Eine Überlegung wert…

Schweiz: “Immer mehr Volksinitiativen streben seit der Finanzkrise einen radikalen Umbau der Wirtschaft an. Die jüngste wird vorbereitet. Sie will den Geschäftsbanken die Geldschöpfung verbieten.” (NZZ)

20 comments

  1. FDominicus

    Sehr simple gibt es nicht keine Mindestreserver mehr, müssen die Banken alle Ausleihungen irgendwo aus Spareinlagen bekommen. Dazu braucht es kein Verbot sondern man muß dieses System nur behandeln wie es wirklich ist – als ein Betrugsystem und entsprechend urteilen. Diebe werden ja – wenn es keine Politiker sind – auch nicht laufen gelassen.

  2. Klaus Kastner

    Ich kann nicht klar erkennen, was ein Vollgeld-System erreichen würde, das unter dem gegenwärtigen System nicht auch erreicht werden könnte.

    Vollgeld, Goldstandard, Schuldenbremse, etc. sind lediglich externe Zwänge, die man sich auferlegt, weil man sich nicht zutraut, das gleiche Ergebnis durch freiwillige Entscheidungen zu erreichen. ABER: die ‚Erfinder‘ dieser Selbstkontrollen sind die gleichen, die sich auch wieder abschaffen können. Als der Goldstandard für die USA nicht mehr funktionierte, schafften sie ihn einfach ab. Der US debt ceiling wird ausgeweitet, wenn er nicht mehr reicht.

    Es wird spannend werden, die Zukunft der deutschen Schuldenbremse zu beobachten. Sollte der Blitz in der Eurozone einschlagen, dann müsste Deutschland viele seiner Hilfskredite abschreiben. Sollte man keine budgetären Tricks finden, dann müssten diese Verluste durchs Budget fließen. Tja, und dann warte man ab, was mit der Schuldenbremse passiert…

    Mindestreserven der Notenbanken liegen generell um die 10%, d. h. nur 10% der Einlagen müssen als Reserve vorgehalten werden. 90% fließen ins System zurück und erzeugen einen Muliplikator. Aus 1 EUR Einlagen werden bis zu 10 EUR Kredite geschaffen. Eine Notenbank könnte jederzeit die Mindestreserve auf 50% (meinetwegen auch 100%) erhöhen. Alternativ dazu könnte sie deutlich zwischen Kunden- und Bankeinlagen unterscheiden: niedrige Mindestreserven auf Kundeneinlagen, aber sehr hohe auf Bankeinlagen. Die Notenbank KANN die Geldmenge steuern. Die US Fed hat seit langem 85 Mrd.USD monatlich in das System gebracht (QE). Das hat sie nicht aus höherer Gewalt gemacht, sondern ganz freiwillig.

  3. Christian Peter

    @klaus kastner

    ‘Vollgeld ist externer Zwang’

    stimmt nicht, denn Teilreserve ist ein staatlich gewährtes Privileg, das Banken niemals hätte gewährt werden dürfen. Privilegien zu beseitigen ist kein staatlicher Eingriff, sondern die Beseitigung eines solchen.

  4. Mourawetz

    Das Schöpfen von Geld aus dem Nichts führe zu Blasen, so die Initiatoren. Soweit so gut, aber dann kommt’s. In Zukunft soll statt der Privatbanken  nur noch die Zentralbank über die Geldschöpfung verfügen. Man traut also einer zentralen Bank mehr Kompetenz zu, als den vielen einzelnen Banken. Denn diese sind ja von ihren kleingeistigen, privaten Partikularinteressen getrieben, was einer Zentralbank nicht passieren kann, noch dazu ist diese ja staatlich, no dann! Geldschöpfung durch den Staat nicht privat, wird da als Lösung verkauft. Jetzt wird auch klar, warum wer hinter der Initiative steht: die Alternative Linke. Nicht um die Verhinderung von Blasen geht es da sondern des Kapitalismus. Die Überwindung des Kapitalismus, wie es in derlei Kreisen euphemistisch heißt, ist das Ziel, die Wirtschaft soll zentral gesteuert werden. UDSSR läßt grüßen. Eine Uraltidee, tausendfach widerlegt, feiert im Gewand des Monetarismus fröhliche Urständ.

  5. gms

    Zitat NZZ-Artikel: “Zu Fehlallokationen und Ineffizienzen komme es nicht bei einer zentralen Steuerung, sondern im heutigen System, wo Banken aus betriebswirtschaftlichem Eigeninteresse Geld schöpften.”

    Knapper hätte man nicht formulieren können, die Konsequenzen von Zentralwirtschaft nicht kapiert zu haben. Analog dazu verkennt dies, wonach einzig und allein ein betriebswirtschaftliches Eigeninteresse vieler Einzelakteure Fehlallokation verhindert.

    Ergänzend zum tausendersten Mal: Geschäftsbanken schöpfen kein Geld, sie verbriefen Forderungen, für dessen Uneinbringlichkeit sie in einer freien Marktwirtschaft haften. Sie sind somit nichts anderes als Pfandhäuser, deren Schuldscheine als Geld fungieren und bei Bedarf wiederum beim Pfandhaus gegen Handfestes eingetauscht werden können.

    Im Gegenzug dürfen einzig Zentralbanken Geld schöpfen, indem sie auf ihre Pfandbriefe draufschreiben, diese selbst seinen etwas Handfestes, wie etwa ein Haus oder ein Edelstein. Das ist ein künstlich geschaffenes Betrugssystem, von dem die Wenigsten wissen, daß es vor rund hundert Jahren die Welt gesetzt wurde. Normal, stimmig oder sonstwie logisch argumentierbar ist darin garnichts — die breite Akzeptanz dieses Systems basiert auf Gewohnheit, Unwissenheit oder ideologischer Verbohrtheit.

    Wenn die sattsam bekannten linken Kreise nun draufkommen, im heutigen Geldsystem sei der Wurm d’rin, ist dies lobenswert, bloß ist nicht verwunderlich, wenn sie die Lösung ausgerechnet in der Ausschaltung von wirtschaftlicher Selbstverantwortung und statt dessen in der Stärkung des Wurmes erkennen wollen.

  6. Christian Peter

    @Mourawetz

    Die Beseitigung des Teilreserve – Privilegs ist keine Spinnerei von Linken, sondern wird u.a. auch von namhaften Vertretern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie gefordert.

  7. gms

    Christian Peter,

    einmal mehr verbreiten Sie linksgedrallten Schwachsinn. Die Austrians fordern nicht die Abschaffung der Teilreserve, sondern die Abschaffung des derzeitigen Geldwesens.

    Den Rest kann man bei Rothbarth (“What Has Government Done to Our Money?”) und Hayek nachlesen (“Denationalization of Money”), oder druckfrisch bei Salerno, der nicht minder den gravierenden Unterschied herausarbeitet, wenn er schreibt: “For fractional-reserve banking can only exist for as long as the depositors have complete confidence that regardless of the financial woes that befall the bank entrusted with their “deposits,” they will always be able to withdraw them on demand at par in currency, the ultimate cash of any banking system.

    Ever since World War Two governmental deposit insurance, backed up by the money-creating powers of the central bank, was seen as the unshakable guarantee that warranted such confidence. In effect, fractional-reserve banking was perceived as 100-percent banking by depositors, who acted as if their money was always “in the bank” thanks to the ability of central banks to conjure up money out of thin air (or in cyberspace).”

    Wenn es keine Zentralbanken gibt, beantwortet die Frage, ob Teilreserve funktionieren kann oder nicht, einzig und allein der Markt. Dann braucht man dieses System aber ebensowenig verbieten, wie man heute den generellen Verkauf von Forderungen, mit diversen Skontierungen je nach Schuldner und Verbriefer, nicht verbietet.

  8. Smarti

    @gms

    Ein solches Free-Banking-System, wie Sie es beschreiben, kann meiner Meinung nach niemals stabil sein, weil sich für irgendeine der Banken die ungedeckte Geldschöpfung immer lohnt. Tut sie dies, und fährt fürs erste höhere Profite ein, bleibt den anderen Banken gar keine andere Wahl als mitzuinflationieren. Die Bankkunden werden dieses Spiel für eine Weile dulden, schließlich erhalten sie nun für jederzeit verfügbares Geld auch noch Zinsen. Dass dieses System früher oder später stets zusammenbricht und die fällige Marktbereinigung die fraktionierenden Banken schließlich aussortiert, führt doch niemals zu irgendwelchen Lerneffekten bei Banken oder Bankkunden. Die ungedeckte Geldschöpfung der Banken ist eine negative Externalität, wie sie im Buche steht. Die einzelne Bank bzw. ihre Kreditnehmer profitieren vom frischen Geld, während die Kosten der Geldschöpfung, das steigende Preisniveau, auf alle verteilt wird. Insofern würde Free-Banking nur dann funktionieren, wenn jede Bank ihr eigenes Geld schöpft. In einem solchen System des Währungswettbewerbs müsste jedoch jeder Preis in vielen verschiedenen Währungen angegeben werden, wodurch der Zweck des Geldes als Universaltauschmittel (ein Netzwerkgut) ad absurdum geführt werden würde.

  9. PP

    @Smarti
    “Dass dieses System früher oder später stets zusammenbricht und die fällige Marktbereinigung die fraktionierenden Banken schließlich aussortiert, führt doch niemals zu irgendwelchen Lerneffekten bei Banken oder Bankkunden.”

    Woher wissen Sie das? Wenn alle paar Jahre ein “vielversprechendes” Kreditinstitut hops ginge, wäre das vielleicht ganz gesund, oder jedenfalls lernverstärkend für die Bankkunden.

  10. gms

    Smarti,

    “.. führt doch niemals zu irgendwelchen Lerneffekten bei Banken oder Bankkunden.”

    Dieses Argument hatte bislang noch nicht vernommen. Es verwundert umso mehr, wenn es aus einem liberalen Eck kommt. Verkannt wird dabei die Lernfähigkeit, sich als Sparer, Aktionär oder Anleihezeichner einer Bank entweder selbst mit der Bilanz vertraut zu machen, oder jenen zu vertrauen, die selbst dies können und ihre Einschätzung teilen. Aktuell kann ein Sparer sein Geld sprichwörtlich überall abkippen, und ich halte dies für einen denkbar ungünstigen Zustand.

    Zugleich wird das entscheidende Faktum verkannt, wonach aktuell, wie in jeder Rezession, die Giralgeldmenge sinkt. Komisch, sollte man doch annehmen, Banken hätten daran kein Interesse und würden sich selbst oder Dritte statt dessen mit den selbst verbrieften Geldern bereichern. Dem gegenüber stehen idR einige Millionen Aktionäre einer Bank, die ein denkbar geringes Interesse an Verlusten haben. Offensichtlich wird dieser disziplinierende Effekt unterschätzt, hat Otto-Normaldenker die diversen Bailouts wohl schon als alternativlos geschluckt.

    “.. [weil] das steigende Preisniveau, auf alle verteilt wird.”

    D’accord. Wem schuldet die Bank etwas, wenn sie eine Schuld gegenüber einer diffusen Allgemeinheit (die restlichen Währungsinhaber) hat? — Solange diese Frage nicht adäquat beantwortet ist, stimmt Ihr nachfolgendes ..

    “Insofern würde Free-Banking nur dann funktionieren, wenn jede Bank ihr eigenes Geld schöpft.”

    Ich teile, wenn auch mit einem kleinen Vorbehalt, diese Einschätzung. Niemand würde ein Auto kaufen, unwissend, ob es ein Bentley oder Lada ist. Nachdem Geld eine Ware ist, wäre jeder Geldnehmer schlecht beraten, nicht unter die Haube zu sehen oder eine Banknote im Sack zu kaufen.

    Unverständlich aber ist mir die Sorge nach der Preisauszeichnung. Sie haben sehr wahrscheinlich eine Vorstellung davon, wie eine ideale Währung aussehen könnte. Was läßt Sie annehmen, diese würde sich nicht flächendeckend etablieren? Nach einer zugebenen Phase von Unsicherheit und Umstellungen kristallisierten sich einige nahezu überall gängige Gelder heraus. Ob und wie Händler den Preis ihre Waren auszeichnen, halte ich ehrlich gesagt für eine im 21 Jhd. trivial lösbare Fragestellung.

    Furcht vor einer Umstellung — darauf läßt sich das Ganze eindampfen. Wenn das unsere größte Sorge in Sachen Geld ist, dann haben wir wahrhaftig keine Probleme mehr.

  11. Mourawetz

    @gms:
    “Im Gegenzug dürfen einzig Zentralbanken Geld schöpfen, indem sie auf ihre Pfandbriefe draufschreiben, diese selbst seinen etwas Handfestes, wie etwa ein Haus oder ein Edelstein”

    Selbst “öffentliche Pfandbriefe” sind ihrerseits gedeckt durch Forderungen gegenüber öffentlichen Körperschaften. So wie ein Hypothekarkredit einer Privatbank eine Forderung gegenüber dem Schuldner beinhaltet. Der grundlegende Mechanismus ist derselbe. Der Unterschied ist nur, hinter der Hypothek einer Privatperson, stehen echte Werte, ein Haus, ein Grundstück, ein Hof. Der Staat gibt nur ein “Wertpapier” heraus und sagt dazu, dieses ist so und so viel wert. Hier an dieser Stelle wird in Wirklichkeit das Geld erfunden. Ein Fetzen Papier wird zu Wert erklärt, wird par ordre du Mufti zum Wertpapier. Am Ende bleibt also nur übrig, dass die Allmacht des Staates sich Geld aus der Luft zu erzeugen, das Übel in der Welt ist. Dieses Übel läßt sich auch nicht durch Free-Banking oder durch die Auflösung des Fractional Reserve Systems, wie die Austrians das vorschlagen, beseitigen. Der Staat wird immer einen Weg finden, um Geld zu erfinden. Wer die Macht hat, macht das Geld.

  12. gms

    Mourawetz,

    “Der Staat wird immer einen Weg finden, um Geld zu erfinden. Wer die Macht hat, macht das Geld.”

    Allerdings. Doch was würde passieren, wenn in einem Free-Banking-System der Staat selbst weiterhin als Geldanbieter auftritt? — Entweder, das Staatsgeld erfüllt seine Aufgabe, oder die Leute wenden sich davon ab. Nachdem der Staat seine eigenen Bediensteten absehbar in der eigenen Währung entlohnt, würde die Macht zum Mißbrauch rasch zum Bumerang. Wettbewerb diszipliniert jeden Anbieter, auch den Staat. Hinzu kommt, wonach gerade beim Geld der Staat schwerlich unfair agieren kann, werden dabei doch keine knappen Ressoucen alloziert, wie etwa Territorien oder Funkfrequenzen. Viel mehr als Propaganda wider die Alternativen bleibt nicht.

    Aus der Staatsmacht heraus ist jedoch eine tatsächlich relevante Hürde für Alternativgeldanbieter zu erwarten, nämlich die Besteuerung von Wertzuwächsen aus Devisengeschäften. Dies geschieht ja jetzt schon, mit dem absurden Effekt, daß der Staat aus seinem eigenen Versagen, den Wert seiner Währung zu erhalten, Einnahmen lukriert.

  13. Klaus Kastner

    Ich kann weder dem Artikel noch den Kommentaren ein Antwort auf eine ganz simple Frage entnehmen: “Wie kann eine einzelne Bank Geld für eigene Zwecke schöpfen?” Wenn das ginge, warum macht es die HAA nicht und fordert stattdessen Geld vom Staat?

    Ich behaupte, dass ausschließlich die Notenbank Geld im System ‘aus dem Nichts’ schöpfen kann. Einzelne Banken können im System aus 1 EUR bis zu 10 EUR machen (‚limitierte Geldschöpfung‘), aber dieses Verhältnis wird auch von der Notenbank geregelt.

    Irgendwo habe ich gelesen, dass Banken dem Girokontoinhaber zusagen, sein Geld wäre täglich verfügbar, wenn sie in Wirklichkeit dieses Geld für längere Fristen ausleihen. Dies seit Betrug. Also bitte, dieses Argument gehört in das Guinness Buch für dumme Argumente!

    Eine Bank hat 2 Primärfunktionen: die Transformation von Risken und von Fristen: der Anleger möchte sein Geld täglich fällig wissen und der Kreditnehmer möchte seinen Kredit für 6 Monate. Die Bank steht dazwischen.

    Jede Bank macht täglich ihre Fristenposition; d. h. eine Aufstellung aller Fristen (täglich, monatlich, jährlich, etc.), wo man sieht, in welchen Fristen die Position ‚long‘ und in welchen sie ‚short‘ ist. Jede Bank managt ihre Fristenposition. Wenn die Zinskurve steil ist (d. h. kurze Zinsen viel niedriger als lange Zinsen), wird die Bank eine ‚short‘ Position fahren. Das ist natürlich Treasury-Risiko. Deswegen ist die Bank verpflichtet, dieses Risiko zu gestionieren. Die Fristenposition zeigt für jede Frist, was die Auswirkungen von Zinsänderungen wären. Sollte das Risiko zu groß erscheinen, dann wird die Bank umgehend die Position reduzieren und/oder schließen (oder auch nicht, wenn sie HypoRealEstate heißt…).

    Der Gedanke, dass man mit irgendeinem System einen Bank-Run vermeiden könnte, gehört ins Land der Illusionen. Ein Run ist primär ein psychologisches Phänomen und keine Bank kann einen echten Run aus eigener Kraft überstehen. Sie muss von irgendjemandem gestützt werden und/oder Tore schließen. Dumm ist es, wenn eine Bank die Tore schließen muss, obwohl sie nur illiquide, nicht aber insolvent war (ich glaube, bei Teilen der seinerzeitigen Lehman-Gruppe gab es nach Abwicklung eine Quote von 100%!).

  14. Christian Peter

    @FDominicus

    ‘man bräuchte Teilreserve bloß behandeln, als was es ist – Betrug.’

    Damit ist alles gesagt. Jeder Unternehmer, der agiert wie Banken, würde wegen diverser Tatbestände umgehend hinter Gittern landen. Unehrliche Banker, welche die Verfügungsrechte über Sichteinlagen verletzten, wurden ehemals mitunter zum Tode verurteilt.

    Wilhelm Röpke meinte zum Teilreservesystem :

    “Banken sind Institutionen, die regelmäßig weniger zu halten brauchen, als sie versprechen, und daher davon leben, dass sie gleichzeitig mehr versprechen, als sie im Ernstfall halten können.”

  15. gms

    Christian Peter,

    “Jeder Unternehmer, der agiert wie Banken, würde wegen diverser Tatbestände umgehend hinter Gittern landen. Unehrliche Banker, welche die Verfügungsrechte über Sichteinlagen verletzten, wurden ehemals mitunter zum Tode verurteilt.”

    Mit Verlaub – Sie sind und bleiben ein unbelehrbarer Trottel, dessen braunes “Bangster!”-Gerotze durch Widerholung nicht appetitlicher wird.

    Allein die gesetzlichen Auflagen betreffend die Sichteinlagen füllen drei eng beschriebene A4-Seiten. Es ist — wie zum Scherz — der Staat, der in den aktuellen Gesetzen sich selbst das Recht gegeben hat, über Verordnung des Finanzministers diese Anforderungen im Anlaßfall zu *senken* oder auszusetzen. Und davon macht er auch Gebrauch!

    “Banken sind Institutionen, die regelmäßig weniger zu halten brauchen, als sie versprechen, und daher davon leben, dass sie gleichzeitig mehr versprechen, als sie im Ernstfall halten können.”

    Weil sie sich sich über Zentralbanken schadlos halten können. Das hatte auch schon Röpke erkannt, bloß bei Ihnen will diese triviale Erkenntnis ums Verrecken nicht einsickern.

    Wenn eine Bank ein Haus mit 100T € als Forderung in die Bilanz aufnimmt, um eben diese Menge als Giralgeld auszugeben, dann wollen Kasperl wie Sie dieses Haus auf der Wiese noch zusätzlich mit 100T € im Tresor besichert wissen!

    Daß aber das Haus auf der Wiese nichts anderes darstellt, als den Goldbarren im Tresor, die Deckung im Rahmen einer gewissen Unschäfte also ziemlich genau 100% darstellt, kapiert jedes Kind, nur strunzdumme Koffer wie Sie perpetuieren und artikulieren Unverständnis und faseln von der Verletzung von Eigentumsrechten, wenn eine Bank bei einem Run kein Geld in der Lade hat und statt dessen auf das Haus zeigt.

  16. Smarti

    @PP
    “Woher wissen Sie das? Wenn alle paar Jahre ein “vielversprechendes” Kreditinstitut hops ginge, wäre das vielleicht ganz gesund, oder jedenfalls lernverstärkend für die Bankkunden.”

    Es geht ja eben nicht alle paar Jahre eine Bank pleite, sondern zu Boom- d.h. Inflationszeiten keine und im Bust viele. Von daher ist ihr Argument nicht uneingeschränkt überzeugend. Wenn die Pleiten kommen ist es bereits zu spät zu “lernen” und wenn der nächste Boom kommt, fürchte ich werden wieder alle Lektionen der Vergangenheit vergessen sein. Die Frage ist aber letztendlich in der Theorie nicht abschließend zu beurteilen.

    @gms
    “Zugleich wird das entscheidende Faktum verkannt, wonach aktuell, wie in jeder Rezession, die Giralgeldmenge sinkt. Komisch, sollte man doch annehmen, Banken hätten daran kein Interesse und würden sich selbst oder Dritte statt dessen mit den selbst verbrieften Geldern bereichern.”

    Die ungedeckte Geldschöpfung stellt zwar eine Externalität dar und erzeugt damit Fehlanreize für die Banken; Sie verkennen jedoch, dass das daraus resultierende System äußerst fragil und damit potentiell gefährlich für die fraktionierenden Banken ist. Insofern sinkt die Giralgeldmenge gerade deswegen, weil das “Geschäftsmodell” der Banken, die ungedeckte Geldschöpfung, aufgeflogen ist und jene nun zurückrudern.
    Der kollektive Pessimismus der Banken ist nun einmal Kennzeichen der Krise und letzendlich die logische Folge des vorangegangen Booms. Irgendwann ist der Boden erreicht und das System schaukelt sich wieder auf.
    Ob die Bankkunden beim nächsten mal dazulernen; nun ich wage es zu bezweifeln, wenn ich es auch gerne auf einen Freifeldversuch ankommen lassen würde.

    “…Nach einer zugebenen Phase von Unsicherheit und Umstellungen kristallisierten sich einige nahezu überall gängige Gelder heraus.”

    Das bedeutet gleichzeitig, dass die notwendigerweise wenigen Banken, die die umlaufenden Währungen emittieren, zwangslogisch zu Oligopolen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass das wieder ernsthafte Probleme erzeugt.

  17. gms

    Smarti,

    “Insofern sinkt die Giralgeldmenge gerade deswegen, weil das “Geschäftsmodell” der Banken, die ungedeckte Geldschöpfung, aufgeflogen ist und jene nun zurückrudern.”

    ?! – Jetzt kommen auch Sie noch mit “ungedeckte Geldschöpfung der Geschäftsbanken” daher?

    Um die Sache mal etwas zu vertiefen: Was meinen Sie, wieviel Prozent eines stinknormalen Kredits (nach einem Szenario Ihrer Wahl) sind ungedeckt? Wie begründen Sie diese fehlende Deckung?

    “[gängige Währungen] Das bedeutet gleichzeitig, dass die notwendigerweise wenigen Banken, die die umlaufenden Währungen emittieren, zwangslogisch zu Oligopolen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass das wieder ernsthafte Probleme erzeugt.”

    Die Grabinschrift “Selbstmord aus Angst vor dem Freund” gibt’s dank Massenproduktion gratis.

  18. gms

    Smarti,

    “Es geht ja eben nicht alle paar Jahre eine Bank pleite, sondern zu Boom- d.h. Inflationszeiten keine und im Bust viele.”

    Ja, weil sie dem Gift der Zentralbanken am nächsten sind und am anderen Ende die Hitze der Strohfeuer ebenfalls abbekommen. Im Börsenlatein sind Banken Frühzykliker mit besonderer Sensitivität. Wenn die Zentralbanken das Geldwesen auf der Nase schaukeln wie ein besoffener Fischotter einen 20m Maibaum mit zwei Gummigelenken, dann sitzen die Geschäftsbanken auf der Spitze dieses Baumes. In Grippezeiten zerreißt es nunmal Fieberthermometer, ohne daß dies ein plausibler Beweis dafür wäre, diese Thermometer würden Grippe verursachen.

  19. gms

    Christian Peter,

    danke für den Link! Offenbar haben Sie den Text nicht gelesen, wenn Sie ihn zur Stärkung Ihrer Darstellung ins Rennen schicken wollen.

    Zwei Zitate daraus: “Wie können sie diese artfremden Geschäfte überhaupt machen? Weil die Zentralbanken ihnen das Spielgeld dafür praktisch gratis geben, kostet sie fast nichts. Ein fantastisches System der Bereicherung. Unsereins muss wenn er Geld für ein Projekt will hohe Zinsen zahlen und Sicherheiten liefern. Banken bekommen das Geld umsonst.”

    Im DAX gibt es zwei reguläre Banken (die Deutsche Bank und die Commerzbank), aber 20 Unternehmen mit Banklizenz, sprich jedes DAX-Unternehmen kann sich inzwischen bei der EZB refinanzieren bzw. Gelder dort risikolos parken. Von Siemens heißt es inzwischen, es sei ein Finanzunternehmen mit angeschlossenem Elektrobetrieb.

    Daher sind Konzerne idR auch auch aus rein egoistischen Gründen die glühendsten Euphoriker. Das nötige Kleingeld kommt von der Zentralbank und ist weit billiger, als die Deutsche Notenbank es jemals bereitgestellt hätte, zugleich werden die durch den unterbewerten Euro verstärkten Exporterfolge durch Targetsalden finanziert und damit dem inländischen Steuerzahler umgehängt.

    Beim zweiten Zitat stimmt zwar das Prinzip und widersprich damit zutreffend Ihrer dummen und wiederholten Darstellung des ~Luftgeldes~ durch Geschäftsbanken, verrennt sich zugleich aber völlig faktenwidrig in Fragen des Eigentums; Zitat:
    “Oder man dreht den armen Schluckern Hypotheken an, im Wissen sie können nicht zurückgezahlt werden. Bei Nichtzahlung wird brutal gepfändet, die Sicherheit enteignet, die Menschen auf die Strasse geworfen. So tauscht man Luftgeld in reale Werte um. Ein Diebstahl sondergleichen.”

    Der Geschäftsbank gehört das Gepfändete nicht, das damit eingenommene Geld sterilsiert das zuvor ausgegebene Giralgeld. Wird beim Pfänden die ausgegebene Kreditsumme nicht lukriert, schmälert der Saldo das Eigenkapital der Bank.
    Sollte jemand ernsthaft annehmen, Banken könnten Geld unters Volk bringen und sich aufs bloße Kassieren von Zinsen beschränken, ohne den Basisbetrag wieder einzusammeln?
    Man muß schon grenzenlos dumm oder alternativ hoffnunglos ideologisch verblendet sein, wenn man behauptet, Rückflüsse aus Krediten würden der Bank gehören. So macht man sich freiwillig zur willigen Handpuppen jener roten, grünen und braunen Sozialisten, die das Geldwesen unter alleinige Kontrolle des Staates bekommen wollen und dabei propagandisch aus allen Rohren auf Geschäftsbanken schießen.

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