Endlich ruft der Muezzin!

“Der Rat der Stadt Gladbeck hat am Donnerstag mit breiter Mehrheit den geplanten Muezzin-Ruf an der Gladbecker Ditib-Moschee begrüßt.” (hier)

18 comments

  1. Thomas Holzer

    Ja, so ist das im “aufgeklärten” Europa. Und in Linz geht ein Architekt vor Gericht, um das Glockengeläute des Domes, wenn möglich, zu verbieten

  2. Christian Weiss

    “Vor allem auch gegenüber der CDU bekräftigte der Bürgermeister, dass die Stadtverwaltung bei der Ausübung eines Grundrechtes des Moscheegemeinde nichts zu genehmigen hatte.Sozialdezernent Rainer Weichelt sagte, eines solches Grundrecht sei nicht verhandelbar. „Wir sind stolz, dass die Ditib-Gemeinde den Muezzinruf einführt, das ist ein Stück Demokratie und moderne Gesellschaft.“”

    Ein Bürgermeister, der eine solch phänomenale Unkenntnis der Grundrechte an den Tag legt, sollte mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt werden. Ist der Mann eigentlich noch irgendwie bei Trost? Schon mal was von negativer Religionsfreiheit gehört?
    Die Einwohner rund um die Moschee haben jedes Recht, nicht durch religiöse Riten und Bekenntnisse belästigt zu werden. Das ist etwa um den Faktor 1000 höher einzuschätzen, als das Recht, durch den Muezzin zum Gebet gerufen zu werden. 1. Ist das nur Nebengemüse beim eigentlichen Kultus des Gebets, der durch die Religionsfreiheit geschützt ist. 2. sind auch bei religiösen Kulten die Bedürfnisse unbeteiligter Dritter zu berücksichtigen.

    “Das ist ein Stück Demokratie und moderne Gesellschaft.” Hat’s dem die Synapsen gebraten?

  3. Christian Weiss

    Mit Verlaub, aber mit solchen Dingen machen mich die Deutschen bisweilen echt sauer. Zuerst fangen sie zwei Weltkriege an, versuchen sich am rassistischen Weltreich und ziehen zwei Völkermorde durch und danach spielen sie sich die nächsten 70 Jahre als supertolerante, pseudoliberale Multikultifuzzis auf. Geht es auch mal irgendwie mit Augenmass und Menschenverstand?

  4. Astuga

    Was anderes erwartet man von einem Land (angeblich dem Schwergewicht in Europa) wo der Außenminister sich nicht getraut, einen Völkermord auch als solchen zu benennen.
    In der Hoffnung, “Massaker” an Armeniern würde Erdogan weniger vergrätzen als die Bezeichnung Völkermord.

    Die Deutschen haben eben aus der Geschichte gelernt, leider nur das falsche.

  5. Fragolin

    Schön. Ich gründe jetzt eine Religion, die es von mir verlangt, nach Sonnenuntergang alle halbe Stunde mit einer Fußballhupe durch die Siedlung zu rennen und alle wachzutröten, damit der Gott des Goldenen Balles diesen morgens auch wieder aufgehen lässt. Dabei setze ich mir ein Nudelsieb auf und singe dreimal “Hosianna” zu jedem Tröter. Außerdem erfordert meine Religion, Katzen, die mir dabei über den Weg laufen, den Schwanz abzuschneiden.
    Mal sehen, wann mir unser Bürgermeister einen Orden verleiht.
    Nicht lachen, das ist ein Roter, da ist alles möglich…

  6. Selbstdenker

    Es sind die im Abwärtstrend befindlichen (westlichen) Industriestädte in denen sich der Islamismus am raschesten ausbreitet; die ehemalige Bergarbeiterstadt Gladbeck passt genau in dieses Schema.

    Dieser Prozess hat jedoch nur sehr untergeordnet ewas mit Geld zu tun. Es ist vielmehr ein Prozess des sozialen bzw. kulturellen Niedergangs, der sich dann nicht mehr retuschieren lässt, wenn das Geld ausgeht.

    Man vergleiche arme (wertkonservative) ländliche Gegenden mit ökonomisch langsam im Niedergang befindliche urbane (links-progressive) Gegenden: erstere werden sozial eher gestärkt, während letztere in den sozialen Suizid übergehen.

    Der Sozialstaat in Kombination mit linken Ideologien macht es möglich, dass sich die Leute in einer Art “Niedergangsromantik” bequem einnisten. Es kommt zu einer Ästhetisierung von Verfallsprozessen, die von weiten Teilen der betreffenden Bevölkerung zum Teil lustvoll wahrgenommen werden und der sich der oder die Einzelne häufig nicht entziehen kann.

  7. Fragolin

    Ein Punkt der Volksverblödung ist ja, dass das gemeine Volk immer mit dem Totschlagargument der “Religionsfreiheit” niedergeknüppelt wird. Es wird kein Unterschied zwischen Religionsbekenntnis (Glauben kann prinzipiell jeder alles, das geht weder den Staat noch seinen Nachbarn etwas an) und Religionsausübung gemacht. Religionsausübung kann und darf aber nur solange frei sein, wie sie die Freiheit andersdenkender und andersglaubender Menschen nicht berührt oder nicht gegen gültige Gesetze, die zum Schutz Unmündiger, Wehrloser oder Tiere erlassen wurden, verstößt. Egal ob Beschneidung oder Schächten, gesetzwidrige Handlungen sind verboten, Zuwiderhandlungen sind zu bestrafen. Egal ob Kirchenglockengebimmel oder Muezzingeplärre; was des einen religiöser Ruf ist des anderen Ruhestörung bis hin zur Gesundheitsschädigung durch Schlafentzug und es steht jedem Bürger frei, auf sofortige Unterlassung zu klagen. Was für Kuhglocken gilt, hat auch für Kirchenglocken zu gelten, und wenn ein Hahn nicht krähen darf, hat auch kein Muezzin zu schreien. Entweder gleiches Recht und gleiche Pflicht für alle oder Anarchie, wo man sich mit der Muskete Ruhe verschafft – was wollen wir als religionsunabhängige Bürgergesellschaft?
    Und Politiker, die es nicht schaffen, sich in einem säkulären Staat Religionen gegenüber neutral zu artikulieren, sind nur noch ein Puzzleteil in den heruntergewirtschafteten Provinzen des weströmischen EU-Reiches.

  8. Christian Weiss

    “Schön. Ich gründe jetzt eine Religion, …”

    Der Haken an der Sache: Die Linke ist nur gegenüber dem Islam so zuvorkommend, weil er von ausserhalb Europas kommt und darum den Exoten- und Minderheitenbonus hat, und weil es die angeblich Islamophoben gibt, weshalb sich der Islam als bedrohte Minderheit darstellen kann. Zwar sind Buddhismus, Hinduismus, Shintoismus und dergleichen auch extraeuropäische Religionen, aber weil sich an diesen Religionen niemand stört, fällt der Opferbonus weg.
    Wenn Sie jetzt aber selber – womöglich noch Einheimischer ohne Migrationshintergrund – eine eigene Religionsgemeinschaft gründen wollen, wird man Ihnen von Seiten der Sozialdemokraten wohl eher das Prädikat Sekte verpassen, als Ihnen die Ausübung all der beschriebenen Riten erlauben.
    Es ist doch nicht das selbe, wenn zwei das gleiche tun…

  9. Fragolin

    @Christian Weiss

    Naja, dass mit der Minderheit bekomme ich schon hin, minderheitlicher gehts ja kaum, und die Hupophoben aktiviere ich wohl auch sehr schnell, wahrscheinlich schon am ersten Abend noch vor Mitternacht. Intoleranz ist ja weit verbreitet im Land der Kellernazis. Aber mit dem MiHiGru haperts – meine Mutter ist Deutsche, ich glaube das zählt nicht… 🙂

  10. Fragolin

    @Christian Weiss

    Ha, ich hab’s! Die Linken sind für den Islam (der ja eigentlich genau das Gegenteil jener Werte repräsentiert, für die sich die Linke angeblich stark macht) weil sie ein gemeinsamer Feind zusammenschweißt: die Rechten! Die Moslems macht ja nicht der Islam schützenswert, sondern ihre Anfeindungen durch den satanischen Strache!
    Also, ich hupe vor HC’s Haus bis er rauskommt und mich beschimpft; das nehme ich auf Video auf und schenke es der ZIB II damit sie über den antihupistischen Angriff dieses religionsverachtenden Rechtsextremen berichten kann und die wahre menschenverachtende Fratze der FPÖ entlarven; morgen schon kommen tausende Antifa-Kämpfer zum Solidaritätshupen um die FPÖ-Parteizentrale, aufgestellt von ÖGB, ORF, SPÖ und Grünen, flankiert von friedlichen Spaziergängern des Schwarzen Blocks.
    So, jetzt zieht’s euch warm an – und besorgt’s euch Ohrenschützer! Ich bin dann mal beim Forstinger…

  11. H.Trickler

    Warum denn diese Aufregung? Ich finde einen Muezzin viel hipper als blosses Glockengebimbel…

  12. Thomas F.

    Es ist also ein “Grundrecht”, dass ich anderen akustisch auf die Nerven gehen darf, wenn ich das meine Religion nenne?
    Und wann spricht mal jemand vom Grundrecht einfach in Ruhe gelassen zu werden?

  13. Rennziege

    Das eigentlich Öde daran ist, dass alle Muezzins klingen wie eine Kreuzung von Heino und DJ Bobo.

  14. Thomas Holzer

    @Thomas F.
    Dann muß man aber auch das Geläute der Kirchenglocken und aller anderen Glocken(oder sind die sakrosankt weil “demokratisch/staatlich) verbieten.
    Und natürlich auch die Ratschen 😉
    p.s.: Sirenen sind mir auch ein Gräuel 🙂

  15. Christian Weiss

    “Es ist also ein “Grundrecht”, dass ich anderen akustisch auf die Nerven gehen darf, wenn ich das meine Religion nenne?” – Nein, natürlich nicht. Dieser zum Halbmond kriechende Pfeifenbürgermeister hat doch keine Ahnung. Wenn die Damen und Herren in Karlsruhe noch einigermassen bei Trost sind, lässt sich dieses Muezzingeplärre mit Sicherheit ohne weiteres verbieten. Man muss nur wollen. Das deutsche Grundgesetz ist zwar bezüglich negativer Religionsfreiheit nicht so explizit wie beispielsweise die Schweizer Bundesverfassung, aber auch in Deutschland gilt, dass man nicht zur Teilnahme an religiösen Riten gezwungen werden kann.

  16. H.Trickler

    @cppacer:
    Die Abstimmung in der Schweiz war bezüglich Minaretten, nicht Moscheen.

    Ich habe damals Minarette nicht befürwortet, nicht weil sie mich stören würden, sondern weil ich finde dass es in den arabischen Ländern zuerst Gegenrecht für christliche Kirchen geben muss.

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