Energie sparen für Dummies (Forts.)

(MANFRED JACOBI) Kürzlich berichtete die “Wirtschaftswoche” über Bemühungen, die Energieeffizienz in Deutschland zu steigern. Die Wärmedämmung von Häusern ist hierbei ein Dauerbrenner. Angeblich lassen sich so viele Millionen Megawattstunden (MWh) an Energie einsparen.

Energie zu sparen ist, ich wiederhole mich, eine feine Sache. Allerdings sollte man bei diesem Thema das Oberstübchen nicht ganz ausschalten, selbst dann nicht, wenn es um die vermeintliche Rettung des Planeten geht. Aber leider ist gerade das bei diesem Thema oft, allzu oft der Fall. Da wird permanent das hohe Lied des Dämmens gesungen, ohne dass Sinn und Verstand zum Zug kämen.

Besonders bemerkenswert ist folgende Passage aus dem Artikel:
In den vergangenen Jahren wurden pro Jahr nur noch 0,8 Prozent der Wohngebäude saniert. Es würde also 125 Jahre dauern, den gesamten Gebäudebestand auf den modernsten Stand zu bringen.
Rein mathematisch gesehen, ist diese Aussage richtig. Allerdings wird hierbei unterstellt, dass wir gleichsam am Nullpunkt stehen, also kein einziges Haus dem modernsten Stand der Technik entspricht.  Dann, und nur dann würde es genau 125 Jahre dauern, bis alle Gebäude saniert wären. Das ist natürlich Quatsch. Der Autor selbst sagt ja (im ersten Satz), dass in den vergangenen Jahren (nur noch) 0,8 % der Wohngebäude saniert worden seien. Also gibt es bereits einen Bestand an sanierten Häusern. Ebenso entsprechen Neubauten dem Stand der Technik. Der tatsächliche Sanierungsbedarf ist also mit Sicherheit deutlich kleiner als 100 %. Von 125 Jahren kann also beim besten Willen keine Rede sein. Wieviel Prozent der Bausubstanz sanierungsfähig wären, sagt der Autor nicht. Gerade das wäre aber interessant zu wissen, und vor allem auch wie hoch das Einsparpotenzial ist.

Es ist unbestritten, dass energetisch gesehen, die Gebäudedämmung zu einer Verringerung des Verbrauchs führt. Allerdings nur bei zu einem gewissen Punkt. Denn ein Gebäude, das keine Luftzirkulation zulässt, wird sozusagen “ersticken”. Man muss dann eine Ventilation (mit Wärmerückgewinnung) einbauen, damit das Haus (oder die Wohnung) mit Frischluft versorgt wird. Nun, die Ventilation benötigt eine Pumpe, die ihrerseits wieder mit Strom betrieben wird. Mit anderen Worten: Ein Teil dessen, was an Heizenergie gespart wird, geht durch den Betrieb der Ventilation verloren. Auch die viel gepriesene Wärmerückgewinnung ist, nüchtern betrachtet, kaum mehr als der Tropfen auf seinem heißen Stein. In einer kalten Winternacht kann es in Mitteleuropa schon  mal auf minus 20 Grad runter gehen. Die von der Lüftung angesagte Außenluft wird im Wärmetauscher von der warmen Innenluft angewärmt. Unterstellen wir, dass der Wärmeaustausch zu 100 % effizient ist, was in der Praxis nie der Fall ist. Dann wird bei einer Innentemperatur von 20 Grad die eingesogene Luft auf Null Grad erwärmt, bevor sie in die Wohnung strömt.

Dazu kommt ein Effekt, den ich aus eigener Erfahrung kenne. In extrem gut gedämmten Häusern ist im Winter die Luft sehr trocken. Der Grund: Die kalte Außenluft hat nur eine sehr kleine absolute Luftfeuchtigkeit. Sobald diese Umgebungsluft durch die Ventilation ins Innere strömt, erwärmt sie sich (man will ja nicht bei Temperaturen um null Grad in der Wohnung sitzen) und die relative  Luftfeuchtigkeit sinkt. Und zwar mitunter auf Werte, die nicht der Gesundheit zuträglich sind (unter 10%). Außerdem ist das dem subjektiven Raumklima abträglich.

Um dem abzuhelfen, benötigt man einen Luftbefeuchter, der natürlich auch Energie frisst. Je nach Größe des Hauses und der gewünschten Stärke der Luftzirkulation, kann man den extra Energieverbrauch zu etwa 400 kWh (als untere Grenze) abschätzen. Wenn in mehr als einem Raum die Luft befeuchtet werden muss, dann ist der zusätzliche Stromverbrauch entsprechend höher anzusetzen.

Interessant ist es, diesen Extraverbrauch, der vor allem durch extrem gut isolierende Fenster verursacht wird, einer anderen Art von Stromfressern gegenüber zu stellen: dem Standby-Betrieb von Elektrogeräten. Folgt man der Darstellung auf der Webseite Energiesparen im Haushalt, so können sich die stillen Stromfresser zu einer Gesamtleistung von bis zu 68 Watt aufaddieren. Dem würde ein Jahresverbrauch von knapp 600 kWh entsprechen.

Mit anderen Worten: Was man durch die Eliminierung des Standby-Betriebs auf der einen Seite einspart, verliert man auf der anderen durch Maßnahmen, die durch Wärmedämmung und gut isolierende Fenster erst notwendig werden.

21 comments

  1. Thomas Holzer

    Unerwähnt bleibt, daß ein Großteil des Dämmmaterials aus Erdöl hergestellt wird; sprich: Man verwendet Produkte aus Erdöl um Erdöl zu sparen……….das kann auch nur einer sehr aktiven Lobbygruppe einfallen und von sehr einfältigen Politikern per Gesetz durchgesetzt werden.

  2. Mike

    Bin ich froh, in einem Altbau leben zu dürfen. Dicke Mauern isolieren, undichte Fenster sorgen für Austausch der Luft…

  3. PeterT

    als kleiner Kontrapunkt:
    Wir haben vor 3 Jahren ein altes Haus gekauft, und anschließend wärmetechnisch saniert:
    Fassade, Fenster, Heizung (Luft/Wärmepumpe).
    Seitdem haben wir Kosten für Heizung+Warmwasser von ca. 400-500€/Jahr (genauer lässt sich’s nicht sagen, weil die Kosten im Strom enthalten sind) – vorher war eine Ölheizung mit 7.000 Liter Tank installiert.
    Das Raumklima ist super (Fußbodenheizung), und insgesamt gibt’s genau Null Probleme.
    Die Mehrkosten waren gering, weil Fassade/Fenster/Heizung sowieso erneuert werden mussten.
    Kann ich nur empfehlen.

  4. Johannes Fechner

    Der Artikel von Jacobi ist leider ein Sammelsurium von physikalischen Unsinnigkeiten! So werden Dummies noch dümmer. Ist das der Plan dahinter?

  5. Christian Peter

    @Johannes Fechner

    Wärmedämmung ist meist unwirtschaftlich, da sich nur in seltenen Fällen nennenswerte Energiekosteneinsparungen ergeben und zudem hoch umweltschädlich, da Polystyrol die hochgradig toxische Substanz Hexabromocyclododecan (HBCD) enthält : Der einzige Profiteur des Dämmwahns ist die Dämmstoffindustrie.

  6. Erich

    @PeterT
    Ihre Rechnung ist nicht ganz fair, denn sie müssten die Kosten für eine “konservative” Hauserneuerung den Kosten für die von ihnen gewählte Vorgangsweise gegenüberstellen. Sie werden doch auch nicht ihre Fahrten mit dem Auto nach dem Benzinverbrauch bewerten und alle sonstigen Kosten unter den Tisch fallen lassen?

    Bei strengem Frost reicht nach Angaben seriöser Installateure die Wärmepumpe auch bei neuen, isolierten Häusern mit optimaler Fußbodenheizung, leider nicht mehr; es muss der eingebaute Heizstab nachhelfen. Und diese Umstellung funktioniert natürlich nicht in jedem Haus. Photovoltaik könnte eine sinnvolle Ergänzung sein (nur: woher kommt der Strom in den langen, kalten Winternächten?).

    Wir sollten auch bedenken, wie all die schönen Dinge produziert wurden, welchen ökologischen Fußabdruck sie hinterlassen haben; von der CO2-Bilanz (die ich persönlich für übertrieben halte) ganz zu schweigen. Ich frage beispielsweise immer wieder: was wurde an Natur vernichtet und welche Ressourcen wurden benötigt um ein Elektroauto zum Fahren bringen??

  7. PeterT

    @Erich:
    diese Gegenüberstellung habe ich schon gemacht. Wir haben Fenster mit Dreifachverglasung genommen (die waren ein paar tausend Euro teurer), und ‘wie heute üblich’ gedämmt. Die Heizung war kaum teurer als Andere.
    Die Heizung hat tatsächlich solche Zusatz-Heizstäbe, nur brauche ich die praktisch nie – höchstens unter -10, und das kommt so gut wie nie vor (wenn die Nächte sehr kalt sind, stört mich das nicht, da ist die Heizung sowieso gedrosselt – macht nix, das Haus ist ja gut gedämmt).
    Für 2-3 Tsd mehr hätte es auch einen besseren Wärmetauscher gegeben, der bis -20 ohne Heizstäbe auskommt, aber der Heizungsanbieter hat gemeint, das zahlt sich nicht aus (obwohl es ein Geschäft für ihn gewesen wäre) – und er hat recht gehabt.
    Ich kann nur sagen, es funktioniert wirklich sehr gut

  8. Rennziege

    6. Januar 2015 – 13:04 PeterT
    Wirklich interessant wird Ihre Schilderung erst, wenn Sie uns unsentimental und ungeschminkt mitteilen, was Sie für die energetische Sanierung und kalorische Umgestaltung Ihres Hauses aufwenden mussten — und wie sich das über die Jahre rechnet und amortisiert.

    Herzliche Grüße aus Kanada mit seinem kontinentalen Klima (bis zu +/- 40°C, Sommer/Winter). Wir wohnen in einem 20 Jahre alten Haus in typisch kanadischer Bauweise: Holz. Außen- und Innenwand aus je 1,5 Zoll dicken Holzbohlen, dazwischen 12 bis 15 Zoll Mineralwolle. Heizung durch zwei geschlossene, extrem sparsame Kamine, die auch Warmwasser und Fußboden speisen. Brennholz aus der freundlichen Nachbarschaft, zwei Jahre luftgetrocknet, zu weniger als halben Kosten wie in Deutschland, wo der Festmeter (durch fallende Heizölpreise ebenfalls sinkend) zu Weihnachten noch 90 Eulen kostete. Klimaanlage im Sommer überflüssig, da Isolierung both ways wirkt.
    Eine kleindimensionierte Ölheizung sorgt für Warmwasser im Sommer, wenn die Kamine Urlaub machen. (Solarthermie dafür wurde überlegt, aber aufgrund gegenwärtiger Ölpreise auf Eis gelegt..)
    Wär’ schön, Ihre Antwort darauf zu erfahren. (Auch wenn wir in verschiedenen Klimazonen leben.)

  9. Rennziege

    Diese depperten Smartphone-Tastaturen! @PeterT war natürlich ebenso gemeint.

  10. Christian Peter

    Amortisation der Aufwendungen für Dämmung :
    (Beispielrechnung zweigeschossiges Haus mit 160 m2 Wohnfläche)

    ohne Energiepreissteigerung : 51 Jahre
    Energiepreissteigerung um 3 % : 31 Jahre
    Energiepreissteigerung um 5 % : 26 Jahre

  11. PeterT

    @Rennziege
    Wie schon gesagt, ich habe das Haus nicht extra deswegen saniert, weil ich Heizkosten sparen wollte, sondern weil eine Sanierung in jedem Fall notwendig war – ich bin auch der Meinung daß sich eine Sanierung nur um Heizkosten zu sparen meistens nicht rentiert.
    Jedenfalls: Die gesamten Fenster und Terassentüren tauschen hat ca. 18.000 gekostet, wobei Fenster mit nur 2-Fach Verglasung vielleicht 2-3.000 billiger gewesen wären.
    Die Komplett-Erneuerung der Heizung inkl. Wärmepumpe etc. und Einbau einer Fußbodenheizung hat ca. 24.000 gekostet.
    Gas wäre nicht viel billiger gewesen, weil Gas erst eingeleitet hätte werden müssen.
    Die Fassade wäre in jedem Fall neu zu verputzen gewesen, ein bißchen Styropor kostet nicht viel.
    Ganz simpel und konventionell wäre es geschätzt. 10-15.000 billiger gewesen (dann hätte ich aber keine Fußbodenheizung, die möchte ich nicht mehr vermissen).
    Mein Nachbar mit einem ungedämmten Haus mit Gasheizung hat eine Gasrechnung von 3.500 im Jahr (und heizt noch ein bißchen mit Holz dazu) – also für mich zahlt sich’s aus

  12. Rennziege

    6. Januar 2015 – 16:49 PeterT
    Danke für Ihre Antwort, PeterT, die das Thema durch Zahlen und Relationen erkenntlich macht. Auf ein kuscheliges Zuhause, hüben wie drüben! Und auf Kinder, die auch bei (zur Zeit) -20°C Außentemperatur auf einem angenehm temperierten Fußboden spielen und blödeln können.

  13. Christian Peter

    @PeterT

    es geht eigentlich um Fassadendämmung. Dass sich mit der Erneuerung der Fenster, Dachstühlen und Heizungen tatsächlich viel Geld sparen lässt, ist unbestritten. In Deutschland gibt es einen gesetzlichen Zwang zur Fassadendämmung und es werden viele Milliarden Steuergeld verschwendet, obwohl die Zweckmäßigkeit dieser Maßnahme höchst umstritten ist.

  14. PeterT

    @Christian Peter
    Fassadendämmung war schon auch Teil der Übung, und ohne sie hätt’s wohl nicht funktioniert.
    Ist sicher kein Allheilmittel, allerdings zumindest manchmal funktioniert’s halt doch

  15. Johannes Fechner

    @Der Bockerer @Christian Peter
    Der bauphysikalische Unsinn:
    Falsch ist die Milchmädchenrechnung: “Unterstellen wir, dass der Wärmeaustausch zu 100 % effizient ist, was in der Praxis nie der Fall ist. Dann wird bei einer Innentemperatur von 20 Grad die eingesogene Luft auf Null Grad erwärmt, bevor sie in die Wohnung strömt.” Temperaturen liegen nach einem Wärmetauscher mit realen Wirkungsgraden deutlich höher. Siehe z.B. https://www.cci-dialog.de/wissensportal/technikwissen/raumlufttechnik/waermerueckgewinnung/grundlagen_waermerueckgewinnung.html

    Falsch ist der Zusammenhang dargestellt: “In extrem gut gedämmten Häusern ist im Winter die Luft sehr trocken. … Sobald diese Umgebungsluft durch die Ventilation ins Innere strömt, erwärmt sie sich und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt.” Ob die Luft trocken ist hängt nicht von der Dämmung ab und auch eine Lüftungsanlage trocknet die Luft nicht aus. Wenn es zu trocken ist, dann stimmt die Feuchtebilanz nicht. Nicht richtig einregulierte Lüftungsanlagen können z.B. zu viel Außenluft einbringen, weil statt der berechneten fünfköpfigen Familie nur ein Single Feuchtigkeit produziert. Aber auch über undichte Fenster oder sonstige Gebäudeleckagen kann zu viel Feuchte abtransportiert werden. Ein Luftbefeuchter wird daher nur in Ausnahmefällen benötigt, besser ist wie gesagt die richtige Einregulierung der Luftmengen.

    Falsch ist am Ende auch die Schlussfolgerung: “Was man durch die Eliminierung des Standby-Betriebs auf der einen Seite einspart, verliert man auf der anderen durch Maßnahmen, die durch Wärmedämmung und gut isolierende Fenster erst notwendig werden.” Fenster werden etwa seit den 70er Jahren mit Dichtungen ausgestattet, eine luft- und winddichte Bauweise ist Bauvorschrift und entspricht auch den heutigen Komfortansprüchen, kaum jemand schätzt Zugluft. Wer nicht händisch lüften will kann sich eine Lüftungsanlage einbauen und erhält dann die richtige Luftmenge (ca 30 m³ pro Person und Stunde), wenn die Anlage z.B. CO2 gesteuert ist. Eine effiziente Lüftungsanlage braucht ca. 1 kWh Strom pro Tag und in erster Linie dient sie der Hygiene und sie spart nebenbei auch Energie mit der Wärmerückgewinnung.
    Mit einem richtig konzipierten Niedrigstenergiehaus bzw. einer guten Sanierung kann man den Energieverbrauch dramatisch reduzieren. Es reicht bereits die Leistung eines Haarföns um eine Passivhaus-Wohneinheit am kältesten Tag zu beheizen.

    Das sind natürlich sehr schlechte Entwicklungen aus Sicht derjenigen, die am Energieverkaufen gut verdienen. Vielleicht ein Grund, warum so viel Unsinn zu diesem Thema verbreitet wird.

    Wenn Wärmedämmung eine Frage der Wirtschaftlichkeit ist, dann müssen Sie Annahmen u.a. zur Energiepreisentwicklung (!?) treffen und sollten auch den Komfortgewinn durch wärmere Wände etc. bewerten. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wären auch Umweltschäden zu bewerten. Im Zusammenspiel mit
    Hexabromocyclododecan (HBCD): Sowohl die EPS (expandierbares Polystyrol) Marken Styropor® und Neopor® als auch das XPS (Extruderschaum) Styrodur® werden z.B. beim Marktführer BASF nur noch mit einem polymeren Flammschutzmittel (PolyFR) hergestellt.
    http://www.windenergy.basf.com/group/corporate/wind-energy/de_DE/news-and-media-relations/news-releases/P-14-407

    Wir könnten im Neubau ohne Energieimporte auskommen und im Bestand durch verstärkte Sanierung den Energiebedarf deutlich senken. Den Rest könnte man über div. erneuerbare Energien inkl. smart grid, Speicher etc. abdecken. Gewinn: innovative Technologien, inländische Wertschöpfung, Arbeitsplätze: Verlierer: fossile Energiewirtschaft.

    Bei Interesse finden Sie weitere Publikationen zu diesen Themenbereichen im web,
    http://www.ecoplus.at/de/ecoplus/cluster-niederoesterreich/bau-energie-umwelt/news/nachlese-themenlounge-komfortlueftung-basiswissen-fuer-baumeister

  16. Christian Peter

    @PeterT

    der Großteil der Ersparnis wird wohl auf die neuen Fenster und Heizung zurückzuführen sein, aber nicht auf die Dämmung.

  17. Christian Peter

    @Johannes Fechtner

    ‘mit einem richtig konzipierten Haus kann man den Energieverbrauch dramatisch reduzieren’

    das bestreitet niemand, aber kaum durch Sanierung bereits vorhandener Häuser mittels Wärmedämmung. Nach Ansicht von Experten lohnt sich Wärmedämmung nur in sehr alten und schlecht gebauten Häusern, und davon gibt es nicht sehr viele.

    Siehe Rechnung oben : Bei einer Energiepreissteigerung von 3 % (momentan sinken die Energiepreise) benötigt es 31 Jahre, bis sich die Kosten einer Wärmedämmung amortisieren, wobei diese aber spätestens nach 20 – 25 Jahren erneuert werden muss. Das bedeutet : Dämmen lohnt sich in den meisten Fällen nicht.

    ‘Umweltschäden durch Wärmedämmung’

    Dämmstoffplatten stellen wegen der leichten Entflammbarkeit nicht nur ein Sicherheitsrisiko dar, sondern belasten wegen des hoch toxischen Inhaltsstoffes HBCD die Umwelt enorm, das Material muss später als Sondermüll entsorgt werden. Alleine in der EU gelangen jährlich etwa 1 Tonne des Giftes in der Umwelt, selbst im menschlichen Blut und in der Muttermilch konnte das Gift bereits nachgewiesen werden. Erst ab 2019 wird in der EU der Einsatz des hochtoxischen HBCD in Dämmstoffplatten verboten sein.

  18. Johannes Fechner

    Ich befasse mich beruflich seit Jahren u.a. als Lehrbeauftragter mit dem Thema und bin immer wieder erstaunt, mit welchem Eifer gerade dazu immer wieder Halbwahrheiten und Falschmeldungen verbreitet werden. Daher noch eine Replik:

    Nach Ansicht von Experten … welche Experten? Ohne Quelle kann man vieles behaupten.
    Sie finden leicht 1000de Beispiele, die zeigen, dass es sehr wohl etwas bringt!

    Allein die Angabe, dass es genau 31 Jahre brauche – ohne Bezug zu einem speziellen Gebäude bzw. Berechnungsart (!) … zeigt wie unsinnig dieses Argument ist.

    Lebensdauer Ich selbst lebe z.B. in einem Haus, dessen EPS Dämmung seit 1983 besteht und keine Anzeichen macht, dass es sich demnächst auflösen würde.
    Die Stadt Wien Schon 1995 hat die Magistratsabteilung 39 – Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien – ausgeführt, dass für die Deckschichte von WDVS eine mindestens 30-jährige Lebensdauer zu erwarten ist, vom Dämmstoff jedoch eine wesentlich höhere. Dies bedeutet aber nicht, dass die Deckschichte nach 30 Jahren komplett zu erneuern ist, ähnlich wie bei mineralischem Außenputz. Dieser wird bei der Instandsetzungsarbeiten auch nur partiell ausgebessert, überrieben und neu beschichtet.

    HBCD: wie schon geschrieben ist der größte Hersteller bereits umgestiegen, wenn Sie sich Sorgen machen wollen, dann sollten sie wissen, dass auch Polstermöbel, Vorhänge etc. damit jahrelang behandelt wurden.

    Meine Schlussfolgerung daher: Wärmedämmung ist einer der wichtigsten Bereiche, um von den fossilen Brennstoffen unabhängiger zu werden und die ärgsten Folgen des Klimawandels zu verhindern.

  19. Christian Peter

    Hätten Sie meine Beiträge gelesen, wüssten Sie, dass sich die Angabe auf ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit 160 m2 Wohnfläche bezieht (siehe weiter oben). Übrigens handelt es sich dabei um ein Musterbeispiel des deutschen Immobilienverbands. Demnach lassen sich mit einer Wärmedämmung im günstigsten Fall 30 % des Energieverbrauchs einsparen, und selbst dann lohnt sich der Aufwand aus wirtschaftlicher Sicht nicht.

    Außerdem rechnet die Dämmindustrie regelmäßig den Nutzen der Fassadendämmung hoch. So wird etwa nach DIN – Verordnung statt des tatsächlichen Energieverbrauchs ein ‘theoretischer Energiebedarf’ angesetzt. Dabei wird unterstellt, dass die Bewohner eines Hauses jeden Quadratmeter Wohnfläche bei Tag und Nacht auf Wohlfühltemperatur halten – eine völlig unrealistische Annahme.

    Vergessen sollte nicht werden, dass die Energiepreise momentan stark sinken. Auch wenn dies nicht ewig währen wird : Selbst bei einem Anstieg der Energiepreise von 5 % pro Jahr lohnt sich Dämmen aus wirtschaftlicher Sicht nicht.

    Weitere Nachteile durch Fassadendämmungen : Vermehrter Schimmelbefall durch schlechtere Durchlüftung, Schießscharteneffekt (Mangel an Licht durch dicke Dämmplatten), in Hauswänden einnistende Vögel und Nagetiere, erhöhte Brandgefahr wegen der leichten Entflammbarkeit des Dämmmaterials, der hochtoxische Stoff HBCD, der sich in fast allen Dämmplatten befindet und erst ab 2019 in der EU verboten sein wird, etc. etc.

    Mein Tipp : Bei alten Gebäuden Dachstuhl, Fenster und Heizung erneuern, damit lässt sich tatsächlich Geld sparen. Dämmungen hingegen verursachen hohe Kosten bei nur geringem Nutzen.

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