  2. Thomas Holzer

    So ist es!
    Aber das wird man in keinem Sender, welcher diese “Panama-papers” rauf und runter spielt, diese Tage hören

  3. Fragolin

    Die Fakten sind irrelevant, es geht nur um die Propagandabotschaft, und die wird von Maas bis DeMaiziere im Stundtakt durch die News getrommelt: “Es kann nicht sein, dass jemand Vermögenswerte besitzt, von denen die Finanz nichts weiß!”
    Dabei wird außer Acht gelassen, dass der Besitz von Vermögenswerten die Finanz einen Dreck angeht, da ja nur der Erwerb der Vermögenswerte versteuert wird. Wo ich dann das bereits versteuerte Geld einbunkere geht den Staat einen Feuchten an. Aber der dumpfe Stammtisch beklatscht das sinnleere Geblöke, weil er weder begreift, dass die Verwendung meines Geldes den Fiskus nichts angeht, solange ich seinen Erwerb versteuert habe, noch dass es keinen Straftatbestand darstellt, sein Geld in Briefkasenfirmen zu stecken (oder in Socken eingenäht unterm Dach zu verstecken). Die Behauptung, dass “99,9%” der Menschen, die eine Briefkastenfirma eröffnen dort ihr Geld waschen oder Steuern hinterziehen wollen, ist eine aus der Luft geangelte Lüge, wie sie fetter nicht sein kann. Ich denke nur an die unzähligen “limited”s von den Kanalinseln, die von kleinen Einzelunternehmern gegründet werden um im Falle des Falles nicht sofort bei jeder Kleinigkeit vor dem Privatkonkurs und dem Ruin der Familie zu stehen. Und das sind mehr als 0,1%.
    Aber die Fettigkeit der Lüge ist irrelevant, das in Rechtsfragen ebenso wie in Logik weitgehend unbeleckte Staatsvolk lässt sich gern mit “Reichen”-Hetze einkochen, und wenn der satanische Putin da auch noch auftaucht, weiß man eh, dass es sich um Teufelswerk handeln muss. Dass es dem Staat allein darum geht, jeden Cent eines jeden Bürgers überwachen zu können und, in erschreckenderweise absolut gegenreaktionsfreier Ehrlichkeit, dieses auch zugibt, begreift scheinbar keiner. Hauptsache der übliche “Unternehmer und Superreiche”-Komplex wird bedient, als positiver Nebeneffekt etwas Dreck in Richtung Russland geschüttet und ein NATO-skeptischer Regierungschef einer kleinen Atlantikinsel entsorgt; gewissermaßen effizienter Einsatz des Möglichen.
    Dass dieses sehr wahrscheinlich nicht aus einem inneren Zirkel “geleakt” wurde, wie anfänglich behauptet, sondern die “Beute” eines kriminellen Hackerangriffes war, wird als Randnotiz vom Tisch gewischt. Der Fiskus als Kunde von Verrätern und Betrügern ist ja seit den schweizer Banken-CD’s schon Normalität (heute nennt man “Verräter”, weil’s ja so negativ klingt, lieber “Whistleblower” und stempelt ihnen ein Heldenabzeichen auf die Brust), aber als Hehler krimineller Hacker, das hat schon eine neue Qualität.
    Und ein Justizminister, der diese Hehlerware auch noch als Begründung für das (gesetzlich ungerechtfertigte) Vorgehen gegen jeden Geschädigten einsetzt, weil er nicht nur Opfer-Täter-Umkehr betreibt sondern auch noch mit einem dem Rechtsgrundsatz der Unschuldsvermutung widersprechenden Generalverdacht stellt, ist in diesem “Rechtsstaats”-Gebäude genau an der richtigen Position.
    Und nein, ich habe weder einen Briefkasten noch eine ltd.. Aber ich empfinde das Wirken des Merkel-Regimes (ebenso wie seiner Provinzverwaltungen) von Tag zu Tag unerträglicher.

  4. aneagle

    Da sich die meisten Transaktionen ohnehin als legal herausstellen werden (hat sogar Obama geschnallt!), bleibt von der ganzen Blase nichts als heisse Luft. Und zwar in einem derartigen Ausmaß, das die von den 400 “investigativen” Sesselfurzern verursachte Aufhe(i)tzung die Klimaerwärmung des wehrlosen Planeten stärker ungünstig beeinflusst, als das böse CO2!
    Wünschenswert wäre ein Auftritt der hyperaktiven Loretta Lynch,derzeit gerade noch US Justizministerin, die ja bereits Klimaleugnern mit Verfahren droht, also bei Sündern sicher gnadenlos sein wird. Die 400 mäßigbemittelten Täter wandern, gemeinsam mit VW, am besten auf den Mond aus. 🙂

  5. Falke

    Gestern bei Markus Lanz, FDP-Vize Wolfgang Kubicki, Rechtsanwalt und Steuerberater: Jeder darf sein (versteuertes) Geld lagern, wo er will, auch in Panama. Ein Konto bzw. eine Briefkastenfirma dort ist nichts Unrechtes, die große Aufregung um diese “neue Entdeckung” der sensationsgierigen Journalisten ist viel Lärm um nichts.

  6. Fragolin

    @aneagle
    Es bleibt nicht nur heiße Luft, denn es wurde
    1.) ein unliebsamer Staatschef (dessen Frau eine legale Briefkastenfirma betreibt – es lebe die Sippenhaftung) aus dem Amt gekegelt, der der NATO auf seiner Insel Steine auf die Landebahnen gelegt hatte;
    2.) Putin angepisst, der zwar absolut nix mit der Geschichte zu tun hat, aber das interessiert die Propagandaabteilungen ebensowenig wie deren verlängerte Federkiele in den Redaktionsstuben;
    3.) deutsche Banken angepisst, so wie momentan alles deutsche auf der ganzen Welt niedergemacht werden muss, damit es nach dem Ende dieses Staates beruhigt heißen kann: Naja, schade war es um die eh nicht;
    4.) restriktive Bürgerknebelgesetze und Verpflichtungen zur nackten Auslieferung an Banken und Fiskus durchgepeitscht, die bereits jeden Bahrzahler inkriminieren – denn was will denn ein Kind, das sich eine Kugel Eis mit Münze zahlt anderes, als verheimlichen, von wem es schwarz Taschengeld bekommen hat?
    Das ganze hat System, und da ist jede sich bietende Gelegenheit recht, und sei es eine auf kriminellem Wege erlangte Namensliste von Menschen, die ganz legale Geschäfte abgewickelt und Geschäftsformen genutzt haben, die hier im austriakischen Protektorat der EU oder im Einflussgebiet des Merkel-Regimes bereits gegen den Kontrollwahn der ausgeuferten Verwaltung verstoßen. Und wenn ich die unverhohlene Freude im Gesicht eines Schäuble sehe, wenn er sich ausmalt, mit welchen Mitteln er, sekundiert vom Pirhouettenkünstler DeMaiziere und Vermögenshasser Maas, endlich jeden drangsalieren kann, der im Gegensatz zu ihm selbst am Freien Markt zu Wohlstand gekommen ist, dann weiß ich: da mag das Werkzeug durch Zufall in deren Hände gefallen sein, aber wie sie es benutzen, folgt einer Agenda.

  7. Fragolin

    Übrigens noch eine Nachbemerkung zu meinem Liebklingsrollifahrer:
    Nachdem Schäuble, der erklärte Großmeister des gläsernen Bürgers, wieder vehement für eine lückenlose Transparenz bei den Vermögenswerten jedes Untertanen des Merkel-Regimes trompetet, würde ich gerne einmal wissen, wie so seine Bezüge als ESM-Oberfuzzi sind; immerhin ist dieser Forderer der Durchsichtigkeit selbst einer der Oberzampanos jener Geldmafiagesellschaft, die außerhalb des Rechts- und Verfassungsbogens im Geheimen die fiskalischen Geschicke der Euro-Staaten lenkt und dafür unkontrollierte Bezüge in unbekannter Höhe aus Steuergeldern einstreift. Natürlich zusätzlich zu den erbärmlichen Brosamen als deutscher Minister..
    Ich finde es immer wieder erbaulich, wenn die größten Räuber “Haltet den Dieb!” schreien.

  8. gms

    Fragolin,

    neben Putin und Gunnlaugsson kamen, welch Überraschung, auch noch Assad und Marine Le Pen ins mediale Kreuzfeuer der ersten großen Welle. Daß ausgerechnet die USA und die OSCE bislang erfolglos Druck ausübten auf Panama zwecks Datenaustausch, rundet die Großwetterlage trefflich ab. Hinzu kommen die übrigen Nicht-Steuerwüsten [1][2], wo dieselben Plutokraten, welche finanziell hinter dem aktuellen ~Enthüllungsjournalismus~ stehen und zugleich Medienkonzerne kontrollieren, nicht nur ihr eigenes Geld parken, sondern diesen Dienst auch Dritten anbieten.

    Dieselbe Agitation erleben wir analog, wo idente Kreise unter der Flagge des Gerrrächtismus politmediale Kriege führen gegen Unternehmen der New Economy, gegen Geschäftsbanken oder andere Reiche, deren Vermögen sich verglichen mit jenen der globalen Oligarchen aus Industrie und Hochfinanz wie Portokassen ausnehmen.
    Volksverdummung per Deception, medialen Echokammern, Lobbying und Instrumentalisierung der Politik — dann klappt’s auch mit dem Teilen-und-Herrschen.

    [1] diepresse.com/home/wirtschaft/international/4960851/Steueroasen_Warum-keine-Namen-aus-den-USA-aufgetaucht-sind
    [2] en.wikipedia.org/wiki/Bailiwick

  9. Johannes

    Investigative Journalisten haben also einige Computer in Panama hacken lassen, anschließend die Namen derer die dort ein Konto haben veröffentlicht und gleichzeitig Medienurteile indirekt gefällt. Die Art wie man glaubt Putin damit am Zeug zu flicken hat mich ein wenig mißtrauisch gemacht. Schaut ein wenig nach bestelltem Ergebnis aus. Die Eigenwerbung des ORF und Co Partner Falter ist peinlich, ich kann mir nicht vorstellen was die beiden hier beigetragen haben könnten, aber bitte nur zu bringt uns Fakten und keine Mutmaßungen. Zeigt uns was ihr zur Aufklärung dieser Story wirklich beigetragen habt dann ist diese Selbstlob -Hudelei nicht notwendig.

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