Einwanderung, aber richtig

Von | 31. Mai 2015

(KATHRIN NACHBAUER) Als Mitte April 700 Flüchtlinge völlig hilflos im Mittelmeer ertrunken sind, waren wir alle furchtbar betroffen. Viele Menschen reagierten sprachlos und wütend und begannen Schuldige zu suchen. Aber nicht in Afrika sondern hier bei uns.

Es handelte sich um die bisher größte Flüchtlingstragödie, aber ich fürchte, es wird nicht die einzige bleiben, solange wir Europäer nicht mit der Heuchelei aufhören, und bis wir es nicht schaffen, den gewaltigen Flüchtlingsstrom zu stoppen.

Ich sage deshalb Heuchelei, weil doch jeder wissen muss, dass wir unmöglich alle armen Menschen in der Welt retten können. Im Gegenteil, je laxer wir unsere Asylgesetze handhaben, umso mehr locken wir verzweifelte Menschen in diese Todesfalle im Mittelmeer. Es gibt nichts grausameres als durch gutmenschliche Sirenenklänge Verzweifelte anzulocken, die dann ihr Leben riskieren.

Es ist eine naive Illusion zu glauben, dass ein grenzenloses Multikulti, wo alle reibungsfrei zusammenleben und sich Bett und Brot einfach halbe halbe teilen, funktionieren kann.

Ich kenne Multikulti aus Kanada und fand das unglaublich bereichernd, aber die machen das anders. Sie respektieren natürlich die Genfer Flüchtlingskonvention, ansonsten darf nur kommen, wer was kann und das Land weiterbringt.

Anstatt dass gutmeinende Politiker, linke Medien und Künstler gegenüber der besorgten heimischen Bevölkerung die Rassismuskeule schwingen, sollten wir uns besser gemeinsam Gedanken darüber machen, warum überhaupt so viele Menschen aus ihrer Heimat fliehen wollen. Die meisten fliehen vor schrecklichen Lebensbedingungen und hoffen, ihr Glück anderswo in der Welt zu finden.

Die amerikanische Verfassung bezeichnet diesen starken menschlichen Antrieb als PURSUIT OF HAPPINESS.

Anstatt also unsere Gesellschaft zu überfordern und das Sozialsystem überzustrapazieren, würde ich mir wünschen, dass wir einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Lebensbedingungen in den Herkunftsländern verbessern.

Die herrschenden Klassen in vielen afrikanischen Ländern, im nahen und fernen Osten sind oftmals korrupt und unterdrücken ihre Bevölkerung körperlich und seelisch.

Man muss hier kritisch hinterfragen, ob nicht auch der Westen seinen Beitrag geleistet hat und immer noch leistet, welche Menschen in jenen Ländern an die Macht gekommen sind. Seit wann besteht denn dieses unfassbare Leid und Chaos in Lybien, in Syrien, im Irak?

Die westliche Interventionspolitik muss sehr kritisch betrachtet werden. Oft werden Konfliktherde mit Waffen und Geld aus dem Westen am Leben erhalten, zuerst wird die eine Seite unterstützt und dann die andere. Es hat jedenfalls den Anschein, dass diese Interventionspolitik überall mehr Chaos und Leid hinterlassen hat, als dort vorher vorherrschte.

Auch muss man das westliche Subventionsregime kritisch hinterfragen. Helfen wir den Menschen damit oder berauben wir sie in Wirklichkeit vielmehr der Möglichkeit ihre eigene Wirtschaft zu entwickeln? Sollten wir nicht lieber ein Freihandelsregime anstreben, als sie durch Handelsbarrieren vom Handel völlig auszuschließen? Mit gut gemeinten Geschenken und Spenden haben wir bereits die traditionelle Textilindustrie in Afrika kaputt gemacht. BETTER TRADE THAN AID.

Und mit der laxen Handhabe des hiesigen Asylgesetzes, und das gilt eigentlich für ganz Europa, legen wir noch eins drauf.

Das Dubliner Abkommen wird sowieso nicht eingehalten, weil Italien in einem Europa der offenen Grenzen überhaupt keinen Anreiz hat, sich mit illegalen Einwanderern abzumühen, sondern die Menschen werden einfach weiter in den Norden geschickt.

Ganz Europa muss sich endlich darüber klar werden, dass wir wohl zu einem begehrten Einwanderungskontintent geworden sind und daher einen Blick nach Kanada, nach Neuseeland, nach Australien werfen sollen, wie man diese Herausforderung erfolgreich bewältigen kann.

Wir brauchen klare und strenge Kriterien, die offen kommuniziert und vor allem auch eingehalten werden müssen. Es darf keine Willkür vorherrschen, wo diverse Lobbyorganisationen, für den einen oder anderen oft medienwirksam ein Bleiberecht durchsetzen, obwohl nach Recht und Gesetz niemals ein Aufenthaltstitel erwirkbar gewesen wäre.

Wir brauchen ein Einwanderungs- und Asylgesetz für Europa, das transparent, gerecht und streng exekutiert werden muss, nur das wird auf Dauer Leben retten.

Die Utopie der Neosozialisten, dass wir Tür und Tor weit öffnen müssen, und alles wird gut, würde über kurz oder lang anstelle dessen zu Chaos und Bürgerkrieg in Europa führen. In Wirklichkeit führt die möglicherweise wirklich gut gemeinte Politik der offenen Türen zu Rassismus und Fremdenhass, und das ist das allerletzte, was wir wollen.

Im Gegenteil – wir brauchen Einwanderung – aber gescheit gemacht

9 Gedanken zu „Einwanderung, aber richtig

  1. Martina Kainz

    Liebe Frau Nachbaur,
    Sie – und alle anderen ÖsterreicherInnen – können jederzeit etwas dafür tun, damit Menschen in Afrika bessere Chancen im eigenen Land haben und nicht auf die Idee kommen, nach Europa gehen zu wollen. Zum Beispiel Unterstützung leisten für Bildungsprojekte in der Republik Benin, einem der ärmsten Länder am afrikanischen Kontinent, in dem wir als kleiner, von der ADA und anderen Fördergebern nicht unterstützter und ausschließlich ehrenamtlich tätiger Verein Kindern und Jugendlichen eine Schulbildung – und damit eine Perspektive ermöglichen. Danke! Mag. Martina Kainz

  2. Fragolin

    Bitte, Frau Nachbauer, bei allem Verständnis für die Buckelei vor der politischen Korrektheit die Ihr Job inzwischen erfordert um nicht von den Medien mit dem nassen roten Fetzen durch die Schlagzeilen geprügelt zu werden, stimmen Sie nicht in das unsägliche Gesülze von den “verzweifelten Armutsflüchtlingen” ein. Bei kolportierten Schlepper- und Korruptionskosten in fünfstelliger Euro-Höhe pro Person handelt es sich nicht um die Ärmsten der Armen, denn die sehen in ihrem ganzen Leben nicht einmal annähernd einen vergleichbaren Betrag. Entweder sind es risikofreudige Glücksritter aus besitzenden Verhältnissen, mit Hilfe ihrer Beute flüchtende Kriminelle oder Menschen, die mit einem klaren (kriminellen, politischen oder religiösen?) Auftrag der zahlenden Instanz kommen. In allen drei Fällen gibt es nur eine einzige Antwort: Nach dem Aufgreifen im Mittelmeer sofortige Rückschaffung an die afrikanische Küste. Wenn wir das Durchsickern Einzelner auch nicht verhindern können – machen wir es ihnen ordentlich teuer!

    Und was das hehre Ziel angeht, die Lebensbedingungen in den Herkunftsländern zu verbessern, so ist dies Aufgabe der dortigen Herrscher und Völker. Solange wir aber unter dem Deckmantel “Entwicklungshilfe” Milliarden an Ablasszahlungen aus Steuergeldern an regionale Despoten aushändigen, wird sich für die Völker dort nichts ändern. Je mehr “Hilfe” wir leisten, umso dreckiger geht es den einfachen Leuten, weil die kassierende Oberschicht sich ihren Wohlstand und die diesen verteidigende Privatarmee aus dem Ausland kauft und nicht beim Bauern ums Eck. Die einzig wirkliche Hilfe haben bisher jene Unternehmen geleistet, die Produktionsstandorte in Afrika aufgebaut haben, wie Renault in Casablanca, aber auch das geht auf Kosten europäischer Arbeitsplätze. Aber das Engagement von Unternehmen ist ja per se schlecht und unmoralisch und profitgierig und ausbeutend, also in den Hirnen unserer Politschranzen und der sie umschmeichelnden Kulturschickeria absolut Gaga. Deshalb fördern sie mit ihrer permanenten Ablasszahlung (des Steuerzahlers Münzelein hält mir das Gewissen rein) weiterhin lokale Verhältnisse, die Investitionen risikoreich und Gewinne unsicher machen – und so bleibt alles beim Alten.

    Deshalb: Wären es die Ärmsten der Armen, die an unseren Grenzen stehen, könnten wir ihnen frei nach Konfuzius lehren, wie man Fische fängt, und sie dann zur Verbesserung des Lebens in ihrer Heimat, zum unternehmerischen Handeln, Schaffen von Arbeit und Wohlstand, in diese zurückschicken. Sind es aber nicht. Wer tausende Euro hinblättert, um mit gefälschten Papieren oder gar ohne solche über die Grenze zu kommen, dann unter falschem Namen die Behörden belügt und die Zusammenarbeit bei der Eruierung der Personalien verweigert, ist für solche Strategie ungeeignet. Der hat hier nichts verloren.
    Return to sender. Fertig.

  3. Volker Seitz

    “Wir brauchen klare und strenge Kriterien, die offen kommuniziert und vor allem auch eingehalten werden müssen.” Diesem Satz halte ich für sehr wichtig. Aber leider sind solche Kommentare chancenlos gegenüber einer Politik, die offensichtlich unfähig ist, mit dem Problem vernünftig umzugehen. Siehe Ortneronline am 28.4. und 9.5.
    Frau Kainz: Ich halte wenig von staatlicher Millionenhilfe, aber viel von solchen kleinen Bildungsprojekten.
    Das grösste Entwicklungshemmnis eines Landes ist in der Tat die mangelnde Schulbildung.Die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens, Rechnens sind der wichtigste Schlüssel zum persönlichen und gesellschaftlichen Fortschritt. Besonders schlecht ist es um die Schulbildung der Kinder auch in Benin im ländlichen Raum bestellt.Weil die Gesamtbevölkerung durch sehr geburtenstarke Jahrgänge derzeit laufend zunimmt, steigt auch die Zahl der Analphabeten. Mangels Bildung taugen sie nicht für qualifizierte Arbeit und haben keine Aussicht auf ein besseres Einkommen und werden kaum etwas zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen können.Projekte werden aber meist nicht weitergeführt , wenn ausländischer Beistand entfällt. Das ist immer dann der Fall wenn der Anstoß für ein Projekt nicht wirklich von der Bevölkerung kam. Sinnvoll ist es die Fähigkeit und Bereitschaft sich selbst zu helfen, zu fördern. Für mich ist etwas nachhaltig, wenn Projekte selbststaendig und unabhaengig von aussen weiterentwickeln. Die Helfer muessen lernen, den Erhalt, die Fortfuehrung und die zukuenftige Entwicklung den Afrikanern selbst zu ueberlassen.. Helfer haben Erfolg, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

  4. Christian Peter

    Es wäre so einfach :

    1. Recht auf Asyl auf Ländern zu beschränken, in denen Bürgerkrieg oder ähnliche Zustände herrschen.

    2. Kein unbegrenztes Aufenthaltsrecht für Flüchtlinge. Flüchtlinge sollten wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, sobald Frieden einkehrt, um die wirtschaftliche und politische Entwicklung ihres Heimatlandes voranzutreiben.

    3. Keine Förderung illegaler Einwanderung durch Gewähren eines privilegierten Asylstatus. Illegale Einwanderer müssen ohne Asylverfahren des Landes verwiesen werden, erst dann werden die Flüchtlingsströme allmählich versiegen und Menschen nicht mehr vor den Toren Europas ertrinken.

  5. Thomas Holzer

    @Kathrin Nachbaur
    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen; aber ich denke, mit den Ergebnissen Ihrer Partei bei den heutigen Landtagswahlen wäre es an der Zeit, daß TS ehestmöglich auch auf Bundesebene mit Anstand zu Grabe zu tragen.
    Treten Sie und Ihre Kollegen zurück, und spenden Sie alle das eingesparte Geld einer karitativen Organisation Ihrer Wahl.
    Mit freundlichen Grüßen

  6. Christian Peter

    @thomas holzer

    warten Sie ab, denn bei den nächsten Nationalratswahlen werden die angestaubten Altparteien ÖVP/SPÖ/Die Grünen zu Grabe getragen. Die Steiermark – Wahlen waren ein kleiner Vorgeschmack darauf.

  7. Thomas Holzer

    @CP
    Ein anscheinend unverbesserlicher Nationaler Sozialist……………..mit Verlaub, aber wie alt sind Sie eigentlich? 15?

  8. Martina Kainz

    @alle: die Idee mit den Spenden finde ich konstruktiv, können auch vom TS sein….. Wir sind gerade dabei, im Norden von Benin eine landwirtschaftliche Schule zu errichten,
    damit nicht noch mehr junge Menschen
    in die Großstadt gehen, wo sie noch
    weniger Chancen auf ein
    menschenwürdiges Leben haben. Ich
    weiß, dass solche Projekte Peanuts
    sind angesichts der Gesamtsituation
    und der globalen Problematik….und dass manche ein derartiges
    Engagement naiv finden, aber was
    soll’s, man kann ja irgendwo einmal
    anfangen
    Nähere Informationen:
    http://www.stimmen-fuer-afrika.at
    Merci.

  9. Christian Peter

    @thomas holzer

    beim Thema FPÖ hyperventilieren Antifaschisten, nicht wahr ?

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