Endlich Abgeordneter!

Von | 4. November 2013

(GEORG VETTER) Am 29. Oktober bin ich als Abgeordneter des Nationalrates angelobt worden und ich habe viele Eindrücke mitgenommen, die ich hier gar nicht alle beschreiben kann. Sowohl seitens der Bediensteten des Parlaments als auch der übrigen Abgeordneten war der Empfang überaus freundlich. Ich glaubte gar nicht, wie viele administrative Schritte man zunächst als Abgeordneter setzen muss. Natürlich habe ich auch schon meine offizielle e-mail-Adresse und werde mit Nachrichten zugedeckt. Alle Anfragen, Vorschläge, Gesetzesinitiativen bis hin zu Beschlussvorschlägen der Europäischen Union landen auch bei mir. Dabei kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier vieles geschrieben und gesagt wird, um am Ende einer Legislaturperiode nicht als „fauler“ Abgeordneter dazustehen. Es scheint im Hohen Haus den Ehrgeiz zu geben, unabhängig vom Sinngehalt möglichst viele Anträge zu stellen und Reden zu halten. Relevanz wird durch Betriebsamkeit ersetzt. Ich habe mir fest vorgenommen, bei diesem Gesellschaftsspiel nicht mitzumachen. Erstaunt war ich auch, wie viele Abgeordnete ich aus allen anderen Fraktionen persönlich kenne – zu denen ich auch durchwegs ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis habe. Gespannt bin ich natürlich auf die ersten Feuerproben. Denn in der ersten Sitzung wurden, no na, Stil und Würde des Hauses beschworen. Ein kleines Gespräch dieses ersten Tages möchte ich schließlich erwähnen. Ein Kollege einer anderen Fraktion sprach mich darauf an, dass er mich von den seinerzeitigen Hauptversammlungen der VA-Tech kenne, als 2004/2005 bekanntlich die Übernahme durch Siemens erfolgte. Damals hätten viele Aktionäre auf meinen Auftritt gewartet: „Was sagt der Doktor Vetter?“ Diese Erinnerung durch den nicht näher genannten Kollegen nährte in mir irgendwie den Wunsch, dass dies im Hohen Haus auch einmal der Fall sein wird.

3 Gedanken zu „Endlich Abgeordneter!

  1. Zaungast

    “Ich habe mir fest vorgenommen, bei diesem Gesellschaftsspiel nicht mitzumachen.”

    Dazu wünsche ich viel Kraft & Erfolg.

  2. Herr Karl jun.

    Ich habe eine Bitte an den lieben Herrn Dr. Vetter, mit der ich mich nicht alleine weiß. Bei allem menschlichen Verständnis für die emotionale Bewegtheit nach einer unerwarteten Kür und nach einer offensichtlich aufwühlenden Vorwahlzeit, die beileibe nicht jeder so aufregend fand – diese ist nun vorbei und hoffentlich auch der Hang zur nabelschauenden Aufgeregtheit um die eigene Person, die, so wünschen wir uns, bald den gewohnten fundierten Analysen aus echtem liberalen Schrott und Korn weichen möge.

  3. Zaungast

    @Herr Karl jun.

    Ich empfinde keinen besonderen “Hang zur nabelschauenden Aufgeregtheit” und finde die bisherigen Berichte der Situation angemessen und passend. Die “fundierten Analysen aus echtem liberalen Schrot (hoffentlich ohne zweites t) und Korn” werden im Laufe des Parlamentsjahres schon noch kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.