Enteignungsphantasien v. Sanierungsphantasien

(KATHRIN NACHBAUER) Zeitgerecht zum 1. Mai haben wir wieder ein Highlight sozialistischer Klassenkampfsprüche gepaart mit Wahlkampfparolen vernommen. Anstatt zu erkennen, dass die Schuldenpolitik Österreich zu einem europäischen Schlusslicht mit immer steigenden Arbeitslosenzahlen gemacht hat, wird unbeirrt auf dieselben Rezepte gesetzt. Mehr noch: Sie wurden garniert mit der neuen Idee einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Weniger arbeiten und mehr verdienen, eh logisch, meint so mancher verträumter Sozialist. Wer das bezahlen soll? Die Enteignungsphantasten sind auch hier nie um eine Lösung verlegen, wir kennen die Leier: EAT THE RICH, once again!

Obwohl in Frankreich Genosse Hollande mit seinen sozialistischen Heilsversprechungen einen gewaltigen Bauchfleck hingelegt hat, kann unser Kanzler der süßen Umverteilung nicht widerstehen. Die Einführung der 35 Stundenwoche in Frankreich hat das Land nachweislich viel Produktivität gekostet und die Arbeitslosigkeit erhöht. Auch das Argument, dass die grausige Sparpolitik schnellstens ein Ende haben müsse, weil sonst alles kaputtgespart wird, ist in doppelter Hinsicht falsch: Erstens kann von Sparen ohnehin keine Rede sein, denn die Staatsausgaben in Österreich steigen von Jahr zu Jahr – in den letzten 10 Jahren sind die Staatsausgaben um über 40% gestiegen! Und zweitens, wenn man europäische Staaten vergleicht, sieht man, dass gerade jene Länder das größte Wirtschaftswachstum verzeichnen, die ihren Haushalt sanieren, so zB beobachtet in Irland, Portugal und Spanien. Was es dafür aber braucht, sind Politiker, die den Mut haben, die Wahrheit offen anzusprechen und die – trotz vorprogrammierter Proteste ihrer Wählerklientel – den Gürtel tatsächlich enger schnallen. Die Mehrheit der Wähler würde die nachhaltige Sanierung des Haushaltes honorieren und die nächsten Generationen würden es danken. Aber so wie die einen eben von Enteignungsphantasien geplagt werden, leiden einige wenige in diesem Land wohl unter Sanierungsphantasien…

12 comments

  1. Zaungast

    “Die Mehrheit der Wähler würde die nachhaltige Sanierung des Haushaltes honorieren”

    Das glaube ich nicht. Dafür gibt es keinerlei belastbare Indizien. Die Mehrheit der Wähler sind Transferempfänger mit ihren wohlerstohlenen Rechten. Man versuche mal, dieser Mehrheit den Gürtel enger zu schnallen.

    “Reformen kommen erst dann, wenn alles am Boden liegt. Ohne Crash ist nix. … Solange nicht irgendeine Institution zahlungsunfähig ist, wird sich gar nichts ändern. Erst wenn sich herausstellt, dass irgendeine Sozialversicherungsinstitution pleite ist, dann wird man irgendetwas machen. Das wäre dann Irland und Griechenland auf Österreich transponiert.” (Herbert Krejci)

  2. frustrierter Bürger

    In der gegenständlichen Spielart von “Demokratie” ist der Niedergang unaufhaltsam, daher sieh zu, daß du den Zutritt zur herrschenden Nomenklatura schaffst, oder “Transferempfänger mit wohlerstohlenen Rechten” wirst! – Ansonsten mußt du mit der “Gerechtigkeit” leben und die öden Phrasen der Politmarionetten ertragen, oder auswandern (wohin?)

  3. Goetz Goetz

    Manchmal erwecken die Aussprüche dieser konservativen Marxisten den Eindruck, sie wollten bewusst den Niedergang des Landes, damit sie an der Macht blieben. Ungewollt offen hat das einmal Foglar ausgesprochen, als er meinte die Staatsschulden seien ihm wurscht.

  4. mike

    Ein Faymann als BK, ein Stöger als Weltraummminister, eine Bures als NR-Präsidentin, ein Hundstorfer als BMSozi, HH als Bildungsministerin, ein Klug als BMVert. Foglar, Muhm, Kaske und Co. als die großen Berater: Solang solche Leute in führenden Positionen sind, wird sich nichts ändern, die fahren den Karren mit Höchstgeschwindigkeit an die Wand. Dem Häupl ist es auch wurscht, dass seine “Beamten” mit 53 in Pension gehen, Hauptsache, er wird wieder gewählt.
    Das österr. Wahlvolk ist auch nicht lernfähig (war es fast nie), das werden vermutlich die nächsten Wahlen wieder zeigen und bestätigen.
    Und in Deutschland fahren die sozial. Gewerkschafter (Bahn) so wie die portugiesischen (TAP) auch Schlitten mit dem Schicksal des arbeitenden Volkes – auch hier die Bestätigung, dass heutzutage die Gewerkschaften die effektivsten Arbeitsplatzvernichter sind. Und die sind natürlich Vorbild für den Taxler vom Dienst.

  5. Fragolin

    Jeder real existierende Sozialismus ist irgendwann daran gestorben, dass er keine Menschen mehr hatte, die er noch enteignen konnte. Ein System, das auf dem Geld anderer Leute aufbaut, wird niemals funktionieren, denn wenn diese Gelder verbraucht und die anderen Leute pleite sind, ist die Musi aus.
    Aber für eine Zeit hat es einer Räuberbande ein gutes Leben beschert. Deshalb versuchen die Räuber es immer wieder.

  6. frustrierter Bürger

    In der gegenständlichen Spielart von “Demokratie” ist der Niedergang unaufhaltsam, daher sieh zu, daß du den Zutritt zur herrschenden Nomenklatura schaffst, oder “Transferempfänger mit wohlerschlichenen Rechten” wirst! – Ansonsten mußt du mit der aktuellen Interpretation von “Gerechtigkeit” leben und die öden Phrasen der Politmarionetten ertragen, oder auswandern (allerdings wohin?)

  7. Fragolin

    @Goetz Goetz
    Können ihm auch wurscht sein. Es geht nur um das Auspressen anderer Leute. Das System steht kurz vor dem Kollaps, und keiner der Entscheider hat ein Interesse daran, irgend einen Kollaps zu verhindern. Das einzige Interesse ist, sich vorher möglichst schnell die Taschen möglichst voll zu stopfen.
    Wenn es dann kracht haben genau diese Gestalten ihre millionenschweren (keine Sorge, nicht in Euro…) Konten (keine Sorge, nicht im Euro-Raum…) und einen Alterssitz irgendwo zwischen Florida und Rio.
    Wem das Staatsvolk wurscht ist, dem können auch die Staatsschulden wurscht sein.
    Früher wurde man für solche Sprüche wegen Hochverrats guillotiniert.
    Heute bekommt man höchstens das Große Goldene Am Bande.

  8. sokrates

    Fragolin@…. denn wenn diese Gelder verbraucht und die anderen Leute pleite sind, ist die Musi aus…
    Das wird wahrscheinlich noch lange dauern! Österreicher haben ca 600 MRD ( offiziellen) Privatbesitz! Da ist noch einiges zum Umverteilen da: Ich habe die Verstaatlichte von Innen erlebt und es war bewundernswert wie es die größten wirtschaftlichen Flaschen jahrzehntelang nicht geschafft haben, diese kaputt zu machen!- Und jetzt läuft von AMAG über Voest bis Zeltweg noch immer alles und keiner der damaligen Manager ist ht im Häfen!

  9. Thomas Holzer

    ” Da ist noch einiges zum Umverteilen da”
    Einerseits erfreulich, daß der Privatbesitz so groß ist, andererseits erschreckend, daß sich “unsere” Politikerdarsteller mit Zugriff auf dieses Geld noch ein paar Jahrzehnte an der demokratisch legitimierten! Macht werden halten können

  10. A.Felsberger

    >Die Mehrheit der Wähler würde die nachhaltige Sanierung des Haushaltes honorieren und die nächsten Generationen würden es danken>. Was für ein seltener Schwachsinn! Man kann der Dame nur ein Zitat in Erinnerung rufen: ” “Après moi le déluge! (Nach mir die Sintflut!) ist der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation.” – Karl Marx: Das Kapital. Band I., MEW 23, S. 285. Oder hat hier jemand Lust für zukünftige Generationen zu sterben? Aufstehen und melden, bitte!-) Würde mich nicht wundern, wenn sich ein paar Pfaffen melden. Die bürgerliche Verlogenheit kennt bekanntlich keine Grenzen……

  11. A.Felsberger

    Man weiss ja zur Genüge, mit welchen Leuten man es hier zu tun hat: Gut-Menschlein. Immer brav Wasser predigen und Wein trinken. Die Tugend kalkulierend so wie den Preis einer Ware. Pfui Deibel, kann ich da nur sagen!

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