Eines der teuersten Schulsysteme, und das ist das Ergebnis

“…..Vor 26 Jahren habe ich ein Nachrichtenmagazin für Kinder gegründet – den Sechsjährigen sollten es die Eltern vorlesen, die Acht- bis Zwölfjährigen sollten es selber lesen. Um ihre Lesefähigkeit zu prüfen, ließ ich 1987 zehn Achtjährige die ersten Texte probelesen und beförderte sie erst zum Druck, nachdem ich mich überzeugt hatte, dass sie sie problemlos verstanden. Heute schreibe ich mit dem gleichen Wortschatz, den ich damals verwendet habe, für Zwölf- bis 15-Jährige und bekomme von jedem vierten Lehrer die Rückmeldung, dass ihnen die Texte zu schwierig sind….” (Peter M. Lingens)

11 comments

  1. RB

    Ja, eh, aber, bitte, trotzdem nicht immer denselben Unsinn wiederholen: Die Geschichte mit “eines der teuersten Schulsysteme” stimmt einfach nicht, wir liegen deutlich unter dem OECD-Schnitt.

  2. Thomas Braun

    Überraschung?

    Wenn über Jahrzehnte kontinuierlich die Leistungsansprüche an die Schüler gesenkt werden, darf man sich nicht wundern. Lehrinhalte, die Schüler noch nicht wissen, können sie sich auf Dauer eben nicht in kuscheligen Gruppenarbeiten oder Projekten gegenseitig beibringen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem der Input von A (Lehrer) nach B (Schüler) fließen muss. Und das erfordert leider konzentriertes Zuhören inkl. Mitdenken in einer möglichst ruhigen Umgebung. In einer Zeit aber, in der klassischer Frontalunterricht als Gipfel der pädagogischen Rückständigkeit gilt, darf sich niemand wundern, wenn die schulischen Leistungen immer schwächer werden.

    Trotzdem wird mehr vom Selben gefordert:
    Noch mehr Ablenkung im Unterricht, noch mehr Projekte, noch mehr Gruppenarbeiten, noch mehr Wischi-Waschi-Bewertungen, die keinem Schüler weh tun, noch mehr Lehrer gleichzeitig in den Klassen, noch mehr Orientierung an den Schwächsten.

    Und damit sind wir neuerlich bei meiner These, wonach linkes Denken einer psychischen Störung gleichkommt (Realitätsverweigerung).

  3. Christian Peter

    Bei einem durchschnittlichen Migrantenanteil von 54 % in Wiener Volksschulen (Bezirk Margareten : 89 %) darf man sich nicht wundern, wenn Kinder in Schulen nichts mehr lernen : Die Lernschwächen österreichischer Schüler sind Ausdruck einer gescheiterten Einwanderungspolitik.

  4. Spruance

    Ja, aber: Aufgrund der feigen Verweigerung zu diskriminieren wird die Diskussion um die Vorschulen als Alles-oder-Nichts-Auseinandersetzung geführt. Natürlich gehören die Kinder bildungsferner Familien in die Vorschule; ebenso natürlich brauchen zu Hause gut betreute Kinder nicht dorthin.

  5. J.Peer

    @Thomas Braun
    Sie haben recht – so schaut`s aus.
    Und da will man ein neues Bildungssystem. Was soll da “neuer” (besser) sein ?

  6. Manuel Leitgeb

    @rb
    Ich muß Sie berichtigen, laut OECD sind die (staatlichen) Ausgaben für Schüler in Österreich absolut top (4. und 6. Platz je nach Bereich). Nur zählt die OECD auch den Tertiärbereich (Unis etc.) zum Schulsystem dazu, und das haut uns den Durchschnitt runter! (nur der 15. Platz). Und das Ganze sind nur die Zahlen von 2010.
    Hier der Link zum Auszug (Ländernotiz):
    http://www.bmukk.gv.at/medienpool/25013/20130625a_country_note_aut.pdf

  7. gms

    Lingens: “Einzig in Frankreich haben Konservative, Sozialisten, Kommunisten und die katholische Kirche schon vor Jahrzehnten den gangbaren Ausweg gefunden: Man hat Betriebskindergärten gefördert und damit für eine ausreichende Geburtenrate und ein unverändert gutes Sprachniveau gesorgt.”

    Seit Jahren schon hat es Methode, daß man zwar Frankreichs Geburtenraten als beispielhaft nennt, die entscheidenden Fakten dahinter aber konsequent verschweigt. Kein anderes Steuersystem ist so familienfreundlich wie das französische, nirgends sonst bleibt Eltern von ihrem Einkommen mehr Geld in der Tasche. Die Folge davon sind auch und insbesonders die omnipräsenten und privat bezahlten Tagesmütter.
    Zugleich aber ist die Frauenbeschäftigungsquote mit 59% signifikant unter dem EU-Schnitt von 65% (D: 72%, A: 67%). Komisch, nicht wahr?

    Was das Sprachniveau anbelangt: Die Geburtenrate der autochtonten Französinnen liegt bei rund 1.6%, die für Frankreich insgesamt höhere Rate von knapp über 2% ist somit zwangsweise mittelbar mit Zuwanderung verbunden. Nachdem der Großteil der Immigranten aus ehemaligen französischen Kolonien kommt (Algerien, Marokko), in denen Französisch noch heute gelehrt und verwendet wird, verblüfft wohl kaum, daß Frankreichs Nachwuchs insgesamt bloß geringe Schwierigkeiten mit der Landessprache hat, insbesondere auch dann nicht, wenn Zuwanderer signifikant häufiger ihre Kinder zuhause selbst betreuen.

    Die vom inzwischen kommunistisch angekränkelten und artig dschändernden Peter M. Lingens gelieferten Fragmente (von wegen französische Betriebskindergärten und Sprachniveau, KindergärtnerInnen, LehrerInnen) passen perfekt in jene rote Medienbrühe, die sich tagtäglich über die inzwischen ihrer Denk- und Kritikfähigkeiten beraubten Leser ergießt.

    Dem hier schon gebrachten Befund, wonach linkes Denken einer psychischen Störung gleichkommt (Realitätsverweigerung), ist uneingschränkt beizupflichten. Hätte die vormalige Edelfeder Lingens es beim Darlegen des Rückgangs sprachlicher Kompetenz belassen, wäre das eine wertvolle Bereicherung geblieben. Daß er, wie man zu seiner Entschuldigung vorbringen könnte, auf den inzwischen allgegenwärtigen verlogenen roten Schleimspuren ausgerutscht wäre und nur deshalb lösungstechnisch in Richtung Zwangsbetreuung schlitterte, kann deshalb nicht angenommen werden, weil die nackten Tatsachen sich jedem erschließen, der lesen (sic!) kann.

  8. Rennziege

    14. Oktober 2013 – 14:37 — gms
    Augenöffnendes, kluges Posting, danke!
    P.M. Lingens war einst eine Edelfeder, wie Sie richtig sagen. (Mein alter Herr hat das “profil” bis Mitte der Neunziger als Abonnent gesammelt, und ich lese manchmal darin.)
    Aber um in der von ihm mitgegründeten Stammpostille (die einst ebenfalls eine gute war) noch abgedruckt zu werden, muss Lingens mit den Wölfen heulen. Mit seiner artigen Tschänderung sowie der stupiden Reklame für Ersetzung von Elternhäusern durch staatliche Indoktrination schon im Kleinkindalter erweist er sich und seinem Andenken einen Bärendienst.
    Lingens sollte wissen, wie und wo und in welchem Alter Kinder zu den Wurzeln der Sprachen finden: in den ersten beiden Lebensjahren, im innigen Dialog, Vorlesen und Erzählen inklusive, mit ihren Eltern — oder wenigstens einem der beiden. Darüber gibt es mehrere hundert wissenschaftliche Untersuchungen und Dissertationen.
    Externe Menschen, so engagiert sie auch ans Werk gehen, sind nur ein schwacher Ersatz.

  9. Thomas Holzer

    @Spruance
    Nicht alle (sic) Kinder bildungsferner Eltern bleiben auch in ihrem späteren Leben bildungsfern, um dieses unsägliche Wort zu verwenden.
    Nachfrage: Wie wollen Sie feststellen, welche Kinder in eine Vorschule müssen, wie wollen Sie feststellen, daß Kinder zu Hause gut betreut werden?
    Wird da eine “Erhebungstruppe” durch die österr. Haushalte geschickt mit multiple-choice- tests? Oder wird “bildungsnah/bildungsfern” am Einkommen festgemacht?
    Fragen über Fragen, wenn die Politik wieder mal das Volk beglücken will…………

  10. gms

    Thomas Holzer,

    “Wird da eine “Erhebungstruppe” durch die österr. Haushalte geschickt mit multiple-choice- tests?”

    Innerhalb des bestehenden Systems wäre es ein Leichtes, die mit sechs Jahren angesetzte Schulreife an ausreichende Sprachkenntnisse zu knüpfen und, wenn diese nicht gegeben sind, die Schulzeit mit einem Jahr alleinigen Deutschunterricht zu beginnen, den regulären Unterricht dann erst mit sieben.
    Die einzigen Gegenargumente der Linken verlieren sich im Gezeter rund um Stigmatisierung und Ghettoklassen. Als Konsequenz gibt es zwar sehr wohl diese Ghettoklassen, aber darin finden sich dann gut verteilt einige wenige beschulbare Kinder, die wie eingeschobene Regelelemente in Kernreaktoren als Moderatorstäbe fungieren dürfen. Bevor jemand nachfragt: Nein, die Idee, fähige oder zumindest weniger unfähige Kinder gezielt in Problemklassen einzusetzen, kommt nicht von mir, sondern aus den sattsam bekannten gesellschaftsklempnerischen Kreisen.

  11. Reinhard

    “Bildungsfernen” fehlt es oftmals nicht an Latenz, sondern an Motivation, Bildungsfreude zu erwecken.
    Das Elternhaus wirkt in jenen Kreisen nicht selten eher bremsend denn befreiend.
    Aber ob eine Beamtenschaft, die in jahrzehntelanger Akribie dazu erzogen wurde, in der Verteidigung ihrer wohlerworbenen Rechte auf einen Halbtagsjob bei Vollzeitbezug und Frühpensionierung sowie der Bekämpfung renitenter junger Enthusiasten in den eigenen Kreisen den höchsten Wirkungszweck zu sehen, auch nur ansatzweise das Potential besitzt, eine Bildungsmotivation zu fördern, sei bezweifelt.

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