Endlich die Sau rauslassen!

Von | 22. Januar 2017

(C.O.) Eine der interessanteren Erklärungen dafür, warum Donald Trump US-Präsident werden konnte, hat jüngst im “profil” Peter Michael Lingens formuliert: “Primaten – und das sind wir – möchten wie Trump beliebig viele Frauen aufs Kreuz legen. Möchten wie er möglichst viel an sich raffen und als Alphatier sich gegen die Brust trommeln. Ohne sich schuldig zu fühlen. Sigmund Freud hat im Zusammenhang mit den ethischen Beschränkungen, die uns die Zivilisation auferlegt, vom Unbehagen in der Kultur gesprochen. Trump hat seinen Wählern das Behagen in der Unkultur entdeckt.”

Wenn das stimmt – und sehr viel scheint dafürzusprechen -, ist Trump nicht trotz, sondern geradezu wegen seines schlechten Benehmens, seines doch eher frauenverachtenden Verhaltens und seiner zahllosen Regelverstöße aller Art gewählt worden, wenn wir von den mittlerweile eh schon detailliert analysierten ökonomischen Gründen einmal absehen.

Eine Wahl als gruppentherapeutisches Auskotzen, sozusagen. Das führt freilich zur Frage, warum dieses Bedürfnis gerade jetzt und gerade bei jenen so heftig aufgetreten ist, die den Kern von Trumps Wählerschaft bilden: meist Männer, meist älter, meist weiß. Warum, jenseits des Ökonomischen, votiert gerade diese Gruppe für das gemessen an zeitgenössischen Standards ganz und gar Unmögliche? Warum genießen sie gerade jetzt “das Behagen an der Unkultur” – und nicht etwa mehr Schwarze, Junge oder Frauen?

Eine mögliche Erklärung: Weil keine andere soziale Gruppe in der jüngeren Vergangenheit so vielen “ethischen Beschränkungen, die die Zivilisation auferlegt”, unterworfen war wie die älteren weißen Männer. Noch in Schwarzweiß-Filmen aus den 1960ern kann man fassungslos dabei zusehen, wie Männer zu Mittag drei Martinis kippen, rotes Fleisch essen, danach Zigaretten rauchen, im Lift Frauen mit üppigen Dekolletees ungeniert anmachen, vor ihren Kollegen mit ihren Eroberungen prahlen und dann mit blubberndem Achtzylindern zu Mutti nach Hause fahren.

Was folgte, war ein gigantisches Umerziehungsprogramm. Mann sein, so das neue Dogma der Post-68er-Generation, ist “ein soziales Konstrukt”. Was einst als männliches Verhalten völlig akzeptiert war, wird nun immer mehr stigmatisiert.

Also nix mehr Mittagsmartini, saftiges Steak und Frauen anmachen; stattdessen vegane Kost mit Mineralwasser ohne Kohlensäure, mülltrennend, frauenverstehend, Pullover häkelnd, vor dem Sex am besten um eine schriftliche Einverständniserklärung bittend, und Pinkeln nur im Sitzen. Politisches Engagement gerne, aber nur entlang der immer enger werdenden Korridore des politisch Korrekten. Die Liste der einzelnen Reparatur- und Umbaumaßnahmen, mit denen die Sozialingenieure am “Konstrukt Mann” herumgebastelt haben und herumbasteln, ist nahezu beliebig verlängerbar. In den USA lassen Männer bei geschäftlichen Gesprächen mit einer einzelnen Frau übrigens mittlerweile regelmäßig die Türen zum Korridor offen.

Und da kommt Trump daher wie ein Kumpel, der dazu einlädt, all das über Bord zu werfen, und das auch noch völlig ohne Schuldgefühle.

Irgendwie kein Wunder, dass diese Rechnung aufgeht. (“WZ“)

68 Gedanken zu „Endlich die Sau rauslassen!

  1. raindancer

    @Selbstdenker
    toll zusammengefasst
    @ThomasHolzer…prinzipiell ja ..bei Bekleidung ..Ausnahme so sehr es gegen die Prinzipien ist ..aber dieser Islamwahn den will ich einfach nicht..daher nein zur Burqa nein zum Kopftuch …

  2. raindancer

    als Ergänzung :
    im öffentlichen Bereich (Schulen, Ämter…) nein zur Burqa und Kopftuch
    für alle anderen Gelegenheiten : generelles nein zur Burqa

  3. Thomas Holzer

    @raindancer
    gäbe es keine, von Politikerdarstellern verursachte, veranlasste Diskriminierungsparagraphen, würde sich Ihr “Problem” schnellstens von selbst lösen.
    Eine Frau, welche eine Burka überwirft, ein Kopftuch trägt, schränkt mich nicht ein, genauso wenig eine Frau, welche einen Minirock trägt und, oder sich ein Hirschgeweih auf den sichtbaren Rücken tätowieren lässt, oder jemand, der sein Gesicht mit Metall oder was auch immer durchlöchert.
    “Jedem Tierchen sein Pläsierchen” 😀

  4. raindancer

    sie klingt mal nicht ganz blöde oder.. Melania Trump
    siek klingt auf jeden Mal besser als Merkel ..redet frei, nicht von Flöte spielen uns bissle beten und Islam gehört zu Deutschland
    https://youtu.be/XbvGxDmD3dY

  5. Rennziege

    22. Januar 2017 – 16:33 — raindancer
    Danke für diesen Link. Multilingual und sympathisch, diese frischgebackene First Lady. Cool und intelligent, antwortet ausgewogen und dennoch spontan, lässt sich nicht aufs Glatteis führen. Charmant auch ihr immer noch hörbarer slowenischer Akzent in ziemlich perfektem Englisch. Gern würde ich einmal hören, wie ihr Italienisch und Französisch klingt.

  6. raindancer

    @Rennziege
    ja ..ich wollt mit dem link nur zeigen …es interessiert nicht, ob sie operiert ist, es interessiert nicht, ob sie Model war, es interessiert nicht, ob sie ihn nur wegen des Geldes geheiratet hat …
    Wir haben auch alle falsche Zähne weil das gerade mal mit dem Budget glatt geht.:)))

    sie kann auf jeden Fall offensichtlich zusammenhängende vernünftige Sätze bilden und die zwei sind verheiratet und haben einen Sohn. Punkt.
    wichtig ist allein …was macht Trump aus den states ….und welchen Efffekt wird das auf die Welt haben.

  7. Rennziege

    22. Januar 2017 – 17:38 — raindancer
    “wichtig ist allein …was macht Trump aus den states ….und welchen Efffekt wird das auf die Welt haben?”
    Ruhig Blut, raindancer! Was macht Trump aus den States? Die US-Verfassung setzt jedem Präsidenten enge Grenzen, und Trump hat sich mehrfach dazu bekannt. (Verfassungsänderungen bedürfen hoher, schwierig zu erreichender Mehrheiten in beiden Häusern des Krongresses.) Sein Effekt auf die Welt wird ein wohltuender sein, sobald die knochenscheppernde Hysterie der europäischen Heulsusen abgeflaut ist; denn die werden alsbald schnallen, dass ihre Mimosenattitüde weltpolitisch lächerlich ist.
    Wir können uns zurücklehnen und gelassen zuhören, wie der verkrusteten EU-Arroganz der heilsame Marsch geblasen wird.

  8. raindancer

    @Rennziege ..das wünsch ich den states und der Welt …
    die Geschichte hat mich aber gelehrt, das Macht korrumpiert ..und Macht vererbt und in Lobbies weitergegeben wird. So auch jetzt. Trump ist nicht einer aus der normalen Bevölkerung. Er ist extrem reich, er kennt eher die Belange von Multimillionären als die von einem eight to five worker.
    Abgesehen davon ist es insofern ähnlich wie bei uns …die 50 states sind fast ebenso souverän wie hier die federal “Länder”, der congress redet immer auch ein Wörtchen mit.
    Auch dort ist alles sehr verzahnt.

    Ich hoffe wirklich, dass Trump die Dinge zum Besseren wendet, ich traue es ihm auf jeden Fall zu, eher noch als den Clintons.
    Jedoch in allen westlichen Demokratien sind die Parteisysteme sehr verkrustet und vor allem die Reichen behalten ihre Einflussbereiche.
    Es ist kein Zufall, dass aus Parteien, die einst verschiedene Bevölkerungsschichten vertreten haben, nun eine seltsame vereinte Front (alles irgendwie ultralinks und kritiklos pro EU) entstanden ist.
    Dh um wirklich visionäre Änderungen herbeizuführen, müsste man das System abreißen, wie – das weiß ich selber nicht, denn eine friedliche Veränderung schwebt auch mir vor 🙂
    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass rigorose Änderungen nur durch ein direktes Wahlrecht erlangt werden können.
    Sozusagen eine Umwandlung unserer aktuellen repräsentativen Demokratie zu einer(ähnlich dem Modell der Schweiz) direkten Demokratie.

  9. Fragolin

    @Rennziege, @raindancer
    Obamas Versagen wird immer damit begründet, einer allein könne eben nicht selbstherrlich bestimmen, und bei Trump tun dann alle so, als wäre der ein Diktator und hätte faktisch Kongress und Senat pulverisiert.
    http://frafuno.blogspot.com/2017/01/also-was-nun.html
    Diese Panikmache ist lächerlich. Die Macht des Präsidenten endet im Parlament.
    Ist ja nicht wie bei Merkel, wo eine Führerin ihre Beschlüsse über die Hofberichtersattung verbreiten lässt und das Parlament aus den Medien erfährt, dass die von ihm ratifizierten Gesetze und Verträge mal eben außer Kraft gesetzt wurden…

  10. mariuslupus

    Was macht diei Vereinigte Linke so wütend ? Die Aussage von Trump – der Islam gehört nicht in die USA !
    Die Vereinigte Linke ist der Meinung – der Islam gehört zu Deutschland, der Terror gehört zu Deutschland.

  11. Mona Rieboldt

    Und am meisten haben die Politiker Angst, Trump könnte erfolgreich sein. Die meisten deutschen Politiker haben nie gearbeitet, sind nur in der Partei gewesen. Und deswegen macht ihnen Trump auch Angst.

  12. Johannes

    Ich denke Peter Michael Lingens hat sich eine eigene Wahrheit gezimmert um mit dem, für ihn wahrscheinlich unverständlichen Wahlergebnis, irgendwie zurecht zu kommen.

    Ob es bei Trump eine sogenannte “Kernwählerschaft“ gab und diese aus alten weißen Männern bestand ist, so glaube ich, Auslegungssache. Natürlich werden ihn auch alte weiße Männer gewählt haben aber überraschenderweise hatte Trump Wähler in allen Schichten selbst viele Latinos, Schwarze und natürlich auch Weiße haben ihn gewählt.
    Ich habe den Wahlkampf gar nicht groß beobachtet, erst jetzt beginne ich zwangsläufig die Aussagen und Ankündigungen des amerikanischen Präsidenten wahrzunehmen.
    Manches wirkt unausgereift, nicht ganz bis ins Letzte durchdacht aber was wurde von seinen Vorgängern schon bis ins Letzte durchdacht?

    Haben Bush jun. und seine Kumpanen bis ins Letzte durchdacht was sie da im Irak anrichten?
    Haben Hillary und Obama bis ins Letzte durchdacht was die Anzettelung eines sogenannten arabischen Frühlings an menschliches Leid und Destabilisierung anrichtet?
    Obama und Clinton werden vom kleinsten Ö3 Reporter bis hin zum amerikanischen Superschlagerstar und alles was da noch dazwischen ist als die Heros für Frieden, Freude, Eierkuchen gefeiert. Welch ein Hohn für all die Opfer denen vom Islamischen Staat, der das Resultat amerikanischer Außenpolitik ist, die Kehle durchgeschnitten wurde.

    Es ist soviel Verlogenheit bei den Trumpgegnern das es direkt eine Wohltat ist wenn man diesen Mann ein wenig zuhört. Er stört die Gleichschaltung der Menschen zu hirnlosen Robotern und das ist der Guugli-Fuzzibuukigesellschaft wohl ein ganz großer Stachel im Fleisch.

    Ich sage gut so!

  13. waldsee

    text von @ johannes :”Es ist soviel Verlogenheit bei den Trumpgegnern “….
    ich glaube ähnliche zustände gab es schon im berlin und moskau der 20-er jahre und nach dem krieg im prag,budapest,belgrad…..der zeit nach 45.darüber gibt es nicht einmal schätzungen bezüglich der getöteten.millionen?

  14. Luke Lametta

    @Selbstdenker
    Absolut, 120% bei dir. Gedächtniszitat, der famose NN Taleb so, “The US establishment has become so corrupted and bad, I would have preferred an animal out of the Bronx Zoo over bloody Hillary fucking Clinton. Any animal! Globalists, liberals, neocons, Goldman and Saudi Barbaria GOT BURIED in this!” Gefiel mir gut, auch on topic, ‘weniger kleinen abgespreizten Finger wagen’ täte unserem heimeligen, weltanschaulichen Lager mE dann und wann ganz gut… lg

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