Entwaffnet die Polizei!

(ANDREAS TÖGEL) Der Staat garantiert die Sicherheit seiner Insassen. Zu diesem Behufe beansprucht er ein Gewaltmonopol und leistet sich Waffen tragende Organisationen, die ihre segensreiche Wirkung sowohl nach außen (Militär) als auch nach innen (Polizei) entfalten.

Nun sehen die Obertanen ihr Gewaltmonopol naturgemäß nicht gerne herausgefordert und setzen daher alles daran, die Wehr- und Selbstverteidigungsfähigkeit der Bürger so weit wie möglich herabzusetzen. Waffen in Privathand? Nein danke!

Folgerichtig wird das Grundrecht auf privaten Waffenbesitz – unter tatkräftiger Mitarbeit der am Subventionstropf hängenden Massenmedien – entschlossen bekämpft. Das ist auch gut so, denn im Besitz von Privatpersonen befindliche Waffen sind von Natur aus mindestens ebenso böse wie deren Besitzer selbst. Hat man je von Waffen in den Händen der wertvollsten Mitglieder unserer Gesellschaft gehört, als da wären: Aktivisten von Caritas, Diakonie, ZARA, Greenpeace, selbstbewusste Parteigänger der Grünen oder andere sich idealistisch für die Rechte Unterprivilegierter einsetzende Bessermenschen? Natürlich nicht! Für den Waffenbesitz interessieren sich ausschließlich Bambimörder, potentielle Amokläufer, Wähler rechter Parteien, Psychopathen und Männer mit zu klein geratenen Genitalien, die einen Schießprügel zur Kompensation ihrer (angeborenen) Defizite benötigen.

Von Fachleuten wie dem „Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst“, wird zudem ein unschlagbares Argument gegen den (legalen) privaten Waffenbesitz ins Treffen geführt: Böse Buben (und Mädchen) könnten eine Privatwaffe an sich bringen und gegen deren rechtmäßigen Besitzer einsetzen! Dabei wird unterstellt, daß der allfällige Angreifer dem Selbstverteidiger grundsätzlich überlegen ist. Eine vom bedrohten Opfer auf ihn gerichtete Waffe kann demnach einfach „entwunden“ und anschließend zu seinem eigenen Schaden verwendet werden. Was könnte man der Wucht dieser Logik wohl entgegensetzen (außer einem bisher vollständigen Mangel an Evidenz)?

Nun kam es indes in einem der exklusivsten Wohnviertel Wiens, der schönen Brigittenau, jüngst zu einem Zwischenfall, der dazu angetan sein könnte, die oben genannten Überlegungen ein wenig auszuweiten: Einem Polizisten wurde nämlich im Zuge einer Amtshandlung die Waffe „entrissen“ – und zwar von einem mutmaßlich zwecks Kulturbereicherung zugereisten Herrn vom Balkan. Der hatte wohl vergessen, vor dem Verlassen des Hauses Schlagring und Springmesser einzustecken und griff sich – möglicherweise nachdem er seiner Wehrlosigkeit gewahr geworden war – kurzerhand die Dienstwaffe (Glock 17) eines Ordnungshüters. Danach frönte er einem in manchen südlich gelegenen Gegenden üblichen Brauch und schoß mit der Pistole lustig in die Luft – Gottlob ohne dabei Personenschäden anzurichten. Der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst hat recht: Legale Waffen werden tatsächlich entwunden und missbräuchlich verwendet. QED! Die aus diesem Fall zu ziehende Konsequenz liegt auf der Hand: Weg mit den Polizeiwaffen, die ja doch immer nur den Falschen zugute kommen. Gewaltfreiheit ist schließlich etwas von Natur aus Schönes, weshalb es geraten erscheint, auch initiierter Gewalt nicht mit Gewalt zu begegnen, sondern mit einem guten Gespräch. Einschlägige Sonderschulungen für staatliche Ordnungshüter sind daher dringend gefordert. Die Sicherheit heischenden Bürger werden es dem Staat danken (\Ironie aus). (TB)

10 comments

  1. Rado

    Anfangen sollte man jedenfalls damit, den schwerbewaffneten Personenschutz für Politiker, Prominente und Botschaften auf Steuerzahlerkosten einzustellen.
    Wenn es einen dieser unverzichtbaren Amtsträger erwischt, gibt es einen lange Liste von Stellvertretern, die gerne einspringen werden. Das sollte zur Aufrechterhaltung der staatlichen Strukturen genügen.

  2. Christian Peter

    Mit staatlichem Gewaltmonopol ausgestattete Ordnungshüter sind hinterwäldlerischen Westentaschen – Hilfssheriffs jedenfalls vorzuziehen.

  3. Reinhard

    Herr Peter, wenn Sie sich die mentalen Fähigkeiten und persönlichen Kompetenzen unserer Provinzschantis anschauen, werden Sie erschreckt zur Kenntnis nehmen müssen, dass unsere mit staatlichem Gewaltmonopol ausgestatteten Ordnungshüter hinterwäldlerische Westentaschen – Hilfssheriffs sind.

  4. Christian Peter

    @reinhard

    ‘Hinterwäldler’

    mit Waffen hantierende Privatpersonen macht sich weit mehr verdächtig, als Ordnungshüter, die Waffen lediglich zu beruflichen Zwecken verwenden.

  5. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    “mit Waffen hantierende Privatpersonen macht sich weit mehr verdächtig”

    Wieso?
    Weil Sie es so empfinden? Und alle, die für den Privatwaffenbesitz eintreten, sind “Hinterwäldler”?

  6. Reinhard

    Bei manchem wird man aber schnell verdächtig, Herr Peter!
    Ich konnte problemlos und unverdächtig jahrelang mit einer scharfen Waffe herumlaufen, mit der als “Feind” deklarierte Leute zu erschießen ich sogar extra ausgebildet wurde. Aber kaum ist der Dienst zu Ende und man beschließt, seinen eigenen legal erworbenen Besitz zur Not mit genau einer solchen Waffe zu verteidigen, ist man sofort “verdächtig”. Den Bürger als Assassinen zur Verteidigung der eigenen Macht auszubilden ist also absolut in Ordnung, ihn aber jenseits der staatlichen Beauftragung mit Verteidigungswerkzeugen selbstschützend hantieren zu lassen darf aber nicht sein.

    Gut, von einem Staatsgläubigen erwarte ich nichts anderes. Von einem mündigen Bürger schon.

    Der demokratische Staat ist das gewählte Verwaltungsorgan seiner Bürger und nicht sein Herrscher. Er hat den Schutz der Bürger vor äußeren und inneren Feinden zu organisieren, aber nicht seine Bürger vor sich selbst zu schützen! Das geht in die dem absolutistischen Denken verhafteten Hirne der aus feudalen Parteistriukturen an die Regentschaft geschwemmten Apparatschiks aber nicht ein. Sie sehen sich selbst als den Staat und die Bürger als latenten Feind, Gewalttäter und Steuerbetrüger unter Generalverdacht.
    Sie können den Scheinargumenten dieser Herrscherkaste gern zustimmen, stimmig werden sie dadurch aber nicht.

  7. Christian Peter

    @thomas holzer

    spätpubertierende Waffennarren kennt man eigentlich nur aus dem Zuhälter – Milieu.

  8. McCarthy the Great

    @ Christian Peter

    Danke Herr Peter daß Sie mir die Augen geöffnet haben: all die Damen die ich am Samstag immer am Schießstand antreffe müssen dann also Nutten sein! Ich hab’s mir ja gleich gedacht! Das ist aber echt wunderbar – ich als spätpubertierender Zuhälter brauch eh jeden Monat Frischfleisch für meinen Stall. Herzlichen Dank für diesen Tipp. Was man alles so erfährt von Waffengegnern…

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