Energieversorgung: Zurück zur Planwirtschaft

(ANDREAS TÖGEL) Unschlagbare Erfolgsmodelle waren staatlich geplante Ökonomien ja zu keiner Zeit – völlig gleichgültig, ob von orthodoxen oder nationalen Sozialisten geführt und ob sie auf Vier- oder Fünfjahresplänen beruhten. Der Begriff „Planwirtschaft“ hat daher – und zwar zurecht – einen eher üblen Ruf und wird heute um jeden Preis gemieden. Stattdessen werden von den politischen Führern mit großer Begeisterung Begriffe wie „Mission“ verwendet und/oder auf die „Alternativlosigkeit“ ihrer großartigen Visionen verwiesen.

Im Arsenal machtbewusster „Missionare“ unverzichtbar ist die Behauptung, freie Entscheidungen von Einzelpersonen, wie sie nun einmal eine Marktwirtschaft kennzeichnen, würden zu jenen Problemen führen, die zu lösen dem Staat, respektive dessen mit unbegrenzter Weisheit, Voraussicht und Verantwortungsbewusstsein ausgestatteten Führern obliegen. Tiefe Verachtung für die „egoistischen“ Wünsche und Ziele des Einzelnen und die absolute Geringschätzung der bürgerlichen Freiheit, kennzeichnen jeden Zentralbürokraten.

Eingedenk der von der Sowjetunion über Nordkorea, Simbabwe und Kuba bis Venezuela reichenden Vielzahl historischer Fehlschläge, propagiert heute auch niemand mehr die Planwirtschaft auf dem Energiesektor, wiewohl deren Existenz ganz offensichtlich ist. Stattdessen beschwören die Obertanen die Notwendigkeit einer „Energiewende“ und schwärmen vom Umstieg auf „erneuerbare Energien“ (was belegt, dass sie im Physikunterricht eine Menge Fehlstunden gesammelt haben). Damit sollen, so der Plan – Pardon – die Mission, mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, sondern auch die bekanntlich lebensgefährliche Produktion von CO2 und Feinstaub sollen damit verringert oder ganz abgestellt werden. Elektrizität aus Atomkraftwerken ist natürlich tabu, weil uns die wie man weiß radioaktiv verstrahlt.

Dass die Menschen halsstarrig darauf bestehen, ihre Eiskästen und Fernsehapparate auch dann zu betreiben, wenn Flaute herrscht und die Sonne nicht scheint (was in Mitteleuropa, speziell des Nachts, fallweise vorkommt), scheint Windrad- und Photovoltaikfetischisten nicht sonderlich zu interessieren. Da in Frage kommende Gewässer in energietechnischer Hinsicht mittlerweile so gut wie vollständig verbaut sind, wird es also nicht ohne kalorische Kraftwerke gehen, die 24/365 die nötige Grundlast liefern.

Trotzdem bringt es die Politik fertig, so gut wie alle Intellektuellen und Publizisten als Claqueure ihrer suizidalen energieplanwirtschaftlichen Agenda zu mobilisieren. Der Dieselmotor, das zugleich verbrauchsärmste, effizienteste und in der Gesamtbilanz mit Abstand am wenigsten Schadstoffe emittierende Antriebsaggregat, wird von Leuten madig gemacht, deren Urteil von keinerlei Kenntnissen in Naturwissenschaft und Technik getrübt ist.

Früher oder später wird sich aber dennoch die Erkenntnis durchsetzen, dass Strom sich im großtechnischen Maßstab (zumindest mit der derzeit einsatzfähigen Technik) nicht speichern lässt und der zum Fetisch erhobene Elektrokarren keine Antwort auf die Frage nach der individuellen Mobilität der Zukunft bietet – nicht im Hinblick auf den Kaufpreis und schon gar nicht in logistischer oder ökologischer Hinsicht. Der VW-Boss hat den Preis seines auf dem Reißbrett fertigen Elektro-Kleinwagens eben mit rund 30.000,- Euro beziffert und der mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Tesla Model 3 soll 58.000,- Euro und mehr kosten. Angesichts dessen wird sich Otto Normalverbraucher langsam aber sicher die Einsicht eröffnen, dass die staatliche Planwirtschaft 2.0, die dem Bürger oktroyiert, dass er sich gefälligst emissionsfrei fortzubewegen hat (der Strom für den wohlfeilen Elektrowagen fließt schließlich völlig rauchlos aus der Steckdose!), nicht funktioniert. Zumindest dann nicht, wenn er nicht scharf darauf ist, nur noch mit dem Fahrrad oder auf Rollschuhen zu verreisen. Denn 30.000,- Euro und mehr für ein Auto auszugeben, wird dem Kleinverdiener nicht möglich sein.

Bis dahin allerdings wird mutwillig eine der für Mitteleuropa wichtigsten Industrien ruiniert, die Landschaft flächendeckend mit potthässlichen Windrädern verschandelt und die individuelle Bewegungsfreiheit drastisch eingeschränkt sein. Letzteres liegt aber wohl ganz im Interesse größenwahnsinniger Politiker und Bürokraten, die nichts so sehr lieben wie die totale Kontrolle über die Bürger.

7 comments

  1. sokrates 9

    Was ist das Ziel?Die grüne vision kein Individualverkehr vegane Ernährung,Fahrräder sind die wichtigsten Verkehrsmittel,zurück in das Mittelalter!Wird ja auch von unseren islamischen Hoffnungsträgern angestrebt!

  2. Fugg Censors

    Hadmut hat es schon oft kommentiert: “Geliefert wie bestellt!”
    Die Mehrheit der Wähler ist zu doof! Sie glaubt tatsächlich den Schwachsinn der dystopischen Propheten. Die Politik ist nur ausführendes Organ von einer Mehrheit von ganz besonders guten Menschen. In der richtigen und guten Partei zu sein ………Hatten wir doch schon Mal? Wenn dann alles in Scherben fällt, war mal wieder Niemand dabei. Verstehen kann man noch junge Wähler die sich idealistisch für eine Utopie begeistern. Lebenserfahrene, erwachsene Wähler sollten es doch besser wissen. Aber wie W.Busch reimte:
    “Oftmals paaret im Gemüte,
    Dummheit sich mit Herzensgüte”

  3. Cora

    Mag ja sein, dass Planwirtschaft einen schlechten Ruf hat. Es gibt allerdings ein Land, das uns mit seinen kommunistischen Plänen links überholt (hat), unangenehmerweise ist es das Bevölkerungsreichste, mit dem weitaus größten Gewicht unter den kommunistischen Ländern, es streckt seine Hände nach der Weltherrschaft aus.

    Vielleicht liegt es weniger an den Plänen als an den Planzielen, die die hiesigen Sozialingenieure von den Kommunisten im Reich der Mitte unterscheiden. Von einem „jedem nach seinen Bedürfnissen“ ist bei der Energiewende, angesichts einer stur eingehaltenen Marschrichtung gegen alle Vernunft, nichts zu bemerken. Hingegen wird das schöne und gute Leben, das es zu erreichen gilt, im kommunistischen China als Ziel formuliert. Im demokratischen Europa sind die Ziele gegen die eigenen Leut gerichtet, in der VR China für die eigenen Leut. Welches politische System die Oberhand erreichen wird, kann sich jeder selber ausmalen.

  4. Falke

    Nicht einmal Ochsenkarren werden noch erlaubt sein, da die Rinder bekanntlich mittels Methan mehr CO2 ausstoßen als alle Benzin- und Dieselfahrzeuge zusammen. 😉

  5. Gerald Steinbach

    Falke
    Natürlich wird das nicht erlaubt sein, der Urochse hat ja bekanntlich die Eiszeit am Gewissen, wie schon einmal vermutet hier in diesen Forum

  6. Mona Rieboldt

    Falke
    Und was ist mit Eselskarren? Steinmeier käme dann auf einem Eselskarren aus Äthiopien zurück, man hörte dann lange nichts mehr von ihm und uns blieben seine Reden erspart.

  7. Johannes

    Deutschland wird nicht soviel Strom erzeugen können wie notwendig, schon gar nicht aus erneuerbarer Energie.
    Ich vermute man wird, wenn sie es wirklich durchziehen, Strom aus den Nachbarländern, die dann gar nicht so ökologisch erzeugt wurden, beziehen.
    Weiter gedacht wäre es auch möglich Strom aus Gebieten zu beziehen die zur Zeit ebenfalls unsere Energielieferanten sind, denn Erdöl fördernden Ländern.
    Dort ist zum einen viel Wüste und es sind extreme und beständige Bedingungen für solare Stromerzeugung.

    Der Fehler liegt nach meiner Meinung in der Art und Weise wie mit der Brechstange versucht wird das alles in viel zu kurzer Zeit zu erreichen.
    Was im Grunde gut ist wird dadurch zum Scheitern gebracht werden.

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