Eine vernünftige Idee

“…..Meine ganz persönliche Meinung – und nicht die der Industriellenvereinigung – ist die, dass man sich die Frage stellen sollte, wie viele freie Tage Menschen in einem Jahr haben sollen. Ob das dann 25, 30, 35 sind, ist die eine Sache. Das lässt sich ausverhandeln.  Und dann könnte man die Feiertage abschaffen. Wobei sich ohnedies die Frage stellt, warum der Staat religiöse Feiertage anordnet…..” (weiter hier)

10 comments

  1. sokrates9

    Schnapsidee! Wäre der Schuß in beide Knie! Die Meisten der Feiertage sind für die Wirtschaft absolut wichtige Umsatzbringer! Weitere Idee eine Gesellschaft zu destabilisieren! Feiertage zeigen doch auch den kulturellen Hintergrund eines Staates! Destruktiv !Gesamthaftes Denken ist heute verpönt!

  2. elfenzauberin

    Friedrich August von Hayek hat einmal gemeint: “Wer nur Ökonom ist, kann kein guter Ökonom sein”

    Dieses Zitat fällt mir immer dann ein, wenn die Industrie bzw. deren Vertreter die Schalmei von den positiven Auswirkungen der Zuwanderung anstimmen (und ja, zu der Schickeria gehört Kapsch dazu!). Es ist eben nicht so, dass es nur eine ökonomische Dimension in dieser Frage gibt. Zweifellos hilft Zuwanderung einem Land, vorausgesetzt die Zuwanderer bringen Qualifikation und Fähigkeiten mit, die am Markt gefragt sind, was angesichts der jüngsten Migration ohnehin mehr als fraglich erscheint.
    Doch unbeschadet dessen gibt es mehr als nur den ökonomischen Aspekt, worauf schon Innenminister Kickl mit Recht hingewiesen hat – und er steht mit seiner Meinung keineswegs allein da.
    Eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaftsordnung ist eine Ökonomie, die auf liberalen Prinzipien beruht, doch das allein ist zuwenig. Der Liberalismus gibt keine Antwort auf die Frage, wie wir denn mit den gesellschaftlichen Änderungen, die die Zuwanderung mit sich bringen, umgehen sollen. Wie sollen wir mit Muslimen verfahren, die sich aus Glaubensgründen weigern, Frauen oder Ungläubige die Hand zum Gruß zu reichen? Wie soll man mit dem Umstand umgehen, dass es Eltern gibt, die aus religiösen Gründen ihre Kinder vom Schwimmunterricht abmelden? Oder soll man in Kindergärten auf traditionelle Gerichte, die Schweinefleisch enthalten, verzichten oder soll man das nicht tun?
    Auf all diese Frage hat der Liberalismus, der ja in erster Linie eine ökonomische Dimension hat, keine Antworten.
    Trotzdem haben aber genau diese Fragen erhebliche gesellschaftspolitische Implikationen und auch Folgen. So ist längerhin bekannt, dass eine ethnisch und/oder kulturell fragmentierte Gesellschaft weniger solidarisch ist als eine homogene. Dass das keine bloße Behauptung ist, kann man selbst studieren. Im kleinsten Kreis (etwa einer Familie) funktioniert sogar der Kommunismus – einer arbeitet und die anderen leben davon. Mit Einschränkungen funktioniert das noch in einer kleinen eingeschworenen Dorfgemeinschaft, innerhalb von Städten oder gar ganzen Nationen funktioniert dieses Prinzip nur noch mit erheblichen Einschränkungen – und auch nur dann, wenn die Gesellschaft halbwegs homogen ist. Man kann einen Reichen vielleicht noch dazu gewinnen, mehr Steuern zu zahlen, damit die Landsleute, die nicht für sich selbst sorgen können, auch erhalten werden, solange eine bestimmte Zugehörigkeit zu dieser Gruppe vorhanden ist. Rekrutiert sich die zu erhaltende Gruppe mehrheitlich aus Leuten, die unsere Kultur rundweg ablehnen, und von ihr nur noch Geldgeschenke annehmen, dann geht eben die gesellschaftliche Solidarität flöten.

    Und es ist genau diese gesellschaftliche Solidarität, die eine Voraussetzung für eine wirtschaftsliberale Gesellschaft Hayekscher Prägung ist. Es wäre eine Gesellschaft, in der die steuerliche Belastung minimal wäre und in der die Armen nicht mit Steuern, sondern mit freiwilligen Spenden erhalten werden. Es wäre eine Gesellschaft, in der die Universitäten nicht am Steuertropf hängen, sondern von erfolgreichen Absolventen dieser Unis finanziell unterstützt werden. Genau diese Bereitschaft freiwillig zu helfen wird aber durch eine ungeordnete Zuwanderung unterlaufen und läuft letztendlich liberalen Prinzipien entgegen.

  3. Otto mosk

    keine gute Idee, da Feiertage den familiären und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. will man uns das wegnehmen, um uns noch mehr zu ruckgratlosen konsumtrotteln zu machen? warum greift der kapsch offen unsere Identität und Tradition an?

  4. GeBa

    @sokrates9
    In dem Fall sehe ich es ganz pragmatisch. Österreich will ein säkulärer Staat sein, also haben christliche Feiertag wirklich nichts verloren. Darüber mussten wir uns zwar bis 2019 keine Gedanken machen, aber es ist leider ein Umdenken angesagt, denn die Kathliken werden bald nicht mehr die Mehrheit sein (falls sie es überhaupt noch sind). Ich bin Atheistin und somit Nutznießerin von etwas, an dem ich keinen Anteil habe. Mir wäre es vollkommen “Blunzn” ob es Weihnachten oder Ostern gibt, aber ich bin außerdem schon in Pension.
    Für die Berufstätigen würde ich vorschlagen die Urlaubstage statt dessen um eine Woche zu erhöhen.
    Die Wirtschaft kann ja alternativ kreativ werden und was “erfinden”, mit dem sie ebenso die Massen ansprechen.

  5. sokrates9

    GeBa@ Einspruch! Jede Gesellschaft beruht auf Traditionen, die sich in Jahreszeitlich bedingten Festen manifestiert! Eine Art Frühjahrsfest, Erntefest, Vorbereitung auf Winter, Begrüßen der Zeit wo die Tage wieder länger werden gibt es in jeder Kultur. Diese abzuschaffen um den kommunistischen Einheitskonsumtrottel zu schaffen halte ich für falsch! Nächste Forderung Abschaffung von Samstag und Sonntag – hat ja auch religiöse
    Background! Arbeiten Tag und Nacht – wofür eigentlich? Bin auch areligiös halte aber für eine Gesellschaft diverse Feste mit entsprechenden Ritualen für identitätsstiftend und wichtig! Wenn es dann mal den Ramadan gibt werden sie auch sehen wie sehr sie mit einer Leberkässemmel am Tag durch Wien spazierend willkommen sein werden!

  6. Falke

    Als positiver “Nebeneffekt” würden dann die massiven Staus zu Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt, Fronleichnam usw. verschwinden.

  7. GeBa

    @sokrates9
    Ich halte NICHTS von Traditionen, die zu 99% entweder Heuchelei sind oder als Belastung empfunden werden.
    Mir gingen die Feiertage immer schon auf den Geist.
    Noch einmal – mehr Urlaubstage dann kann jeder das feiern was und wann er feiern will, aber keine Verordnungen zum Kollektiv.

  8. Thomas F.

    Von mir aus könnte man alle Feiertage streichen und dafür eine Vier-Tage-Woche einführen.

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