Eine Woche des Nonsens

(ANDREAS UNTERBERGER) Seltsamkeiten, Dummheiten, Ärgerlichkeiten zu Hauf binnen kürzester Zeit. Man kommt kaum nach, all das aufzuspießen, was Herr Schelling, Herr Van der Bellen, Herr Sadiq Khan, Herr Brandstetter, die Staatsanwaltschaft, die ÖVP, die Gemeinde Wien, der Nato-Generalsekretär, das EU-Parlament, Herr Schäuble und Herr Doskozil binnen 24 Stunden so alles gesagt oder angerichtet haben.

Da berühmt sich Finanzminister Schelling lautstark, dass er als erster – noch vor seinem neuen Parteichef – gegen neue Steuern gewesen sei, dass er als erster darauf hingewiesen habe, dass Österreich kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem habe. Schelling war zwar nicht der erste, denn das haben alle seriösen Ökonomen seit vielen Jahren gesagt. Aber er hat es zweifellos gesagt. Nur sollte er dennoch jetzt lieber voll Scham schweigen. Oder war es gar ein anderer Schelling, der in den letzten Jahren zahllosen neuen Belastungen – von der Grunderwerbssteuer bis zur Registrierkassenschikane – zugestimmt hat, der sogar persönlich an der Spitze jener Gruppe steht, die in Europa nun auch noch eine Finanztransaktionssteuer einführen will? Hat er seine Polemik gegen die Einnahmensucht der Politik nicht ausgerechnet bei einer Pressekonferenz vorgebracht, deren Hauptzweck die Ankündigung einer verschärften Jagd auf angebliche oder wirkliche „Steuersünder“ gewesen ist?

Da hat sich die österreichische Justiz gründlich als exzessive Bekämpferin der Meinungsfreiheit blamiert: Sie hatte gegen den niederländischen Rechtspolitiker Wilders vor zwei Jahren ein Strafverfahren eingeleitet und von den Niederlanden allen Ernstes die Verfolgung des Politikers verlangt, weil dieser in Wien Dinge gesagt hat wie: „Je weniger Islam es hier gibt, desto besser.“ Nun haben die niederländischen Staatsanwälte kühl geantwortet: Kritik an einer Religion sei nach niederländischem Recht nicht strafbar. Peinlich. Aber nicht nur für die Wiener Staatsanwaltschaft, sondern auch für das Parlament und die diversen Justizminister, die uns immer eingeredet haben: Wir müssten leider die diversen Einschränkungen der Meinungsfreiheit, auf die sich jetzt einige exzedierende Staatsanwälte berufen können, auf Grund europäischer Verpflichtungen beschließen. Falls Brandstetter&Co es jedoch nicht wissen: Auch die Niederlande gehören zu Europa. Aber sie haben halt eine bis mindestens ins 16. Jahrhundert zurückgehende Tradition des Engagements für Freiheit und Meinungsfreiheit, wo die Zensurwünsche sozialistischer Abgeordneter keinen Eingang in die Gesetze finden.

Da sagt Bundespräsident Van der Bellen öffentlich, das mit Wirksamkeit für Herbst beschlossene – und ohnedies nur mit einer geringen Geldstrafe abgestützte – Vollverschleierungsverbot sei „kein gutes Gesetz“. Es ist skandalös, wenn ein Bundespräsident so frontal gegen den Gesetzgeber polemisiert. Das ist der nächste ordentliche Patzer des Altgrünen, der offenbar nicht begriffen hat, welchen Job er jetzt hat und wie sich ein Präsident zu verhalten hat. Der besonders auch durch das blamiert ist, was sich wenige Stunden davor in Teheran abgespielt hat: Dort haben sich vier Terroristen des „Islamischen Staats“ als Frauen verkleidet ins Parlament einschleichen können, um ein Massaker zu begehen. Aber offenbar interessieren den Mann nur die von Linken ständig thematisierten Menschenrechte der angeblich völlig freiwillig den Schleier tragenden Frauen und überhaupt nicht die Menschenrechte der halt bisweilen von solchen Schleierträgern Ermordeten.

Da erregt sich der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan ausgerechnet jetzt nach der Serie blutiger islamischer Anschläge in England über die Zunahme anti-muslimischer Vorfälle. Worin die auch immer bestanden haben mögen – Gewalttaten oder gar blutige Massenmorde sind jedenfalls keine bekannt. Und das tut der islamische Labour-Politiker ausgerechnet zwei Tage, nachdem er nur mit Mühe die Kritik des amerikanischen Präsidenten Trump wegen einer, sagen wir, missverständlichen Formulierung abwehren hat können. Aber wahrscheinlich zählt der Bürgermeister die Trump-Kritik ja auch schon unter die Liste anti-muslimischer Vorfälle.

Da sagt Sebastian Kurz neuerdings oft, dass Deregulierung für ihn ein zentrales Anliegen sei. Wie recht er doch hat! Und was passiert gleichzeitig im Parlament? Da wird eine neue Fülle neuer Regeln beschlossen. Von der noch strenger geregelten Kennzeichnung von Lebensmitteln bis zur zwangsweisen Frauenquote in großen Unternehmungen der Privatwirtschaft. Da sollte uns Kurz schon erklären, wie das zusammenpasst. Oder hat er in der ÖVP nichts zu sagen? Handelt der ÖVP-Klubobmann am Ende gegen seinen Willen, wenn er von einer „gläsernen Decke“ schwadroniert, die zu durchbrechen sei? Hat Kurz vielleicht schon von der großen Problematik gehört, dass sich bereits seit einiger Zeit immer mehr Unternehmen von der Wiener Börse zurückgezogen haben, dass Anleger, die mehr als Nullzinsen wollen, ihr Geld immer öfter ins Ausland tragen? Aber zugegeben: Im ganzen Parlament kann man sehr lange suchen und man wird niemanden mit Wirtschaftskompetenz und gleichzeitig Mut finden, sich zeitgeistigem Unsinn wie Quoten zu widersetzen.

Da verbreitet die Gemeinde Wien überaus erstaunliche Aussagen einer Studie eines ihr nicht gerade feindlich gegenüberstehenden Meinungsforschungsinstituts, derzufolge die Wiener der Errichtung von Flüchtlingsquartieren geradezu zujubeln, besonders wenn dieses in der Nachbarschaft liegt. Die Mehrheit der Wiener würde nicht einmal etwas dagegen haben, Flüchtlinge im eigenen Haushalt aufzunehmen. Ob die Häupl-Truppe das alles wenigstens selber glaubt? Dann könnte sie ja zumindest die genaue Fragestellung dieser seltsamen Studie veröffentlichen. Dann könnte sie auch kommunizieren, wie man denn eine Repräsentativerhebung in der „unmittelbaren Nähe“ eines Flüchtlingsquartiers erhebungstechnisch korrekt macht. Dann könnte sie ja auch einem neutralen Institut einen Auftrag zu einem Gegencheck dieser allen bekannten Daten diametral entgegengesetzten Umfrage geben (vielleicht findet sich ja ein Institut, dessen Chef nicht laut Wikipedia bei „Anti-AKW-, der Friedens- und Ökologiebewegung“ engagiert gewesen ist).

Da sagt Nato-Generalsekretär Stoltenberg in Hinblick auf einige osteuropäische Länder: Wenn Länder Voraussetzungen wie Rechtsstaatlichkeit, demokratische und einige andere Prinzipien erfüllen, könnten sie Mitglieder der Nato werden. Nun ja, bis vor nicht allzu langer Zeit waren das auch in der Tat unabdingbare Voraussetzungen. Wer das jedoch auch heute noch so sagt, ist entweder ahnungslos oder lügt bewusst. Denn das Nato-Mitglied Türkei ist heute kaum noch eine Demokratie und überhaupt kein Rechtsstaat mehr. Ein Land, in dem Zehntausende Richter, Staatsanwälte, Polizisten, Beamte, Journalisten, Rechtsanwälte über Nacht gefeuert und großteils auch eingesperrt werden, ist eine üble Diktatur und nichts anderes.

Da entgeht der Ex-Vizekanzler Gorbach mit einer Diversion einem Prozess wegen Geldannahme durch die Telekom Austria, für die er früher als Minister selbst zuständig gewesen war. Dieser großen Milde im Fall einer – mutmaßlichen – persönlichen Bereicherung durch Korruption steht der seltsame Prozess gegen den Salzburger Bürgermeister Schaden gegenüber. Diesem wird dort vorgeworfen, dass er ein hochriskantes und sich nicht gut entwickelt habendes Swap-Geschäft der Stadt Salzburg dem Land Salzburg rechtswidrig angedreht hat. Durch diesen Deal sollte offenbar die Stadt auf Kosten des Landes aus einer fehlgegangen Spekulation aussteigen können. Aber: Die Spekulation als eigentliches Problem ist gar nicht angeklagt, weil sie offenbar erlaubt war. Aber: Die Kostenlast für den Steuerzahler ist durch den angeklagten Deal Stadt-Land nicht zusätzlich größer geworden. Aber: Der Bürgermeister hat sich nicht bereichert. Mein Gerechtigkeitsgefühl sträubt sich daher angesichts eines solchen Monsterprozesses gegen den Bürgermeister und sagt mir: Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Das ist immer ungut, unabhängig davon, welche Parteifarbe involviert ist. Und unabhängig davon, dass große andere Teile der Staatsanwaltschaft wiederum mit besonderem Jagdeifer blaue und schwarze Politiker verfolgen.

Da haben die EU-Abgeordneten allen Ernstes beschlossen, dass der Parlamentspräsident im Fall unpassender – etwa wörtlich: „fremdenfeindlicher“ – Äußerungen eines Abgeordneten die Direktübertragung einer Sitzung unterbrechen kann. Und dass sogar Reden aus dem elektronischen EU-Archiv gelöscht werden können. Unglaublich. Dabei geht es ja um Äußerungen eines frei von Zehntausenden Europäern gewählten Abgeordneten. Erstaunlich ist nur, dass sich ein solches Parlament noch immer für demokratisch hält (was es übrigens angesichts des völlig ungleichen Wahlrechts noch nie gewesen ist). Und dieses Parlament wundert sich, dass ihm ringsum zunehmend Verachtung entgegenströmt.

Da verurteilt das deutsche Bundesverfassungsgericht die Berliner Regierung zur Rückzahlung von sechs Milliarden Euro einer zu Unrecht eingehobenen Steuer – plus Zinsen – an die Atomkraftwerksbetreiber (diese Steuer war 2011 nach Fukushima aus politischem Opportunismus verhängt worden). Und was sagt Finanzminister Schäuble dazu? Diese Rückzahlung könne ohne Neuverschuldung aus dem laufenden Haushalt finanziert werden. Ähnlich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Müssen sich da nicht viele deutsche Wähler denken: Wenn der Politik ein Fehler peinlich ist, lassen sich auch so große Beträge – scheinbar – aus dem Nichts finanzieren?

Da versucht Armin Wolf wieder einmal krampfhaft, in einem Interview Sebastian Kurz zu attackieren – und muss sich und die falsche Berichterstattung des ORF (der einseitig die SPÖ-Aussagen über einen angeblichen Bildungskompromiss als Faktum berichtet hat) vom Außenminister kalt abduschen lassen, sodass er einem fast schon leid tut. Aber eh nur fast.

Da hätte ich zu guter letzt fast etwas Positives gefunden, nämlich die Aufstockung der Bundesheer-Miliz, die ja seit vielen Jahren totgeschrumpft worden war. Freilich: Am gleichen Tag werden gleich zwei verheerende Studien bekannt, welche die EU-Länder in Hinblick auf die Landesverteidigung vergleichen. Die eine besagt, dass Österreich bei den Verteidigungsausgaben den viertniedrigsten Prozentsatz hat (während die extrem sicher liegenden Länder Irland und Luxemburg die Schlusslichter tragen). Und die andere zeigt, dass die Österreicher am wenigsten von allen EU-Bürgern die Idee einer gemeinsamen europäischen Verteidigungspolitik unterstützen. Offensichtlich schätzen die anderen die Lage Europas richtiger ein. Freilich ist immer noch eine massive Mehrheit der Österreicher von 57 Prozent für eine gemeinsame Verteidigungspolitik. Das ist eine höhere Unterstützung, als die Regierungsparteien zusammen bei der letzten Wahl erzielt haben. Daher ist es ziemlich absurd, wenn Verteidigungsminister Doskozil dazu sagt: Eine gemeinsame Verteidigung der EU-Staaten käme für uns nicht in Frage. Dabei wäre diese zehnmal wichtiger für Österreich als EU-Limitierungen für die Wattzahl eines Staubsaugers. Ein paar zusätzliche Milizkompanien allein werden nämlich die Sicherheit Österreichs nicht wirklich garantieren können. (TB)

 

30 comments

  1. Thomas Holzer

    Ja, wieder mal der Beweis erbracht: Die Welt ist grottenschlecht 😉

  2. stiller Mitleser

    Wie immer geradezu unfaßbar genau und fleißig!

    Und Kurz Zustimmung zu Quoten wird auch thematisiert, wobei ich denke, daß Quoten von den vielen jungen Frauen mit guten Ausbildungen, auf einem engen Arbeitsmarkt eher nicht abgelehnt werden und daß Kurz dieses Konzept, um Stimmen zu gewinnen, zurecht beibehält. Warum?

    Ich war selber in dem ersten Netzwerk für berufstätige Frauen engagiert (alle z.Z. bestehenden Frauennetzwerke haben nur mit der Idee, aber vereinstechnisch und personell nix mit diesem allerersten
    Frauennetzwerk zu tun) und hab 1984 das erste Frauennetzwerk-Telefonbuch herausgegeben, in dem Frauen aller Parteien vertreten waren (die gemeinsam z.B. erfolgreich ein zweites Karenzjahr für Beamtinnen lobbyiert haben). Ziel war, in allen Berufsbereichen eine Frau als Ansprechpartnerin finden zu können, um sich ebenfalls auf freiwerdende Stellen, die bisher nur zwischen Männern bekannt waren, bewerben zu können.
    Sozialer Wandel (mehr sehr gut ausgebildete Frauen, große Hürden beim Berufseinstieg, vor allem in den interessanten Bereichen, Probleme bei Babypausen und den instabilen Beziehungen, die Frauen meist zu gänzlich alleinverantwortlichen Alleinerzieherinnen machten oder vom Kinderkriegen abhielten, und der berechtigte Wunsch der eigenen Qualifikation entsprechend arbeiten und auch aufsteigen zu können) hatte solche Initiativen nötig gemacht. Die Quote ist keine Erfindung meiner Generation, sondern die der nachfolgenden, die bereits Erleichterungen vorfand, aber – eben wegen Ausbildung und allgemeiner Berufsorientierung – zur Gänze in den Arbeitsmarkt eintrat und dort auch reussieren (und nicht nur dazuverdienen) wollte und auch mußte.

    Die liberale Argumentation gegen Frauenquoten ist würdevoll, konfligiert aber mit dem (allgemein-menschlichen?) Bestreben die eigene Marktposition zu verbessern.

  3. Die neue Rechte

    Unterberger entlarvt sich im letzten Absatz: “wir sind auf eurer Seite, wir haben verstanden, aber euch durch die EU und das Geldwesen und die NWO versklaven wollen wir euch trotzdem”.

  4. Primar Dr. J. Franke

    Alles richtig und gut! Nur diese Erkenntnis weiß jeder, aber keiner ist bereit hier wirklich was zu ändern. Es wird so weitergehen!

  5. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser
    Das Problem mit Quoten ist halt, daß diese
    a.) nur für die “höheren” Etagen in “white collar jobs” gelten
    b.) Böses fortwährend Böses gebären muß, sprich: es -so einmal “die Büchse der Pandora geöffnet”- nur eine Frage der Zeit ist, bis eine andere Gruppe auftreten wird, welche von sich behauptet, benachteiligt zu sein, und ebenfalls eine Quote einfordern wird.
    c.) durch derlei schwachsinnige Gesetze “die Gesellschaft” immer weiter fragmentiert wird, weil immer mehr “Gruppen” eine “Benachteiligung” zugestanden wird und diese ergo ex lege beseitigt werden muß.

    Schade um das viele Papier, das viele Geld, die viele Zeit, welche für derlei Dummheiten verschwendet werden.

  6. sokrates9

    Stiller Mitleser@ Quote: Da spricht Kurz von Reduktion der Gesetze und greift in rein privatwirtschaftliche Angelegenheiten ein! Wie viele Unternehmen haben Dank der Quote jetzt einen weiblichen Vorstand?- da ist ja letztendlich das Ziel der Quotenregelung weibliche Mitglieder in Managementverantwortung zu bringen!
    Wie komme ich als Aktionär und Miteigentümer einer Firma dazu, nicht die besten Leute zur Optimierung der Firma zu bekommen, sondern irgendwelche staatliche Ideologien mitfinanzieren zu müssen? Wo sind die sehrt gut ausgebildeten Frauen die auf Grund einer Quote reüssieren?- Wahrscheinlich sind die alle Unterrichtsministerinnen die dafür verantwortlich sind dass das Schulniveu so niedrig wie noch nie ist!

  7. sokrates9

    Thoomas Holzer@ warum gibt es noch keine bekennenden homosexuellen Viorstände? Auch ein traumatisierter Tschetschenen könnte doch auch als Repräsentant der Gesellschaft sein Know – How in eine Aktiengesellschaft einbringen!!

  8. Thomas Holzer

    Lese soeben in der heutigen “Kleine Zeitung”
    Im Herbst hat man für das Jahr 2017 ein Defizit von 4,3 Milliarden beschlossen, in der Zwischenzeit kamen Ausgaben in der Höhe von einer Milliarde dazu. Nun besteht die Absicht, weitere 4 Milliarden zu beschließen.
    Soviel zum Ausgabenproblem, welches wir in Österreich haben, und zu den “dazu passenden” Wortspenden

  9. stiller Mitleser

    @sokrates9
    Ich verstehe Ihren point of view, möchte aber nochmals betonen, daß ich nicht grundsätzlich für Quoten bin, sondern daß ich ihre Beibehaltung als wahltaktisch günstig einschätze, weil damit einer weiblichen, urbanen Alterskohorte eine Karotte vor die Nase gehalten wird (bunny race).

    Ansonsten: wenn man nicht Mehrheiten hält, hat man als Kleinanleger eh wenig Einfluß auf Gestion.
    Sind tatsächlich alle Herren Vorstände durch Qualifikation ausgezeichnet??

  10. stiller Mitleser

    @ Thomas Holzer
    ja, ich kenne und verstehe Ihre Argumente; das Problem von sozialer Fragmentierung/Fraktionierung contra Kohäsion ist historisch sehr vielschichtig – Libertäre gehen von notwendigerweise nach Kräften kooperierenden
    Pioniersgesellschaften aus, so mein – unmaßgeblicher – Eindruck

  11. Falke

    @stiller Mitleser
    @sokrates9
    Intelligente Frauen sind absolut gegen eine Frauenquote. Erstens, weil sie sich auch ohne Quote durchsetzen (kein Unternehmer ist so blöd, einen Mann nur aufgrund seines Geschlechtes einzustellen, und ihn – jedenfalls nach dem ständigen Aufjaulen der Links-Feministinnen – auch noch besser zu bezahlen), und zweitens, weil dann jeder eine Frau in einer veratwortungsvollen Position automatisch als “Quotenfrau” einstuft, was sich die intelligenten Frauen wohl nicht verdient haben.

  12. stiller Mitleser

    @ Falke
    Opportunisten – ob nun männlich oder weiblich – sind nicht notwendigerweise unintelligent,
    ja, kluge Leute versuchen leichtere Wege zu gehen; libertäre Konzepte gehen von einem heroisch getönten Menschenbild aus, dem die allermeisten Realbürger sich nicht verpflichtet fühlen; es ist eher eine Frage der Moral als eine der Intelligenz – à mon avis: der/die Bessere setzt sich durch ist ein Desiderat, eine kulturelle Schutzbehauptung

  13. raindancer

    ich würde Herrn Unterberger raten sein Blog umzugestalten und die Finanzierung auch ….er schreibt sicherlich interessant , aber das Blog wirkt altmodisch, technisch na sagen wir nicht optimal, und die Finanzierungssperre führt eher dazu, dass man das Blog gar nicht erst in seinen persönlichen Favoriten behält.

    Zu seinen Kommentaren , die man ohne Zahlung erhält, großteils interessant.

  14. stiller Mitleser

    @ raindancer
    Das seh ich genau umgekehrt: das Kommentariat redundant bis wüst, die Artikel selbst – auch wenn ich sie als Nicht-Abonnent immer erst verspätet lese – eigentlich immer sehr interessant, weil A.U. eben auf Jahrzehnte Erfahrung und Kenntnis zurückblicken kann, sich in Ö wirklich auskennt und sehr präzise analysiert.

  15. raindancer

    @stiller Mitleser
    sie haben mich falsch verstanden oder ich hab mich nicht klar ausgedrückt ..
    mit Kommentar meine ich seine Artikel nicht die Unterscheidung (Kommentar und Artikel)
    Ich meinte die ganze Aufmachung ist nicht glücklich gewählt.
    Seine Inhalte was ich aber auch geschrieben habe, sind durchwegs interessant.
    Ebenso nicht optimal programmiert ist die Zahlfunktion. Sowas muss wesentlich eleganter gehen.
    Optimal ist es zb bei der Presse mit Blendle für Einzelartikel.

  16. sokrates9

    Stiller Mitleser@Die Quote wurde diese Woche beschlossen! Ob sich Kurz mit Quote / Reißverschlussystem
    wirklich so viele Freunde macht wird sich herausstellen! Von einem liberalen Kurs kann man hier nicht sprechen!
    Ich verstehe diese ganze Frauenquote Regelung und die Anerkennung einer Frau nur wenn sie Top?- Position hat nicht! Frauen haben in der Kindererziehung quer durch alle soziologischen Schichten in der Kindererziehung hervorragendes geleistet, dass nun der Staat mit akademischen Kindergärtnerinnen und einer Trefferquote von 70% bei sinnerfassenden Lesen nach 8 Jahren ( früher 99% bei 4 Jahren Volksschule)
    erreicht! Dafür kann sich die Durchschnittsfrau als Supermarktkassiererin bei Billa profilieren!

  17. Historiker

    Ich bin ABSOLUT für die QUOTE : Z.Bsp. bei der Müllabfuhr, am Hochofen, im Wiener Kanalnetz, Im Gefängnis bei der Beaufsichtigung von Mördern, Attentätern und Vergewaltigern, bei der Deradikalisierung von islamistischen Terroristen und Gefährdern, bei der COBRA, im Vatikan, bei den Imamen, beim Herren-Fussball, – und, besonders wichtig für Österreich : Bei der Abfahrt im Februar auf der Streif in Kitzbühel ! – Dieser ganze Gender-Schwachsinn, ausgelöst von den Links-Grünen und den NEOS, ist in Wirklichkeit doch sowas für die Katz . . . Ich fass es nicht !

  18. stiller Mitleser

    @ raindancer
    Danke für Ihre Antwort!

    @sokrates9
    Die Quote ist auf Zeitgeistlinie und eine Abkehr davon wäre bis zur Wahl schwer kommunizierbar und die
    begleitenden familienfördernden Maßnahmen (Steuer, Müttergehalt?) wären bis dahin auch nicht zu regeln –
    aber liberal ist das nicht, da stimme ich zu.
    Ich kenne nur wenige Frauen die nur als Mutter&Hausfrau tätig waren, manche von ihnen haben auch studiert, aber alle haben “sehr gut geheiratet” , um ein Mittelschichtsleben zu finanzieren, wird erwartet daß die Frau ebenfalls verdient, je mehr desto besser, und daß sie alle Anforderungen erfolgreich erfüllt. Da Familien so zerbrechlich geworden sind, müssen die Frauen imstande sein ein eigenes Einkommen zu generieren, mit weniger Kindern gelingt ihnen das besser und mit weniger Kindern sind auch geschiedene Väter finanziell weniger belastet. Das ist die soziale Dynamik, obwohl sehr viele, auch gut ausgebildete, Frauen gern eine längere Phase mit ihren Kindern hätten und dann eben einen (im Falle einer Scheidung rententechnisch nicht unproblematischen) Kompromiß mit Teilzeitarbeit eingehen.

    Man kann historische und soziale Vergleiche anstellen, Frankreich hat aufgrund von DeGaulles strikter demographischer Politik nach 1945 eine höhere Geburtenrate auch bei hochqualifizierten Einheimischen als der Rest Europas, aber Maßnahmen wie Kinderkrippe ab 12 Monaten und ab da Fremdbetreuung bis zum Bac spießt sich mit unserem (deutschen? romantischen? mittelschichtigen?) Familienideal.
    Die Beziehung und emotionale Bindung an die Mutter ist früher auch je nach Sozialschichten unterschiedlich gewesen, im unteren und oberen Segment war Fremdbetreuung die Regel, nur die Mittelschicht kannte intensive Bemutterung; inzwischen sind die Mittelschichtsmuster das allgemeine kulturelle Ideal.

  19. Mona Rieboldt

    Frauen-Quoten gibt es nur für Akademikerinnen, deren Karriere damit angeschoben werden soll. Für die Mehrheit der Frauen gibt es diese Quote gar nicht. Und die heutigen Massen-Universitäten fördern keine Qualität der Ausbildung, so dass diese Frauen dann auf Quoten angewiesen sind. Ich kann mich nicht erinnern, dass es zur Zeit, als Madame Curie zwei Nobelpreise in Physik und Chemie bekam, eine Frauenquote gab.

  20. Oliver H.

    @stiller mitleser

    “Die liberale Argumentation gegen Frauenquoten ist würdevoll, konfligiert aber mit dem (allgemein-menschlichen?) Bestreben die eigene Marktposition zu verbessern.”

    Das läßt sich mühelos erweitern auf alle liberalen Positionen, speziell natürlich auf das Eintreten wider Big-Government. Eben *weil* Liberale um den Egoismus der Individuen wissen, fordern sie das Zurückdrängen von Konstruktionen, die von Individuen zulasten Dritter mißbraucht werden können.

    “Und Kurz Zustimmung zu Quoten wird auch thematisiert ..”

    Sie beziehen sich auf die Worte: ‘.. Frauenquote in großen Unternehmungen der Privatwirtschaft. Da sollte uns Kurz schon erklären, wie das zusammenpasst.’

    Das Auffällige an diesem rhetorischen Streifschuß ist das zeitgleiche Nicht-Thematisieren jener Frauenquote, die Kurz der eigenen Partei als Bedingung auferlegte, die Führung zu übernehmen.

    “.. wobei ich denke, daß Quoten von den vielen jungen Frauen mit guten Ausbildungen, auf einem engen Arbeitsmarkt eher nicht abgelehnt werden und daß Kurz dieses Konzept, um Stimmen zu gewinnen, zurecht beibehält. Warum?”

    Aus demselben Grund, aus dem mediale Frontrunner mit vorgeblich konsequent liberaler Haltung inbrünstig an falschen Narrativen festhalten. Freilich bemerkt die Mehrheit der Leserschaft diese seltsamen Brüche in der Matrix, doch scheint sie zugleich unfähig, daraus den richtigen Schluß zu ziehen, nämlich daß sie falschen medialen Propheten auf den Leim geht, die mit falschen politischen Propheten packeln und bei den entscheidenden Weichenstellungen falsch abbiegen zum Erreichen eines übergeordneten und keineswegs liberalen Zieles.

    Eine Person, deren Berechnungen in 99% der Fälle korrekt sind, ginge niemals als vortrefflicher Mathematiker durch, wenn sie zugleich konsequent 3×4 gleich 27 behaupten würde, etwas, das wir tagtäglich im Journalismus aus entsprechenden Kreisen exemplarisch in Fragen der Ukraine, des Syrienkriegs, Russlands oder des ‘War on Terror’ erleben. (Ein besonderes Zuckerl ist das von der deutschen “Zeit” ventilierte und von einigen ‘Liberalen’ übernommenen Narrativ, bei Merkels historischer Grenzöffnung im Herbst 2015 handle es sich um einen moralisch motivierten Betriebsunfall.)

    Dieselben Kreise werden nicht müde, die Linkslastigkeit der Journallie aufzuzeigen, als wäre gleichzeitig der Einfluß der Atlantik-Brücke respektive Geheimdienste auf die Medienlandschaft irrelvant (“Verschwörung!”). Einflußreich im weltweiten Agendasetting sind demgemäß die Islamisten im Allgemeinen und die Sozialisten im Speziellen, die konspirieren allein oder im Verbund (“Soros!”), doch darüber hinaus kann es keine anderen Kräfte geben, schon gar nicht übergeordnete.
    Da waren Rothbard, Ron Paul, Lew Rockwell, Hoppe und andere schon weiter, doch für manch selbstdeklarierte Austrians mit erkennbar neokonservativem Einschlag sind das alles nur Spinner.

    “.. weil A.U. eben auf Jahrzehnte Erfahrung und Kenntnis zurückblicken kann, sich in Ö wirklich auskennt und sehr präzise analysiert.”

    Worin liegt der Wert des Aussprechens des Richtigen durch Oppositionelle, wenn zugleich von diesen konsequent Unrichtiges behauptet wird? Die Antwort ist trivial und wurde von Lenin schon gegeben: Langfristig erfolgreich ist, wer die politischen Antagonisten kontrolliert.

  21. Der Realist

    Herr Dr. Unterberger hat Häupl vergessen, eigentlich nicht dramatisch, aber wenn dieser sagt, vom Schmäh kann man politisch nicht leben, so ist Häupl gerade der lebende Gegenbeweis, dieser lebt politisch seit gut 20 Jahren vom Schmäh und Gemischten Satz

  22. Thomas Holzer

    Nicht Woche, sondern zumindest ein Monat des Nonsens, auch und natürlich EU-weit.

    Da verschulden sich Kandidaten des “en marche” mit über € 30.000 privat, um dann, so sie ins Parlament gewählt werden, diese Schulden auf Kosten der Steuerzahler zu begleichen.

    Alle Journalisten faseln von einem Erdrutschsieg etc., gleichzeitig wird berichtet, daß bis 17.00h nur 40,75% der Wahlberechtigten auch gewählt hatten.

    Die Klitterung des Ergebnisses ist schon lange vor Schluß der Wahllokale und Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses offensichtlich.

    Wage zu bezweifeln, daß den Journalisten der “etablierten” Medien ihre eigene Berichterstattung -zumindest insgeheim- nicht peinlich ist.

    Macron, der neue Messias, der wievielte eigentlich?

  23. mariuslupus

    Bewundere, dass einfühlsame Gemüt von Andreas U., ob seines Mitleides mit dem ORF Propagandisten Armin W. Armin W. hat sich sicher schon erholt und wird weiter machen. Kommt ein Roter, Kern oder so, wird Kreide gefressen, kommt Strache, wird ersatzweise Straches Oma gefressen und Strache angespuckt.
    Wer von Sadiq Khan etwas anderes erwartet hat als die Unterstützung des Terrorismus in der Stadt, in der er als Mayor über die exekutive Gewalt verfügt, hat Probleme mit der Einschätzung der Realität. Ein Blick auf sein CV und seine Frau genügt. Sadiq Khan wurde mit den kompletten 20% der in London stimmberechtigten Muslime gewählt. Die Muslime haben die Wahlen in London entschieden. Die Tragweite dieser Entscheidung für Europa darf nicht unterschätzt werden. London ist die wichtigste Stadt Europas. Auch die Wahlen in UK wurden zu ungunsten der Konservativen von den Moslems entschieden. Es genügt der Blick auf die einzelnen constituancies.
    Das gleiche Resultat wird heute in Frankreich stattfinden. Die Moslems werden die Wahlen entscheiden. Diese Entwicklung ist nicht mehr umkehrbar. 20% der übereinstimmend, en Block, Wählenden, haben eine Sperrminorität.
    Noch zu Aufheiterung. Der ORF hat angekündigt heute, “Im Zentrum”, den Terrorismus zu bekämpfen. Es wird eine Versammlung der furchtlosen Terroristen Versteher.
    Ablauf: Zuerst, Betroffenheit, anschliessend – so kann es nicht weiter gehen, danach – Verständnis, Schuld sind die Integrationswiderständler, nächstes – Forderungen der Moslems, und endlich – es handelt sich eigentlich nicht um ein Terror, hat mit dem Islam nichts gemeinsam, die Bevölkerung ist verpflichtet zu zeigen, dass sie ohne Angst bereit ist, mit den Mördern zu leben.
    Wer Angst zeigt ist islamophob und gehört bestraft. Angst zu haben ist seit neuesten durch einen ukas von Maas und seiner Chefin, ein Straftatbestand.

  24. sokrates9

    mariuslupus@ Stimme mit ihnen überein ! Es sind diese bösen Altnazis die sich von den den armen Moslems
    abgrenzen und kein Verständnis für diverse Feuerwerke haben und nicht bereit die Integration aktiv zu gestalten! Jedem minderjährigen Asylanten ein gratis Führerschein damit er seine Eltern beeindrucken kann, die ja bald kommen werden! Auch Porsche für alle um den gap zu minimieren wäre eine brauchbare Idee die Jugendlichen vom Radikalismus abzuhalten!

  25. raindancer

    @Oliver H
    lustiges Spiel von Richtig und Falsch, Regierung und Opposition , aber warum eiern sie so rum….was ist denn nun wirklich richtig richtig ? 🙂

  26. sokrates9

    mariuslupus@Glaube sie werden heute bei Ramazan Demir eine typisch orientalische Verhandlungstechnik ( leidvoll im Business oftmals erlebt) sehen die bei uns im rationalen Europa meistens “reingeht” Auf eine klare Frage wird emotional mit einer Suade an Sätzen ein unbedeutender Teilaspekt rausgepickt und der so lange verbal zerlegt und gekaut bis der Fragende sich für die Zustände für schuldig fühlt! Nach entsprechender Erschöpfung ist man froh wenn irgendeiner das Thema wechselt und man sich somit nicht entschuldigen muss! Der Orientale glaubt damit “Sieger” zu sein und ist überzeugt dass seine Mickymouseargumentation die einzig richtige Antwort brachte! Wir (Sie)werden sehen! 🙂

  27. stiller Mitleser

    @ Oliver H.
    ich finde Ihren Beitrag – wie meist – sehr interessant und stimme Ihnen zu, daß Außenresorts und Atlantiker nicht nix miteinander zu tun haben. Die Finessen intralibertärer Kontroversen sind mir (greenhorn) nicht geläufig, ich denke es macht auch einen großen Unterschied, ob man liberaler Computerspezialist oder Unternehmer ist oder ob man sich als Journalist ernähren und behaupten muß.
    A.U.s Wunsch die ÖVP zu pushen ist völlig klar und legitim. Kurz hat Gottseidank ein paar korrekte Positionen, vor allem in der prima causa Masseneinwanderung und soll, nachdem ihm schon der coup in der Partei gelungen ist (und ja, ich halte da das Reißverschlußding für opportun, das bindet junge Frauen ein),
    die Wahlen bitteschön gewinnen. Wahrscheinlich wird das den Untergang des alten Europa nur geringfügig verzögern, aber da wir nicht bewaffnet auf die Barrikaden steigen, nicht das Bundeskanzleramt besetzen und nicht das Parlament obstruieren oder mit den Identitären auf Dächer klettern – also nur reden – können wir nicht mehr erwarten.

  28. mariuslupus

    @sokrates9
    Meinen Sie den ORF Liebling, der schon im Mateschitz Hangar, seine Show ungehindert abgespult hat ? Habe es bereits versucht zu umschreiben, dieser Mensch der als Repräsentant einer Gruppe den Begriff Selbstverantwortung nicht kennt.

  29. sokrates9

    mariuslupus@ Richtig – ist der Standardinterviewpartner diverser Gutmenschen!!:….. Jede Frau soll selbst bestimmen ob sie Kopftuch trägt…….

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